Review: Zikade – Wortstörungsfindungen (2017)

Nennt ihn Parasit, er hört eh nicht richtig hin. Ansonsten hätte die Ein-Mann-Band Zikade sich auf Album Nummer vier wohl dem Mainstream geöffnet. Stattdessen fallen auch die Wortstörungsfindungen zu großen Teilen eigensinnig bis sperrig aus. Gut so! Etwas sanfter noch als auf dem Vorgänger platzieren sich die gewohnt eigenartig verschrobenen Texte inmitten von Reverb-umschleierten Gitarren und spärlicher Elektronik nebst allerhand Sample-Versatzstücken. Weiterlesen

Review: The Velvet Underground & Nico (1967)

artwork by Andy Warhol

Wenn schonmal so etwas großes wie ein 50-jähriger Geburtstag zu einer derart großen Platte wie dem ‚Bananenalbum‘ von The Velvet Underground ansteht, dann darf man wohl sicherlich auch einmal ein paar Worte über einen Klassiker verlieren, über den eigentlich schon alles gesagt wurde, oder? Und sei es nur, um dem innerlichen Drang einer öffentlichen Liebesbekundung nachzukommen. Here she comes, you better watch your step. She’s going to break your heart in two.

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Erster Track von Free Salamander Exhibit!

as found on www.freesalamanderexhibit.com

Free Salamander Exhibit, die aus den Scherben von Sleepytime Gorilla Museum hervorgegangen sind, haben heute den ersten Titeltrack ihres kommenden Albums  Undestroyed auf die Welt losgelassen und machen in der Essenz genau da weiter, wo sie zuletzt 2007 mit In Glorious Times aufgehört hatten: Spooky-Art-Prog-Rock mit Folk-, Metal– und Industrial– Anleihen, der jegliche Kategorisierungsversuche von vorneherein ausschließt.

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Review: Jet Plane – Pipe Dream (2016)

Artwork by Vladimir Ryskin

Was dem wohlwollend an das Studio Ghibli erinnerndem Artwork an Schönheit abgeht, macht die auf Pipe Dream enthaltene Musik allemal wett. Der äußerst atmosphärische Instrumental-Post-Rock von Jet Plane, einer fünfköpfigen Band aus dem im Westen Russland gelegenen Brjansk kann nämlich so einiges und begeistert in Ambient- und Brachialmomenten gleichermaßen.

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Review: Hiding – Goofy [EP] (2016)

What the hell is Goofy? Hinsichtlich der bekannten Disneyfigur (f.k.a. Dippy Dawg), wurde diese Frage schon ausführlichst in Stephen Kings Stand By Me diskutiert, ohne jedoch ein zufriedenstellendes Ergebnis zu Tage zu fördern. Will man jedoch klären was es mit Goofy, der ersten EP des frischen Berliner Projekts Hiding auf sich hat, ist die Frage weitaus schneller beantwortet: Acoustic Emo der beruhigenden Sorte! Oder auch soundtrack to your escapism, wie das Duo seine Musik selbst beschreibt.

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Review: Franziska Günther – S/T (2016)

artwork by Arthur Brell

Ehrlichkeit ist eigentlich DAS gängige Attribut, welches einem im Zusammenhang mit Veröffent-lichungen aus dem Bereich Singer/Songwriter allerortens um die Ohren gehauen wird. Umso verwunderlicher, dass der explizite Verweis auf das Ehrlichsein bei Franziska Günther ausgespart wurde. Dabei scheint die Musik tatsächlich das Gemüt der Interpretin wiederzuspiegeln bzw. den Eindruck zu bestätigen, welchen man von ihrer Person gewinnt.

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Konzertankündigungen von Pøj Pøj!

Da steht so einiges an bei Pøj Pøj, der Künstleragentur für so großartige Interpreten wie Odd Couple oder den kürzlich erst hier gefeatureten Suns Of Thyme. Doch nicht nur die, sondern auch viele weitere Schäfchen aus dem hauseigenen Booking-Rooster sind derzeit auf Tour, bzw. sind es in Kürze. Der Bitte, die jeweiligen Termine in aller Übersicht zu droppen wird hiermit gerne nachgekommen in der Hoffnung, der ein oder anderen Show beiwohnen zu können. Vielversprechendes Zeug dabei! Voila:

ASS

Arms and Sleepers (USA)

12.10.2016 – UK – Leicester, Fireburg
13.10.2016 – UK – London, The Old Blue Last
14.10.20.16 – GER – Würzburg, Die Kellerperle
15.10.2016 – RUS – Ryazan, Raz Dva
18.10.2016 – GER – Wiesbaden, Kulturpalast Wiesbaden
19.10.2016 – GER – Berlin, Urban Spree
20.10.2016 – PL – Poznan, Klubokawiarnia Meskalina
21.10.2016 – GER – Dresden, Scheune ^
22.10.2016 – CH – Zürich, Bergmal Festival #
27.10.2016 – EST – Tallinn, Kultuuriklubi Kelm
28.10.2016 – CH – Wil, Gare de Lion
30.10.2016 – IT – Mantua, Arci Tom
^ w/ Ef
# w/ 65daysofstatic, Ef, Leech, Rome In Reverse & others

website facebook Soundcloud  Weiterlesen

Review: Max Paul Maria – Figurines (2016)

as found on maxpaulmaria.bandcamp.com

Bei Max Paul Maria handelt es sich nicht etwa um drei Personen, sondern um eine einzige. Diese ist wohnhaft in Berlin und mimt den Heimatlosen zu Americana- und Folk-Gebärden. Ein Klick auf die zugehörige Facebook-Seite und schon grinst einem der Interpret verschmitzt vom Profilbild entgegen. Dreisterweise mit Hut, was für die Singer/Songwriter-Gattung das A und O zu sein scheint. Man möchte davonlaufen.

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Review: The Instant Voodoo Kit – Wanna Talk About Voodism? Yeah Baby! (2016)

coverWanna Talk About Voodism? – Dass einem die Antwort, auf die im Plattentitel gestellte Frage, mit einem Yeah Baby! gleich mitgeliefert wird mag praktisch sein… ob sie aber tatsächlich für jedermann zutreffend ist, darf man zu bezweifeln wagen. Dafür polarisieren The Instant Voodoo Kit  zu sehr. Ihre dritte Platte macht da keine Ausnahme, kontrastiert die verschiedenen Pole vielleicht sogar noch einen Ticken mehr, als es der Vorgänger getan hat.

Dass ich mich mit dem vor geraumer Zeit einmal intensiv auseinandergesetzt habe, war Umständen geschuldet, die an dieser Stelle nicht weiter erläutert werden sollen. Der Aufmerksamkeit aber, welche ich der Musik auf Something Good (2013) seinerzeit geschenkt habe, ist es geschuldet, dass mir die Ablehnungshaltung gegenüber der nunmehr 13(!)-köpfigen Truppe abhanden gekommen ist. Die war nämlich durchaus mal vorhanden und beruhte darauf, dass ich die Band vor allen Dingen auf ihre Kaspereien aus dem Helge Schneider-Kosmos reduziert habe, in welchem ich mich nie so wirklich heimisch gefühlt habe. Einfach nicht mein Humor. Daran vermögen auch heute Tracks wie Leggins Sind Keine Hosen, Buffalo Bill oder Rebootan nichts zu ändern. Wobei letztgenannte Nummer mir dann doch beim ersten Hören ein verstohlenes Grinsen abgerungen hat… und das, wo der Song auch noch ausgerechnet im Pseudo-Ragga-Gewand daherkommt… Damn!

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Soviel also zur Seite der Voodoo Kids, die mir nicht so recht taugen will. ABER, wie schon erwähnt gibt es da ja noch ganz andere zu entdecken! Lassen wir die Rock-Ansätze von Songs wie Bomb In My Head trotzdem einfach mal unkommentiert links liegen und kommen ohne weitere Umschweife zur spannendsten und meiner Meinung nach aufregendsten Facette der Band. Die, in der Tom Waits auf dem madigen Rücken des Oogie Boogie Man durch nebelverhangene Schwefelfelder galopiert. Die, in der die Band dem Zuhörer ein dekadentes Kabarett  aus Vaudeville und Burlesque kredenzt und an Schausteller, Gaukler und Sideshow-Freaks erinnert. Die, in welcher der im Zusammenhang mit der Kapelle omnipräsente New Orleans Jazz – Vergleich  wahrhaftig nicht unerwähnt bleiben darf.

Dann nämlich, wenn sich The Instant Voodoo Kit in sleazy düstergrau-polternden Chansons wie The Good Die Young, Easy Come,Easy Go oder dem alles überragenden Elephant Stomp verlieren, kriegen sie mich! Instant Voodoo Hits! Yeah Baby! Lässt ein Song wie Mister Sister Lady Baby dann noch Assoziationen zu Steamboat Willie, Lou Reed und dem Athletic-Theme des Super Mario World Soundtracks wach werden, fühle ich mich als Hörer gänzlich abgeholt und entertained!

Unterm Strich also ein wenig musikalische Yin-und-Yang-Action, bei der je nach Geschmack Rosinenpicken angesagt sein könnte und die mitunter so starke Kontraste aufweist wie das Make-Up, mit dem sich die Protagonisten gerne mal zukleistern. Mag man von denen im Ensemble halten was man möchte, kann man ihnen die Liebe zum Detail, ihre Leidenschaft für ihr Handwerk und den Mut zum Wagnis wie zur Originalität auch und gerade mit ihrer aktuellen Scheibe nicht absprechen! Wanna Talk About Voodism? Schon geschehen!

Anspieltipps: Elephant Stomp, The Good Die Young

Trackliste:

01. Das war die Nacht
02. Easy Come, Easy Go
03. Mama Ain’t The 1 2 3 4 U
04. Bomb In My Head
05. Rebootan
06. Buffalo Bill
07. Peter Pan
08. Alptraum Serenade
09. Elephant Stomp
10. Midnight Train
11. Mister Sister Lady Baby
12. Ihr Läuser
13. The Good Die Young
14. Leggins Sind Keine Hosen

Wanna Talk About Voodism? Yeah Baby! greift man sich am besten direkt auf der Releaseparty im Würzburger Dornheim am 02.09. oder auf der anschließenden Tour für 20 Euro auf Vinyl im Gatefold (inc. Mp3) oder im CD-Format für nen Zehner ab!

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Releases: 02.09.2016 via Voodism Enterprise