Review: Caballo – The Legendary Mercy Notes (2015)

11148711_820169041364683_6206455611863732932_nWie ein Hauch von Patchouli Parfum legt sich die düsterromantische Stimme des aufstrebenden Berliner Solokünstlers Teresa Caballo auf deepe 80er Synthieteppiche. Auf dem Papier eigentlich mal so garnicht mein Ding. Aber hey: Hübscher Bub auf dem Cover und gemixt wurde im ‚Studio Super Cool‘. Als wäre das für eine Besprechung nicht schon ausschlaggebend genug, schlägt der Titel der EP darüberhinaus auch gleich noch den Bogen zur letzten von mir verfassten Rezension. Na dann…

Legendär hin oder her, rein thematisch gesehen sind die ‚Mercy Notes‘ vor allen Dingen erst einmal eines: Mysteriös! Ein wenig Klarheit über die Notenblätter eines angeblich streng geheimen Initiators kann man sich bei Bedarf hier verschaffen. Dem möchte die klangliche Ästhetik selbstredend in nichts nachstehen und kommt deshalb ebenfalls mit einer dicken Portion Mystik um die Ecke. Zentnerweise Hall, Electrobeats und erwähnt tiefes Organ, welches auch gerne mal um die ein oder andere Nuance gen Erdkern gepitcht wird, laden ein, um offenherzig der Melancholie zu fröhnen.

Das weiß tatsächlich gleich mit dem unmittelbaren Einstieg von Downtown zu überzeugen. Popige Schwarzmalerei, die der von Depeche Mode nicht unähnlich ist. Geht sofort ins Ohr und so leicht nicht mehr raus. Auch die restlichen vier Songs schlagen in eine ähnliche Kerbe, sind super eingängig und geschmackvoll arrangiert. Heutzutage einen solchen Sound aufzufahren ist sicherlich als gewagt bis mutig einzustufen. Die ‚Legendary Mercy Notes‘ spielen bewusst mit Klischees, umschiffen deren plakativen Einsatz aber gekonnt. Statt die 80er plump des bloßen Retroeffektes Willen zu kopieren, wird eine eigensinnige Neuinterpretation geliefert, die ihre Daseinsberechtigung vor allem durch ausgeklügelte Songstrukturen untermauert. Weltbewegend neu ist das alles natürlich trotzdem nicht, aber das dürfte wohl auch kaum die Intention hinter den Songs gewesen sein.

Besonders begeistert mich desweiteren die musikalische Nähe zu alten Spielkonsolen-gassenhauern. Hört euch mal Stücke wie White Boy oder das komplett instrumentale Electric Butter an… und das mein ich jetzt wirklich von jeglicher Ironie befreit und als absolutes Kompliment: Das könnte doch auch eine aufgemotzte Version des grandiosen Donkey Kong Country 2 Soundtracks sein, oder? Sogar der Soundtrack meines alltime-favourites Plok! kommt mir da in den Sinn! Wunderbar!

Fazit: Ja, mir gefällt was Caballo hier gezaubert hat! Und das stellt für mich das eigentlich mysteriöse dar…

‚The Legendary Mercy Notes‘ im Stream:

‚The Legendary Mercy Notes‘ gibt es btw. hier zum freien Download!

Released: 20.04.2015 via Selbstvertrieb

Ein Gedanke zu „Review: Caballo – The Legendary Mercy Notes (2015)

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