Der Tom Gerhardt als Musiker ist cool (XXXisql103)

Schon seit 1988 ist Tom Gerhardt eine feste Größe in der deutschen Kulturlandschaft und hat mit Blockbustern wie Voll Normaaal, Ballerman 6, 7 Zwerge – Männer Allein Im Wald, Siegfried, Die Superbullen oder als Hausmeister Krause über Generationen hinweg ein Millionenpublikum begeistert. Als Schauspieler bzw. Comedian wohlgemerkt.

Dass Gerhardt sich daneben hin und wieder auch als Musiker ausprobiert hat, dürfte zumindest unter echten Deutschpunkern ein offenes Geheimnis sein.

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Review: Schweben – Sketches Of Plains (2018)

Auch auf Sketches Of Plains, der zweiten Veröffentlichung der Ein-Mann-MenschMaschine Schweben, wird alles daran gesetzt dem Künstlernamen auf musikalischer Ebene möglichst gerecht zu werden. Mit Erfolg, darf man dazu sagen. Geschwebt wird z.B. über die Greina-Hochebene, über das Huib-PlateuAnahuac Valley, über Kraterlandschaften, Kältesteppen und vermutlich auch über die Insel Famosa des Gemüse-Archipels. Dabei bedient man sich lediglich diverser Retro-Synth-Klänge um dem inneren Auge die Vogelperspektive vorzugaukeln und den Hörer auf die Reise zu schicken.  Weiterlesen

Review: Zement – Klinker (2018)

artwork: Phillipp Dittmar

Zement aus Würzburg melden sich mit ihrem zweiten Album Klinker zurück und mischen ihren feingemahlenen, instrumentalen Baustoff auch diesmal aus Schüttgütern wie Krautrock, Elektronik und Psychedelica zusammen. Auch die neue Scheibe hält fünf ausufernde Trips bereit, die allesamt kryptische Titel wie C3S oder C3A tragen, die man sich wiederum bei verschiedensten Phasen von Zementklinkern  entliehen hat. Weiterlesen

Interessanter Track von OS NU!

OS NU sind drei Wahlberliner aus Britannien und Dänemark die sich, ihren ersten beiden Songs nach zu urteilen, hibbeligem Elektro-Post-Punk verschrieben haben. Wer den Blog aufmerksam verfolgt hat kennt das Trio vielleicht noch unter dem Namen Astral Tide, deren EP How Far Are You Out There hier 2016 besprochen wurde.

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Neue Single von Saux!

Es gibt neues Ohrfutter vom niederländischen Produzent Saux, der sich mit seinen letzten drei Singles neben seiner Tätigkeit im DJ-Feld auch einen Namen als Singer/Songwriter gemacht hat. Gemäß dem Less Is More – Prinzip windet sich das neue Gerät For I Know reduziert aber sehr atmosphärisch in 80er R’n’B, Discosounds, Vintage Synthies und Popcorn-Gitarren. On top gibt es den gelungenen Oktaven-Gesang des 23-jährigen Protagonisten, welcher neben Frankie Knuckles auch Pop-Giganten wie Prince und Stevie Wonder als Inspiration für seinen Signature-Sound heranzieht. Glaubt man ihm!!

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Starker Track von James Chatburn!

Nach Ghost Hours bleibt es neo-soulig auf diesen Seiten. Der Australier James Chatburn besticht mit einer Stimme, die untenrum ein kräftiges Aroma versprüht und auch obenrum noch Spaß macht (ähnlich wie Pamela Anderson eigentlich…). Weiterlesen

Neue Single von Ghost Hours!

Der Kalifornier Ron Fountenberrry, seines Zeichens erfolgreicher Komponist (u.a. für Apple, Sony, Mc Donalds, Twitter…), gönnt sich unter dem Pseudonym Ghost Hours eine Auszeit von seiner musikalischen Haupttätigkeit und serviert mit Head eine entspannt charmante R&B-Nummer, die zum prasselnden Xylophon-Regen und düster gepitchter Stimme zwischen Elektro, Pop und Indie pendelt. Weiterlesen

Review: Daniel Johns – Talk (2015)

as found on: www.abc.net.au

Hätte ich es nicht schon vorher gewusst, ich hätte den sich zu lassivem Elektro – R’n’B räkelnden und leicht überheblich wirkenden Oben Ohne – Beau im Video zu Cool On Fire nicht als Daniel Johns identifizieren können. Jedenfalls nicht als den, den ich kenne. Der ist schließlich Kurt Cobains MiniMe und Fronter der australischen Nirvana – Cover- band Silverchair. Und doch: It’s him!

Der sich hartnäckig haltende Vorwurf der Nirvana – Imitation lässt sich dabei natürlich allenfalls in Hinblick auf deren erste Platte Frogstomp (1995) rechtfertigen. Wo die Band hier im zarten Teeniealter noch recht belanglosen Grunge schrammelte, ließ die zwar auch nicht ganz runde Freakshow (1997) bereits künftige Großtaten erahnen. Und die sollten in Form des grandiosen Neon Ballroom (1999) nicht lange auf sich warten lassen. Gerade dieses Album, das Hauptsongwriter Johns heute gerne als ‚uninspiriert‘ abtut, öffnet ihm die Türen zum Popformat. Und dem nähert er sich seither aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. Da ist z.B. das anspruchsvoll orchestrierte aber auch überambitionierte Diorama (2002) oder der verzichtbare Elektrorock der letzten Silverchair – Platte Young Modern (2007) zu nennen. Außerdem der Ausflug zum gefälligen Akustikschunkelpop mit The Dissociatives.

Schienen genannte Werke noch darum bemüht die musikalische Vergangenheit einzuweben wird nun endgültig keine Rücksicht mehr auf die einstige Anhängerschaft genommen: Auf seiner ersten Solo – Platte Talk regiert der lupenreine Pop – Overkill! Es ist der Mainstream – Hörer, den man nun auf die Tanzfläche bittet. Justin Timberlake, Frank Ocean, Michael Jackson, The Knife oder James Blake seien mal als grobe Referenzen genannt. Nach den späten Silverchair klingt höchstens noch das mit Musical – Touch versehene New York.

Da Johns bekanntlich ein begnadeter Songwriter mit einem geschickten Händchen für einprägsame Hooks ist, verwundert es kaum, dass einem in der ersten Hälfte der Platte die Hits nur so um die Ohren fliegen. Der eröffnende Soul – Schmachter Aerial Love (attention: this is no ordinary love) geht jeglichem Minimalismus zum Trotze direkt ins Ohr und bekommt mit By Your Side, vor allem aber mit Preach gleich zwei äquivalente Hits zur Seite gestellt.

Tragendes und bindendes Element ist Johns‘ beeindruckende Stimme, die einem gerade in den Falsettlagen wohlwollend Frusciante ins Gedächtnis ruft. Innovativ ist der Sound den Talk fährt zwar nicht, dafür aber ziemlich gut gemacht und gemessen am Background des Interpreten als wahnsinnig mutig einzustufen. Kleinere Experimente gibt es übrigens auch. Zum Beispiel im sexy schrulligen Downbeat – Knüller Imagination, meinem persönlichen Lieblingsstück, in welchem munter mit Gitarrenversatzstücken und gepitchten Vocals kokettiert wird:

Schade nur, dass man nach dem Stück gerade mal bei der Hälfte der arg gut gemeinten 61 Minuten angelangt ist. Man  hätte die Platte locker um sechs Tracks entschlacken können denn die zweite Hälfte gestaltet sich dann doch etwas langatmig. Immerhin: der Schluss aus bereits erwähnter Big Appel – Ode und dem großartig düsteren Good Luck stimmt wieder versöhnlich.

Mag die optische Präsenz des Ex – Lovers von Natalie Imbruglia ein auch noch so starkes Stück sein, den neuen musikalischen Kurs kann ich im Prinzip trotzdem nur  befürworten. Der Daniel ist eben cool. Ob nun im Flanellhemd oder Oben Ohne.

Anspieltipps: Aerial Love, Imagination, Preach, By Your Side

Talk im Stream:

Hier kann man sich nach Belieben mit verschiedensten Formaten der Platte eindecken.

Released: 22.05.2015 via Eleven