Review: La Petite Mort/Little Death – Disco (2019)

artwortk: Lebsch Fryday

Dir ga ich Disco!! – Die erste full length der Rodgau Monotones La Petite Mort/Little Death ist da! Und wie die da ist!! Mit Disco wird nun endgültig aus den Vollen geschöpft und die oft zitierte Dreifaltigkeit aus Blut, Schweiß und Tränen ist in diesem Fall ausnahmsweise keine leere Phrase sondern Programm. So fanden z.B. die Live-Aufnahmen mit Adam Lenox Jr. (Lingua Nada) in den Off The Road-Studios dank brutaler 40° primär bei Nacht statt und müssen nach eigenen Angaben sehr strapazierend gewesen sein.

Die Begleitumstände haben jedoch allem Anschein nach große Früchte getragen. Ergo pumpt der eh schon höchst energetische Post-Hardcore der Band nun endgültig auf Oberlevel und zappelt in alle Richtungen. Glanzlicht ist dabei auch diesmal wieder die beeindruckend stimmliche Leistung, die gewohnt alle Register zieht und nun neben Refused, Blood Brothers und Billy Talent auch des Öfteren an The Mars Volta erinnert. Passend dazu haben sich vermehrt Add-Ons wie Percussion- und Tasteninstrumente in den Sound eingeschlichen während die Gitarre ein Brett nach dem anderen über verschachtelte Rhythmen zwiebelt (Begriff darf bei Allergie auch gern alternativ durch ‚brezelt‘ o.ä. ersetzt werden). Dass das Material dennoch nicht überfrachtet daherkommt, spricht nicht nur für die gelungene Produktion sondern auch für überaus geschicktes Songwriting.

So überzeugt Disco neben den zahlreichen fordernden Parts auch immer wieder mit poppigen Momenten, Emo-Herzschmerz und ist auch sonst für einige Überraschungen (wie z.B. erstmals deutsche Textzeilen) gut. Und da die Platte ohne Ausfälle auskommt und darüber hinaus auch durch einen dramaturgisch cleveren Aufbau überzeugt, ist das herauspicken einzelner Titel gar nicht groß erforderlich. Vielmehr schickt es sich an sich das Teil am Stück reinzuziehen. Liebe und Herzblut in jeder Faser. Sicherlich eine der kreativsten Scheiben aus dem Sektor!

Anspieltipps: Umami ​うまみ, Der Kleine Lord

Disco im Stream:

Disco kann man kostenlos über bandcamp saugen, bei Spotify (etc.) streamen oder sich als sehr schicke LP (rosa Vinyl, zwei Inlaysheets, gefütterte Innenhülle) zum Pay What You Want-Preis von 12€-20€ gönnen. Der Erlös der Platte geht z.T.  ans Jugendnetzwerk Lambda. Geile Sache!

VÖ: 06.12.2019 via
Konglomerat Kollektiv, Fireflies Fall, Cold Press Records, Les Disques Rabat-Joie, Saltamarges, Sunsetter RecordsÀ Fond d’Cale Prod,
Paper Heart

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