Review: YAGOW – s/t (2017)

artwork by Daniel Fuchs & Manuel Wesely

Kann sich noch wer an die Zeit erinnern, in der man das Logo eines Musiklabels mit einem Qualitätssiegel gleichsetzen konnte? Sub Pop war z.B. damals ein solches und CrazySane scheint sich in dieser Tradition momentan als Instanz des guten Geschmacks zu etablieren. Die Releases könnte man blind kaufen. Das neueste Pferd im Stall trägt den Namen YAGOW und zieht  den Hörer hypnotisch in eine Fuzz-getränkte Spirale aus Psychedelica und Shoegaze. Weiterlesen

Review: CLOSET DISCO QUEEN – Sexy Audio Deviance For Punk Bums [EP] (2017)

artwork by Fabian Bremer

They did it again! Im Hause CrazySane Records beweist man auch mit dem dritten Release Geschmack! Diesmal gibt es partytaugliches Ohrfutter vom Schweizer Gitarre + Drums – Gespann CLOSET DISCO QUEEN. Das seit 2014 bestehende Duo hat bereits Konzerte in China, Russland sowie eine Support-Tour mit Baroness durch Europa auf der Haben-Seite. Gespielt wird äusserst energiegeladener 70s Kraut – R.O.C.K., der der Stoner/Retro-Szene zeigt wo’s lang geht! Weiterlesen

Konzertankündigungen von Pøj Pøj!

Da steht so einiges an bei Pøj Pøj, der Künstleragentur für so großartige Interpreten wie Odd Couple oder den kürzlich erst hier gefeatureten Suns Of Thyme. Doch nicht nur die, sondern auch viele weitere Schäfchen aus dem hauseigenen Booking-Rooster sind derzeit auf Tour, bzw. sind es in Kürze. Der Bitte, die jeweiligen Termine in aller Übersicht zu droppen wird hiermit gerne nachgekommen in der Hoffnung, der ein oder anderen Show beiwohnen zu können. Vielversprechendes Zeug dabei! Voila:

ASS

Arms and Sleepers (USA)

12.10.2016 – UK – Leicester, Fireburg
13.10.2016 – UK – London, The Old Blue Last
14.10.20.16 – GER – Würzburg, Die Kellerperle
15.10.2016 – RUS – Ryazan, Raz Dva
18.10.2016 – GER – Wiesbaden, Kulturpalast Wiesbaden
19.10.2016 – GER – Berlin, Urban Spree
20.10.2016 – PL – Poznan, Klubokawiarnia Meskalina
21.10.2016 – GER – Dresden, Scheune ^
22.10.2016 – CH – Zürich, Bergmal Festival #
27.10.2016 – EST – Tallinn, Kultuuriklubi Kelm
28.10.2016 – CH – Wil, Gare de Lion
30.10.2016 – IT – Mantua, Arci Tom
^ w/ Ef
# w/ 65daysofstatic, Ef, Leech, Rome In Reverse & others

website facebook Soundcloud  Weiterlesen

Review: Suns Of Thyme/Cameron Lines/Nürnberg/28.09.2016

Suns Of Thyme Backstage @ MUZ Club – Photo by Stefani Schmid Rincon

Kronleuchter, tiefrote Vorhänge, langsam rotierende Discokugeln und gedimmtes Standlicht nebst überragendem Sound: Der MUZ-Club sollte sich, wie erwartet, als die perfekte Retro-Chic-Kulisse für das psychedelische Mittwochskonzert mit Suns Of Thyme erweisen.

Cameron LinesBevor der Main-Act allerdings die Bildfläche betritt, dominiert der kernige Garage-Rock der etwa zwei Jahre jungen Cameron Lines das Geschehen. Den White Stripes-Vergleich muss man sich als Duo aus Drums+Gitarre einfach mal gefallen lassen. Kommt stellenweise aber tatsächlich recht gut hin. Bereits der Einstiegssong We Don’t Need To Know stellt mit den gelungenen, zweistimmigen Vocal-Harmonien sowie dem wärmstens übersteuerten Fuzz-Sound zwei gute Gründe dar um die Band gern zu haben. Hin und wieder vermisst man zwar den Bass schmerzlich, ansonsten kann man die zwei Boys samt ihrer gemütlichen Holzfälleroptik eigentlich nur sympathisch finden. Der Tuesdays Blues aus Dresden scheint jedenfalls auch bei einem Mittwochs-Publikum prächtig zu funktionieren.

Selbiges quadriert sich noch im Verlauf des 35-minütigen Sets der Vorband auf eine beachtliche und schätzungsweise dreistellige Zahl was nicht wenig verwundert, ist der Headliner doch gerade dabei, seinem Geheimtipp-Status zu entwachsen. Wenn man das bei einer von Musik Express bis FKP Scorpio präsentierten Tour und Release auf Napalm Records nicht sowieso schon längst getan hat… Dass die Berliner sich ihr Standing redlich verdient haben, stellen sie in den folgenden eineinhalb Stunden unter Beweis, von denen allenfalls die letzten 20 Minuten etwas zu viel des Guten waren. Und das alleine will schonmal was heißen!

Suns Of ThymeSuns Of Thyme

Was den Charme der Band gerade live so unwiderstehlich macht, lässt sich nur schwer in Worte fassen, ist dann aber wohl eher im unglaublich präzisen Zusammenspiel als im Austauschen technischer Raffinessen, großer Gesten oder ausladender Hooks zu suchen. Mag sich der Fünfer auch noch so wortkarg und bis auf Organist/Percussionist Tammo Dehn etwas bewegungsfaul geben: Man vermisst nichts! It’s all about the feeling und außerdem bietet die spindeldürre Anatomie diverser Mitglieder auch genug fürs Auge. Oder eben auch nicht…

Suns Of ThymeZwischen hochkonzentriert und losgelöst entrücken die Musiker ihr entspanntes Publikum in ihre detailverliebte Welt aus 70s-Psychedelica, Hippie-Romantik und orientalischen Klang-experimenten. Die Setlist lässt nichts zu wünschen übrig und greift großzügig auf das Material ihrer beiden bisherigen Alben zurück. Der Start mit dem Knaller Do Or Die von der aktuellen Platte Cascades zündet ebenso wie die ‚Klassiker‘ Blue Phoenix TreeSoma – God For Gods oder The Years We Got Are Not Enough von Fortune, Shelter, Love and Cure. Neben dem Mantrabrett Asato Maa sticht heute vor allen Dingen One Song als Highlight aus diesem ersten Schaffenszyklus hervor. Ähnlich gut kommen die Synthieteppiche in Schweben oder das live um einiges organischere Intuition Unbound, die zusammen mit Ich Träum Von Dir, Rush, Kirwani und dem verhältnismäßig flotten In Dreams Awake von der Qualität der neuen Scheibe zeugen. Der düstermelancholische Gothic-Rock von Aphelion beendet das reguläre Set, ehe als Zugabe noch ein wenig gefälliges Geplänkel in den zufriedenen und zu Frieden gekommenen Saal gestreut wird.

Das Suns Of Thyme eine gute Liveband sind, war mir seit dem Void von vor zwei Jahren bewusst. Das sie starke Songs haben spätestens seit ihrem Debüt. Mit einem derartigen Konzert-Highlight wie an diesem Abend hatte ich trotzdem nicht gerechnet. Starke Leistung! Starker Trip!

Alle Live-Photos exklusiv von Ein Bild Mit Dem Mann!

Review: Astral Tide – How Far, Are You Out There? (2016)

Artwork by Nicoletta Dalfin

How Far Are You Out There? Hinsichtlich der Musik von Astral Tide  dürfte sich diese Frage für den Mainstream-Hörer ganz klar mit ‚pretty far out‘  beantworten lassen. Schließlich sind die Wahl-Berliner klanglich in ganz eigenen Sphären unterwegs. Inmitten von lärmenden Hall-Eskapaden gibt sich der Vierer leidenschaftlich dem fiebrigen Spannungsfeld aus Shoegaze, Metal, Spacerock, Post-Punk und Noise-Pop hin. Die selbst gewählte Etikette ‚DoomGaze‘  greift!

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27 Minuten lang suppt einem ein schier uferloses Soundgewitter entgegen. Roh und ungefiltert. Nicht von ungefähr! Die Entscheidung, live zu recorden steht der auf Atmo ausgelegten Gitarrenmusik ähnlich gut, wie der stilsichere Release auf 12inch. Während die Instrumentierung souverän durch unterschiedlichste Emotionslagen führt, kommt das dargebotene Package besonders ansprechend daher, wenn Sänger Matthew Potter von seinem ominpräsenten und leider dezent nervigem JustinSullivan-meets-OderusUrungus-Genöle ablässt und in Schrei-Ausbrüche abdriftet. Nachzuhören auf Mercy Release. Stark auch die experimentellen Ansätze der Vorzeige-Space-Operette Out Of Orbit:

Die Schwere und Kälte der Stücke ist nebenbei bemerkt weniger Zufall denn reinstes Kalkül und gibt das tonale Pendant zum textlich geschilderten Endzeit-Szenario. Wuchtige Klangtundra für Genre-Freunde also, die an trostlos vernieselten Herbsttagen beschritten werden möchte. Würde ich live nicht ausschlagen!

 Anspieltipps: Out Of Orbit, Mercy Release

How Far, Are You Out There? Antworte der Band durch den Erwerb der EP. Pay-What-You-Want-Download oder 12inch. It’s up to you!

Released: 09.09.2016 via Wrongfoot Records

Bilderstrecke: Rock Im Wald Festival/Neuensee/29.-30.07.2016

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Was gäbe es noch über das Rock Im Wald – Festival in Neuensee zu sagen, was nicht schon vor zwei Jahren gesagt wurde, außer, dass sich die Macher treu geblieben sind was den familiären Charme, die Überschaubarkeit, die Qualität der Musikauswahl, die auf allen Ebenen preisliche Fairness und die durchweg gute Organisation anbelangt? Eben! Deshalb erfolgt der diesjährige Nachbericht nicht wie üblich im ellenlangen Text sondern in Form einer umfangreichen Bilderstrecke, die in Zusammenarbeit mit Ein Bild Mit Dem Mann entstanden ist und mit Fotos von CANNAHANN, Honeymoon Disease, Year Of The GoatDead Lord, Bombus, Imperial State ElectricGraveyard, Dead and Stoned, White Miles, Planet of ZeusMANTARUncle Acid and the deadbeats und Kvelertak fast alle Acts des Festivals zeigt. On Top gibt es außerdem noch Impressionen vom sonstigen Geschehen zu begutachten.

Klickt euch entweder direkt hier durch das Bildmaterial oder fahrt euch das Fotoalbum auf Flickr rein. Enjoy!

Rock Im Wald 2016

Unser Dank gilt der Festival-Leitung, die uns bereitwillig Zugang zu allen Bereichen gewährt hat!!!

Freak Valley 2015!

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Wie es aussieht, werde ich mich einer ordentlichen Jeansjacke (ggf. auch Lederweste) wohl nicht mehr allzu lange verwehren können. Die Stoneraction häuft sich!

Das bisherige Berichten auf derartigen Veranstaltungen (wie z.B. dem Void im letzten Jahr) hat schließlich derartig Spaß gebracht, dass mir das Freak Valley Festival in Sachen Nachholbedarf quasi unumgänglich scheint.

Zur vierten Ausgabe der staubigen Feierlichkeit werden mit Blues Pills, Eyehatod und Orchid auch in diesem Jahr schwere Szenegeschütze aufgefahren. Das überrascht natürlich ebenso wenig, wie auch die rege Ticketnachfrage. Ausverkauft ist das Ding demnach schon längst. Lediglich Restkarten für den Donnerstag sind noch zu haben. Umso schöner, dass man uns vom 04.06. bis zum 06.06. in Netphen den Eintritt gleich im Doppelpack gewährt.

Bleibt also nichts weiteres zu tun, als sich einer ausgedehnten Aufwärmübung in angemessen schweißtreibender Umgebung hinzugeben:

Review: Up in Smoke Vol.5/Würzburg/13.03.2015

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Möchte man in Würzburg Konzerten von Künstlern mit Rang und Namen beiwohnen, sollte man sich ins Gedächtnis rufen, dass – unterfränkischer Lokalpatriotismus hin oder her – die Mainperle immernoch Teil von Bayern ist. Demnach sind Attribute wie z.B. Zucht & Ordnung weitestgehend zu beachten. Heute sollte es allerdings die Pünktlichkeit sein, die groß geschrieben werden wollte. Der Nichteinhaltung dieses zum vollständigen Konzertgenuss notwendigen Grundsatzes sei es denn auch geschuldet, dass ich den Supportact THE GROUNDING gnadenlos verpasse. SORRY! But if you’re one of the Cool Kids you won’t be there at 8 pm…

Damit bleibt die Würzburger Formation, die sich immernoch einer Webpräsenz verweigert, für mich weiterhin mysteriös. Augenzeugen wussten aber von einer gut eingespielten, psychedelisch angehauchten Instrumentalband zu berichten. Gerne habe man improvisiert. Dazu eine komplett gejammte Zugabe, begeisterte Leute in der ersten Reihe sowie „übelst abgefahrene Spacesounds“, für die sich der Psychedelic Network-Guru und H20’s finest verantwortlich zeigt. Weitere, nicht ganz unbekannte Gesichter, darf man in der schönen Fotoreihe von music-on-net.photography gerne selbst ausfindig machen. Das nächste Mal dann besser pünktlich sein…

Und wer ist alles am Start? Ein erster Blick in die Posthalle lässt einen vergnügt schmunzeln. Denn hat man einen einigermaßen guten Überblick über die hiesige Band-, Musiker-, und Konzertszene, findet sich so mancher bekannte Charakterkopf unter den schätzungsweise 300 bis 400 Besuchern. Da stehen die Hardcore- und Black-Metal-Kiddies in trauter Einigkeit neben den gestandenen, alteingesessenen Kuttenträgern, um gemeinsam den ausufernden Klangteppichen der Headlinerbands zu lauschen. Und auch die Black Sabbath– und Led Zeppelin-Shirts (die letzten Jahre eher priviligierten H&M-Kunden vorbehalten) werden endlich wieder mit Stolz getragen. Das, was böse Zungen als Altherrenrock bezeichnen, ist immernoch schwer in Mode.

IMG_3148 KopieDie haben RADIO MOSCOW aus Iowa zweifellos im Griff: Braunes Lederwestchen, Rickenbacker, Medallions…. Matte und Schnauzer sind sowieso Pflicht! What you see is what you get: Die Strat versprüht Hendrix galore während sich die Rhythmusgruppe knochentrocken durch den Opener Death of a Queen pflügt. Dazu zentnerweise Hall auf den Vocals. Ordentlich dichter Sound für eine three-piece-Band! Das bringt die Mähnen im Publikum sofort in Wallung. Bereitwillig lässt sich dieses von Broke Down zum Warpig machen oder gleich von Rancho Tehama Airport durch die Prärie peitschen. I just don’t know… technisch ist das einwandfrei bis beeindruckend und auch kurzfristig spannend…

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…spätestens jetzt aber stellt sich bei mir schon Übersättigung ein. Die schier endlosen Solis von Mastermind Parker Griggs machen mich mürbe und mir die grundsätzlich recht greifbaren Songs ganz schön madig. Auf die Frage, was denn mein Stehplatznachbar von der Darbietung hält, ernte ich ein knappes „übertriebene Affen, die gern 60 Jahre alt wären“. Ganz so grob hätte ich es nicht formuliert aber gut: Ich bin nicht allein! Wir dürften trotzdem nur einen kleinen Prozentmuffelsatz darstellen, denn die Meute folgt der Band auch die restlichen 250 Miles und hat sichtlich Spaß an der Truppe. Genanntem, achtminütigen Trip folgt das flotte Before it burns. Beim darauffolgenden Stück lege ich erstmal eine Toilettenpause ein. Klar, before it burns… Die Band spendiert noch Deep Blue Sea vom 2007er Debut und beendet ihr 50-minütiges Set bluesy. Die beiden Alben The Great Escape of Leslie Magnafuzz und 3 & 3 Quarters bleiben somit außen vor. Die Fans scheinen dennoch entschieden auf ihre Kosten gekommen zu sein und in der Umbaupause sind beinahe ausnahmslos begeisterte Lobeshymnen auf die Band zu vernehmen. Beispiele gefällig?

"Übertrieben gut!" 
"Total Titte! Schlagzeugsound war sexzellent, Klampfe sowieso über alle 
Zweifel erhaben, der Bass hat ordentlich gedröhnt. Sehr sexy!"
"Odin ist persönlich aus Wallhalla herabgeritten um bei dieser Show seinen 
Geist auf die drei Bandmitglieder von Radio Moscow zu verteilen!"  
"Die Band war der absolute Wahnsinn. Wir waren vor der Bühne und ham 
gedacht: Woah, unser Höschen muss jetzt gleich gewechselt werden.
Wir sind verliebt!"
"Ich dreh einfach komplett durch!"

Metalleude… Wohin die Liebe fällt… Offenbar ist somit für viele der Konzertabendzenit bereits erreicht worden! Das überrascht, da mit den deutschen Urgesteinen von COLOUR HAZE das im Vorfeld vermutete Highlight erst noch ins Haus steht. Die Münchner geben sich ähnlich wortkarg wie ihre Vorgänger und lassen vor allem die Instrumente sprechen. Der Vocal-Anteil ist bei der Band bekanntermaßen sowieso gering.

IMG_3186 KopieUmso amüsanter, dass der barfüßige Sänger und Gitarrist  Stefan Koglek (ich enthalte mich jeglichem schlechten Wortwitz zu dessen Nachnamen) sich gegen Mitte des Sets, aufgrund des zu lauten Publikumpegels, dazu gezwungen sieht, den Quasselstrippen durch die Blume zu sagen, dass diese doch bitte mal die Goschen halten sollen. Und ich hab das auch noch verpasst! Denn in besagtem Moment bin ich schon längst durch die Tür, um mich nochmal auf der Gegenveranstaltung im Keller umzuhören. Somit entgeht mir auch der 26-minütige Zugabensong der Psychedelic-Kanone.

 

Was ich allerdings während der ersten(!) 50 Minuten erfahren durfte, war eine sehr interessante Band, die ihre Stücke zwar gut durchdacht, aber eben auch sehr langwierig gen Endlosigkeit auftürmt. Sowas muss man halt einfach mögen oder besser noch: FÜHLEN. Ich vermag (zumindest heute) weder der einen noch der anderen Regung nachzukommen, kann und will aber auch wirklich nichts Schlechtes über die Jungs sagen. Und selbst wenn: Es dürfte sie eh nicht kümmern. Wie sie da vor wabernden Lavalampenprojektionen stehen. In ihrer Religionslehreroptik, ganz aufgelöst in Musik, abgetaucht in fremde Sphären, die rhythmisch wogende Seelenmasse vor der Nase in ihre Atome spaltend und darum bemüht, sie dem Kosmos einzuverleiben! Damn… wie es scheint löst die Band in mir heftigste Potheadschwadrationsromantik aus… Immerhin! Macht sich sicher gut, wenn ich das erste Mal mein schniekes Batikshirt trage, welches ich eben auf der Herrentoilette gefunden habe…

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Alle Fotos exklusiv für www.derdanielistcool.de und mit freundlicher Genehmigung des mightyfinen Photographen Awanes!

Review: Björk – Vulnicura (2015)

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as found on: www.facebook.com/bjork

Was hat man sie erst gehasst, später geliebt? Was hat sie einen nicht mit Minimalismus und Opulenz gleichermaßen strapaziert? Was war sie einem fast egal!? Was hat man sie plötzlich doch wieder gern! Gut, um den Wahrheitsgehalt dieser Aussagen zu legitimieren, wäre die Ich – Perspektive womöglich stilvoller gewesen, doch ist dem anhaltenden Medienecho zu entnehmen, dass viele Leute – zumindest in Bezug auf letztere Behauptung – eine ähnliche Beziehung zur Kunstfigur Björk an den Tag legen.

Die präsentiert sich auf dem Cover ihres beinahe ohne Vorwarnung gedroppten, neunten Outputs in Madonnapose – mit weit klaffender Vulva auf dem Latexbusen. Das kommt nicht von ungefähr: Die Trauer um ihre just in die Brüche gegangenen Beziehung zu Matthew Barney zwingt die Isländerin, welche sich immernoch der charmantesten Form von schlechtem Englisch bedient, geradezu sich zu öffnen und uns an ihrem Selbstheilungsprozess teilhaben zu lassen.

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How will I sing us out of this sorrow? – Sie tut es einfach! Und das auf angenehm sanfte Art und Weise. Vulnicura ist ein sehr entspanntes Album das sich Zeit nimmt. So weit so Björk. Auffällig allerdings, dass man kaum vor den Kopf gestossen, nicht überfordert, sondern fast schon mit offenen Armen empfangen wird. Björk ist dabei natürlich immernoch Björk und macht allenfalls so weiter wie man sich das nach dem 97er Homogenic gewünscht hätte. Ergo hat man auch Vulnicura wieder als ein großes Ganzes zu betrachten denn etwa als Ansammlung potentieller Stücke für die nächste Playlist. Dementsprechend schwer fällt dabei auch die Sache mit den Anspieltips. Der Opener Stonemilker ist, auch ob seiner verhältnissmäßig kompakten sechs Minuten, tatsächlich der perfekte Einstieg in den neun Song starken Herzschmerzepos.

Mit Input von Hexan Cloak, vor allem aber von Soundhexer Arca, der das FKA-Twigs Debut schon zum Hochgenuss machte, wird zu weichen Streicherteppichen und verhaltenen Beats geschmachtet und das R derrrmaßen gerrrollt, dass nicht nur Till Lindemann vor Neid erblassen dürfte, sondern mit jedem neuen Hördurchgang auch mein Frankendasein ein klein wenig an Rückgrat gewinnt.

Als besonderes Bonbon gibt es zudem noch ein Feature mit Antony Hegarty auf Atom Dance. Die Stimme des Engländers, den ich bislang noch garnicht auf dem Schirm hatte, überzeugt mich sofort! Ein Blick in seine Videography zeigt, dass ich da noch einiges an Nachholarbeit zu leisten habe!

Apropos Video: Da macht Björk natürlich bekannterweise kaum jemand was vor (hör ich da jmd. Die Antwoord murmeln… well: quite possible!). Umso bedauernswerter, dass man auf das erste Musikvideo – wie auch auf die Spotifyverfügbarkeit des Werkes – noch warten muss (Reaktion auf den vorzeitigen Leak? One could guess so!). Einen vorzüglich kleinen Vorgeschmack zum Black Lake – Clip gibt es allerdings schon zu begutachten:

Yes! Welcome back! Wer Debut, Post oder Homogenic immer wieder gerne auskramt, wird auch an Vulnicura seine helle Freude haben und darf gerne blind kaufen! Wer gerade nach einem Soundtrack zum zelebrieren seines Liebeskummers sucht: sowieso!

Tracklist:

1.Stonemilker
2.Lionsong
3.History of Touches
4.Black Lake
5.Family
6.Notget
7.Atom Dance
8.Mouth Mantra
9.Quicksand

Released: 27.01.2015 via One Little Indian, Megaforce Records

Review: Suns of Thyme – Fortune, Shelter, Love and Cure (2013)

Artwork by Lionel Williams

Haben mich Suns of Thyme auf dem diesjährigen Void Fest live zwar sofort für sich gewinnen können, hat es auf der Platte Fortune, Shelter, Love and Cure etwas länger gedauert. Zuerst lediglich als lässig gefällige Nebenbeimucke empfunden, wurde mir die wahre Größe dieses Releases erst nach mehreren Hördurchgängen bewusst. Die 10 Tracks verlangen nach dem richtigen Moment um ihren vollen Glanz versprühen zu können.

 

 

In meinem Falle taten sie das nach einem kurzen, aber gewaltigen Sommergewitter. Die Musik der Berliner sollte sich als das adäquate, vertonbildlichte Gegenstück für einen Spaziergang durch nasses, dampfendes Weidegras erweisen. Schritttempo. Schwer und traurig. Leicht verschroben. Glitzernde, weite Flächen. Der Natur beim Erholen im Sonnenbad zusehen und eine Prise Herbst in der Luft. Dem Gasgemisch der Erdatmosphäre bleibt erstaunlich viel Raum, was bei dem eigentlich mit halligen Effektpedals, Backgroundchören, Sitarsounds, Schellenkranzorgien und flächigen Synthies regelrecht zugeballerten Psychedlic/Krautrock/Shoegaze – Gebräu schon bemerkenswert erscheint. Die richtigen Stellen verdichtet, klare Strukturen und wie unverschämt gut klingen denn bitte diese dumpfwarmhölzernen Bässe?

Pink Floyd, The Doors, Velvet Underground. Seattle und Woodstock. Die Paten zum Retrohippiesound mit tollen Songs wie The way oder The years we got are not enough, scheinen schnell ausgemacht. Denkste, denn nach Blue Phoenix Tree beginnt der spannende, große Ausstieg aus der Platte!

Bei den ersten Tönen von Cataclysm 2084 meint man plötzlich einem anderen Interpreten zu lauschen. Trip Hop! DJ Shadow! Underworld! NIN und Tool! Vielleicht sogar Moby oder Fatboy Slim!? Ich hör so unglaublich viel in diesem Stück! Der Blick, über die üblichen Verdächtigen hinaus, in etwas fremdere Gefilde tut dem Album wahnsinnig gut! Mein absoluter Favourit:

Dicht gefolgt allerdings von der sechsminütigen Mantrakanone Asato Maa. Tibetische Gebetsmühle mit heavy Gitarrenchorus! Derbe gut:

Die Drums bleiben anschließend im Keller wenn die Lebensgeister zu Akustikgitarren in die Nebelschwaden tiefblauer Gewässer gehaucht werden. Earth, Over. Und meiner mittlerweile recht esoterischen Wortwahl nach zu urteilen, wurde mir das Arkanprinzip von Fortune, Shelter, Love and Cure wohl soeben zuteil. Richtig gut!

Dringende Kaufempfehlung gilt natürlich allen Genrefans, sowie im Speziellen auch naturverbundenen Menschen, die auf der Suche nach einem Soundtrack für intensive Draussenmomente sind. Auf Vinyl z.B. schon für läppische 15 Euro zu haben!            Go for it und der Musik etwas Zeit gönnen. Außerdem unbedingt bei Gelegenheit live anschauen!

Blue Phoenix Tree

Fortune, Shelter, Love and Cure im Stream:

Released 15.11.2013 via Motor & Electric Magic