Review: The Velvet Underground & Nico (1967)

artwork by Andy Warhol

Wenn schonmal so etwas großes wie ein 50-jähriger Geburtstag zu einer derart großen Platte wie dem ‚Bananenalbum‘ von The Velvet Underground ansteht, dann darf man wohl sicherlich auch einmal ein paar Worte über einen Klassiker verlieren, über den eigentlich schon alles gesagt wurde, oder? Und sei es nur, um dem innerlichen Drang einer öffentlichen Liebesbekundung nachzukommen. Here she comes, you better watch your step. She’s going to break your heart in two.

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Erfahrung und Eroberung – Ein Interview mit Patrick gaG Wagner (Ngf011)

Man kann Patrick gaG Wagner sicher einiges vorwerfen, nicht aber sich jemals angebiedert zu haben. Kompromisse ging er weder als Vordenker seiner ehemaligen Eskalations-Rock-Band Surrogat noch als einstiger Betreiber der Nischenlabels Kitty-Yo und Louisville Records ein. Abseits vom Mainstream bewies er dabei sowohl als Musikschaffender wie auch als Förderer neuer Interpreten immer wieder Mut zum Risiko. Die Entschlossenheit, den Fokus noch vor Geld und Image auf die Kunst zu richten, führte in der Vergangenheit zu zahlreichen Veröffentlichungen, die sich allesamt mit dem Prädikat hörenswert schmücken dürfen. Nach Jahren der musikalischen Abstinenz, in denen man seine Eigensinngkeit in der hiesigen Musiklandschaft schmerzlich vermissen durfte, lässt Wagner nun wieder von sich hören. Zusammen mit Bassistin Yelka Wehmeier, Gitarristin Helen Henfling sowie einem Drumcomputer wagt er sich seit geraumer Zeit sogar wieder auf die Bühne. Das neue Biest lärmt unter dem Namen Gewalt und hat sich die ‚Verdichtung der Unmöglichkeit und Unentrinnbarkeit unserer Existenz‘ auf die Stirn geschrieben. Radikal, ungestüm, skandalös und großmäulig. So Soll Es Sein!

Im kürzlich geführten Interview wird Altes wie Neues angesprochen. Seid ihr mit mir?

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Review: Melt Banana/ZEUS!/Nürnberg/06.12.2016

zeus

Nicht nur hinsichtlich der kuscheligen Raumtemperatur, die im angenehmen Kontrast zu den klirrenden 3° Minus vor der Tür steht ist es schön, dass ein derart eigenwilliges Krawall-Package wie das heutige imstande ist die Hütte an einem Dienstagabend vollzupacken. Das Durchhaltevermögen des seit 1991 aktiven Headliners scheint sich auszuzahlen. So tummeln sich dann auch schon pünktlich zum Set von ZEUS! Jung und Alt im Zentralcafé des K4.

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Erster Track von Free Salamander Exhibit!

as found on www.freesalamanderexhibit.com

Free Salamander Exhibit, die aus den Scherben von Sleepytime Gorilla Museum hervorgegangen sind, haben heute den ersten Titeltrack ihres kommenden Albums  Undestroyed auf die Welt losgelassen und machen in der Essenz genau da weiter, wo sie zuletzt 2007 mit In Glorious Times aufgehört hatten: Spooky-Art-Prog-Rock mit Folk-, Metal– und Industrial– Anleihen, der jegliche Kategorisierungsversuche von vorneherein ausschließt.

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06.12.2016 MELT BANANA + ZEUS! live in Nürnberg!

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Oh Junge – Gerade erst das Jubiläum erfolgreich hinter sich gebracht, wartet der nicht müde werdende Musikverein im K4 am 06.12.2016 schon mit dem nächsten goody auf, bei dem sich vor allem Freunde von cleverem Noiserock die Hände reiben dürften. Die Rede ist vom unschlagbaren Doppelpackage aus dem hibbeligen Cartoon-Overkill MELT BANANA und dem vertrackten Dampfwalzen-Duo ZEUS!.

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Konzertankündigungen von Pøj Pøj!

Da steht so einiges an bei Pøj Pøj, der Künstleragentur für so großartige Interpreten wie Odd Couple oder den kürzlich erst hier gefeatureten Suns Of Thyme. Doch nicht nur die, sondern auch viele weitere Schäfchen aus dem hauseigenen Booking-Rooster sind derzeit auf Tour, bzw. sind es in Kürze. Der Bitte, die jeweiligen Termine in aller Übersicht zu droppen wird hiermit gerne nachgekommen in der Hoffnung, der ein oder anderen Show beiwohnen zu können. Vielversprechendes Zeug dabei! Voila:

ASS

Arms and Sleepers (USA)

12.10.2016 – UK – Leicester, Fireburg
13.10.2016 – UK – London, The Old Blue Last
14.10.20.16 – GER – Würzburg, Die Kellerperle
15.10.2016 – RUS – Ryazan, Raz Dva
18.10.2016 – GER – Wiesbaden, Kulturpalast Wiesbaden
19.10.2016 – GER – Berlin, Urban Spree
20.10.2016 – PL – Poznan, Klubokawiarnia Meskalina
21.10.2016 – GER – Dresden, Scheune ^
22.10.2016 – CH – Zürich, Bergmal Festival #
27.10.2016 – EST – Tallinn, Kultuuriklubi Kelm
28.10.2016 – CH – Wil, Gare de Lion
30.10.2016 – IT – Mantua, Arci Tom
^ w/ Ef
# w/ 65daysofstatic, Ef, Leech, Rome In Reverse & others

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Review: Muso – Amarena (2016)

muso-amarena-album-coverDer Typ da oben will uns umerziehen. Muso hält dagegen und bleibt unerziehbar. Das Albumcover alleine spricht Bände. Noch immer mehr Sprecher denn Rapper im flowtechnischen Sinne, tut es der Heidelberger auch auf seiner zweiten Full-Length seinem Artwork in gewohnter Eigenwilligkeit gleich und manifestiert damit seine Ausnahmestellung als Deutschraps Avantgarde – Rapper. Statt Stracciatella gibt es diesmal Amarena in die Waffel. Anderer Flavour, ähnliche Substanz.

Wen Eis kalt lässt, greift gleich zu Acid Trips Auf Esspapier und stellt fest, dass sich Muso auch ohne Chimperator und Get Well Soon im Rücken treu bleibt. Noch immer umweben detailverliebte Synthiebeats die noch detailverliebteren Textergüsse, die man in derartiger Abstraktheit hierzulande allenfalls von Doppelkopf gehört haben dürfte. Egal ob Storytelling, melancholisch und deep oder verbissen kryptisch: Aufmerksamkeit ist gefordert. 0815-Rap-Thematik wird ausgespart. Bleibt erspart. Die andern Kids spielten draussen, ich hab Gedankengänge ausgebuddelt.‚ – Der Zuhörer hat sich durch diese hindurchzuzwingen, will er sich Zugänglichkeit zu Amarena verschaffen.

Photo by Patrick Herzog

Dieser Kraftakt hat sich schon bei den Vorgängern gelohnt und tut es auch  bei Musos Neuer, die als konsequente Weiterentwicklung zu verstehen ist und als einheitliches Gesamtwerk fast noch einen Ticken besser funktioniert. Das um Ali As bereicherte Ultimatum mal beseite gelegt, mögen die Hits diesmal vielleicht nicht offensichtlich auszumachen sein, allerdings findet man, trotz der ein oder anderen schmalzschmierigen Pop-Hook, auch keine wirklichen Ausfälle. Die Produktionen von LO und Gianni Brezzo dürften in ihrer angenehmen und beeindruckend homogenen Geschmeidigkeit nicht gänzlich unschuldig daran sein. Xavier Naidoo hätte man trotzdem stecken lassen können… penetriert eigentlich aber auch nur Käufer der Deluxe CD. Schwamm drüber

Muso untermauert auch 2016 die Veilseitigkeit des Genres mit einer unkonventionellen, experimentellen, interesanten, mutigen und einzigartigen Platte, die gerade lyrisch ihresgleichen sucht und sicherlich polarisiert. Gut so!

Anspieltipps: Regen, 1001 Morgen, Über Wunden, 0815

Amarena im Stream:

Amarena ist beispielsweise hier als Limited Box auf CD erhältlich. Nebst Rose Crystal gegen Rücken...

Released: 19.08.2016 via Believe Germany (Soulfood)

Schau mal!

Neue Videos von Paulinchen Brennt, die die gemeinsame Sommerwoche mit 52 Hertz und La Petite Mort/Little Death bezeugen. Wie immer Schreibabstinenzentschuldigung und Protzbischofgehabe zugleich. Ihr kennt das…