Konzertankündigungen von Pøj Pøj!

Da steht so einiges an bei Pøj Pøj, der Künstleragentur für so großartige Interpreten wie Odd Couple oder den kürzlich erst hier gefeatureten Suns Of Thyme. Doch nicht nur die, sondern auch viele weitere Schäfchen aus dem hauseigenen Booking-Rooster sind derzeit auf Tour, bzw. sind es in Kürze. Der Bitte, die jeweiligen Termine in aller Übersicht zu droppen wird hiermit gerne nachgekommen in der Hoffnung, der ein oder anderen Show beiwohnen zu können. Vielversprechendes Zeug dabei! Voila:

ASS

Arms and Sleepers (USA)

12.10.2016 – UK – Leicester, Fireburg
13.10.2016 – UK – London, The Old Blue Last
14.10.20.16 – GER – Würzburg, Die Kellerperle
15.10.2016 – RUS – Ryazan, Raz Dva
18.10.2016 – GER – Wiesbaden, Kulturpalast Wiesbaden
19.10.2016 – GER – Berlin, Urban Spree
20.10.2016 – PL – Poznan, Klubokawiarnia Meskalina
21.10.2016 – GER – Dresden, Scheune ^
22.10.2016 – CH – Zürich, Bergmal Festival #
27.10.2016 – EST – Tallinn, Kultuuriklubi Kelm
28.10.2016 – CH – Wil, Gare de Lion
30.10.2016 – IT – Mantua, Arci Tom
^ w/ Ef
# w/ 65daysofstatic, Ef, Leech, Rome In Reverse & others

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Bilderstrecke: Rock Im Wald Festival/Neuensee/29.-30.07.2016

RIW2016_Tannenspitzen

Was gäbe es noch über das Rock Im Wald – Festival in Neuensee zu sagen, was nicht schon vor zwei Jahren gesagt wurde, außer, dass sich die Macher treu geblieben sind was den familiären Charme, die Überschaubarkeit, die Qualität der Musikauswahl, die auf allen Ebenen preisliche Fairness und die durchweg gute Organisation anbelangt? Eben! Deshalb erfolgt der diesjährige Nachbericht nicht wie üblich im ellenlangen Text sondern in Form einer umfangreichen Bilderstrecke, die in Zusammenarbeit mit Ein Bild Mit Dem Mann entstanden ist und mit Fotos von CANNAHANN, Honeymoon Disease, Year Of The GoatDead Lord, Bombus, Imperial State ElectricGraveyard, Dead and Stoned, White Miles, Planet of ZeusMANTARUncle Acid and the deadbeats und Kvelertak fast alle Acts des Festivals zeigt. On Top gibt es außerdem noch Impressionen vom sonstigen Geschehen zu begutachten.

Klickt euch entweder direkt hier durch das Bildmaterial oder fahrt euch das Fotoalbum auf Flickr rein. Enjoy!

Rock Im Wald 2016

Unser Dank gilt der Festival-Leitung, die uns bereitwillig Zugang zu allen Bereichen gewährt hat!!!

Selbstbeweihräucherung!

Die ist ob dem Namen dieses Blogs eh omnipräsent. Etwas mehr in diese Richtung nachzutreten sollte aber denke ich dennoch gestattet sein. Voila: Neues Videomaterial von PAULINCHEN BRENNT und CANNAHANN:

Review: Seattle Jay – Out Of Whack (2016)

13296086_1023280261060675_169877776_n„I was born too late… “ Diese Zeile, entliehen aus dem hier kürzlich erst gefeierten Song Indian Gods Are Great, gibt nicht nur vortrefflich das wieder, was sich mein innerer Nostalgiker fortwährend denkt aber nicht auszusprechen wagt, sondern macht in ihrer Essenz zeitgleich die Substanz für den Blotter klar, den Out Of Whack auf der imaginären Zunge trägt. Das 90s – Feeling jedenfalls schlägt sich flächendeckend in der Welt von Seattle Jay nieder.
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Ja, wäre man etwas früher geboren worden, man hätte mit der ersten Full Length dank dem unbekümmerten Artwork, der gelungen rudimentärtrockenen D.I.Y. – Produktion, den in leichtem aber irgendwie passendem Denglisch vorgetragenen Aus-Dem-Bauch-Raus-Slacker – Texten und nicht zuletzt dank der Experimentierfreudigkeit des um allerhand Elektronika erweiterten Gitarrenschrammelsounds direkt Platz nehmen dürfen als Die-Coole-90s-Alternative-Super-Woche jüngst über diese Seiten tobte.
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0007508842_10Nun ist es natürlich als absolutes Kompliment zu verstehen, wenn ich die 90er – Jahre – Mentalität bei dem was die vier Würzburger selbst Fazer Rock nennen  stark in den Fokus rücke. Das Album als Ganzes auf diesen Einfluss zu reduzieren aber würde ihm in keinster Weise gerecht werden.
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Auf den insgesamt 14 Tracks nämlich regiert die Vielfalt, drücken sich abwechselnd Analog und Digital die Klinke in die Hand, ist man stets um Eigenständigkeit bemüht. Und doch: Zwischen Straight-Forward-Alternative-Rockern, pumpenden Disco-Beats (On The Table), verspieltem Pullunder Pop (The Roof Is Knitting Glas) oder der Teenage-Angst-Lagerfeuerromantik der wunderschönen Akustik-Ballade Stream Of Society findet sich ein roter Faden. Der heißt Melodie und kommt neben einprägsamen Key-Klimpereien vor allem durch die kratzig-prägnante Ausnahme-Stimme zum Tragen, die oftmals durch flächige Falsett- Backings unterstützt wird, was besonders gefällt.
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Hits? Ja! Die gibt es auch abseits der eingangs erwähnten Hymne zu verbuchen. Gerade wenn es bei Seattle Jay etwas melancholischer zugeht, fühle ich mich als Hörer abgeholt. Find A Way To Kill The Day und vor allem Last Business haben sich  das Prädikat ‚massengeil‘ meiner Meinung nach redlich verdient.
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Referenzen? Ja! Aber meiden wir doch zur Abwechslung mal die großen Namen und kommen passenderweise mal mit deutschen Bands um die Ecke. Mit dem Liquido – Vorgänger Pyogenesis zum Beispiel . Oder mit Gary, der Band von Robert Stadlober. Anyone??? Eignen sich nämlich beide zum Vergleich außerordentlich gut…
Unterm Strich: Empfehlenswert? Natürlich!
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Anspieltipps: Indian Gods Are Great, Last Business, Find A Way To Kill The Day

Trackliste:

01. Dust Is The New Snow
02. Shave Your Legs
03. The Roof Is Knitting Glass
04. Indian Gods Are Great
05. It’s Nuclear
06. Pretend It’s Spring
07. My Apple Is A Big Red One
08. The Eyes Of Cowboys
09. Tell Your Boss That He Is Meat
10. Out Of Whack
11. Last Business
12. On The Table
13. Stream Of Society
14. Find A Way To Kill The Day

Am 11.Juni findet die Release-Party zu Out Of Whack in der Kellerperle/Würzburg statt. Ab dann ist das Album als CD für 12€ auf Shows und als Download für 9.99€ auf bandcamp zu haben. Dort wird man auch schon eine Woche früher reinhören können. So stay tuned und schlag zu, damit die Band baldmöglichst out of Out Of Whack ist.
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Releases: 11.06.2016 via bandcamp
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Review: Grinspoon – Grinspoon [EP] (1995)!

The_Green_EPBenannt nach dem Pro – Marihuana Aktivisten Dr. Lester Grinspoon taten sich Mitte 1995 vier Australier spontan bei einer Jam zusammen um kurz danach bei einem Wettbewerb eines lokalen Radiosenders mit einem ihrer ersten Tracks für Furore zu sorgen. Dieser trägt den Titel Sickfest und ist Bestandteil der ersten, selbstbetitelten EP der Band, die in Fan- und Fachkreisen auch unter dem Namen Green EP bekannt ist.

Statt drögschwummriger Hippie – Psychedelica, die man nun möglicherweise erwarten können, drückt aber schon der Opener More Than You Are powerpunkig auf die Grunge – Tube und verbrät auch schon den besten Song, welcher zeitgleich ausschlaggebender Grund dieser Besprechung ist, gleich zu Beginn:

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Ganz allein auf weiter Flur muss dieser Hit glücklicherweise nicht stehen, denn auch der bereits angedeutete Radio – Fav macht mit seinen Alice In Chains meets Pantera – Vocals im Refrain ebenfalls Laune, wenn die Saitenarbeit auch etwas antiquiert rüberkommen mag. Save Me und Let It Go lassen mich dann mangels fesselnder Ideen eher kalt und sind seither in der Kategorie 90s – Standard – Rock verbucht. Hätte man sich aber auch schon bei den plumpen Songtiteln denken können… Zumindest der letzte Track Point Of View würde mit gemäßigtem Stoner – Tempo und Knarzbass abschließend zumindest partiell wieder versöhnlich stimmen, wäre da nicht der schreckliche Punk – Hiddentrack Dr. Grinspoon, der einem das eben gehörte dann doch nicht ganz so positiv in Erinnerung bleiben lässt.

Glanzpunkt der also nicht wirklich runden Grinspoon EP ist zweifelsohne die Stimme von Sänger Phil Jamieson, der cleane wie roughe Parts spielend hin und her switcht, sowie die ersten beiden Tracks. Der Rest ist mehr oder weniger verzichtbar.

Noch bis 2013 hat die Band fleißig Platten produziert und es immerhin auf beachtliche sieben Alben nebst diverser EP – Releases geschafft. Es müsste also mit dem Teufel selbst zugehen, wenn sich unter dieser Songmasse nicht noch die ein oder andere Perle versteckt. May to be continued…

Anspieltipps: More Than You Are, Sickfest

Streambar ist die komplette EP leider nirgends, wer sich selbst von der Qualität der restlichen Songs überzeugen mag, dürfte mitunter lange nach einer physikalischen Version gruschen müssen, da diese restlos vergriffen zu sein scheinen. Aber wie gesagt: Verpassen tut man nichts, da kann man sich getrost mit den beiden superben  Vorzeigestücken zufriedengeben.

Released: 01.08.1995 via Oracle Records

Caution: Die Besprechung dieser Platte ist Teil der coolen Superwoche zum Thema 90s Alternative!

Review: Llama Farmers – Dead Letter Chorus (1999)!

coverEin Geschwisterpärchen an Board zu haben, ist nicht die schlechteste Grundvorraussetzung um eine Band aus der Taufe zu heben. AC/DC, Pantera oder Oasis fallen mir dabei gleich mal als besonders erfolgreiche Beispiele ein. Trotz dem familiären Bonus durften die Llama Farmers aus dem englischen Greenwich Zeit ihres Bestehens (1997 – 2001)  nicht in der Liga der genannten Acts mitspielen. Oder besser gesagt: Sie wollten es garnicht.

Das lässt sich retrospektiv nicht nur an dem marketingtechnisch nicht gerade smarten Move zeigen, sich 2006 zwar zu reformieren, dabei aber den neuen Namen ‚Bear Hug‘ zu nutzen und auch keinerlei Interesse daran zu zeigen sich mit dem alten in Verbindung bringen zu lassen. Stärker noch lässt sich die Anti – Mainstream – Haltung des Quartetts erkennen, schenkt man der Legende Glauben, dass sie ein Signing – Angebot des Plattenkonzerns Geffen über eine Million Pfund ausgeschlagen haben, nur um Dead Letter Chorus beim Indie Beggars Banquet Records zu veröffentlichen. Und das trotz der Vorschußloorbeeren des Melody Maker „Die Zukunft des Rock’n’Roll“ zu sein.

300x300Und hört man sich die richtigen Stellen der Platte an, klingt das auf die damalige Zeit noch nichteinmal allzu hoch gegriffen. Das Gemisch aus Brit-Pop, Neo-Grunge und Indie-Rock der späten 80er bewegt sich irgendwo im Spannungsfeld zwischen Pixies, Lemonheads und My Bloody Valentine  und ist gerade in der zweiten Hälfte der Platte unwiderstehlich catchy. Am schönsten sind die Songs wenn Sänger/Gitarrist Bernie Simpson sich die Vocals mit seiner Schwester Jenni teilt, die ansonsten den Bass zupft. Dann nämlich kommt der zusätzliche Sonic Youth – Touch ins Beispiel. Nachzuhören auf meinem persönlichen Lieblingsstück PVC:

Weiterhin Knaller: Das verhältnismäßig rotzige Jessica oder das ultra poppige Yellow. Und auch das starke Ende aus den letzten vier Songs der Platte soll nicht unerwähnt bleiben.

Nach Touren mit Green Day und den Foo Fighters, die dann doch nicht ganz konform mit der Anti – Mainstream – Haltung der Band gehen wollen und dem 2001er Nachfolger El Toppo war dann ziemlich schnell Schluß. Aber warum auch ewig weitermachen, wenn schon alles derart gut gesagt wurde wie auf dieser grandios charmanten Endneunziger Platte!? Holt man sich!


Anspieltipps: PVC, Yellow, Jessica, Forgot To Breathe

Dead Letter Chorus im Stream:

Dead Letter Chorus bekommt man gebraucht schon ab einem Cent. Zumindest auf CD. Wer Vinyl bevorzugt ist um die 18 Euro dabei.

Released: 1999 via Beggars Banquet Records

Caution: Die Besprechung dieser Platte ist Teil der coolen Superwoche zum Thema 90s Alternative!

Die-Coole-90s-Alternative-Super-Woche!!!

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as found on: rantlifestyle.com

Der anhaltende und zumindest in meinem Bekanntenkreis deutlich spürbare wie berechtigte Hype um großartige Neo-Grunge – Bands wie Milk Teeth oder Violent Soho sowie musikalisches Treiben im privaten Bereich gaben mir kürzlich den Anstoß mich einmal wieder auf eine Zeitreise in die 90er zu begeben um nach neuen alten Perlen meines Lieblingsjahrzehnts zu stöbern, die sich im weitesten Sinne dem Alternative/Grunge/Gitarren – Sektor zuordnen lassen. Dabei sollte ich mehr als fündig werden, weshalb ich euch nun kommende Woche jeden Tag einen kleinen Geheimtipp vorstellen möchte.

Sieben Veröffentlichungen aus dem weitgesteckten Feld Alternative also, die vielleicht noch nicht jeder auf dem Schirm hatte. Perfekte, runde, in sich geschlossene Platten sind dabei nicht zwingend zu erwarten. Dafür aber eine ganze handvoll Hits für den kommenden Sommer. Versprochen!

Das dabei allseits bekanntes wie Nirvana ausgespart wird, sollte sich dabei von selbst verstehen. Ich betone nochmals: Geheimtipps aus dem Bereich Alternative/Rock! Keine ‚Best Of 90s‘ Liste oder so…

Ab Morgen geht es in loser Reihenfolge los! Komm doch mit!

Review: Daniel Johns – Talk (2015)

as found on: www.abc.net.au

Hätte ich es nicht schon vorher gewusst, ich hätte den sich zu lassivem Elektro – R’n’B räkelnden und leicht überheblich wirkenden Oben Ohne – Beau im Video zu Cool On Fire nicht als Daniel Johns identifizieren können. Jedenfalls nicht als den, den ich kenne. Der ist schließlich Kurt Cobains MiniMe und Fronter der australischen Nirvana – Cover- band Silverchair. Und doch: It’s him!

Der sich hartnäckig haltende Vorwurf der Nirvana – Imitation lässt sich dabei natürlich allenfalls in Hinblick auf deren erste Platte Frogstomp (1995) rechtfertigen. Wo die Band hier im zarten Teeniealter noch recht belanglosen Grunge schrammelte, ließ die zwar auch nicht ganz runde Freakshow (1997) bereits künftige Großtaten erahnen. Und die sollten in Form des grandiosen Neon Ballroom (1999) nicht lange auf sich warten lassen. Gerade dieses Album, das Hauptsongwriter Johns heute gerne als ‚uninspiriert‘ abtut, öffnet ihm die Türen zum Popformat. Und dem nähert er sich seither aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. Da ist z.B. das anspruchsvoll orchestrierte aber auch überambitionierte Diorama (2002) oder der verzichtbare Elektrorock der letzten Silverchair – Platte Young Modern (2007) zu nennen. Außerdem der Ausflug zum gefälligen Akustikschunkelpop mit The Dissociatives.

Schienen genannte Werke noch darum bemüht die musikalische Vergangenheit einzuweben wird nun endgültig keine Rücksicht mehr auf die einstige Anhängerschaft genommen: Auf seiner ersten Solo – Platte Talk regiert der lupenreine Pop – Overkill! Es ist der Mainstream – Hörer, den man nun auf die Tanzfläche bittet. Justin Timberlake, Frank Ocean, Michael Jackson, The Knife oder James Blake seien mal als grobe Referenzen genannt. Nach den späten Silverchair klingt höchstens noch das mit Musical – Touch versehene New York.

Da Johns bekanntlich ein begnadeter Songwriter mit einem geschickten Händchen für einprägsame Hooks ist, verwundert es kaum, dass einem in der ersten Hälfte der Platte die Hits nur so um die Ohren fliegen. Der eröffnende Soul – Schmachter Aerial Love (attention: this is no ordinary love) geht jeglichem Minimalismus zum Trotze direkt ins Ohr und bekommt mit By Your Side, vor allem aber mit Preach gleich zwei äquivalente Hits zur Seite gestellt.

Tragendes und bindendes Element ist Johns‘ beeindruckende Stimme, die einem gerade in den Falsettlagen wohlwollend Frusciante ins Gedächtnis ruft. Innovativ ist der Sound den Talk fährt zwar nicht, dafür aber ziemlich gut gemacht und gemessen am Background des Interpreten als wahnsinnig mutig einzustufen. Kleinere Experimente gibt es übrigens auch. Zum Beispiel im sexy schrulligen Downbeat – Knüller Imagination, meinem persönlichen Lieblingsstück, in welchem munter mit Gitarrenversatzstücken und gepitchten Vocals kokettiert wird:

Schade nur, dass man nach dem Stück gerade mal bei der Hälfte der arg gut gemeinten 61 Minuten angelangt ist. Man  hätte die Platte locker um sechs Tracks entschlacken können denn die zweite Hälfte gestaltet sich dann doch etwas langatmig. Immerhin: der Schluss aus bereits erwähnter Big Appel – Ode und dem großartig düsteren Good Luck stimmt wieder versöhnlich.

Mag die optische Präsenz des Ex – Lovers von Natalie Imbruglia ein auch noch so starkes Stück sein, den neuen musikalischen Kurs kann ich im Prinzip trotzdem nur  befürworten. Der Daniel ist eben cool. Ob nun im Flanellhemd oder Oben Ohne.

Anspieltipps: Aerial Love, Imagination, Preach, By Your Side

Talk im Stream:

Hier kann man sich nach Belieben mit verschiedensten Formaten der Platte eindecken.

Released: 22.05.2015 via Eleven

CANNAHANN-Tourvideos!

Immer wenn es hier auf diesen Seiten mal wieder etwas schleppender vorangeht, könnte es unter anderem daran liegen, dass ich mich selbst dem Musizieren widme… Hier ein paar Impressionen der beiden letztjährigen CANNAHANN-Touren. Quasi als Beweismaterial. Und zum prahlen. Ich geb es ja zu.

Tour mit The Rambles:

Tour mit Mandrax Queen:

Good Times! Und weil es so schön passt, sei gleich auch auf folgende Klassentreffen- Konzerte der Bands im Februar hingewiesen:

20.02.2016: The Rambles + CANNAHANN: Leipzig/Black Label Pub

26.02.2016: Mandrax Queen + Burnpilot + Dennie Klose Auf St.Vincent & Die Grenadinen: Würzburg/Immerhin

330 Millionen indische Götter – Ein Interview mit Seattle Jay (Ngf009)

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Seattle Jay sind eine aufstrebende Band aus Würzburg. Ihre Musik, welche die Jungs selbst Fazer Rock nennen, ist ein clever arrangiertes Alternative/Grunge-Gebräu, angereichert mit leicht spleenigen Elektronik-Spielereien à la frühem Beck oder noch früheren Ween. Damals auf dem U&D  gesehen und für cool befunden, hatte ich das Projekt zuletzt etwas aus den Augen verloren. Erst vor wenigen Tagen wurde mir die Band durch verschiedenste Begebenheiten wieder zurück ins Bewusstsein gespült. Die kürzlich veröffentlichte Single Indian Gods Are Great läuft seitdem auf Dauerrotation. Sänger, Gitarrist und Hauptsongwriter Jay stand mir für einige Fragen Rede und Antwort. Viel Spaß damit und behaltet diese Band im Auge!

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Jay, als du mir das letzte mal über den Weg gelaufen bist, standest du noch solo auf der Bühne. Nun hast du einige Musiker um dich geschart. Ist Seattle Jay momentan Solo-Künstler mit Begleitung, eine Band im herkömmlichen Sinne oder mal so mal so?

Es war schon immer der Grundgedanke da mit einer Band zusammen zu spielen um das LIVE-Erlebnis überhaupt richtig präsentieren zu können. Solo kommt doch vieles nur vom Band und ähnelt einer Playback Show. Es war und ist allerdings nicht immer einfach, motivierte und zuverlässige Musiker zu finden, die Lust haben sich in ein Projekt zu integrieren und das auf längere Dauer. Sozusagen ist Seattle Jay eine Band im herkömmlichen Sinne bis auf den Fakt das die Songs alle von mir geschrieben wurden. Auf den neuen Aufnahmen, die im April erscheinen werden, haben allerdings alle Bandmitglieder Ihre Einflüsse mit eingebracht und die Songs erscheinen in einem etwas anderem Gewand.
a1102897959_10Mein Umfeld und ich sind uns einig: Der akutelle Titel ‚Indian Gods Are Great‘ ist ein Hit! Nun begleitet dich das Stück schon länger und war sowohl auf der Demo zu finden als auch schon Teil des Dinosaur Bubbles-Repoirtoires. Ich vermute er ist dir demnach besonders wichtig?

Danke Dafür!!! Naja, es macht Spaß den Song zu spielen, er hat Power und der Audience gefällt er offensichtlich auch. Vielleicht ist der Song besser als die anderen, ich würde allerdings nie eine Band auf einen Song reduzieren. Die anderen Songs sind auch alle schon etwas älter, Indian Gods ist mir sozusagen nicht wichtiger als die anderen, es ist allerdings schön so etwas wie einen „Hit“ zu haben über den man Zuhörer gewinnen kann.

Der Text ist ja zumindest zum Teil biographisch. Die angesprochene Reise nach Indien bist du tatsächlich angetreten. Zwei Monate, Mumbai inklusive, richtig?

Ehrlich gesagt ist der Text größtenteils Nichts-aussagend und sehr fiktiv. Er kam wortwörtlich so aus mir heraus und ich habe ihn nie nachbearbeitet. Der Song entstand auch vor dieser Indien-Reise, es geht somit überhaupt nicht darum Erlebtes wiederzugeben. Der Song entstand eher um mir den Respekt und die Angst vor so einer Reise zu nehmen und um mir einen Grund zu geben, dass diese Reise sinnvoll für mich ist. Beim recherchieren für diesen Trip stolperte ich natürlich über den dort größtenteils ausgeübten Hinduismus. Ich fand es super-verrückt und interessant aufgrund der hohen Anzahl von Göttern und die unglaubliche Freiheit und Vielfalt die geboten wird. Deshalb der Text zum Schluss des Songs, dass ich mir jetzt einen dieser Götter ausgesucht habe und er einfach n super verrückter Kumpel ist!
Ps: Ich war zwei Monate in Indien, davon ca. fünf Tage in Mumbai.

Der Song spricht auch die Langeweile an, mit welcher der Protagonist des Titels zu kämpfen hat. Ebenfalls biographisch? Wenn ja: Was ödet dich hier so an?

Ich möchte nicht behaupten, dass mich hier alles langweilt oder anödet, es ist einfach gesagt die Routine, der Alltagstrott und die oft dazugehörige Antriebslosigkeit, die ausschlaggebend waren für diese Aussage. Zudem kommt diese zielstrebige geordnete deutsche Arbeitergesellschaft voller Regeln, Normen und Werten ohne jegliche Überraschungen hinzu. Ich will das mal wieder was passiert, etwas fühlen. Wenn man über längere Zeit verreist – und sind es nur acht Wochen – erscheint einem zu Hause alles wieder in einem besseren Licht. Man schätzt gewisse Dinge wieder mehr und bemerkt, wie gut es uns hier doch eigentlich geht.

11246470_967134393336653_3214786345958015707_nIndian Gods… ist der Vorbote eines kommenden Albums, an welchem momentan getüftelt wird. Erwarten den Hörer weitere ‚alte Nummern‘, welches Medium schwebt euch vor und was lässt sich hinsichtlich der stilistischen Ausrichtung sagen? Die Demo war ja zum Teil eher Lo-Fi, bunt gemischt und bisweilen mächtig trashig. Bleibt ihr diesem Stil treu oder geht es auf zu neuen Ufern?

Die neue Platte nehmen wir in Eigenregie zu Hause auf, was nichts über die Qualität aussagt. Mit der heutigen Technik lassen sich selbst Low-Budget sehr gute Aufnahmen erzielen. Stillistisch wird der Sound etwas rockiger, aufgrund des live eingespielten Schlagzeuges. Zudem bleiben wir auch der alten Linie treu. Die Demo-CD wurde über Jahre hinweg Stück für Stück eingespielt, daher sind die Sounds sehr unterschiedlich. Das wird bei den neuen Aufnahmen nicht der Fall sein. Es klingt somit mehr nach einer Band mit einem festen Sound. Die Platte wird auf CD und evtl. auch auf Vinyl veröffentlicht, digital im Internet versteht sich von selbst. Toll wäre es natürlich, wenn man hierfür auf ein Label zur finanziellen Unterstützung zurückgreifen könnte.

Damals hast du auf der Bühne mit Elektronik experimentiert. Sind Synthesizer & Co. noch immer Bestandteil der Live-Situation? Überhaupt: Was steht live an? Wo kann man euch zukünftig sehen?

Live sind die Synthesizer und Beats selbstverständlich noch ein Teil der Show. Zwischen den doch sehr rockigen Songs spielen wir viele Synthesizer-Übergänge und nutzen elektronische Samples für eine große musikalische Vielfalt. Auch akustische Songs sind zu hören. Wir experimentieren auch damit, einige unserer Songs mit dem DrumPad oder in einer abgewandelten Version am Synthesizer zu präsentieren, was auch schon bei den letzten beiden Shows der Fall war. Konzerttechnisch sieht es momentan etwas mager aus. Wir spielen am 20.02.2016 in Bamberg neben dem Schlachthof. Auf diese Show freuen wir uns sehr, da das Ganze nur über Mundpropaganda beworben wird und das Publikum in gewisser Weise auch einer expliziten Szene angehört. Um an ordentliche Gigs zu kommen fehlen uns einfach noch die professionellen Aufnahmen die wir aber bis April abgeschlossen haben sollten. Dann startet auch die Festivalsaison. Wir sind gespannt.

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Die Namensherkunft eines Interpreten aus ihm herauszukitzeln, ist ja so mit das langweiligste was man selbigem antun kann. Das möchte ich dir ersparen, nehme mir aber trotzdem die Frechheit raus, dich mit zwei Fragen zu konfrontieren, die auf die Begrifflichkeit ‚Seattle zurückgehen:

01. Nirvana, Alice In Chains, Soundgarden oder Pearl Jam?

Nirvana in jüngeren Jahren,…..später dann auch Alice in Chains, vor allem die Unplugged ist spitze!

977858_570881132961983_1876687946_o02. Beim recherchieren bin ich über ein Zitat von Chief Noah Seattle – seines Zeichens Indianerstamm-Anführer, Redner und Namensgeber der Stadt Seattle – gestolpert, welches, dank dem Götterbezug, inhaltlich sogar sehr gut zu eurer aktuellen Nummer passt und das ich dir jetzt einfach mal unverblümt um die Ohren haue: „Eure Religion wurde auf steinerne Tafeln geschrieben mit dem eisernen Finger eines zornigen Gottes, damit ihr sie nicht vergeßt. Das kann der Rote Mann nicht verstehen und nicht im Gedächtnis bewahren. Unsere Religion, das sind die Lebensformen unserer Väter, die Träume unserer alten Männer, die ihnen der Große Geist schickt, die Visionen unserer Häuptlinge. Und das ist in das Herz meines Volkes geschrieben.“                                                                      Deine Gedanken dazu?

Ich habe mich in letzter Zeit auch viel mit den Religionsgedanken befasst und ich gebe dem guten Chief Noah schon Recht. Ich will nicht schlecht über gewisse Religionen reden, finde es allerdings bescheuert sein Leben nach etwas zu richten in das man meist hineingeboren wurde, sich an Normen und Regeln halten die unglaublich veraltet und in keinerlei Weise wissenschaftlich begründet und hinterfragt sind. Jeder kann dies für sich selbst entscheiden und Religion hat sicherlich auch viel Gutes. Die Zeiten haben sich allerdings geändert und z.B. die Darstellung der Frau ist in vielen Religionen einfach nur lächerlich absurd. Freiheit sieht anders aus und Regeln gibt’s ja sowieso auch so schon genug☺

Theologie, Philosophie und Esoterik fix wieder beiseite und zurück zur Musik! Sind Teile der Band noch anderweitig musikalisch/kreativ aktiv?

Die Band besteht momentan aus Chris, unserem Drummer der auch noch in der Band Trollfaust als Schlagzeuger aktiv ist aber dort wohl Ende 2016 aufhören wird. Trollfaust ist so ne Art Mittelalter-Ritter-Rockband. Nicht so meins aber sehr real. Dem Bassisten Flo der erst vor kurzem dazu gestoßen ist und in der Punk-Band Harke mitmischt. Harke sind gute Bekannte, kann ich definitiv empfehlen. Die haben ein paar tolle Songs und sind live sehr emotional-kraftvoll. Felix spielt zweite Gitarre und Synthesizer. Bevor Flo in die Band kam spielte Felix die Bassgitarre. Er war vor kurzem mit der Musikerin Lilly Among Clouds auf Tour. Über dieses Projekt kann ich herzlich wenig bis gar nichts sagen. Das Mädchen heißt höchstwahrscheinlich Lilly☺

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Ich bin gespannt auf die kommende Platte und hoffe euch zeitnah live sehen zu können! Danke für deine Zeit und die letzten Worte gehören natürlich dir:

Yo, danke für dein Interesse an unserer Mukke. Mal sehen was die Zukunft bringt. Wichtig ist mir, dass wir den Spaß an der Musik beibehalten und uns treu bleiben. Wie sich das dann anhören wird weiß nur der Zeitreisende und natürlich die 330 Millionen indischen Götter. Peace

—————————————————————————————————————Interview vom 05.02.2016
Photos aus dem Archiv von Seattle Jay
Seattle Jay-Webpräsenz