Review: Pretty Lightning – Jangle Bowls (2020)

Artwork: Jake Blanchard

Pretty Lightning melden sich mit ihrem vierten Album zurück und laden erneut zum transzendentalen Schwofen ein. Wer The Rhythm Of Ooze von 2017 auf dem Schirm hat, weiß wie es um die Qualitäten des Saarbrückener Duos bestellt ist und findet mit dem vorliegenden Jangle Bowls eine nahtlose Fortführung des Vorgängers. Ergo steht auch diesmal wieder ausufernder Psychedelic– und Krautrock der unterhaltsamen Sorte auf der Tagesordnung. Weiterlesen

Review: King Legba And The Loas – Back From The Dead (2019)

Back From The Dead: So heißt das aktuelle zweite Album von King Legba And The Loas. Richtig tot war das Trio aus Basel dabei allerdings nie so wirklich – lediglich etwas sparsam was Veröffentlichungen angeht. Das selbstbetitelte Debüt liegt dann auch schon satte fünf Jahre zurück. Geschadet zu haben scheint die üppige Zeitspanne dem Projekt jedoch ebenso wenig wie es ihm gut getan hat. Alles beim Alten also in der Gruft.  Weiterlesen

Konzertankündigungen von Pøj Pøj!

Da steht so einiges an bei Pøj Pøj, der Künstleragentur für so großartige Interpreten wie Odd Couple oder den kürzlich erst hier gefeatureten Suns Of Thyme. Doch nicht nur die, sondern auch viele weitere Schäfchen aus dem hauseigenen Booking-Rooster sind derzeit auf Tour, bzw. sind es in Kürze. Der Bitte, die jeweiligen Termine in aller Übersicht zu droppen wird hiermit gerne nachgekommen in der Hoffnung, der ein oder anderen Show beiwohnen zu können. Vielversprechendes Zeug dabei! Voila:

ASS

Arms and Sleepers (USA)

12.10.2016 – UK – Leicester, Fireburg
13.10.2016 – UK – London, The Old Blue Last
14.10.20.16 – GER – Würzburg, Die Kellerperle
15.10.2016 – RUS – Ryazan, Raz Dva
18.10.2016 – GER – Wiesbaden, Kulturpalast Wiesbaden
19.10.2016 – GER – Berlin, Urban Spree
20.10.2016 – PL – Poznan, Klubokawiarnia Meskalina
21.10.2016 – GER – Dresden, Scheune ^
22.10.2016 – CH – Zürich, Bergmal Festival #
27.10.2016 – EST – Tallinn, Kultuuriklubi Kelm
28.10.2016 – CH – Wil, Gare de Lion
30.10.2016 – IT – Mantua, Arci Tom
^ w/ Ef
# w/ 65daysofstatic, Ef, Leech, Rome In Reverse & others

website facebook Soundcloud  Weiterlesen

Review: Max Paul Maria – Figurines (2016)

as found on maxpaulmaria.bandcamp.com

Bei Max Paul Maria handelt es sich nicht etwa um drei Personen, sondern um eine einzige. Diese ist wohnhaft in Berlin und mimt den Heimatlosen zu Americana- und Folk-Gebärden. Ein Klick auf die zugehörige Facebook-Seite und schon grinst einem der Interpret verschmitzt vom Profilbild entgegen. Dreisterweise mit Hut, was für die Singer/Songwriter-Gattung das A und O zu sein scheint. Man möchte davonlaufen.

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Review: Suns Of Thyme/Cameron Lines/Nürnberg/28.09.2016

Suns Of Thyme Backstage @ MUZ Club – Photo by Stefani Schmid Rincon

Kronleuchter, tiefrote Vorhänge, langsam rotierende Discokugeln und gedimmtes Standlicht nebst überragendem Sound: Der MUZ-Club sollte sich, wie erwartet, als die perfekte Retro-Chic-Kulisse für das psychedelische Mittwochskonzert mit Suns Of Thyme erweisen.

Cameron LinesBevor der Main-Act allerdings die Bildfläche betritt, dominiert der kernige Garage-Rock der etwa zwei Jahre jungen Cameron Lines das Geschehen. Den White Stripes-Vergleich muss man sich als Duo aus Drums+Gitarre einfach mal gefallen lassen. Kommt stellenweise aber tatsächlich recht gut hin. Bereits der Einstiegssong We Don’t Need To Know stellt mit den gelungenen, zweistimmigen Vocal-Harmonien sowie dem wärmstens übersteuerten Fuzz-Sound zwei gute Gründe dar um die Band gern zu haben. Hin und wieder vermisst man zwar den Bass schmerzlich, ansonsten kann man die zwei Boys samt ihrer gemütlichen Holzfälleroptik eigentlich nur sympathisch finden. Der Tuesdays Blues aus Dresden scheint jedenfalls auch bei einem Mittwochs-Publikum prächtig zu funktionieren.

Selbiges quadriert sich noch im Verlauf des 35-minütigen Sets der Vorband auf eine beachtliche und schätzungsweise dreistellige Zahl was nicht wenig verwundert, ist der Headliner doch gerade dabei, seinem Geheimtipp-Status zu entwachsen. Wenn man das bei einer von Musik Express bis FKP Scorpio präsentierten Tour und Release auf Napalm Records nicht sowieso schon längst getan hat… Dass die Berliner sich ihr Standing redlich verdient haben, stellen sie in den folgenden eineinhalb Stunden unter Beweis, von denen allenfalls die letzten 20 Minuten etwas zu viel des Guten waren. Und das alleine will schonmal was heißen!

Suns Of ThymeSuns Of Thyme

Was den Charme der Band gerade live so unwiderstehlich macht, lässt sich nur schwer in Worte fassen, ist dann aber wohl eher im unglaublich präzisen Zusammenspiel als im Austauschen technischer Raffinessen, großer Gesten oder ausladender Hooks zu suchen. Mag sich der Fünfer auch noch so wortkarg und bis auf Organist/Percussionist Tammo Dehn etwas bewegungsfaul geben: Man vermisst nichts! It’s all about the feeling und außerdem bietet die spindeldürre Anatomie diverser Mitglieder auch genug fürs Auge. Oder eben auch nicht…

Suns Of ThymeZwischen hochkonzentriert und losgelöst entrücken die Musiker ihr entspanntes Publikum in ihre detailverliebte Welt aus 70s-Psychedelica, Hippie-Romantik und orientalischen Klang-experimenten. Die Setlist lässt nichts zu wünschen übrig und greift großzügig auf das Material ihrer beiden bisherigen Alben zurück. Der Start mit dem Knaller Do Or Die von der aktuellen Platte Cascades zündet ebenso wie die ‚Klassiker‘ Blue Phoenix TreeSoma – God For Gods oder The Years We Got Are Not Enough von Fortune, Shelter, Love and Cure. Neben dem Mantrabrett Asato Maa sticht heute vor allen Dingen One Song als Highlight aus diesem ersten Schaffenszyklus hervor. Ähnlich gut kommen die Synthieteppiche in Schweben oder das live um einiges organischere Intuition Unbound, die zusammen mit Ich Träum Von Dir, Rush, Kirwani und dem verhältnismäßig flotten In Dreams Awake von der Qualität der neuen Scheibe zeugen. Der düstermelancholische Gothic-Rock von Aphelion beendet das reguläre Set, ehe als Zugabe noch ein wenig gefälliges Geplänkel in den zufriedenen und zu Frieden gekommenen Saal gestreut wird.

Das Suns Of Thyme eine gute Liveband sind, war mir seit dem Void von vor zwei Jahren bewusst. Das sie starke Songs haben spätestens seit ihrem Debüt. Mit einem derartigen Konzert-Highlight wie an diesem Abend hatte ich trotzdem nicht gerechnet. Starke Leistung! Starker Trip!

Alle Live-Photos exklusiv von Ein Bild Mit Dem Mann!

Review: The Instant Voodoo Kit – Wanna Talk About Voodism? Yeah Baby! (2016)

coverWanna Talk About Voodism? – Dass einem die Antwort, auf die im Plattentitel gestellte Frage, mit einem Yeah Baby! gleich mitgeliefert wird mag praktisch sein… ob sie aber tatsächlich für jedermann zutreffend ist, darf man zu bezweifeln wagen. Dafür polarisieren The Instant Voodoo Kit  zu sehr. Ihre dritte Platte macht da keine Ausnahme, kontrastiert die verschiedenen Pole vielleicht sogar noch einen Ticken mehr, als es der Vorgänger getan hat.

Dass ich mich mit dem vor geraumer Zeit einmal intensiv auseinandergesetzt habe, war Umständen geschuldet, die an dieser Stelle nicht weiter erläutert werden sollen. Der Aufmerksamkeit aber, welche ich der Musik auf Something Good (2013) seinerzeit geschenkt habe, ist es geschuldet, dass mir die Ablehnungshaltung gegenüber der nunmehr 13(!)-köpfigen Truppe abhanden gekommen ist. Die war nämlich durchaus mal vorhanden und beruhte darauf, dass ich die Band vor allen Dingen auf ihre Kaspereien aus dem Helge Schneider-Kosmos reduziert habe, in welchem ich mich nie so wirklich heimisch gefühlt habe. Einfach nicht mein Humor. Daran vermögen auch heute Tracks wie Leggins Sind Keine Hosen, Buffalo Bill oder Rebootan nichts zu ändern. Wobei letztgenannte Nummer mir dann doch beim ersten Hören ein verstohlenes Grinsen abgerungen hat… und das, wo der Song auch noch ausgerechnet im Pseudo-Ragga-Gewand daherkommt… Damn!

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Soviel also zur Seite der Voodoo Kids, die mir nicht so recht taugen will. ABER, wie schon erwähnt gibt es da ja noch ganz andere zu entdecken! Lassen wir die Rock-Ansätze von Songs wie Bomb In My Head trotzdem einfach mal unkommentiert links liegen und kommen ohne weitere Umschweife zur spannendsten und meiner Meinung nach aufregendsten Facette der Band. Die, in der Tom Waits auf dem madigen Rücken des Oogie Boogie Man durch nebelverhangene Schwefelfelder galopiert. Die, in der die Band dem Zuhörer ein dekadentes Kabarett  aus Vaudeville und Burlesque kredenzt und an Schausteller, Gaukler und Sideshow-Freaks erinnert. Die, in welcher der im Zusammenhang mit der Kapelle omnipräsente New Orleans Jazz – Vergleich  wahrhaftig nicht unerwähnt bleiben darf.

Dann nämlich, wenn sich The Instant Voodoo Kit in sleazy düstergrau-polternden Chansons wie The Good Die Young, Easy Come,Easy Go oder dem alles überragenden Elephant Stomp verlieren, kriegen sie mich! Instant Voodoo Hits! Yeah Baby! Lässt ein Song wie Mister Sister Lady Baby dann noch Assoziationen zu Steamboat Willie, Lou Reed und dem Athletic-Theme des Super Mario World Soundtracks wach werden, fühle ich mich als Hörer gänzlich abgeholt und entertained!

Unterm Strich also ein wenig musikalische Yin-und-Yang-Action, bei der je nach Geschmack Rosinenpicken angesagt sein könnte und die mitunter so starke Kontraste aufweist wie das Make-Up, mit dem sich die Protagonisten gerne mal zukleistern. Mag man von denen im Ensemble halten was man möchte, kann man ihnen die Liebe zum Detail, ihre Leidenschaft für ihr Handwerk und den Mut zum Wagnis wie zur Originalität auch und gerade mit ihrer aktuellen Scheibe nicht absprechen! Wanna Talk About Voodism? Schon geschehen!

Anspieltipps: Elephant Stomp, The Good Die Young

Trackliste:

01. Das war die Nacht
02. Easy Come, Easy Go
03. Mama Ain’t The 1 2 3 4 U
04. Bomb In My Head
05. Rebootan
06. Buffalo Bill
07. Peter Pan
08. Alptraum Serenade
09. Elephant Stomp
10. Midnight Train
11. Mister Sister Lady Baby
12. Ihr Läuser
13. The Good Die Young
14. Leggins Sind Keine Hosen

Wanna Talk About Voodism? Yeah Baby! greift man sich am besten direkt auf der Releaseparty im Würzburger Dornheim am 02.09. oder auf der anschließenden Tour für 20 Euro auf Vinyl im Gatefold (inc. Mp3) oder im CD-Format für nen Zehner ab!

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Releases: 02.09.2016 via Voodism Enterprise

Review: Riders Connection – Colour Me (2015)

12006375_885680111468177_5076676889656571154_nAright! Farbenfrohes für die kalte Jahreszeit! Sonnenbrille raus! Haare dreaden! Hacky Sacken! Jonglieren! Liebe, Frieden, Einigkeit! Let the colours reunite! Die Berliner Riders Connection tritt den Kampf gegen den seelischen Downpress an! Nuh true? Denkste! Auf dem neuesten Werk der 2010 ins Leben gerufenen Band hagelt es emotionale Vibrations in allen Regenbogen-farben. Nur positive? Mitnichten!

 

„Freude und Trauer, Liebe und Wut, das alles sind Repräsentationen von Farben, die über die verschiedenen Stile und Stimmungen auf dem Album ihre Verbindung zueinander finden“, weiß der Pressetext. Klar, die musikalische Grundausrichtung aus Reggea, Soul, Flamenco, Blues und Worldmusic rückt die Freuden der Karibik lebensbejahend in den Fokus.Textlich jedoch ist auf Colour Me tatsächlich nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen! So much Trouble in the world! Saxophon raus und weg mit dem Blues! Die Seele muss genesen! Den Tigerbalsam verabreicht die Combo in Form von Musik! Wie das gleichnamige Stück erklärt, sorgt diese schließlich wie kaum etwas anderes für das leibliche Wohl. Viva la musique! Die Riders Connection hat sie zum fressen gern! Jamjamjamjamjam und Leckerschmecker.

Bewaffnet mit funky Beatboxboy, lässiger Akustikgitarre und groovigen Bassläufen tanzt das Trio feierwütig durchs Motherland über Latainamerika bis hin zu Venezuelas Traumstrand Cuyagua! Vamos a la playa! „Alles, was Spaß macht hält [schließlich] jung“, dass wusste schon Curd Jürgens! Die Zeiger der innerlichen Uhr ticken natürlich trotzdem weiter. Ticks of the Clock und die Traumfrau immer im Kopf! Day after day durch die Violinen-getränkten Sonnenbänke des wilden Westens. A Hog-Killin‘ Time!

Labba Labba: Was die Riders Connection mit einer Schar begabter Gastmusiker im Studio X gezaubert hat ist, nicht zuletzt durch das einsetzen verschiedenster Sprachen, äussert abwechslungsreich, hervorragend produziert, catchy und stets darum bemüht eingesessenen Stilen eine moderne Note zu verleihen. Einen frischen Farbanstrich zu verpassen wenn man so will, um mal im Albumkonzept zu bleiben.

Das wird auf hiesigen Festivalbühnen sicher seine Freunde finden. Mir persönlich aber wurde beim Spiel mit den Farbdosen der Pinsel etwas zu oft ins Fettnäpfchen getunkt, was ein etwas arg beliebig transparentes Gesamtbild zurück lässt, so klischeebeladen, dass es mir wirklich schwer fällt noch objektiv zu bleiben und letztere Gefühlsregung aus dem eingangs zitiertem Pressetext bei mir die deutliche Überhand gewinnt.

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Fair enough: Derartige Musik stößt bei mir grundsätzlich schon auf wenig Gegenliebe. Mi naa wrap up! A nuh mi fi like it. Guess I don’t feel it…Oder um es mit den passenden Worten von Bob Marley zu sagen: „Some people feel the rain. Others just get wet.“  I an I bleibt dann wohl trocken… allen anderen wünsche ich trotzdem viel Spaß beim dancen!

Ticks of the Clocks (live)

Anspieltips: Days like these, Eleo

Colour Me im Stream:

Released: 22.10.2015 via Hey!blau Records

Review: The Legendary Tigerman – True (2015)

The legendary tigerman - TrueDa ist sie also, die angekündigte, neue Full Length des Legendary Tigerman. Über dessen Qualitäten wurde auf diesen Seiten ja erst kürzlich berichtet. Ob das Album nun den Vorschußloorbeeren der EP gerecht wird? Beinahe! Der Erfolg gibt ihm mit dem Einstieg auf Platz Nummer 1 in seiner Heimat Portugal zumindest schonmal unabsprechlich recht. Dennoch: Mir persönlich ging die EP etwas besser rein…

Doch alles schön der Reihe nach! Es gefällt schließlich vieles! Besonders, wenn die Samtpfoten des Tigermans auf Streichelkurs gehen. Das geschieht gleich zu Beginn im bereits bekannten Opener Do come home, welchem eine Handvoll ruhiger Folkstücke wie Rainy Nights oder My Heart, Safe at Home zur Seite gestellt werden. Hinter dem Titel Love Ride verbirgt sich dabei sogar ein besonders schmackhafter Schmalzhappen!

Ähnlich schmalzig auch die Pomade, die bombenfest im Fell sitzt, wenn die Raubkatze den schmutzigen Bootyshake-Elvis mimt. Neben dem ebenfalls bekannten Wild Beast vermögen es Twenty Flight Rock und Storm over Paradise im speziellen dies zu bewerkstelligen.

So weit, so gut, so legendary. Beide Facetten stehen dem Protagonisten ein ums andere mal außerordentlich gut zu Gesicht. Immer glaubhaft und für eine ‚One Man Band‘ auch auf diesem Release erstaunlich dicht im Sound. Der eingeschlagene Weg wird somit konsequent weiterverfolgt. Gerade das ist aber auf Albumlänge etwas ermüdent. Ein paar Überraschungen und Ausbrüche hätte man sich schon wünschen können. So zeichnet sich trotz gelegentlichem Zähnefletschen und Krallenausfahren eher das Bild des zahmen Zootigers, denn das des mutigen Dschungelkönigs. Aber auch an dem kann man ja bekanntlich seine Freude haben! Exzellentes Futter für gediegene Playlists befindet sich jedenfalls zur Genüge auf True. Und der Konsum in Etappen ist in diesem Fall natürlich auch immer eine spaßbringende Option!

Man darf jedenfalls gespannt sein was da in Zukunft noch kommt! Der Slogan aus dem Twenty Flight Rock dürfte bei allem Potential und dem immensen Erfolg ja wohl allenfalls als leere Drohung aufzufassen sein, oder?

"When I make it to the top baby I'm too tired too rock"

We’ll see ‚bout that! Der Katzenmann hat sicherlich auch dann noch Biss!

Anpieltips: Do Come Home, Love Ride, Wild Beast, Twenty Flight Rock


‚True‘ im Stream:

Released: 22.05.2015 via India Records

Freak Valley 2015!

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Wie es aussieht, werde ich mich einer ordentlichen Jeansjacke (ggf. auch Lederweste) wohl nicht mehr allzu lange verwehren können. Die Stoneraction häuft sich!

Das bisherige Berichten auf derartigen Veranstaltungen (wie z.B. dem Void im letzten Jahr) hat schließlich derartig Spaß gebracht, dass mir das Freak Valley Festival in Sachen Nachholbedarf quasi unumgänglich scheint.

Zur vierten Ausgabe der staubigen Feierlichkeit werden mit Blues Pills, Eyehatod und Orchid auch in diesem Jahr schwere Szenegeschütze aufgefahren. Das überrascht natürlich ebenso wenig, wie auch die rege Ticketnachfrage. Ausverkauft ist das Ding demnach schon längst. Lediglich Restkarten für den Donnerstag sind noch zu haben. Umso schöner, dass man uns vom 04.06. bis zum 06.06. in Netphen den Eintritt gleich im Doppelpack gewährt.

Bleibt also nichts weiteres zu tun, als sich einer ausgedehnten Aufwärmübung in angemessen schweißtreibender Umgebung hinzugeben:

Review: The Legendary Tigerman – Do Come Home [EP] (2015)

Style: "color"2004 machte uns Marilyn Manson den Dave Gahan. Jetzt macht uns Dave Gahan den Marilyn Manson.

Das zumindest könnte man beim Anblick der Jean Baptiste Mondino – Photographie glatt meinen. Diese stellt nicht nur die schmückende Front der hier vorliegenden EP Do Come Home dar, sondern zierte auch schon das Album Femina aus dem Jahre 2009.

 

Natürlich handelt es sich bei keiner der genannten Veröffentlichungen um Werke aus dem Hause Depeche Mode. Vielmehr gehören sie zum nicht gerade dünnen Katalog des in Mosambik geborenen und in Portugal aufgewachsenen Multiinstrumentalisten Paulo Furtado, der bereits seit 2002 unter dem Pseudonym The Legendary Tigerman den Rock’n’Roll als Ein-Mann-Kapelle auf Tonträger und Bühnen zaubert.

Zugegebenermaßen kannte ich bis vor wenigen Minuten weder Interpreten noch genannten Photographen… Dennoch nehme ich mir einfach mal raus, die Zusammenarbeit der Beiden als ’nicht beliebig‘ zu betiteln. Schenkt man den vier Tracks nämlich Gehör und scrollt dazu durch die Galerie des Linsenmagiers, wird man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen können. Nahezu alle Gesichter, die man auf Anhieb mit der Musik des ‚Tigermans‘ assoziiert, tauchen auf: Beck, Waits, Tarantino, Lynch… sogar die schmutzigen Jeans einer Madonna in der Filmsection möchte man ‚Do Come Home‘ andichten.

Rechtfertigende Belege für die Vergleichsflut dürfte man alleine schon im samtweichen Folkopener zur Genüge finden. Dem gleichzeitig als Titeltrack fungierenden Stück wirft der Infotext mit Chris Isaak sogar gleich noch den nächsten großen Namen hinterher. Bluesy Vocals und luftige Gitarre zu spärlichem Beat „and [you] just drive along that lost highway.

„I’m just a wild beast with a broken heart!“ Und da sich Herzschmerz durch dramatische Streicherteppiche immernoch am besten intensivieren lässt, steht der bewährte Trick auch der Flüsternummer Wild Beast ausgezeichnet und geht unter die Haut! Ähnlich wie die Tagespflege einer Lena Meyer Landrut. Die tänzelt schon seit geraumer Zeit durch die aktuelle L’oreal-Werbekampagne zur Tigermannummer Light me up twice, welche im Gegensatz zur Reklame sexy unpeinlich kommt und mit weiblichen Gastvocals von Cláudia Efe zu Jack White-infiziertem Bluesriffing überzeugt.

Und weil das schöne Geschlecht als stimmlicher Konterpart so herrlich funktioniert, findet die Formel zum Schluß erneut Anwendung und wird durch prominenten Einsatz sogar noch gepimpt: Der Name Maria De Medeiros dürfte dabei nicht wenigen Pulp Fiction-Fans ein Begriff sein. Das es sich bei besagter Kooperation um die zigste Neuauflage von These Boots Are Made for Walkin‘ handelt, die zudem auch schon Teil der eingangs erwähnten 2009er Platte war, stört überraschend wenig. Vielmehr drückt man dem Evergreen den eigenen Stempel auf und liefert noch gleich den Beweis mit, dass manche Songs selbst eine Jessica Simpson-Schändung locker wegstecken und weiterhin funktionieren können.

Vier Hits für die nächtliche Straße also. Gefühlvoll bis verrucht und irgendwie mystisch angehaucht. Diese EP überspringt die Eingewöhnungsphase und funktioniert direkt und sofort! Ab April ist das neue Album ‚True‘ auch über deutsche Kanäle verfügbar. Die Plattenfirma will ‚Do Come Home‘ als dessen Vorboten wissen.

Ich bin gespannt!

‚Do Come Home‘ im Stream:

‚Do Come Home‘ hier im exklusiven und limitierten CD oder aber im Mp3- Format ordern!

Released: 27.03.2015 via India Records / Rough Trade