Review: YAGOW – s/t (2017)

artwork by Daniel Fuchs & Manuel Wesely

Kann sich noch wer an die Zeit erinnern, in der man das Logo eines Musiklabels mit einem Qualitätssiegel gleichsetzen konnte? Sub Pop war z.B. damals ein solches und CrazySane scheint sich in dieser Tradition momentan als Instanz des guten Geschmacks zu etablieren. Die Releases könnte man blind kaufen. Das neueste Pferd im Stall trägt den Namen YAGOW und zieht  den Hörer hypnotisch in eine Fuzz-getränkte Spirale aus Psychedelica und Shoegaze. Weiterlesen

Review: CLOSET DISCO QUEEN – Sexy Audio Deviance For Punk Bums [EP] (2017)

artwork by Fabian Bremer

They did it again! Im Hause CrazySane Records beweist man auch mit dem dritten Release Geschmack! Diesmal gibt es partytaugliches Ohrfutter vom Schweizer Gitarre + Drums – Gespann CLOSET DISCO QUEEN. Das seit 2014 bestehende Duo hat bereits Konzerte in China, Russland sowie eine Support-Tour mit Baroness durch Europa auf der Haben-Seite. Gespielt wird äusserst energiegeladener 70s Kraut – R.O.C.K., der der Stoner/Retro-Szene zeigt wo’s lang geht! Weiterlesen

Review: PABST – Skinwalker [EP] (2016)

artwork by fabianbremer.com

Fuzzverliebter Neo-Grunge, der den Flirt mit catchy Pop-Hooks ebensowenig scheut wie Ausflüge in hippieeske Gefilde: Ähnlich Souverän wie ihr geistlicher Namensvetter kommen die Berliner Newcomer PABST auf ihrem Debüt um die Ecke. Das EP-Format steht den fünf Coming-of-Age- Hits von Skinwalker dabei ausgezeichnet und macht das Package zu einer erfrischend kurzweiligen und runden Angelegenheit.

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Review: Suns Of Thyme/Cameron Lines/Nürnberg/28.09.2016

Suns Of Thyme Backstage @ MUZ Club – Photo by Stefani Schmid Rincon

Kronleuchter, tiefrote Vorhänge, langsam rotierende Discokugeln und gedimmtes Standlicht nebst überragendem Sound: Der MUZ-Club sollte sich, wie erwartet, als die perfekte Retro-Chic-Kulisse für das psychedelische Mittwochskonzert mit Suns Of Thyme erweisen.

Cameron LinesBevor der Main-Act allerdings die Bildfläche betritt, dominiert der kernige Garage-Rock der etwa zwei Jahre jungen Cameron Lines das Geschehen. Den White Stripes-Vergleich muss man sich als Duo aus Drums+Gitarre einfach mal gefallen lassen. Kommt stellenweise aber tatsächlich recht gut hin. Bereits der Einstiegssong We Don’t Need To Know stellt mit den gelungenen, zweistimmigen Vocal-Harmonien sowie dem wärmstens übersteuerten Fuzz-Sound zwei gute Gründe dar um die Band gern zu haben. Hin und wieder vermisst man zwar den Bass schmerzlich, ansonsten kann man die zwei Boys samt ihrer gemütlichen Holzfälleroptik eigentlich nur sympathisch finden. Der Tuesdays Blues aus Dresden scheint jedenfalls auch bei einem Mittwochs-Publikum prächtig zu funktionieren.

Selbiges quadriert sich noch im Verlauf des 35-minütigen Sets der Vorband auf eine beachtliche und schätzungsweise dreistellige Zahl was nicht wenig verwundert, ist der Headliner doch gerade dabei, seinem Geheimtipp-Status zu entwachsen. Wenn man das bei einer von Musik Express bis FKP Scorpio präsentierten Tour und Release auf Napalm Records nicht sowieso schon längst getan hat… Dass die Berliner sich ihr Standing redlich verdient haben, stellen sie in den folgenden eineinhalb Stunden unter Beweis, von denen allenfalls die letzten 20 Minuten etwas zu viel des Guten waren. Und das alleine will schonmal was heißen!

Suns Of ThymeSuns Of Thyme

Was den Charme der Band gerade live so unwiderstehlich macht, lässt sich nur schwer in Worte fassen, ist dann aber wohl eher im unglaublich präzisen Zusammenspiel als im Austauschen technischer Raffinessen, großer Gesten oder ausladender Hooks zu suchen. Mag sich der Fünfer auch noch so wortkarg und bis auf Organist/Percussionist Tammo Dehn etwas bewegungsfaul geben: Man vermisst nichts! It’s all about the feeling und außerdem bietet die spindeldürre Anatomie diverser Mitglieder auch genug fürs Auge. Oder eben auch nicht…

Suns Of ThymeZwischen hochkonzentriert und losgelöst entrücken die Musiker ihr entspanntes Publikum in ihre detailverliebte Welt aus 70s-Psychedelica, Hippie-Romantik und orientalischen Klang-experimenten. Die Setlist lässt nichts zu wünschen übrig und greift großzügig auf das Material ihrer beiden bisherigen Alben zurück. Der Start mit dem Knaller Do Or Die von der aktuellen Platte Cascades zündet ebenso wie die ‚Klassiker‘ Blue Phoenix TreeSoma – God For Gods oder The Years We Got Are Not Enough von Fortune, Shelter, Love and Cure. Neben dem Mantrabrett Asato Maa sticht heute vor allen Dingen One Song als Highlight aus diesem ersten Schaffenszyklus hervor. Ähnlich gut kommen die Synthieteppiche in Schweben oder das live um einiges organischere Intuition Unbound, die zusammen mit Ich Träum Von Dir, Rush, Kirwani und dem verhältnismäßig flotten In Dreams Awake von der Qualität der neuen Scheibe zeugen. Der düstermelancholische Gothic-Rock von Aphelion beendet das reguläre Set, ehe als Zugabe noch ein wenig gefälliges Geplänkel in den zufriedenen und zu Frieden gekommenen Saal gestreut wird.

Das Suns Of Thyme eine gute Liveband sind, war mir seit dem Void von vor zwei Jahren bewusst. Das sie starke Songs haben spätestens seit ihrem Debüt. Mit einem derartigen Konzert-Highlight wie an diesem Abend hatte ich trotzdem nicht gerechnet. Starke Leistung! Starker Trip!

Alle Live-Photos exklusiv von Ein Bild Mit Dem Mann!

Review: Astral Tide – How Far, Are You Out There? (2016)

Artwork by Nicoletta Dalfin

How Far Are You Out There? Hinsichtlich der Musik von Astral Tide  dürfte sich diese Frage für den Mainstream-Hörer ganz klar mit ‚pretty far out‘  beantworten lassen. Schließlich sind die Wahl-Berliner klanglich in ganz eigenen Sphären unterwegs. Inmitten von lärmenden Hall-Eskapaden gibt sich der Vierer leidenschaftlich dem fiebrigen Spannungsfeld aus Shoegaze, Metal, Spacerock, Post-Punk und Noise-Pop hin. Die selbst gewählte Etikette ‚DoomGaze‘  greift!

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27 Minuten lang suppt einem ein schier uferloses Soundgewitter entgegen. Roh und ungefiltert. Nicht von ungefähr! Die Entscheidung, live zu recorden steht der auf Atmo ausgelegten Gitarrenmusik ähnlich gut, wie der stilsichere Release auf 12inch. Während die Instrumentierung souverän durch unterschiedlichste Emotionslagen führt, kommt das dargebotene Package besonders ansprechend daher, wenn Sänger Matthew Potter von seinem ominpräsenten und leider dezent nervigem JustinSullivan-meets-OderusUrungus-Genöle ablässt und in Schrei-Ausbrüche abdriftet. Nachzuhören auf Mercy Release. Stark auch die experimentellen Ansätze der Vorzeige-Space-Operette Out Of Orbit:

Die Schwere und Kälte der Stücke ist nebenbei bemerkt weniger Zufall denn reinstes Kalkül und gibt das tonale Pendant zum textlich geschilderten Endzeit-Szenario. Wuchtige Klangtundra für Genre-Freunde also, die an trostlos vernieselten Herbsttagen beschritten werden möchte. Würde ich live nicht ausschlagen!

 Anspieltipps: Out Of Orbit, Mercy Release

How Far, Are You Out There? Antworte der Band durch den Erwerb der EP. Pay-What-You-Want-Download oder 12inch. It’s up to you!

Released: 09.09.2016 via Wrongfoot Records

Bilderstrecke: Rock Im Wald Festival/Neuensee/29.-30.07.2016

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Was gäbe es noch über das Rock Im Wald – Festival in Neuensee zu sagen, was nicht schon vor zwei Jahren gesagt wurde, außer, dass sich die Macher treu geblieben sind was den familiären Charme, die Überschaubarkeit, die Qualität der Musikauswahl, die auf allen Ebenen preisliche Fairness und die durchweg gute Organisation anbelangt? Eben! Deshalb erfolgt der diesjährige Nachbericht nicht wie üblich im ellenlangen Text sondern in Form einer umfangreichen Bilderstrecke, die in Zusammenarbeit mit Ein Bild Mit Dem Mann entstanden ist und mit Fotos von CANNAHANN, Honeymoon Disease, Year Of The GoatDead Lord, Bombus, Imperial State ElectricGraveyard, Dead and Stoned, White Miles, Planet of ZeusMANTARUncle Acid and the deadbeats und Kvelertak fast alle Acts des Festivals zeigt. On Top gibt es außerdem noch Impressionen vom sonstigen Geschehen zu begutachten.

Klickt euch entweder direkt hier durch das Bildmaterial oder fahrt euch das Fotoalbum auf Flickr rein. Enjoy!

Rock Im Wald 2016

Unser Dank gilt der Festival-Leitung, die uns bereitwillig Zugang zu allen Bereichen gewährt hat!!!

Selbstbeweihräucherung!

Die ist ob dem Namen dieses Blogs eh omnipräsent. Etwas mehr in diese Richtung nachzutreten sollte aber denke ich dennoch gestattet sein. Voila: Neues Videomaterial von PAULINCHEN BRENNT und CANNAHANN:

Die-Coole-90s-Alternative-Super-Woche!!!

Alternative-Rock-Title

as found on: rantlifestyle.com

Der anhaltende und zumindest in meinem Bekanntenkreis deutlich spürbare wie berechtigte Hype um großartige Neo-Grunge – Bands wie Milk Teeth oder Violent Soho sowie musikalisches Treiben im privaten Bereich gaben mir kürzlich den Anstoß mich einmal wieder auf eine Zeitreise in die 90er zu begeben um nach neuen alten Perlen meines Lieblingsjahrzehnts zu stöbern, die sich im weitesten Sinne dem Alternative/Grunge/Gitarren – Sektor zuordnen lassen. Dabei sollte ich mehr als fündig werden, weshalb ich euch nun kommende Woche jeden Tag einen kleinen Geheimtipp vorstellen möchte.

Sieben Veröffentlichungen aus dem weitgesteckten Feld Alternative also, die vielleicht noch nicht jeder auf dem Schirm hatte. Perfekte, runde, in sich geschlossene Platten sind dabei nicht zwingend zu erwarten. Dafür aber eine ganze handvoll Hits für den kommenden Sommer. Versprochen!

Das dabei allseits bekanntes wie Nirvana ausgespart wird, sollte sich dabei von selbst verstehen. Ich betone nochmals: Geheimtipps aus dem Bereich Alternative/Rock! Keine ‚Best Of 90s‘ Liste oder so…

Ab Morgen geht es in loser Reihenfolge los! Komm doch mit!

CANNAHANN-LP ist raus!

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Artwork by Cany Cartoon / Boozy Bags

Sheesh… auf diesen Seiten geht es derweil immernoch sehr schleppend voran… Action rund um die erste CANNAHANN-LP ist sicherlich einer von vielen Gründen.

Die ist mittlerweile auf Vinyl über Sell Your Soul Records zu haben, komplett auf bandcamp streambar und natürlich jedem straighten Rock-Puristen ans Herz zu legen!

 

 

Die perfekte und selbstverständlich völlig uneigennütze Zeit-Überbrückung, ehe sich dann Ende Dezember hier mal wieder mehr tun dürfte!

CANNAHANN – NN:

Freak Valley 2015!

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Wie es aussieht, werde ich mich einer ordentlichen Jeansjacke (ggf. auch Lederweste) wohl nicht mehr allzu lange verwehren können. Die Stoneraction häuft sich!

Das bisherige Berichten auf derartigen Veranstaltungen (wie z.B. dem Void im letzten Jahr) hat schließlich derartig Spaß gebracht, dass mir das Freak Valley Festival in Sachen Nachholbedarf quasi unumgänglich scheint.

Zur vierten Ausgabe der staubigen Feierlichkeit werden mit Blues Pills, Eyehatod und Orchid auch in diesem Jahr schwere Szenegeschütze aufgefahren. Das überrascht natürlich ebenso wenig, wie auch die rege Ticketnachfrage. Ausverkauft ist das Ding demnach schon längst. Lediglich Restkarten für den Donnerstag sind noch zu haben. Umso schöner, dass man uns vom 04.06. bis zum 06.06. in Netphen den Eintritt gleich im Doppelpack gewährt.

Bleibt also nichts weiteres zu tun, als sich einer ausgedehnten Aufwärmübung in angemessen schweißtreibender Umgebung hinzugeben: