Review: Sum Of R – Orga (2017)

Spooky Shit! Was Sum Of R aus Bern auf ihrer neuen Platte veranstalten stellt die üblichen Hörgewohnheiten auf die Probe und hat das Prädikat ‚eigensinnig‘ durchaus verdient. Statt ‚höher, schneller, weiter‘ heißt die Devise auf Orga eher ‚tiefer, langsamer‘ und ja, auch ‚weiter‘. Denn die ausufernden Klangteppiche des Duos leben und atmen die Weite des Moments. Klingt esoterisch? Ist es auch!

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Die ‚Schärfung der Sinne und der Stimulation des Geistes‚ haben Sum Of R laut Klappentext schließlich als Hauptfokus für ihre Musik gewählt. Mit dem gängigen Pop-Format hat man demnach also nichts am Hut. Vielmehr servieren die Schweizer dem Hörer einen von pechschwarzen Schwefelschwaden umhüllten Instrumental-Ambient-Soundtrack der düsteren Sorte. Mithilfe von Gitarre, Bass, Orgel, Drums, Effekten und allerhand Elektronik-KrimsKrams türmt sich ein von allen Konventionen losgelöstes Gebilde auf, das dem Hörer absolute Aufmerksamkeit und Hingabe abverlangt.

Orga ist ein psychedelischer Trip, den man gewillt sein muss anzutreten. Ein bisschen Hippie sein schadet da sicher ebensowenig wie ein Hang zu transzendentaler Ästhetik. Auf mich persönlich trifft weder das eine noch das andere zu und mit dem Ambient-Genre bin ich auch allenfalls mäßig vertraut. Ein Gespür für Atmosphäre und Tiefe muss man Orga aber selbst als Laie zusprechen.

Doch: Wie die Musik von Sum Of R da gerade, als ich diese Zeilen um 23:43 an einem verregneten September-Mittwoch eintippe durch den Kerzenschein wabert, das hat schon was… Genre-Fans und Open-Minded-Peeps, die auf der Suche nach etwas Neuem sind sollten sich ruhig mal Cobalt Powder geben:

Anspieltipps: Cobalt Powder, Desmonema Annasethe

Orga im Stream:

Orga kann man hier z.B. als 180g Doppel-Vinyl im Gatefold Sleeve samt Bonus CD mit 2 Extra Tracks erwerben!

VÖ: 15.09.2017 via Cyclic Law, Czar Of Revelations

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