Der Yngo Gutmann ist cool (XXXiql059)

yngo_gutmann__daiko__1000„Und er war ein leidenschaftlicher Trommler. Wenn er loslegte mit seinen Bärenkräften, klang es, als lasse Gott selbst Steine aus dem Himmel auf die Straße poltern.“ (Urs Widmer – Reise an den Rand des Universums)

Yngo Gutmann ist ein Tausensassa. Ein Wunderwuzzi. Ein Siebesiech. Zumindest wenn es ums Trommeln geht. Trommelschule, Workshops, Livekonzerte, persönliche Power-CDs, you name it! Sprudelnde Spiritualität zwischen Ying & Yang! Es folgt eine kleine Werkschau seiner spannends- ten Projekte mit hervorstechendem Videomaterial nebst Text- und Bild- ergänzung aus seinen Archiven.

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imageYngo Gutmann entdeckte schon als sehr junger Mensch seine Vorliebe für experimentelle Percussion-Sounds. Bereits im zarten Alter von 13 Jahren begann der Vollblutmusiker Schlagzeug zu spielen und trommelte von da an in diversen Bands und Musikprojekten. Gutmann ist in vielen Musikstilen zu Hause; sein Repertoire umfasst eine breite Palette an Rock-, Independent-, Jazz-, Funk- und Experimental-Sounds. Trotz der stilistischen Vielschichtigkeit und dem Mut zu innovativen Sounds ließ der entscheidende Durchbruch zunächst auf sich warten. Der Auslöser für Gutmanns musikalischen Erfolg war das fruchtbare Zusammentreffen mit dem Künstler, Musiker und Lehrer Dietrich von Oppeln im Jahr 1999. Gutmann definierte mit von Oppelns Hilfe allmählich seinen ganz persönlichen Musikstil und legte in dieser Zeit auch konzeptuell den Grundstein für seine Trommelkurse, in denen er erfolgreich eine positive Grundhaltung, Disziplin und Kreativität in Verbindung mit musikalischem Einfühlungsvermögen und rhythmischem Selbstbewusstsein vermittelt. THE POWER OF DRUM:

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xcvbx„Ich möchte früh besser aus dem Bett kommen“, „Ich brauche mehr Schwung und Spaß im Tag“, „Ich brauche mehr Rhythmus in meinem Leben“, „Ich brauche eine stärkere Beziehung zur Erde und zu meinem Körper“, „Ich möchte Musik zum Träumen“ – Wünsche, die vertraut klingen? Die du sogar teilst? Dann ist Your Powersound womöglich genau das richtige für dich!

 

Ich trommle eine ganz persönliche Musik für Dich. Du erhältst eine CD mit ca. 30 Minuten Musik. Auf Anfrage auch mehr. Gerne gehe ich auf Deine Wünsche ein und kreiere eine Musik zu Deinem bevorzugtem Thema. Jeder Powersound ist eine Spezialanfertigung und einmalig!

Kosten: 1 CD 230,00 Euro

Lieferungszeit: 3 bis 5 Wochen“

Klingt verlockend! Die Kundschaft ist jedenfalls begeistert:

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„Yngo Gutmann, Kir- Shajak, bereits eine Leipziger und mitteldeutsche Legende in Sachen Live Drumming, wird alles zum Tönen bringen, was er an Trommeln nur zur gleichen Zeit bearbeiten kann. Er will einen rhythmischen Klangraum aufbauen, der alle emotionalen Schichten erreicht. Es sind die „Flashing Drums“, die Trommeln, die Blitze erzeugen, die in alle Wahrnehmungsebenen leuchten.

Jedes Stück ist ein Ruf, eine Herausforderung, sich einzulassen. Sich einzulassen auf das Bekannte und das Unbekannte.

Kir- Shajak als ein Wesen von einem anderen Planeten trommelt uns in Hirn und Herz. Ein Abenteuer, das Spaß macht und Raum für Wunder gibt.“ (Quelle)

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W.O.W.! Für alle, die nicht genug von Yngo bekommen, lege ich gerne noch ein mehr als einstündiges Kurzseminar zum Thema Freitrommeln obendrauf. Sein erster Vortrag dieser Art! Irre befreiend! Ein Traum mit Michael Jackson inklusive! Mit Getöse und Gebums! Reite die Welle! Einfach mal mitgehn:

Ein großer Dank für diesen feuerheißen Tipp geht nach Leipzig!

Review: Zikade – Salzgeschichten (2015)

a2769246469_16Nicht einmal ein Jahr ist es her, da hat der aus Berlin stammende Ausnahmemusiker Zikade mit Das Ende der Beschwerde ein  beachtenswertes wie verschrobenes Debut hingezimmert. Nun werden die Salzgeschichten erzählt, genauer gesagt schon seit einigen Wochen und wissen es, durch ungeahnte Aufgeräumtheit und wohltuenden Raum, das Herz mit anderen Worten und neuen Weiten zu bewerfen.

 

Alles anders also… aber immernoch surreal. Das weiß schon der Opener, der den Hörer gerne mit Pop-Appeal umgarnt und trotzdem nicht darum verlegen ist, freche, synthetische Wellen aufzutürmen. Wellen, die auch das Meer aus Gras im nachfolgenden Jung wiegen. Wer die aufrichtig zarte Melancholie dieses Tracks nicht fühlt, braucht den restlichen Salzgeschichten wohl kaum weitere Beachtung zu schenken. Wer hingegen gefühlsmäßig an Board ist, wird mit Zikade bereitwillig vom Ufer ablegen, an dem einst ein Hafen stand und durch den restlichen Tag gemeinsam schaukeln wollen. Im Sonnenlicht. Sich die Augen Pink pinseln lassen und die Lippen solange im satten Grün wälzen, bis der Mund zum Schlachtfeld wird. Die Möglichkeiten hat man schließlich. Der Teufel hat’s gesagt. Der Teufel hat gefragt.

Zikade antwortet mit einem unheimlich intensiv knisternden wie emotionalen Liebesalbum. Die auf dem Vorgänger recht dominanten Samples, sucht man bis auf dezent verhaltene Beats vergeblich. Psychedelisch angehauchte Gitarrenklänge dominieren das Klangbild, werden von warmen Bässen gestützt. Gemeinsam verlieren sie sich in Schall und Rauch. Wer jetzt an Fanta 4 denkt, wird sich bei den Sprechgesangseinlagen von Einfach umso mehr am Tag am Meer wähnen. Über allem webt das veruchrauchte Stimmorgan der Zikade immernoch polarisierende Lyrik, die sicher auch diesmal nicht nur auf Zuspruch treffen dürfte. Pseudointellektuell schimpfen Kritiker so etwas gerne, was hier aber keineswegs geltend gemacht werden darf. Tatsächlich transferiert die kryptisch komplexe Wortwahl die Musik perfekt auf die Textebene, zeugt von großer Weitsicht und ist zudem oftmals schonungslos ehrlich. Man muss sich nur darauf einlassen können und die Zeit mitbringen, welche die Salzgeschichten sich nehmen.

Irgendwo zwischen Tom Waits, Portishead, Beck, Selig, Neubauten, Marlene Dietrich, Pink Floyd, Singer-Songwritertum und Unerhörtem ist das Endprodukt sicherlich und unbedingt als mutig einzustufen. Noch mutiger dürfte es allerdings sein, sich absolute Hits wie Jung, Augen Pink / Lippen Grün, Möglichkeiten oder das schmutzige Warnlicht entgehen zu lassen.

Für mich jedenfalls eine der innovativsten Platten der letzten Monate! Serious!
Jeder weiss Bescheid was zu tun ist, oder?

Anspieltips: Jung, Augen Pink / Lippen Grün, Möglichkeiten, Warnlicht, Alles anders

Albumstream:

Die Salzgeschichten lassen sich für 10€ über bandcamp beziehen.

Released: 29.07.2015 via bandcamp

Review: Caballo – The Legendary Mercy Notes (2015)

11148711_820169041364683_6206455611863732932_nWie ein Hauch von Patchouli Parfum legt sich die düsterromantische Stimme des aufstrebenden Berliner Solokünstlers Teresa Caballo auf deepe 80er Synthieteppiche. Auf dem Papier eigentlich mal so garnicht mein Ding. Aber hey: Hübscher Bub auf dem Cover und gemixt wurde im ‚Studio Super Cool‘. Als wäre das für eine Besprechung nicht schon ausschlaggebend genug, schlägt der Titel der EP darüberhinaus auch gleich noch den Bogen zur letzten von mir verfassten Rezension. Na dann…

Legendär hin oder her, rein thematisch gesehen sind die ‚Mercy Notes‘ vor allen Dingen erst einmal eines: Mysteriös! Ein wenig Klarheit über die Notenblätter eines angeblich streng geheimen Initiators kann man sich bei Bedarf hier verschaffen. Dem möchte die klangliche Ästhetik selbstredend in nichts nachstehen und kommt deshalb ebenfalls mit einer dicken Portion Mystik um die Ecke. Zentnerweise Hall, Electrobeats und erwähnt tiefes Organ, welches auch gerne mal um die ein oder andere Nuance gen Erdkern gepitcht wird, laden ein, um offenherzig der Melancholie zu fröhnen.

Das weiß tatsächlich gleich mit dem unmittelbaren Einstieg von Downtown zu überzeugen. Popige Schwarzmalerei, die der von Depeche Mode nicht unähnlich ist. Geht sofort ins Ohr und so leicht nicht mehr raus. Auch die restlichen vier Songs schlagen in eine ähnliche Kerbe, sind super eingängig und geschmackvoll arrangiert. Heutzutage einen solchen Sound aufzufahren ist sicherlich als gewagt bis mutig einzustufen. Die ‚Legendary Mercy Notes‘ spielen bewusst mit Klischees, umschiffen deren plakativen Einsatz aber gekonnt. Statt die 80er plump des bloßen Retroeffektes Willen zu kopieren, wird eine eigensinnige Neuinterpretation geliefert, die ihre Daseinsberechtigung vor allem durch ausgeklügelte Songstrukturen untermauert. Weltbewegend neu ist das alles natürlich trotzdem nicht, aber das dürfte wohl auch kaum die Intention hinter den Songs gewesen sein.

Besonders begeistert mich desweiteren die musikalische Nähe zu alten Spielkonsolen-gassenhauern. Hört euch mal Stücke wie White Boy oder das komplett instrumentale Electric Butter an… und das mein ich jetzt wirklich von jeglicher Ironie befreit und als absolutes Kompliment: Das könnte doch auch eine aufgemotzte Version des grandiosen Donkey Kong Country 2 Soundtracks sein, oder? Sogar der Soundtrack meines alltime-favourites Plok! kommt mir da in den Sinn! Wunderbar!

Fazit: Ja, mir gefällt was Caballo hier gezaubert hat! Und das stellt für mich das eigentlich mysteriöse dar…

‚The Legendary Mercy Notes‘ im Stream:

‚The Legendary Mercy Notes‘ gibt es btw. hier zum freien Download!

Released: 20.04.2015 via Selbstvertrieb