Review: Kora Winter – Welk [EP] (2017)

artwork by Hakan H.

Kürzlich schon wurde hier auf das neue Video von Kora Winter aufmerksam gemacht. Nun liegt die zugehörige EP der Berliner vor, die dem energetischen Vorboten nicht nur zwei Geschwisterchen nebst einer Neuinterpretation von Alexandras Es War Einmal Ein Fischer zur Seite stellt sondern ihm auch in Sachen Niveau, Vielseitigkeit und Kreativität in nichts nachsteht. Bluten, Stiche, Narben: Welk kratzt auf!

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Two Hours with Matt Pinfield!

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Wer die goldene MTV-Ära zu schätzen weiß, sollte ihn auf jeden Fall kennen: Matt Pinfield, fleischgewordene Musikenzyklopädie und neben Kennedy der wahrscheinlich bekannteste Charakterkopf-VJ der 90er. Zumindest was den amerikanischen Markt angeht.

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Review: Red Hot Chili Peppers – The Getaway (2016)

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artwork by Kevin Peterson

Die Red Hot Chili Peppers begleiten mich nun schon beinahe zwei Drittel meines nicht mehr ganz so jungen Lebens. Ihr Meilenstein Blood Sugar Sex Magik weckte im zarten Alter von zwölf Jahren den Wunsch in mir das Bass-Spiel erlernen zu wollen, welchem ich dann in endlosen Kinderzimmer-Sessions vor allem mit Hilfe ihrer ersten vier Studio-Alben für die EMI nach- gekommen bin. Wenn man so will, begann meine musikalische Früherziehung also mit den frühen Peppers, den großen Crossover – Pionieren.

Die entfesselte Stil-Verknüpfungs-Neugier ihrer jungen Jahre ist, nach dem noch immer gewaltig unterschätzten One Hot Minute, allerdings mit der Zeit immer mehr zugunsten großflächig angelegtem Pop gewichen. Crossover gab es seit dem Kassenschlager Californication nur noch vereinzelt. Und wenn, dann hatten selten dämliche Titel wie Throw Away Your Television, Get On Top oder superpeinliche Session-Überbleibsel wie Fat Dance kaum noch Substanz und legten stets die Vermutung nahe, ihre Existenz beruhe einzig und allein darauf es den alten Fans rechtmachen zu wollen. Neben aufgeräumten und clever arangierten Mainstreamsongs wie Scar Tissue, This Velvet Glove oder Universally Speaking wollte das dann nur noch unnötiger, bemühter und umso deplatzierter wirken. Die Transformation von der Organic Anti Beat Box Band hin zu den Melancholy Mechanics, die sie heute sind,  ist an sich also gerechtfertigt.

Während mich By The Way von 2002 als Ganzes dann doch eher kalt lies, kam Stadium Arcadium 2006 als überraschend fantastisches Spätwerk um die Ecke. Satte 28 Songs. Kaum Ausfälle. Keine Selbstverständlichkeit!

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Red Hot Chili Peppers 2016 (as found on: warnermusic.de)

Als Frusciante anschließend ging hätte man es also gut sein lassen und mit einem großen Knall abtreten können. Das dröge I’m With You von 2011 nämlich wollte nicht so recht zünden und erweckte den Eindruck, die Band habe ihr Pulver verschossen. Aber hey: Der neue Gitarrist Josh Klinghoffer erwies sich als Wahnsinnstyp. Seinem zutun ist es geschuldet, dass die Live-Sets fortan wieder um Welten spannender, abwechslungsreicher und unterhaltsamer ausfallen als die der vorherigen Dekade. Mit Aeroplane fand z.B. erst kürzlich ein Song der Navarro-Phase den Weg zurück ins Set. Das wäre John Frusciante nicht in die Tüte gekommen. Und was den Rest der Band betrifft, so ist dieser Move weit außerhalb ihrer Comfort-Zone anzusiedeln. Noch viel weiter draussen: Die Entscheidung sich und sein Schaffen erstmals seit 1991 einem neuen Produzenten anzuvertrauen. Statt ihrem ehemaligen Mentor Rick Rubin saß nun bei der aktuellen Platte Danger Mouse an den Reglern. Es waren solche mutigen Schritte, die jeglichem Bruno-Mars-Eiertritt zum Trotze auf den zweiten Output mit Klinghoffer hoffen ließen (#Hofferhoffen).

absolut crazy dieser Flea

Das grandiose Cover-Artwork, die großartige Vorab-Single Dark Necessities (minus der plumpen Slap-Bass-Line aber plus nettem Videoclip), der sympathisch kleine Karaoke-viral-Hit (minus gruselig bis eklig aufdringlichem Flea aber plus allem anderen) oder die jüngst absolvierten Festival-Auftritte schürten die Vorfreude zuletzt dann doch überraschend hoch.

Und waren es nicht diese Faktoren, die einen positiv auf die neue Platte einstimmten, dann doch diverse Statements aus dem Band-Zirkel, Danger Mouse habe Anthony Kiedis stets dazu ermutigt vorhandene Texte, Pattern und Melodien immer wieder zu verwerfen, neue Ideen einzubringen. Er könne es schließlich besser.

That’s where he was wrong… Er kann es nicht besser. Und wenn doch, dann kann man sich vor den verworfenen, ersten Songskizzen wohl nur fürchten. Wie hat Fred Sablan erst kürzlich im nach wie vor empfehlenswerten Hour Of Goon – Podcast bemerkt: „The music is great. But I can’t stand Anthony Kiedis. […] He’s the weakest link of this band“.

Und das bringt das Dilemma leider vortrefflich auf den Punkt. Musikalisch gesehen wäre The Getaway vielleicht keine Großtat, aber sicherlich mehr als gut gemacht und an vielen Stellen schwer hitverdächtig. Sobald Kiedis aber mit seinem uninspirierten, einfallslosen, langweiligen, vorhersehbaren und tonal ewig gleichen Sing-Sang-Geseier loslegt wird jeder Anflug von Magie sofort im Keim erstickt. Von den plumpen Texten ganz zu schweigen, die bei Songtiteln wie Dreams Of A Samurai oder Go Robot aber im Grunde wohl vorprogrammiert sind… Der Finger ist somit schneller auf der Skip-Taste als einem lieb ist, was wirklich schade ist, da die Produktion einiges kann. Der neue Drum-Sound z.B. ist ein echter Sprung nach vorne. Außerdem kommt der vermehrte Einsatz von Tasten (auf Sick Love übrigens eingespielt von Sir Elton John himself) richtig gut und auch das Leaned-Back-Feeling, das lediglich durch den mir schleierhaften Tiefpunkt This Ticonderoga gestört wird, weiß ebenfalls zu gefallen.

Es ist zum Mäuse melken, dass es einer Band von dieser Größenordnung nach immerhin fünf Jahren Abstand zur letzten Platte nicht gelingen mag, mehr als einen vernünftigen Song an den Start zu bekommen. Sogar die B-Seiten der letzten Jahre waren weitaus stärker als der vorliegende Output. Das einem nach elf Alben mal die Ideen ausgehen ist natürlich mehr als nachvollziehbar. Bevor man allerdings derartig halbgaren Murks veröffentlicht, könnte man seinem Stuff alternativ auch einfach mehr Zeit zur Reife gönnen. Oder am besten gleich nen Ghostwriter für die Vocal-Parts anheuern. Wenn man sich eh schon im Mainstream-Pop bewegt sollte das dann ja auch nicht mehr weiter verwerflich sein…

Meinen Respekt für die Gruppe mindert die neue Platte zwar nicht wirklich und beweisen müssen sie sich selbstverständlich weder mir noch sonstirgendjemandem. Schade aber ist es allemal, dass The Getaway dank einem kreativ leergebluteten Frontman seinem Namen alle Ehre macht und tatsächlich über weite Strecken zum davonlaufen ist.

Goodbye Angels

Anspieltipp: Dark Necessities

The Getaway im Stream:

The Getaway kriegst du z.B. hier.

Released: 16.06.2016 via Warner Music

Review: American Head Charge – Tango Umbrella (2016)

as found on: http://www.blabbermouth.net

Die Shoot-EP und auch das Konzert von vor anderthalb Jahren in Frankfurt ließen keine Zweifel aufkommen: Die nächste American Head Charge wird ein Monster! Es folgten Tourabsagen, unklare Besetzungsverhältnisse innerhalb der Band, zahlreiche Verschiebungen der zum großen Teil von Fans mitfinanzierten LP und ein absolut abschreckendes Artwork. Aber fuck: Die ersten Songs Let All The World Believe und Drowning Under Everything überzeugten allemal!

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Nun ist Tango Umbrella exklusiv und vorab über Loudwire im Stream abrufbar und bedient von vorne bis hinten! Vorausgehende Ankündigungen der Band, die aktuelle Platte würde wie ein Mix aus The War Of Art (2001) und The Feeding (2004) klingen, bewahrheiten sich tatsächlich. Ich weiß, es fällt wirklich schwer sich darauf einzulassen, wenn man mit dermaßen whackem Bildmaterial konfrontiert wird, aber American Head Charge k.i.l.l.e.n.. Auch 2016 noch:

Erwähnte Mischung aus den beiden Erstlingswerken geht zwei zu eins zugunsten des von Rick Rubin produzierten Debuts. Das lässt sich nicht nur im anspruchsvollen Songwriting erkennen, das im Gitarrenfeld vordergründig Industrial – Metal – Stumpfheit vorgaukelt, von Seiten der Rhythmus – Fraktion aber ansprechend vertrackt untermauert wird und ein ums andere mal mit dem catchy Mike-Patton-Sound-A-Like-Organ von Sänger Cameron Heacock überzeugen kann. I’ve said it before and I say it again: Einer der besten seiner Zunft! Checkt mal das abschließende When The Time Is Never Right oder das Piano – getragene A King Among Men! Der Kerl hat seine Stimme im Griff!

Auch der starke Militärbezug in Albumtitel und Artwork sowie in der mal wieder ihresgleichen suchenden Samplearbeit schlägt die Brücke zu den Anfängen der Band. Ob es sich dabei allerdings in unserem Terror – verseuchten Alltag um einen marketingtechnisch schlauen Schachzug handelt, wird die Zukunft zeigen. Gerade wenn man, wie im Falle von A.H.C. zur Zeit der 9/11 – Anschläge, hinsichtlich besagten Konzepts schon einmal mächtig deplatziert wirkte und daraus resultierend massive Rückgänge der Plattenverkäufe hinnehmen musste. Aber wie heißt es da so schön in der Vorzeigenummer Perfectionist: I don’t do it for approval! Gut so!!

Releases aus dem Metal-Sektor, denen ich entgegenfiebere sind selten geworden. Releases aus dem Metal-Sektor, die mich überzeugen können noch seltener. Releases ohne Ausfall meiner Meinung nach heutzutage genreübergreifend absolute Mangelware. Tango Umbrella ist die Alternative, aus einem Guß und ansprechend produziert! Kann also schon nach wenigen Durchläufen einiges und auf lange Sicht gesehen womöglich noch mehr! ALL KILLER NO FILLER! HOLT! MAN! SICH!

Anspieltipps: Perfectionist, I Will Have My Day, Let All The World Believe

Tango Umbrella im Stream auf Loudwire:

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Die geballte Industrial-Metal-Breitseite Tango Umbrella verteilt sich bei einer Spielzeit von etwas über 50 Minuten auf elf Tracks und kann auf CD bereits bei Napalm Records vorbestellt werden!

Released: 25.03.2016 via Napalm Records

NRT – Ambition [EP] (2016)

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www.nrt-music.de/release/ambition/

Die Tracht Prügel, die die Bochumer Düster-Popper NRT dem gängigen Strophe-Refrain-Aufbau verabreichen, hat das Cover zierende Xavier Naidoo-Look-A-Like allem Anschein nach am eigenen Leib erfahren müssen.

Brutalitäten sollte auf Ambition trotzdem keiner erwarten: Das Trio gibt sich  gediegen.

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Wo der Bandname die Vokale experimentell aus dem Wort uNoRTe auslässt, sind die Experimente im Klangbild anderer Natur. Ausgelassen wird hier wenig. Ausgelassen  lotet die Band vielmehr Genre-Grenzen aus. Das zumindest verspricht der Beipackzettel: „Endlich mal was anderes“, „erfrischend“ bis „unerwartet“ seien häufige Reaktionen, wenn NRT Synthpop und Dark Wave auf Alternative Rock treffen lassen. Was auf dem Papier nach wildem Stil-Crossover klingt, kriecht dann allerdings wesentlich homogener und ‚herkömmlicher‘ aus den Boxen als angenommen. Das propagierte große Soundexperiment muss meinereiner schon mit der Lupe suchen. Mehr noch: Ohne die Vorab-Info wäre es mir noch nicht einmal in den Sinn gekommen. Mag aber evtl. meinen extravaganten Hörgewohnheiten geschuldet sein und stört ja auch erstmal nicht weiter.

Die EP startet mit dem ersten Track nämlich richtig gut. Gleichzeitig auch Titeltrack, schmeichelt die erste Hälfte der Nummer mit verhaltenem Piano, geschmeidigen Gitarren und kernigen Bass-Akzenten der düsteren Stimmfarbe von Sängerin Dorette Gonschorek, die ein wenig wie Q Lazzarus-light klingt. Gefällt außerordentlich gut, bis der Song mit dieser schönen Formel bricht und Schlagzeug und Riff einsetzen. Funktioniert für mich leider garnicht. Äußerst Schade, denn gerade wenn das Piano-Schema zum Schluß wieder aufgegriffen wird, werde ich das Gefühl nicht los, dass hier großes Potential verschenkt wurde.

Das schleppende Friendship hingegen ist schon um einiges gefälliger und erinnert gerade in seinen getragenen Stellen an Switchblade SymphonySelf-Deception tut das sogar noch mehr! Die Formel Dark Wave + Gitarre ist eben doch nicht ganz so neu… Quest hingegen lässt mich an Die My Darling denken. Und  an die damals besprochene Caballo-EP. Auch New Model Army möchte ich als Referenz nicht unerwähnt lassen. Komplettiert werden die vier erwähnten Tracks durch drei Remixe von No More, Wellencocktail und Vadot, die sich jeweils der Aufbereitung einer älteren Nummer widmen.

NRT haben sich schon eine beachtliche Folgschaft erspielt, denen Ambition sicherlich ebenso taugen wird, wie Menschen, die sich gerne in Einrichtungen wie K17 oder Darkflower tummeln. Gerade die Remix-Nummern kann ich mir gut in derartiger Gesellschaft vorstellen.

Mich selbst allerdings lässt die Veröffentlichung weitestgehend kalt, ohne sie deshalb schlecht zu finden. Ich bin eben auch einfach kein großer Freund des Genres. Bezeichnenderweise sind es gerade die klassischen Pop-Elemente, die mir tendenziell zusagen würden, die von der Band aber ja bewusst ausgespart werden. Erfrischend jedoch: Der Verzicht auf Sparten-typische Klischeebedienung und Phrasendrescherei in Lyrics, Artwork und Erscheinungsbild. Danke dafür!

Anspieltipps: Friendship, Self-Deception

Tracklist:
01.Ambition
02.Friendship
03.Quest
04.Self-Deception
05.Memories (Blue Space Mix by No More)
06.Marching (Repeat-Mix by Wellencocktail)
07.Marching (Mensch-Maschine Remix by Vadot)

Ambition erscheint auf Vinyl (inkl.CD) und als Download!

Released: 05.02.2016 via Timezone

Review: Failure – The Heart is a Monster (2015)

10563119_479556672195337_5590897305055833661_nDas Failure mit einer Reunion kaum enttäuschen würden, ließ sich bereits im Vorfeld erahnen. Mit einem derartigen Geschoss wie es The heart is a monster ist, dürften trotzdem die Wenigsten (mich eingeschlossen) gerechnet haben Mittlerweile liegt der Release der 18-Track starken Comeback-LP schon beinahe ein halbes Jahr zurück, taucht derzeit zu Recht großflächig in den Jahresbesten-listen auf und hatte Zeit in meinen Gehörgängen zu reifen.

 

Diese ist bei der Musik des LA-Trios meiner Meinung nach noch immer von Nöten, will man die Brillanz der Stücke gänzlich begreifen und auskosten. Die wenigsten Failure-Songs springen dem Hörer direkt ins Gesicht. Der Popappeal will mitunter erst einmal unter dissonanten Gitarrenriffs gesucht werden. Das war bereits bei Fantastic Planet so und das ist es auch heute noch. Die bei genanntem Werk eingeführten Interludes (Segue 1 – 3) werden auf dem aktuellen Werk (Segue 4 – 9) ebenso konsequent fortgesetzt wie auch das ausgeprägte Händchen für grungy Alternative-Rock wieder zum Zuge kommt.

Alles beim alten also im Hause Failure? JA! Und das gefällt! Oder hätte jemand nach fast zwei Jahrzehnten Veröffentlichungsabstinenz ernsthaft große Experimente willkommen geheißen? Songs wie Come Crashing oder Hot Traveler bringen sofort das typische Failure-Feeling zurück und könnten direkt aus den 90ern stammen. Tatsächlich haben einige der Stücke schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. Petting the Carpet beispielsweise hätte schon auf dem etwas halbgarem Debut  Comfort (1992) landen sollen und I can see houses, heute das Grand Finale der Platte, war sogar schon 1991 Teil des Livesets:

Hinsichtlich Thematik und Ästhetik ist man sich ebenfalls treu geblieben. Die von Band und Fans gleichermaßen geliebte Sci-Fi-Ästhetik wird im grandiosen Video von Counterfeit Sky besonders in den Fokus gerückt. In bester GravityInterstellarThe Martian-Manier liegt das aufwändig produzierte Astronauten-Drama dabei sogar noch voll im Trend. Mit spooky Backings versehen avanciert der Song auch beinahe zum stärksten Stück der Platte! Diese Ehre gebührt allerdings der Piano-Slide-Guitar-Ballade Mullholland Drive. Pink Floyd  und die Beatles lassen grüßen! Riesen Hit:

Mag The heart is a monster im letzten Drittel zwar dann doch etwas langatmig daherkommen und Magnified, meinem persönlichen Lieblingsalbum der Band nicht das Wasser reichen können, bin ich trotzdem schwer begeistert von der Platte. Absolut unpeinliches Comeback mit starken Songs und perfekter Produktion zwischen Dirty und Hochglanz. Wer wissen möchte wo moderne Alternative Acts wie A Perfect Circle, Queens of the Stone Age, Melissa auf der Maur oder Black Light Burns inspiriert wurden, dem seien Failure, auch 2015 noch, ebenso ans Herz gelegt wie Fans von Porcupine Tree, Dredg oder meinetwegen auch den frühen Weezer. Grunge-Fans und Potheads hören sowieso rein! Los! Jetzt!

Hot Traveler

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Counterfeit Sky

Anspieltips: Mulholland Drive, Counterfeit Sky, Hot Traveler, Come Crashing, Atom City Queen

The Heart Is a Monster im Stream:

Released: 30.06.2015 via INgrooves Music Group, Failure Records LLC

www.derdanielistfaul.de…

Fürst… möchte man angesichts des regen Informationsflusses auf diesen Seiten ja sicherlich meinen. Dem ist aber natürlich nur bedingt so. Vielmehr fällt die Blogarbeit derzeit aus purem Zeitmangel etwas arg mau aus. In den Haushalten von CANNAHANN und Paulinchen Brennt wird derzeit mächtig vor und hinter den Kulissen geackert und auch Godzilla was a friend of mine und Zikade futterten und futtern diverse Häppchen meiner Zeit (beide Acts haben btw. starke neue Scheiben am Start – siehe hier und da).

 

 

Weitere musikalische Bonbons sind außerdem bereits in Planung! Kurz gesagt: Produzieren vor schwadrodieren! Rechnet man dieser Binsenweisheit dann noch eine unerwartet üppige Arbeitsflut aus dem Daily Life hinzu, ist die Zeit auch schon ganz weg. Ich weiß: mimimi…

Das ist tatsächlich mehr als schade, da es schon wieder nen ganzen Haufen toller Platten und Konzerte gab, über die ich hätte schreiben wollen und sollen…

Das wird sicherlich bald nach- und nach- und nachgeholt!

HOL ICH MIR!

Zur Überbrückung hier ein schmackhafter Appetizer zum 65. Rakoczy Fest, welcher derzeit Rhöner Knabenseelen gleich haufenweise konsumiert. Tendenz steigend!

Review: Marilyn Manson – The Pale Emperor (2015)

Marilyn-Manson-The-Pale-Emperor-620x620Seit heute steht das neue Marilyn Manson Album The Pale Emperor in den Läden. Mit gerade mal zwei Jahren zum Vorgänger Born Villian eine verhältnissmäßig kurze Wartezeit. Dabei ist das Erscheinen der Platte für einen eingefleischten Fan, wie ich es zumindest einmal war, verheerend. Ab jetzt nämlich fällt es schwer, etwaige Zuneigung, sei es auch nur die vergangener Tage, öffentlich kundzutun.

 

Nun nämlich ist der Mephistopheles of Los Angeles, zumindest für mich, ebensolange schlimm wie gut. Hab ich eben schlimm gesagt? Belanglos bis lächerlich trifft es wohl besser… Zehn fette Jahre (vom Debut Portrait of an American Family bis zur MTV – Hitschleuder The Golden Age of Grotesque) stehen nun zehn mauen gegenüber. Ein andauernder Zustand, angefangen beim unsäglichen Eat Me, Drink Me.

Das einschlägige Musikportale wie Kerrang!, Metal Hammer, Blabbermouth der Rolling Stone, ja sogar Metalsucks von Mansons „best album in years“ sprechen und zum Teil sogar Parallelen zum Meilenstein Antichrist Superstar sehen wollen, empfinde ich als große Frechheit.

Klar, die wollen ja auch nur Geld verdienen und zugegeben: Bei Produktion und Cover (inc. lässiger Doppelkinnkaschierung) hat man sich etwas mehr Mühe gegeben als auf den beiden Vorgängerplatten. Aber ergibt das ergo gleich ein besseres Album? Das dargebotene monotonbesoffene und uninspirierte Geleiher aus sich bis zum erbrechen wiederholenden, dümmlichen Textphrasen (laut Manson soll das wohl Blues sein) ist mehr als unerträglich und erstickt auch jeden noch so gut gemeinten musikalischen Ansatz mit Leichtigkeit im Keim. Dabei bemüht sich die Instrumentierung zumindest um ein homogenes, wenn auch unspektakuläres Gesamtbild.

Für dieses zeigt sich vor allem Neuzugang und Sunnyboy Tyler Bates verantwortlich. Laidback, southernlike und staubig heißt die neue Devise. Gerne mal garniert mit dicken Knarzbässen. Das dürfte nicht von ungefähr an Rob Zombie erinnern, welcher Manson bezeichnenderweise auf der gemeinsamen Tour jede Nacht an die Wand spielte.

Gute Songs? Anspieltips? Fehlanzeige… Der Opener ist zusammen mit den beiden Vorabtracks Cupid Carries A Gun und Third Day of a Sevenday Binge noch am bekömmlichsten. Dabei sind genannte Titel natürlich selbstredend schon beeindruckend fürchterlicher Käse…

…zumal sich mit Twiggy Ramirez der einstige Hauptsongwriter der Band unlängst wieder an Board befindet. Traurig: Das Duo Manson/Ramirez, welches für die absolut großartigen Popsongs von Mechanical Animals verantwortlich gewesen sein soll, ist allem Anschein nach tatsächlich zu nichts besserem mehr fähig als diesem, hier vorliegenden Armutszeugnis.

Auch nach mehrmaligem Anspielversuch bleibt The Pale Emperor un-schönhörbar und unschön hörbar. Leider ist das einst schillernde Gesamtkunstwerk Marilyn Manson zu einem Schatten seiner eigenen, nunmehr schon Selbstparodie verkommen und taugt derzeit bestenfalls noch als Witzvorlage. Einer von Ex-Keyboarder Madonna Wayne Gacy gern genutzten wohlgemerkt. Der dürfte an der neuen Platte wieder seine helle Freude haben… Kenner sollten unbedingt mal dessen Facebookfreundschaft anfordern… sehr unterhaltsam!

Wer noch nach Beweisen für die Qualitäten des neuen Outputs sucht, findet sie spätestens in den hitverdächtig grottigen Musikvideos… Das kann einfach nicht deren scheiß Ernst sein…

Deep Six

Cupid Carries A Gun

 Albumstream:

Hier noch ein Appetizer für alle, die den Pale Emporer (kein Schreibfehler: EMPORER!) in desaströser Deluxeversion ihr Eigen nennen wollen:

Ich bin dann mal raus…

Released: 20.01.2015 via Hell etc. / Cooking Vinyl / Loma Vista Recordings

Der Rammstein – Cover ist cool (XXXisql053)

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Wir bleiben beim Thema Vocal-Cover. Ein nicht zuletzt dank Youtube weit verbreitetes Phänomen, welches sich zunehmend großer Beliebtheit erfreut und wohl auch irgendwo seine Daseinsberechtigung haben muss (siehe Justin Bieber).

Zweifellos dient es vielen jungen Künstlern als prima Tool, um das eigene Talent kostenlos auf großer Plattform zu präsentieren und beispielsweise einmal die eigene Vocalrange anhand eines Queencovers oder seine Flowqualitäten beim spitten über  Busta Rhymes – Beats zu demonstrieren. Lass ich mir alles eingehen und mag ja bisweilen auch cool sein!

Wo allerdings jetzt der genaue Sinn einer Rammstein – Eigeninterpretation liegt, bleibt mir persönlich bisweilen doch etwas schleierhaft. Ich vermute mal, die jungen Barden möchten vor allem ihr Fandasein öffentlich kundtun und sich von Gleichgesinnten ein wenig Schulterklopften abholen. Anders kann ich mir kaum erklären, warum man sich sonst gerade eine gesangliche Ausnahmeerscheinung, wie eben einen Till Lindemann, zur Imitation picken sollte.

Der wiederrum hat, gerade was die letzten 10 Jahre angeht, den ein oder anderen lyrischen Leckerbissen auf der Habenseite. Ich denke da nur an so großartige Hymnen wie Benzin, Amerika oder aber das fantastische Pussy, die einem schon in der Urfassung den Testosteronbooster schlechthin verabreichen. Steigerungsfähig? Aber ja doch!

Der voyeuristisch intime Blick in die Kinderzimmer des gutbürgerlichen Abendlandes bringt den Extrakick! Gott sei’s gelobt getrommelt und gepfiffen, hatte ich noch kein Youtube als ich 14 war… Nicht auszudenken was ich damals getrieben hätte

Voila: Das Siegertreppchen der Rammsteincoverriege. Unbedingt die Channels der Interpreten checken! Was die Jungs sonst noch rausballern kann sich ebenfalls sehen lassen!!

Seid ihr bereit?
Seid ihr so weit?
Willkommen, in der Dunkelheit!

#3 Bückstabü by sebastian grimberg

#2 Keine Lust by tttttoootttttt

#1 Wiener Blut by Raul94Marian