Der Body Bags ist cool (XXXisql060)

as found on http://iconsoffright.com

Halloween, The Thing, Escape From New York, Christine, The Fog… die Kassenschlager – Liste von John Carpenters ist schier endlos. Und das sogar berechtigt! Seine Special – Effect – getränkte Bildmalerei ist, nicht zuletzt durch die meist eigenhändig komponierten wie clever arrangierten Scores, einem jeden Kind der Achtziger fest im Bewusstsein verankert. Oftmals im Mittelpunkt seiner meist schaurigen Plots: Der Außenseiter. Egal ob alleine oder in der Gruppe. „Kino der Isolation“  habe ich da mal irgendwo als überordnenden Beschreibungsversuch seines Schaffenswerks gelesen, dem größtenteils ein mit einfachen Mitteln erzeugter Spannungsaufbau zugrunde liegt und seinen Filmen schon alleine deshalb das Prädikat ‚einmalig‘ verleiht. Manchmal aber, kommt man nicht umhin Teile seines Outputs als ‚einmalig schlecht‘ zu betiteln..

Und immer wenn sein Name fällt (jüngst geschehen im immernoch schwer zu empfehlenden Hour Of Goon – Podcast), denke ich zuallererst an einen Schinken der zweiteren Kategorie. Es handelt sich um das schräge B-Movie – Juwel Body Bags aus dem Jahr 1993, welches einst eines der Highlights meiner mittlerweile nutzlos gewordenen und verstaubten VHS-Sammlung war. Im Aufbau Stephen Kings Cat’s Eye nicht unähnlich, featured auch Body Bags drei Horror-Kurzgeschichten, die Carpenter als vermeintlicher Leichenbestatter auch gleich noch selbst unter Nutzung abgegriffenster Flachgags à la Tales From The Crypt anmoderiert.

Während das Segment The Gas Station mehr oder weniger gekonnt das bekannte Serial Killer – Thema (ausgerechnet in der Haddonfield – Area) behandelt, haben es die anderen beiden so richtig in sich! Eye erzählt die Geschichte eines Baseball – Profispielers, der die Hälfte seines Augenlichts verliert und durch eine Transplantation eines Ersatzexemplars sein blaues Wunder erleben muss. Das widerum reicht bei weitem nicht an das heran, was dem abgehalfterten Playboy in Hair blüht. Der unterzieht sich ebenfalls einer Transplantation. Um seinem fortschreitenden Haarausfall entgegenzuwirken. Haarausfall: Voll gruselig! Selten einen solchen Schund gesehen!

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Dennoch: Body Bags krame ich nicht nur wegen seiner Steilvorlage für schlechte Sprüche immer wieder gerne hervor. Auch das Staraufgebot hat einiges zu bieten. So sehen wir das 60er Jahre Model Twiggy an ihren Haaren gefesselt am Tischbein zappeln, Harry Und Die Hendersons – Mutti Molly Cheek beim kläglichen Versuch das Fahrzeug ihres Lovers zu tanken und selbst Horror – Kollege Wes Craven gibt sich in The Gas Station die gekonnt dargebotene Ehre. Dann noch Evil Dead – Schöpfer Sam Raimi als Leiche, Texas Chainsaw Masacre – Produzent Tobe Hooper als Arbeiter in der Leichenhalle, American Werewolf in London – Hauptdarsteller David Naughton als Retter in der Not und und und…

Ein echter Geheimtip für alle, die es sich an verregneten Tagen gerne mit billig-absurd-trashigem 90er – Taschenspielergrusel gemütlich machen. Sehr unterhaltsam!

Und ab das Ding:

Wer Bock hat, sich einen informativen Überblick über den John Carpenter – Katalog zu verschaffen, kann das zum Beispiel mit den folgenden Episoden des seligen Game One Plauschangriffs machen:

Ach ja, ich MUSS DIESES SHIRT HABEN! Bitte!

UND weil es so schön hierher passt: Always remember John Randel / Bisexual Cheerleading Drugatics!

CANNAHANN-Tourvideos!

Immer wenn es hier auf diesen Seiten mal wieder etwas schleppender vorangeht, könnte es unter anderem daran liegen, dass ich mich selbst dem Musizieren widme… Hier ein paar Impressionen der beiden letztjährigen CANNAHANN-Touren. Quasi als Beweismaterial. Und zum prahlen. Ich geb es ja zu.

Tour mit The Rambles:

Tour mit Mandrax Queen:

Good Times! Und weil es so schön passt, sei gleich auch auf folgende Klassentreffen- Konzerte der Bands im Februar hingewiesen:

20.02.2016: The Rambles + CANNAHANN: Leipzig/Black Label Pub

26.02.2016: Mandrax Queen + Burnpilot + Dennie Klose Auf St.Vincent & Die Grenadinen: Würzburg/Immerhin

24h Halloween Marathon!

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Der Deiwel persönlich moderiert das Halloweenspektakel an und hat sich optisch allem Anschein nach am Outfit dieser jungen Herrschaften orientiert.

Halloween steht vor der Tür. Eine Zeit, welche mir immer große Freude bereitet. Nicht, dass ich jetzt groß um die Häuser zieh oder verkleidet auf irgendwelchen Parties auftauche, aber bei herbstlichen Temperaturen und familienfreundlichem Billogrusel, pack ich mich schon ganz gerne mal vor die Kiste und mim die légère Couchpotatoe.

Da das Fernsehprogramm der letzten Jahre meinen hohen Ansprüchen aber schon lange nicht mehr gerecht wird, hab ich mal Youtube durchforstet und so manchen Filmklassiker entdecken können. Gepaart mit Halloween-Specials von einschlägigen Sitcoms der 90er, Cartoonevergreens und Musikvideos entstand so die absolut angsteinflößende, erschreckend schaurige Halloween-Playlist von www.derdanielistcool.de: Ein 24 Stunden satter Marathon, der sich gewaschen hat. Klar, es ist Feiertag, aber da sich die wenigsten (meine Bescheidenheit leider eingeschlossen) soviel Zeit freischauffeln können, gibts weiter unten zum Rosinen picken auch nochmal alles feinsäuberlich und separat gelistet.

Für die Anmoderation dieses Höllenspektakels konnte ich btw. sogar den Fürsten der Finsternis höchstpersönlich gewinnen! Klar, die Ansprache des Belzebubs mag für zarte Gemüter hart zu ertragen sein und zu Fremdschamgalore hoch zehn führen. Und ja: auch ich bin davor nicht gefeit und neige dazu mich angewiedert wegzudrehen. Muss aber wohl so sein: An Halloween hat sich nunmal einfach jeder ordentlich vor allem möglichen zu gruseln. Auch vor sich selbst… Enjoy!

01. Anmoderation – Der Teufel kündigt mit den Worten von Rammstein den irren Lauf an!
02. This is Halloween – Fantastischer Opener aus Tim Burtons‘ Nightmare before Christmas!
03. When Hallowenn was forever – Die Real Ghost Busters bekämpfen Etarnel Halloween!
04. Boo to you too – Pooh Bear im Bienenkostüm und ein tausend Tode sterbendes Piglet!
05. Hocus Pocus – Hexengrusel von Walt Disney in Spielfilmlänge. Sarah Jessica Parker!
06. Thunderkiss ’65 – White Zombie live und VJ Kennedy als Traubenrebe!
07. A Halloween Story – Sabrina, the teenage witch tanzt zeitgleich auf zwei Parties!
08. Halloween – Die 70er Crew steigt in eine verlassene Schule!
09. The Monster Squad – Jugengruppe aus Monsterfans bekämpft Dracula und Konsorten!
10. Oogie Boogie’s Song – Nightmare die zweite. Schmissige Jazznummer!
11. Halloween is Grinch Night – Dr. Seuss‘ bekannter Griesgram im halbstündigen Cartoon!
12. The Haunted Mask – Langzeitepisode aus R.L. Stines aberwitzen Goosebumps – Reihe!
13. The Omen – Kultklassiker um den Schakalenbastard Damien!
14. Michael Jackson’s Ghost – Minimusical das es durchaus mit Thriller aufnehmen kann!
15. First Family of Fright – Klasse Doku über die Munsters!
16. The Crow – Brandon Lees‘ Vermächtnis. Devils Night! Leider nur mit deutscher Synchro!
17. Dead in Hollywood – Murderdollsode an gefallene Gruselgrößen. Hooray for Horrorwood!
18. Halloween Partyfood – Aus einem Kilo Schweinemet modeliert Foodstylist einen Fuß!
19. Trick or Treat – Roseanne verkleidet sich als Trucker und dated ihre Schwester!
20. Carrie – Gilt als eine der besten Stephen King Verfilmungen!
21. Dig up her Bones – Misfits = unumgänglich. Danzig kommt mir trotzdem nicht ins Haus!
22. Frankenweenie – Burton macht Hund zu Frankensteins‘ Monster. Mit Wendy und Bastian!
23. Trick or Treat – Donald Duck vs. Tick, Trick, Track und Hexe!
24. Voll de Deiwel! – Kurzfilm vom Blogger deines Vertrauens. Kult!
25. The Langoliers – Gilt als schlechtere King Verfilmunge. Zu unrecht! 3 Std. Spannung!
26. Halloween – Cosbys‘ zweitjüngster fällt ein Tablett aus der Hand. Creepy!
27. Vincent – Stopmotion Kurzfilm von Tim Burton. Gesprochen von Vincent Price!
28. Plan 9 from outerspace – Ed Woods‘ bekanntester. Für viele der worst movie ever!
29. Nightmare on my street – Will Smith rapt über das Freddy Krueger Theme. Unfassbar!
30. Muppet Show Halloween Special – Mit Gaststar Vincent Price!
31. Teen Wolf – Michael J. Fox mutiert zum Werfolf!
32. The Tale of the twisted Claw – Episode aus der Serie Are you afraid of the dark?
33. The Devil in I – Da ist es wohl passiert… ich mag die neue Slipknot!
34. Halloween 4 – Mein Lieblingsteil. Weil: Da läuft einer mit Maske rum und meuchelt!
35. Pet Sematary – Selten gelangweiltere Ramones gesehen. Trotzdem catchy tune!
36. Haunting of Taylor House – Die Frau des Heimwerkerkings im Möhrenanzug!
37. House on Haunted Hill – I know I’ll always get my thrill in that house on Haunted Hill!
38. Monster Mash – Certainly no Halloween without Bobby Pickett

Review: Void Fest / Wettzell / 01.-02.08.2014

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Der gute Ruf eilt dem Void Fest vorraus. Gerade mal im dritten Jahr, erzählt man sich allerorts bereits die wildesten Geschichten über das bunte, familiäre Treiben, welches sich inmitten der tiefsten, bayerischen Einöde abspielt. Besucher wie auch Presse und Bands loben das aufstrebende Festival bei Bad Kötztingen in den höchsten Tönen. Von einem besonders liebevoll gestalteten Rahmen ist dabei stets die Rede. Umwoben von Storys über Drogeneskapaden, legerer Teufelsanbetung und Hexensabbath-Action, sorgt das natürlich für Legendenstatus, woraus sich wiederum eine hohe Nachfrage für die Tickets ergibt. Die waren auch dieses Jahr schon frühzeitig vergriffen. Könnte aber auch am mit Szenegrößen bespickten Lineup gelegen haben… Derdanielistcool.de hatte das große Glück, dabei sein zu dürfen, um sich selbst ein Bild vom dortigen Geschehen zu machen. Die Reise zum Festival – eine dreitägige, 300 km lange Fahrradtour mit meinem Kollegen Frank – war dabei zu schön, um sie unkommentiert zu lassen. Wer keine Lust auf die kleine Selbstbeweihräucherung hat, darf die ersten zweieinhalb Tage getrost überspringen!

MITTWOCH

03Die Taschen sind gepackt, die Räder geschmückt und das gepolsterte Höschen sitzt wie angegossen. Angegossen sind auch wir, nachdem wir bereits nach ca. 20 min von einem übelen Regenschauer die erste Abreibung einstecken müssen. Aber was soll’s… Rumjammern oder Kneifen geht nicht. Schließlich gilt es, einige Zweifler zu überzeugen, welche uns schon im Vorfeld ob unseres Vorhabens hämisch ausgelacht haben. Recht sollten sie dennoch behalten: „Untrainierte Radelei – Bein und Hintern sind wie Brei!“

 

Nach weltbesten Bierchen in Stettfeld und Bamberg finden wir doch tatsächlich eine leerstehende und unverriegelte Cabin in the Woods für die trockene Nachtruhe. Kann man denn bitteschön noch mehr Glück haben? Danke, Jesus!

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Ein großes Dankeschön geht außerdem an unsere famose Tourbegleitung!

DONNERSTAG

35 Nach etwa 100 km Radweg und einer Nacht auf hartem, staubigem Holzboden fühlt man sich einfach richtig wohl in seiner Haut. Ein königliches Gefühl, welches höchstens noch durch einen Schnakenstich auf dem rechten Augenlid  intensiviert werden kann! Aber wir wollen nicht jammern, sondern frühstücken an einem wunderschönen Felsen, wo wir hübsche Ingwerknollen finden und moshen uns die Strapazen im Felsengarten von Sanspareil aus dem geschundenen Leib. Wir baden mit Enten, entdecken die Höllenpforte und das Grab einer Hexe. Das Böse scheint spürbar nahe. Mein rechtes Auge fängt zwei Fliegen mit einer Klappe und vorm Egyptos/Regensburg trete ich in die Notdurft eines Säugetiers. Vermutlich Mensch. Die Rast in der WG eines Bekannten ist top! Danke dafür!

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 FREITAG

Aus rasten wird ausrasten, denn spätestens jetzt ist Jammerstimmung angesagt. Meine Beine fühlen sich an wie… gut, eigentlich fühle ich sie nicht mal mehr so wirklich. Da kommt mir die kurze Pause an der Donau sowie die Fahrt mit der Bahn nach Cham gerade gelegen. Die ist vor allen Dingen aus zeitlichen Gründen unumgänglich, schließlich wollen wir ja auch die erste Band am späten Nachmittag catchen und sind recht spät dran. Im Zug trifft man dann auf weitere Festivalbesucher. Sogar aus Spanien reisen die Gäste an! Eine sehr sehr freundliche Nonne leistet uns geistigen Beistand und wünscht uns Glück für die letzten 25 km. Die machen sogar nochmal richtig Spaß, was sowohl der schönen Landschaft als auch dem Umstand geschuldet ist, dass wir doch tatsächlich fuckin‘ Chamerau passieren! Ein Wettrennen mit einem Rentner sowie ein erfrischendes Flussbad später steht uns dann noch der letzte Kraftakt bevor: Der verfluchte Berg, auf dem das Void beheimatet ist. Der ist derartig steil, dass nur noch Schieben hilft. Die Abkürzung querfeldein durch die hinterletzten Waldwege entpuppt sich als äußerst mühsam. Aber hey: Onkelz-Zitat ON Es war ein langer, langer Weg und niemand sagte es wird leicht, wir hatten nichts zu verliern‘ und kein Weg war uns zu weit! Onkelz-Zitat OFF. Man beachte doch bei verfolgen des verlinkten Musikstückes, dass die Person, welche den Titel online gestellt hat, den Namen ONKELZBIER trägt. Vielen Dank!

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Geil wir sind da! Und der Charme des Void ist vom ersten Moment an spürbar. Vom selbstgebauten Obelisken über dekorierte Waschbecken bis hin zum hübschen Programmheft merkt man sofort, wie viel Mühe in dieses Wochenende gesteckt wurde! Der Teufel steckt dabei im Detail! Alles ist liebevoll und one of a kind! Vieles gibt es zu entdecken: Tatoostand, Gewürzhexer, Plattenladen, köstliche vegane Speisen, das beeindruckende Void-Merch und natürlich jede Menge netter Menschen. Sowohl Besucher als auch das ca. 20-köpfige Team erweisen sich durch die Bank als angenehme Zeitgenossen! Wir schnappen uns unsere Presseausweise und stürzen uns ins Getümmel!

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81Den Opener The Wullfs haben wir zwar gnadenlos verpasst, aber dafür haben wir unsere helle Freude mit der Berliner Combo Suns of Thyme. Die legen sich für ihren frühen Posten schon mächtig ins Zeug und begeistern mit surenartigen Mantragesängen und heavy Elektroteppichen. Kommt in manchen Momenten wie Pearl Jam auf Acid und das zusätzliche, fünfte Livemitglied an Schellenkranz und Tasten versprüht sexuellen Esprit en masse! Sowohl auf als auch hinter der Bühne haben die Jungs außerdem erfrischend wenig Hauptstadtallüren. „Meine Mama hat gesagt: Nach dem Konzert erwarte ich mindestens 50 Facebook-Likes. Also bitte, macht’s möglich!“ Verdient hätten sie es sich jedenfalls! Dringend im Auge behalten! Ein Review zur aktuellen Platte folgt demnächst hier!

92War man bei Suns of Thyme bezüglich der Mitglieder im Plus, sind Doomina heute ein Bandmember im Minus. Tut der Wucht ihrer Performance aber keinen großen Abbruch. Im Gegenteil: Durch die Umstände sieht man sich sogar gezwungen, das einstündige Set auf 45 Minuten zu verknappen. Und knackige Sets begrüße ich ja immer sehr. Auch wenn es der alberne Bandname nicht vermuten lässt: Doomina machen Post Rock! Und zwar ziemlich aufregenden! Enttäuscht in keiner Sekunde und das, obwohl ich nicht einmal besonders großer Fan von instrumentaler Mucke bin.

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Wie sehr ich allerdings Fan davon sein kann, zeigen mir anschließend Monomyth. Die fressen mich mit Haut und Haar und animieren mich tatsächlich zum Moshen – eine Beschäftigung, der ich eigentlich nur noch im Scherz nachgehe. Die etwa sieben Stücke sind sehr langatmig. Den dargebotenen, spacigen Krautrock würde ich grob als Mike Oldfields Tubular Bells in heavy und dirty umschreiben! Die Holländer schichten Sound auf Sound und türmen so ihre Songs zu bedrohlich hohen Klanggerüsten auf. Dope! Band,s die gleich zwei Tastensoundtüfftler an Board haben, sind mir außerdem schon von Haus aus sympathisch! Einen kleinen Mitschnitt der Show gibt es hier! Kam live natürlich um einiges besser…

108Frisch und knusprig wird es dann bei Atomic Bitchwax. Zumindest in Bezug auf die Tüte Chips, welche wir auf dem Zeltplatz verputzen. Die Band selbst macht das, was man von ihr erwartet. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wenn man es genau nimmt, wirkt die Kultband sogar ein wenig zu arg gelangweilt für meinen Geschmack. Der Bandname bleibt leider auch weiterhin das coolste an der Combo.

Im Zelt bei Sun Worship ziehen kurz darauf dunkle Wolken auf: Oh Haupt voll Blut und Dornen! Selten wurde der Herrgott lauter, schneller und besser verunglimpft als auf diesem Infernal der Dunkelheit. Da weint das kleine Jesuskind. Amen.

111Gleich drei Gitarren plus Synthiegewitter sorgen beim abschließenden Freitagsact Atlantis zwar für eine enorme Sounddichte, das Ganze ist aber um 1 Uhr auch schon etwas anstrengend. Wenn zu den eigentlich instrumentalen Stücken dann auch noch vereinzelte Femalevocalsamples reinkicken, kommen einem  sogar Evanescence oder Linkin Park in den Sinn… da empfinde ich die gleichnamige, deutsche Band als nen ganzen Zacken unterhaltsamer!

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SAMSTAG

Der zweite Festivaltag beginnt mit 114dem Soundmischmasch der Zeltplatzprivatbeschallung. Turbonegro meets Pink Floyd. Dieses wunderbare Soundgebräu wird allerdings schon gegen 10 von einer lokalen Schrammelpunk-Coverband unterbrochen, welche auf einem schwarzen LKW aufs Festival donnert und mit Freibier um sich wirft. Am Bass btw. Sick Boy – ich wiederhole: Sick Boy – von der Chaos Crew Tatoo Truppe, dessen freundliches Wesen wir zu späterem Zeitpunkt noch kennen und schätzen lernen sollten. Unser als kurz angedachter Supermarktbesuch mit anschließender Eidechsen- und Hirschkäferjagd am nahe gelegenen Höllenstein-See, artet leider in einen ungeahnten Kilometermarsch sondersgleichen aus. Der kostet uns zwar einerseits erneut die erste Band Swan Valley Heights, bringt uns aber andererseits in den Besitz zweier schöner Pressemausweise sowie einer getrockneten Gelbbauchunke – immerhin Lurch des Jahres 2014!

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131Die erste Band, die wir an diesem Tag aktiv mitbekommen, hört auf den klangvollen Namen Brahm. Die Augsburger Mädels, die wir auf der kurzen Zugfahrt kennengelernt haben, sprechen wenig später von der „besten Band bisher“. Soweit würd ich zwar nicht gehen, aber der warme, bluesige Rock der Band ist dennoch sehr gefällig und lässt bereits erste Extremitäten im Publikum zucken. Die Rhythmusfraktion macht ordentlich Druck und das Set empfinde ich als sehr kurzweilig! Nice! Die Band selbst wirkt auch sehr glücklich, und dürfte sich – als Amsterdamer – ob des süßlichen Duftes in der Luft wie zu Hause gefühlt haben.

135Die Berlin/Hamburg Combo Oddjobmen spielen im Zelt auf und haben viel QOTSA gehört. SEHR VIEL! Dadurch machen die Männer ihrem Bandnamen jedenfalls alle Ehre und liefern einen merkwürdigen Job ab. Die Band ist ultratight, rockt wie Sau und es hinzubekommen, wie QOTSA zu klingen ist auf irgend ne Art und Weise ja auch bemerkenswert. Originell ist das halt eher weniger…

Ein Mitglied unserer kleinen Campingtruppe beschwor es ja schon seit Stunden herauf: „Heute spielen Hark! Die dürfen wir auf keinen Fall verpassen! Die sind Hammer!“ Wie recht er doch behalten sollte! Monstermäßig stampft die britische Maschine alles platt.

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Abgehackte Riffverwinklungen und rhythmisch äußerst anspruchsvoll arrangierte Beats. Als Zuschauer weiß man kaum in welchem Takt man sich zu bewegen hat, findet aber doch immer wieder den Groove. Frontman Jimbob dirigiert die Menge mit bitterbösen Blicken. Damn, der Typ hat krasse Augen! Witzigerweise ist er anschließend im Privatgespräch die Freundlichkeit in Person. Tighte Band und noch recht frisch auf dem Markt! Die Briten kommen wohl bald wieder – für eine erste kleine Clubtour – nach Deutschland. Sollte man sich nicht entgehen lassen! Der Vergleich mit Kylesa ist nicht der verkehrteste! Wildes Ding!

Auch wenn sie das Zelt regelrecht regulieren und das Publikum auf ihrer Seite haben: Mit Punkbands wie dem Thüringer Pfandflaschenkommando werd ich wohl auch in tausend Jahren nicht warm werden. Das Spice Girls-Cover im Pogogewand bewirkt da auch eher Gegenteiliges. Immerhin bedient ein Mädel den Bass! Kann ich wenigstens mal kurz an White Zombie oder Coal Chamber denken! Danke dafür!

147Folky Hippieflair dann bei den Sub Pop-Emporkömmlingen Rose Windows aus Seattle. Optisch wirkt das mit etwa 8 Mitgliedern bestückte Schauspiel wie die grungy Kelly Family! Klanglich darf man sich eher bluesige Black Sabbath oder etwas härtere The Doors vorstellen. Die Orgel wird geknört und der Schellenkranz überstrapaziert. Auch freche Querflöten verirren sich im Retrosound. Der Einladung der Musik, im/mit Gras zu gammeln, kommt das verschlafene Publikum gerne nach. Das Rad erfinden die Windows sicher nicht neu, aber als Ruhepol am frühen Abend gehen sie voll in Ordnung!

150Den hat es scheinbar auch gebraucht, denn bei Kadavar stehen alle wieder putzmunter vor der Bühne. Leider zieht der Dreier nicht nur Zu- sondern auch Regenschauer an. Tut der Stimmung allerdings keinen Abbruch. Von der ersten Sekunde an wird mitgegröhlt und gefeiert. Auch unserer Truppe gefällt das Set gut und steht damit in keinem Verhältnis zu der im Zelt ausgestrahlten Banddoku Mammut, Tiger, Wolf, die schon etwas lame war… Egal, man fröhnt der Nostalgie! Und würde der Drummer nicht so hässlich modern anmutende Plexiglaskessel beackern, könnte man sich beim Anblick der Berliner tatsächlich in den 70ern wähnen. Das angestaubte Classic-Rock-Gebräu ist im Endeffekt wie erwartet: Gut und präzise. Überraschungen blieben aber leider komplett aus. Irgendwie hätte man da für einen Headliner schon etwas mehr erwarten dürfen.

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Das japanische Urgestein Church of Misery überzeugt dafür auf voller Linie. Wie tief der Basser sein Instrument trägt, erfüllt einen auch nur noch mit Ehrfurcht! Und endlich gibt’s auch mal dirty Schreigesang! Wenn der Sänger dann noch per Synthie Störgeräusche über das Doomfundament ballert, kommt das bisweilen schon recht abgedreht. Geile Show! Und man weiß nicht mal so recht, was einen zu dieser Erkenntnis bewegt hat… Der unverständliche aber sicherlich okkulte Texthokuspokus wird da sicher nicht ganz unschuldig dran gewesen sein.

159Es bleibt dirty beim letzten Streich auf der Hauptbühne: Light Bearer, eigens eingeflogen! Heftig! Massiv! Hart! Schreit die Welt zwar Sludge, wenn es um die Kategorisierung der Briten geht, könnte man auch schon fast von Black Metal sprechen. Sicher, der massive Sampleeinsatz beißt sich mit diesem Gedanken, aber die Grundattitüde kommt doch schon ziemlich nah hin! Zumindest Neo Black Metal, oder? Auch egal… Losgelöste Typen, die herumschreien, machen jedenfalls meistens Spaß! Super Abschluss und derzeit zu Recht in aller Munde! Ballert dich um!

161Im Zelt wird eine Wand aus Fernsehern aufgebaut. Dazu Musik von Akere aus München. Die klingt wie Massive Attack mit Weihwasser verdünnt. Zwar schön, hier doch noch einen Indieact zu erspähen, aber Sonntag um 02:00 kann das leider auch nicht mehr viel geben. Als Soundtrack zum Einschlafen taugt es aber bestens! Und das zeugt doch auch irgendwie von Qualität!

SONNTAG

Wir werfen einen letzten Blick in das wunderschöne Tal, überbrücken den zur Heimreise notwendigen PKW, da dessen Batterie den Handyauflademarathon von Agnostic Frank nicht verkraftet hat, und ziehen von dannen.

Void, es war wunderschön und organisatorisch wie auch menschlich makellos. Wir bedanken uns und hoffen auf ein Wiedersehen! Den Teufel werden wir tun und mit den eingangs erwähnten Legenden aufzuräumen. Davon sollte sich jeder selbst ein Bild machen. Vielmehr holen wir nochmal zum großen Pathosabschlag aus.

Setzen wir „Void“ – zu Deutsch soviel wie „Leere“ – einfach mal mit dem Begriff „Nichts“ gleich. Schon können wir mit einem Zitat von Properz (a.k.a. Sextus !!!) um uns werfen:

Aus dem Nichts entsteht eine sehr große Legende!

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Richtig schöne Fotos vom Void gibt’s von stonerrock.eu!

Der Deiwel Doku ist cool (XXXisql030)

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Hier mal eine superinformative, australische Doku über den Satan. Wo kommt er her? Welchen Ausbildungsberuf hat er ergriffen? Was ist sein Leibgericht?

Dazu gibt es herrlich gruselige Gemälde, Hexen, Totenschädel und dröhnende Gitarrenriffs im Hintergrund.

Hier noch eben die Credits:

Directed by Greg Moodie, written and produced by Dave Flitton, 
researched by Eibhleann Ni Ghriofa, Deirdre Learmont and Craig 
McGregor.

Digges Ding!

The History of the Devil

Nun ist ja mal wieder klar wer der coolste ist! Zu viel AC/DC gehört die Australier….

Dass der Deiwel angesagter denn je ist, beweist außerdem der Kurzfilm „Voll de Deiwel!“ aus dem Jahre 2011:

Voll de Deiwel!

 

Der The Magick Lantern Cycle ist cool (XXX019)

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Die Themen Kurzfilm und Okkultismus standen hier ja erst kürzlich zur Debatte. Da außerdem Halloween schon so langsam vor der Tür steht, könnte der Zeitpunkt für einen Kenneth Anger – Eintrag nicht besser gewählt sein.

Der erste Kontakt zu diesem kontroversen Filmemacher entstand bei mir über die Doku The Beach Boys and Satan. Diese behandelt unter anderem die Verbindung der Sunnyboys zu Charles Manson, im speziellen aber die zum aufstrebenden Schauspieler, Musiker und Manson-Jünger Bobby Beausoleil. Der noch immer inhaftierte Ganove(!) spielte 1966 die Hauptrolle in Angers bekanntestem Output Lucifer Rising, heute Bestandsteil und Finale der 9-teiligen Kurzfilmreihe „The Magick Lantern Cycle„, die den Kern Angers‘ Schaffen darstellt. Vor allem wegen dieser gilt der bekennende Anhänger der von Hexenmeister(!) Aleister Crowley iniziierten Religion Thelema als Pionier des amerikanischen Undergroundkinos.

Zu sehen gibt es massig skurille Charaktere in opulenten Outfits mit stark okkutlem Bezug und einer ordentlichen Portion Homoerotik, für die Anger seinerzeit auf jeden Fall eine Lanze gebrochen hat. Ruft man sich das Alter dieser Filme in Erinnerung erkennt man, dass dieser Mann definitiv Eier hat!

Auf Dialoge wird komplett verzichtet, dafür gibt es zum Teil heftig creepy Soundcollagen, für die auch mal die ein oder andere Rocklegende Pate stand…

Auf, auf durcharbeiten und bitte keinen plakativen Horrorquatsch erwarten!

1.Fireworks (1947)

Homoerotischer Matrosen Flick in Schwarz-Weiss. Heimlich im eigenen Elternhaus gefilmt und mit Kenneth Anger selbst in der Hauptrolle. Nach eigener Aussage das einzige was er zum Leben eines 17-jährigen zu sagen hat. Wird im letzten Drittel ganz schön grob…

2.Puce Moment (1949)

Anger spielt mit den Abendkleidern seiner Großmutter. Zweite Version dieses Films mit neuer Musik von einem Mann namens Jonathan Halper, der wohl sonderlich nicht weiter bekannt sein muss. Ein leicht schräg anmutendes Weib(!) parfümiert sich und träumt sich nach draussen. Irgendwie kommt das sehr nahe an das Gefühl welches ich bei The Velvet Underground & Nico verspüre. Ein Strauss Hunde ist auch mit von der Partie!

3.Rabbit's Moon (1950)

Beklemmender Soundtrack! Wenn dies auch zugegebenermassen nicht der echte ist. Die letzte von Anger verfasste Version kam mit dem „It came in the night“ – loop der Gruppe „A Raincoat“ etwas alberner rüber. Ich ziehe untrue wie ich bin diese Fanmade-Version vor, weil dramatischer.  Ein Clown versucht den Mond zu fangen, wird daraufhin von einem Harlekin geneckt und macht einer jungen Dame den Hof. Blau ist die Farbe der Sehnsucht. Hab ich in dieser Form zum einschlafen geschaut und hab die Nacht etwas unruhig verbracht.

4.Eaux D'Artifice (1953)

Klanglich und farblich geht es ähnlich weiter. Eine Frau irrt durch diverse italienische Springbrunnenanlagen. Von Kritikern gefeiert, aus meiner Sicht verzichtbar. Aber ich versteh ja auch nix von Kunst…

5.Inauguration Of The Pleasure Dome (1954)

Der Hauptdarsteller hat Schmuck zum fressen gern, ist Struwelpeter– und Marge Simpson-fan, trägt sein eigenes Merchandise und macht auch als Ramses eine gute Figur. Osiris hör ich da? Nene, das ist der gute alte Ramses! Wird in Kennerkreisen als Hommage an Aleister Crowley gehandelt, den der Hauptcharakter ebenfalls mimt. Silberkugeln machen nicht nur Werwölfe kirre, in der Hölle laufen Opereten und auch die Dame aus bereits bekanntem „Puce Moment“ befindet sich eben dort. Furchteinflössendes Teil! Bisschen zu lang vielleicht…

6.Scorpio Rising (1963)

(Aufgrund des hochkarätigen Soundtracks leider proxybedürftig)

Wahnsinnsjacken! Wahnsinnslogos! Wahnsinnsfrisen! Und die Jungs wissen wie man mit Fluppen umgeht! Charmanter Streifen der zu 50er/60er-Jahre-Soundtrack Bikerkult, Naziästhetik, Jesus und auch etwas Schwansss miteinander verknüpft. Hat seinerzeit die ein oder andere Kontroverse ausgelöst.

Bringt mir eine Anekdote einer ehemaligen Arbeitskollegin zurück ins Gedächtnis. Die nämlich war mit dem Vorstand eines Bikerclubs verheiratet. Ein Teil deren Aufnahmeprüfung: Der Neuling muss eine Grube ausheben und seine Kutte darin platzieren. Anschließen darf dann jedes Gangmitglied sowohl einen saftigen Burnout auf dem guten Stück hinlegen als auch flächendeckend darauf urinieren. Die Kutte muss danach getragen und nie wieder gewaschen werden.

Somit erscheint mir so manches was man hier zu sehen bekommt gar nicht allzuweit hergeholt. Scorpio Rising ist wohl das was man gemeinhin als Kult bezeichnet!

 

7.Kustom Kar Kommandos (1964)

Wir lauschen den Klängen der irren Paris Sisters während ein blonder Schönling seinen Hotrod pflegt. Braucht die Welt jetzt nicht wirklich, ist aber im Anschluss an „Scorpio Rising“ recht erfrischend und darf wohl auch als eine Art Erweiterung gesehen werden.

8.Invocation of my Demon Brother (1969)

Mick Jagger schmeisst den Moog an und spielt sich gleich auch noch selbst. Eingangs erwähnter Bobby Beausoleil macht uns den Luzifer und neben Anger tummelt sich auch Church of Satan – Gründer Anton Lavey unter dem munteren Haufen. Hohes Staraufgebot wenn man so will. Geraucht wird aus einem Schädel, die Hunde tragen Schnauzbart, Schwansss ist in etwa halb so groß wie Saturn und eine Hauskatze soll wohl auch irgendwo in dem Geschwurbel beigesetzt werden. Soll im übrigen Mitschuld an „Sympathy for the Devil“ tragen.

ZAP
YOU’RE PREGNANT
THAT’S WITCHCRAFT

Mein Favourit der Reihe!

9.Lucifer Rising (1970-1980)

Wir sind beim letzten Akt angelangt. Bobby Beausoleil bleibt bei seiner Paraderolle des Luzifers (zwischenzeitlich war da auch mal Mick Jaggers jüngerer Bruder Chris im Gespräch) und stiehlt anschließend die Filmrollen um Anger zu erpressen, wird wg. des ersten „Manson-Mordes“ an Gary Hinman zu lebenslanger Haft verurteilt und liefert vom Gefängnis aus den Soundtrack nach, den ursprünglich Zeppelin-Urgestein Jimmy Page zusteuern sollte und wohl auch irgendwann mal hat. Die Entstehung zog sich dementsprechend über Jahre hinweg ehe man ihn 1980 erstmals zu Gesicht bekam.

Sehr Ramseslastig und irgendwie entspannend. Bisschen Pink Floyd-Feeling. Ein guter Abschluss!

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Ich bin begeistert und nehme natürlich nur einen Bruchteil der Informationsfülle des „Magick Lantern Cycles“ wahr. Sicherlich gibt es da dutzenderweise Interpretationsansätze mit denen man sich nach belieben austoben kann. Ich für meinen Teil bin jedoch erstmal gesättigt und nehme das gesehene einfach mal so hin.

Der Legende nach schuf Anger wohl um die 40 solcher Kurzfilme, viele davon mittlerweile zerstört oder verloren. Diese 9 stellen somit den traurigen Rest dar. Bitte würdigen!

Seine Bücher Hollywood Babylon I + II sollen übrigens auch ziemlich dope sein!

Tue was du willst!

St. Anger!