Review: Gewalt/Die Hartjungs/Nürnberg/05.04.2017

Wenn der kürzlich auf diesen Seiten erst ausgiebig gefeierte Patrick Wagner mit seiner neuen Band Gewalt in der Stadt ist, lässt man sich das natürlich keinesfalls entgehen. Witzigerweise aber hätte es sich die Band beinahe selbst entgehen lassen müssen. Weiterlesen

Review: Melt Banana/ZEUS!/Nürnberg/06.12.2016

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Nicht nur hinsichtlich der kuscheligen Raumtemperatur, die im angenehmen Kontrast zu den klirrenden 3° Minus vor der Tür steht ist es schön, dass ein derart eigenwilliges Krawall-Package wie das heutige imstande ist die Hütte an einem Dienstagabend vollzupacken. Das Durchhaltevermögen des seit 1991 aktiven Headliners scheint sich auszuzahlen. So tummeln sich dann auch schon pünktlich zum Set von ZEUS! Jung und Alt im Zentralcafé des K4.

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06.12.2016 MELT BANANA + ZEUS! live in Nürnberg!

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Oh Junge – Gerade erst das Jubiläum erfolgreich hinter sich gebracht, wartet der nicht müde werdende Musikverein im K4 am 06.12.2016 schon mit dem nächsten goody auf, bei dem sich vor allem Freunde von cleverem Noiserock die Hände reiben dürften. Die Rede ist vom unschlagbaren Doppelpackage aus dem hibbeligen Cartoon-Overkill MELT BANANA und dem vertrackten Dampfwalzen-Duo ZEUS!.

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Konzertankündigungen von Pøj Pøj!

Da steht so einiges an bei Pøj Pøj, der Künstleragentur für so großartige Interpreten wie Odd Couple oder den kürzlich erst hier gefeatureten Suns Of Thyme. Doch nicht nur die, sondern auch viele weitere Schäfchen aus dem hauseigenen Booking-Rooster sind derzeit auf Tour, bzw. sind es in Kürze. Der Bitte, die jeweiligen Termine in aller Übersicht zu droppen wird hiermit gerne nachgekommen in der Hoffnung, der ein oder anderen Show beiwohnen zu können. Vielversprechendes Zeug dabei! Voila:

ASS

Arms and Sleepers (USA)

12.10.2016 – UK – Leicester, Fireburg
13.10.2016 – UK – London, The Old Blue Last
14.10.20.16 – GER – Würzburg, Die Kellerperle
15.10.2016 – RUS – Ryazan, Raz Dva
18.10.2016 – GER – Wiesbaden, Kulturpalast Wiesbaden
19.10.2016 – GER – Berlin, Urban Spree
20.10.2016 – PL – Poznan, Klubokawiarnia Meskalina
21.10.2016 – GER – Dresden, Scheune ^
22.10.2016 – CH – Zürich, Bergmal Festival #
27.10.2016 – EST – Tallinn, Kultuuriklubi Kelm
28.10.2016 – CH – Wil, Gare de Lion
30.10.2016 – IT – Mantua, Arci Tom
^ w/ Ef
# w/ 65daysofstatic, Ef, Leech, Rome In Reverse & others

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Review: Suns Of Thyme/Cameron Lines/Nürnberg/28.09.2016

Suns Of Thyme Backstage @ MUZ Club – Photo by Stefani Schmid Rincon

Kronleuchter, tiefrote Vorhänge, langsam rotierende Discokugeln und gedimmtes Standlicht nebst überragendem Sound: Der MUZ-Club sollte sich, wie erwartet, als die perfekte Retro-Chic-Kulisse für das psychedelische Mittwochskonzert mit Suns Of Thyme erweisen.

Cameron LinesBevor der Main-Act allerdings die Bildfläche betritt, dominiert der kernige Garage-Rock der etwa zwei Jahre jungen Cameron Lines das Geschehen. Den White Stripes-Vergleich muss man sich als Duo aus Drums+Gitarre einfach mal gefallen lassen. Kommt stellenweise aber tatsächlich recht gut hin. Bereits der Einstiegssong We Don’t Need To Know stellt mit den gelungenen, zweistimmigen Vocal-Harmonien sowie dem wärmstens übersteuerten Fuzz-Sound zwei gute Gründe dar um die Band gern zu haben. Hin und wieder vermisst man zwar den Bass schmerzlich, ansonsten kann man die zwei Boys samt ihrer gemütlichen Holzfälleroptik eigentlich nur sympathisch finden. Der Tuesdays Blues aus Dresden scheint jedenfalls auch bei einem Mittwochs-Publikum prächtig zu funktionieren.

Selbiges quadriert sich noch im Verlauf des 35-minütigen Sets der Vorband auf eine beachtliche und schätzungsweise dreistellige Zahl was nicht wenig verwundert, ist der Headliner doch gerade dabei, seinem Geheimtipp-Status zu entwachsen. Wenn man das bei einer von Musik Express bis FKP Scorpio präsentierten Tour und Release auf Napalm Records nicht sowieso schon längst getan hat… Dass die Berliner sich ihr Standing redlich verdient haben, stellen sie in den folgenden eineinhalb Stunden unter Beweis, von denen allenfalls die letzten 20 Minuten etwas zu viel des Guten waren. Und das alleine will schonmal was heißen!

Suns Of ThymeSuns Of Thyme

Was den Charme der Band gerade live so unwiderstehlich macht, lässt sich nur schwer in Worte fassen, ist dann aber wohl eher im unglaublich präzisen Zusammenspiel als im Austauschen technischer Raffinessen, großer Gesten oder ausladender Hooks zu suchen. Mag sich der Fünfer auch noch so wortkarg und bis auf Organist/Percussionist Tammo Dehn etwas bewegungsfaul geben: Man vermisst nichts! It’s all about the feeling und außerdem bietet die spindeldürre Anatomie diverser Mitglieder auch genug fürs Auge. Oder eben auch nicht…

Suns Of ThymeZwischen hochkonzentriert und losgelöst entrücken die Musiker ihr entspanntes Publikum in ihre detailverliebte Welt aus 70s-Psychedelica, Hippie-Romantik und orientalischen Klang-experimenten. Die Setlist lässt nichts zu wünschen übrig und greift großzügig auf das Material ihrer beiden bisherigen Alben zurück. Der Start mit dem Knaller Do Or Die von der aktuellen Platte Cascades zündet ebenso wie die ‚Klassiker‘ Blue Phoenix TreeSoma – God For Gods oder The Years We Got Are Not Enough von Fortune, Shelter, Love and Cure. Neben dem Mantrabrett Asato Maa sticht heute vor allen Dingen One Song als Highlight aus diesem ersten Schaffenszyklus hervor. Ähnlich gut kommen die Synthieteppiche in Schweben oder das live um einiges organischere Intuition Unbound, die zusammen mit Ich Träum Von Dir, Rush, Kirwani und dem verhältnismäßig flotten In Dreams Awake von der Qualität der neuen Scheibe zeugen. Der düstermelancholische Gothic-Rock von Aphelion beendet das reguläre Set, ehe als Zugabe noch ein wenig gefälliges Geplänkel in den zufriedenen und zu Frieden gekommenen Saal gestreut wird.

Das Suns Of Thyme eine gute Liveband sind, war mir seit dem Void von vor zwei Jahren bewusst. Das sie starke Songs haben spätestens seit ihrem Debüt. Mit einem derartigen Konzert-Highlight wie an diesem Abend hatte ich trotzdem nicht gerechnet. Starke Leistung! Starker Trip!

Alle Live-Photos exklusiv von Ein Bild Mit Dem Mann!

Bilderstrecke: Rock Im Wald Festival/Neuensee/29.-30.07.2016

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Was gäbe es noch über das Rock Im Wald – Festival in Neuensee zu sagen, was nicht schon vor zwei Jahren gesagt wurde, außer, dass sich die Macher treu geblieben sind was den familiären Charme, die Überschaubarkeit, die Qualität der Musikauswahl, die auf allen Ebenen preisliche Fairness und die durchweg gute Organisation anbelangt? Eben! Deshalb erfolgt der diesjährige Nachbericht nicht wie üblich im ellenlangen Text sondern in Form einer umfangreichen Bilderstrecke, die in Zusammenarbeit mit Ein Bild Mit Dem Mann entstanden ist und mit Fotos von CANNAHANN, Honeymoon Disease, Year Of The GoatDead Lord, Bombus, Imperial State ElectricGraveyard, Dead and Stoned, White Miles, Planet of ZeusMANTARUncle Acid and the deadbeats und Kvelertak fast alle Acts des Festivals zeigt. On Top gibt es außerdem noch Impressionen vom sonstigen Geschehen zu begutachten.

Klickt euch entweder direkt hier durch das Bildmaterial oder fahrt euch das Fotoalbum auf Flickr rein. Enjoy!

Rock Im Wald 2016

Unser Dank gilt der Festival-Leitung, die uns bereitwillig Zugang zu allen Bereichen gewährt hat!!!

Feuer, Eis und Holichmir – Spitzentour!

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52 Hertz, La Petite Mort/Little Death und Paulinchen Brennt verbringen eine gemeinsame Konzert-Sommer-Woche im Süden. Wer den Blog aufmerksam verfolgt ist mit allen Bands vertraut und weiß, wie es um deren Qualitäten bestellt ist. Holt man sich!

Der Daniel Ist Cool@Blogrebellen.de!

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Da fang ich gerade erst offiziell mit dem Fremdgehen bei 24/sieben an, schon schafft der Bericht über LGoony&Co. mit einem Feature auf Blogrebellen.de, immerhin einer der einschlägigsten Blogs hierzulande, den Sprung in die große Medienwelt. Wow, Oida, Wow! Da bedanke ich mich natürlich recht herzlich für den Support!

Review: LGoony/Crack Ignaz/Juicy Gay/Würzburg/23.05.2016

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Oida Wow! Wenn das derzeit wohl angesagteste Dream-Team der deutschen Cloud-Swag-Trap-Schießmichtot-Bewegung in Würzburg halt macht, dann sind eigentlich zwei Dinge von vorneherein klar. Erstens: Die Show ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ausverkauft – schließlich attestiert man Flyboy LGoony und Crack Ignaz allerorten die Zukunft des deutschen Raps zu sein – und zweitens: Selbst wenn du Ende der 80er geboren sein solltest und gedenkst die Show zu besuchen, wirst du den Altersdurchschnitt mit großer Wahrscheinlichkeit enorm weit nach oben ziehen… True that!

So tummelt sich dann an diesem etwas frischen Montagabend vornehmlich junges Gemüse im Kellergewölbe des Kurt und Komisch, Würzburgs derzeit womöglich schönster Location, um der Nasa Universe Tour (Extended Lichtjahr Edition) beizuwohnen.

Panik-Gay

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Nach kurzem, gefälligem Geplänkel vom DJ-Pult (an den Decks heute unter anderem  DJ Heroin – Cousin von Sebastian) startet der Support – Act Juicy Gay aka Kellerkind, Deutschlands erster offen schwule Rapper, ohne Umschweife fulminant und energiegeladen in sein gut 40-minütiges Set. Bock und Energie stimmen, was nur nervt ist die Tatsache, dass sämtliche Vocals unterstützend zur Live – Darbietung zusätzlich vom Band kommen. Hat den ansonsten recht dicken Sound etwas matschig gemacht und hätte es auch echt nicht gebraucht. Die dafür erforderliche Tightness kann man dem blutjungen Rapper allerdings nicht absprechen. Das Publikum geht derweil gut mit und zückt zusammen mit dem Trapgaylord die Wasserpistole, wenn man auch den Eindruck hat, dass die getragenen R’n’B Tracks der Hiphop stirbt für mich EP beim heutigen Feierpublikum nicht so wirklich zünden wollen. Mit dem Trap-Kram der Musik ist Haram EP fährt der Schwule von der neuen Schule an diesem Abend sichtlich besser! Unterm Strich: Solide und supersympathische Performance, wenn sicherlich auch noch etwas Luft nach ist.

Nach oben an die Luft wiederum zieht es das Publikum anschließend zur Raucherpause. Die Frage nach Longpapes und der anschließend süßliche Geruch in der Luft legen allerdings den Verdacht nahe, dass es heute in punkto Rauchen so manch einer ein wenig sportlicher bevorzugt… Why not? Schließlich dürfte ein Großteil dank Schulferien ja ausschlafen können…

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Wavy Beats locken kurz darauf wieder zurück in den Keller. Grape-Soda im double cup steht auf der Speisekarte und ab jetzt werden sämtliche Register gezogen. Boxen lauter. Lichter greller. Nebel lila. Und das Publikum geht Song für Song textsicher mit. Ob es sich dabei nun um Tracks aus der gemeinsamen Kollabo-Platte Aurora oder Perlen aus LGoonys Grape Tape oder Crack Ignaz‘ Kirsch – Album handelt: Die Extremitäten im Publikum zucken wild und auch vor den absurdesten Trap-Moves wollen die feiernden B-Boys und Fly-Girls heute nicht zurückschrecken. Egal. Die Leute haben einfach Spaß, geben nen Sheesh und zollen der Bewegung, deren Mentalität sich ja gerade durch Experimentierfreudigkeit und Unperfektheit auszeichnet, damit wahrscheinlich den größtmöglichen Tribut. Etwa nach dem zweiten Drittel steht Juicy Gay mit auf der Bühne, performt Sace Sace mit dem Main-Act und ergänzt diesen gleich noch für das restliche Set zum Trio. Der brandneue Song Luna glänzt im eigens dafür lichtgedimmten Gewölbe und der unschlagbare Zugabenblock aus Wasser, der bereits dutzendfach geremixten Fruchtmax – Hymne WKM$N$HG und Oida Wow lässt die Leute dann komplett ausrasten und auch keine weiteren Wünsche mehr offen. Und falls doch, hat man nur brav zu warten und kann die charmnten Typen später am Merch-Stand antreffen.

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Für Fans und Künstler allemal als äusserst gelungener Abend zu verbuchen, bleibt er auch mir persönlich, der Phänomen und Genre lediglich am Rand mitverfolgt und Autotune eigentlich so garnicht ab kann, wohlwollend in Erinnerung. Schließlich bin ich um ein paar neue Lieblingstracks bereichert worden. Und sogar einen Crack Ignaz, den ich im Vorfeld überhaupt nicht packen wollte, hab ich ein ganz großes Stück weit lieb gewonnen. Überhaupt: Da schämt man sich jahrelang in der großen weiten Welt ob seines Franken – Dialekts und dann kommt dieser selbsternannte König der Alpen (schrecklicher Song btw.) um die Ecke und räumt mit seinem Salzburg – Slang derartig ab. Unfassbar eigentlich, aber nicht minder massengeil! Süß wie eine Mozartkugel! Falco wäre stolz gewesen!

PS: Unsere Platzwahl im gechillten Dunkel der hinteren Reihen bot leider nicht die beste Voraussetzung um brauchbares Bildmaterial zu Tage zu fördern. Die beigefügten Bilder stammen deshalb von anderen shows. Sry, Digger! Digges Sry!

PPS: Da thematisch äußerst passend, sei an dieser Stelle zur Weiterbildung die Episode 60 des Podcasts Zehnzweivier empfohlen!