Review: Zikade – Wortstörungsfindungen (2017)

Nennt ihn Parasit, er hört eh nicht richtig hin. Ansonsten hätte die Ein-Mann-Band Zikade sich auf Album Nummer vier wohl dem Mainstream geöffnet. Stattdessen fallen auch die Wortstörungsfindungen zu großen Teilen eigensinnig bis sperrig aus. Gut so! Etwas sanfter noch als auf dem Vorgänger platzieren sich die gewohnt eigenartig verschrobenen Texte inmitten von Reverb-umschleierten Gitarren und spärlicher Elektronik nebst allerhand Sample-Versatzstücken. Weiterlesen

Neue Single von Saux!

Es gibt neues Ohrfutter vom niederländischen Produzent Saux, der sich mit seinen letzten drei Singles neben seiner Tätigkeit im DJ-Feld auch einen Namen als Singer/Songwriter gemacht hat. Gemäß dem Less Is More – Prinzip windet sich das neue Gerät For I Know reduziert aber sehr atmosphärisch in 80er R’n’B, Discosounds, Vintage Synthies und Popcorn-Gitarren. On top gibt es den gelungenen Oktaven-Gesang des 23-jährigen Protagonisten, welcher neben Frankie Knuckles auch Pop-Giganten wie Prince und Stevie Wonder als Inspiration für seinen Signature-Sound heranzieht. Glaubt man ihm!!

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Review: Franziska Günther – S/T (2016)

artwork by Arthur Brell

Ehrlichkeit ist eigentlich DAS gängige Attribut, welches einem im Zusammenhang mit Veröffent-lichungen aus dem Bereich Singer/Songwriter allerortens um die Ohren gehauen wird. Umso verwunderlicher, dass der explizite Verweis auf das Ehrlichsein bei Franziska Günther ausgespart wurde. Dabei scheint die Musik tatsächlich das Gemüt der Interpretin wiederzuspiegeln bzw. den Eindruck zu bestätigen, welchen man von ihrer Person gewinnt.

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Konzertankündigungen von Pøj Pøj!

Da steht so einiges an bei Pøj Pøj, der Künstleragentur für so großartige Interpreten wie Odd Couple oder den kürzlich erst hier gefeatureten Suns Of Thyme. Doch nicht nur die, sondern auch viele weitere Schäfchen aus dem hauseigenen Booking-Rooster sind derzeit auf Tour, bzw. sind es in Kürze. Der Bitte, die jeweiligen Termine in aller Übersicht zu droppen wird hiermit gerne nachgekommen in der Hoffnung, der ein oder anderen Show beiwohnen zu können. Vielversprechendes Zeug dabei! Voila:

ASS

Arms and Sleepers (USA)

12.10.2016 – UK – Leicester, Fireburg
13.10.2016 – UK – London, The Old Blue Last
14.10.20.16 – GER – Würzburg, Die Kellerperle
15.10.2016 – RUS – Ryazan, Raz Dva
18.10.2016 – GER – Wiesbaden, Kulturpalast Wiesbaden
19.10.2016 – GER – Berlin, Urban Spree
20.10.2016 – PL – Poznan, Klubokawiarnia Meskalina
21.10.2016 – GER – Dresden, Scheune ^
22.10.2016 – CH – Zürich, Bergmal Festival #
27.10.2016 – EST – Tallinn, Kultuuriklubi Kelm
28.10.2016 – CH – Wil, Gare de Lion
30.10.2016 – IT – Mantua, Arci Tom
^ w/ Ef
# w/ 65daysofstatic, Ef, Leech, Rome In Reverse & others

website facebook Soundcloud  Weiterlesen

Review: Max Paul Maria – Figurines (2016)

as found on maxpaulmaria.bandcamp.com

Bei Max Paul Maria handelt es sich nicht etwa um drei Personen, sondern um eine einzige. Diese ist wohnhaft in Berlin und mimt den Heimatlosen zu Americana- und Folk-Gebärden. Ein Klick auf die zugehörige Facebook-Seite und schon grinst einem der Interpret verschmitzt vom Profilbild entgegen. Dreisterweise mit Hut, was für die Singer/Songwriter-Gattung das A und O zu sein scheint. Man möchte davonlaufen.

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Neues Album von Zikade!

a3000362442_16Das dritte Album des Berliner Acoustic – Pop – Avantgardisten Zikade trägt den Namen Komische Musik und ist bereits seit einigen Tagen auf bandcamp abrufbar.

Der Titel ist Programm. Die Platte speziell wie einzigeigenartig. Verträumt, verspielt, verstrahlt. Lyrisch bedeutungsschwanger. Angesiedelt zwischen großem Pathos, großen Gefühlen und großer Intimität. Gewohnt mutig wie spannend.

Diesmal allerdings auffallend entspannt und zurückgelehnt. Die Hektik, die auf den Vorgängern gerne hier und da aufblitzen mochte, sucht man vergeblich.

Vielleicht das bisher zugänglichste Werk aus der Zikade – Schmiede, die mal wieder einen echten Geheimtipp zutage gebracht hat, an welchem meine Wenigkeit sogar durch diverse Bass – Beiträge Teil haben durfte.

In diesem Sinne: Lass uns unser Blut verteilen! oder etwas neumodischer ausgedrückt: Spread the word!

Fav: Perlentaucher

Komische Musik im Stream:

Review: Kristian Harting – Float (2014)

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Artwork by Asbjørn Sand

Hätte ich Kristian Harting nicht über den Live – Weg kennengelernt, ich hätte die Sounddichte auf Float garnicht einer einzelnen Person zuschreiben können. Bewaffnet mit Loopstation, Gitarre und glasklarer Stimme nutzt der Däne ersteres Utensil um die beiden verbleibenden schier endlos zu duplizieren wodurch sich die Fragmente der an sich zarten Singer/Songwriter – Stücke mitunter zur bedrohlich monströsen Wall Of Sound auftürmen.

Was live überzeugen konnte, funktioniert auch auf Platte super. Gitarrenspiel und Pop – Appeal baden sich in den hallgetränkten Ambient – Wogen tiefdüsterer Songs wie Queen Of The Highway  oder sitzen neben dem Sole Dancer im Zug nach Nirgendwo. Oder aber zu einem Konzert der Killers, an deren Hit letzterer unfreiwillig erinnert.

Wohin die Reise auch gehen mag ist eigentlich auch egal: Der Weg bleibt sowieso das Ziel und ist, wie so oft im Singer/Songwriter – Kosmos, auch bei Harting zentrales Thema. In diesem Zusammenhang darf der Mantra – Exzess Kamikaze nicht unerwähnt bleiben, der sich in dieser Thematik geradezu suhlt und im Liveset wie auch auf Platte als Highlight fungiert:

Weiteres, wenn nicht sogar noch größeres Themenfeld auf Float: Wasser. Harting, der seine Musik ein ums andere mal in seinem Leben als Rettungsanker nutzen konnte, will Float nicht nur als sicheren Hafen vor rauem Seetreiben verstanden wissen sondern vergleicht sich obendrein gleich selbst noch mit der lebensspendenden Flüssigkeit:

I had to be like water. Just float. Not think, not try to organize nor 
control the chaos… I had to be like water or I would break. 
It was a spiritual journey. A test.

Mag Float zum Ende hinaus auch etwas schwächeln, bleibt dem Konsumenten dennoch ein intimes Hörerlebnis für nächtliche Stunden. Und zwar eines, das sehr direkt und unverfälscht daherkommt. Und ehrlich. Aber das versteht sich ja beinahe von selbst. Denn wie wußte schon der allseits beliebte ostfriesische Blödelbarde Otto Waalkes: Dänen lügen nicht!

Anspieltipps: First Applause, Kamikaze, Feathered Ghosts

Float im Stream:

Float ist für faire 15€ auf Vinyl zu haben!

Released: 31.01.2014 via Exile On Mainstream

Review: Conny Ochs – Future Fables (2016)

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www.mainstreamrecords.de

Wer nicht weiß, wie sehr mir die Musik von Conny Ochs am Herzen liegt, dürfte diesen Blog nie aufmerksam verfolgt haben. Und ehe ich am Ende noch selbst vergesse, warum das eigentlich so ist, weht mir Hole den imaginieren Küstenwind um die Nasenspitze. Salzig, staubig und ungefiltert. Ein Hauch vertonter Freiheit. Der erholsame Track ist Opener des mittlerweile schon dritten Soloalbums, das einmal mehr durch Authentizität und Intensität glänzt. Es trägt den Titel Future Fables und erscheint Ende Februar!

Sicherlich zu nicht geringem Teil  der blühenden Zusammenarbeit mit Lehrmeister Wino geschuldet, ist der Folk mittlerweile zugunsten flimmernder Southern-Rock-Ästhetik auf einigen Stücken etwas in den Hintergrund geraten. Diesen Spirit atmet beispielsweise das Dreiergespann aus Piece Of Heaven, Killer und Spin. Ehe man aber Angst bekommt, Ochs wäre die so geliebte Melancholie ganz abhanden gekommen, malt er im Finale des letztgenannten Stücks als Neo-Schamane zu entspanntem Mantrachor wieder Mandalas auf die geistige Iris und lässt mit Wake Up und vor allem Empire zwei der schönsten Stücke im Zentrum strahlen: Raw Love Songs! Die großen Gefühle! Das steht dem ewig Reisenden meiner Meinung nach noch immer am besten:

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Strange Alchemy bringt das zum Ende hin sogar noch besser zum Ausdruck. Niagara Fälle, die im Herzen toben! Mein persönliches Highlight der Platte!

Wie schon auf den letzten Releases, gesellen sich auch auf der aktuellen Platte diverse Instrumente wie Klavier, Bass, Drums oder Mundharmonika zu Akustikgitarre und Ausnahme-Stimme. Zudem auch des Öfteren E-Gitarren-Einschübe, teilweise gesponsert vom Baby Universal– und Zombie Joe-Weggefährten Hannes Scheffler. Immer stilvoll und songdienlich eingesetzt. Nie überladen.

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Photos von: Christian Thiele

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Überraschen tut einen Future Fables allenfalls durch den musikalischen Optimismus solch federleichter Country-Songs wie No Easy Way Out, Fools oder Golden Future. Ansonsten reiht sich die Platte perfekt in den Katalog des gebürtigen Hallensers ein und es gilt: Wer den vor drei Jahren erschienenen Vorgänger Black Happy oder die beiden Kollabo-Alben mit Wino mochte, findet auch an Future Fables Gefallen. Keine Frage!

Allen, denen die Musik von Conny Ochs bisher noch nicht untergekommen ist, könnte die Platte in ihrer willkommenen Kompaktheit von gerade mal 33:38 Minuten außerdem als perfekter Einstieg in den Klangkosmos eines immernoch wahnsinnig unterschätzten Künstlers dienen! Gebt dieser leidenschaftlichen, kraftvollen Scheibe mal eine Chance! Ihr werdet es nicht bereuen! Make some room for the feeling!

Anspieltipps:  Strange Alchemy, Empire, Wake Up

Tracklist:
01. Hole
02. Piece Of Heaven
03. Killer
04. Spin
05. Wake Up
06. Empire
07. Golden Future
08. Slide
09. No Easy Way
10. Fools
11. Strange Alchemy
12. Make Some Room

Future Fables ist ab dem 26.02.2016 über Exile On Mainstream zu haben. Der schlaue Käufer ordert natürlich die Vinyl-Version zu fairen 16€ im Pre-Order und nimmt sie schon einige Tage früher in Empfang! Außerdem HOT: ochsworks.com, die neue Seite für die Grafikarbeiten des Künstlers!

Released: 26.02.2016 via Exile On Mainstream

Der Felix Kantner ist cool (XXXiql058)

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Felix Kantner ist ein produktiver Interpret und Komponist, Multi-Instrumentalist, Dichter und Philosoph der traditionellen und zeitgenössischen deutschen Folklore. Mit derzeit schon weit über 200 Publikationen auf dem beliebten Videoportal Youtube bereichert und erhält der Nordrhein-Westfale den Spirit zentral-west-germanischer Musik mit vorrangig eigenen Kompositionen für die nächsten Generationen.

1470392_1375122732736402_1945416902_nAls Meister und Virtuose an Gitarre und Piano perfektioniert er die Klangkunst in seinem unnach-ahmlichen wie einzigartigen Stil. In seinen nachdenklichen und gerne auch gesellschaftskritischen Texten weist er vehement auf soziale Missstände hin. Immer darum bemüht, die lahmen Schnecken unserer Republik wachzurütteln.

 

Um diesen durchaus ehrenwerten Ambitionen etwas Nachdruck zu verleihen, folgen nun drei seiner bisher stärksten Momentaufnahmen (in loser Reihenfolge):

 Allianz versichert

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Veganer leben ungesund

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Boris Becker Parodie

Ein herzliches Dankeschön für diesen heißen Tipp geht nach Fürth!