Das ist ihre Leidenschaft, ihre Berufung und ihr Hobby (Ngf008)

Markt

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich mir das Marktgeschehen in Schweinfurt angeschaut. Ein Artikel dazu findet sich (mit leichter Verspätung) in der heutigen F.A.Z. und natürlich auch im Anhang.

Glückliche Gärtnerin im Familienbetrieb / Mairübchen und Pastinaken bescheren viel Arbeit, aber auch zufriedene Marktkunden

„So, ich gebe Ihnen mal ein Mairübchen, zum Kosten. Das ist ein Mix aus Kohlrabi und Rettich, allerdings etwas bekömmlicher und schärft auch nicht so sehr. In dem hier ist zwar ein Wurm drin, aber das macht nichts: Sind schließlich gute Proteine!“ Ein herzhaftes Lachen tönt über den Schweinfurter Rathausplatz, während die Kostprobe dem dankbaren Kunden gereicht wird. Man merkt sofort: Isolde Tietze, die blonde, zierliche Marktfrau mit der grünen Schürze, ist noch vom alten Schlag. Dabei ist ihr das Alter von 55 Jahren nicht anzumerken. Die 38 Arbeitsjahre an der frischen Luft scheinen ebenso jung gehalten zu haben wie die gesundheitsbewusste Ernährung. Für letztere trägt der Familienbetrieb Tietze generationenübergreifend seit der Vorkriegszeit Sorge.

Das heutige Angebot aus 95 Prozent Eigenanbau ist groß. Allein acht verschiedene Tomatensorten reihen sich in grünen Plastikkisten neben Kohlrabi, Rettich, Bio-Eiern, Frühlingszwiebeln oder Zitronen. Daneben sticht bunter Mangold ins Auge. „Das ist so eine Modegeschichte. Ein Trend, der in den letzten Jahren durch Rezepte aus Magazinen und dem Internet gewachsen ist. Wo man früher eher den Stiel gegessen hat, sind es heute die Blätter. Smoothies sind auch so etwas Neumodisches.“ Das heute angebotene Getränk aus Banane, Erdbeere und Salat scheint nicht einmal die ausgefallenste Variante im Sortiment zu sein.

Doch wer erledigt seine Einkäufe in Zeiten von Discountern noch auf dem Markt? „Unsere Kunden sind Menschen, die es besonders frisch mögen. Viele haben dieses Traditionsbewusstsein noch von den Großeltern mitbekommen. Die kommen zwar selbst nicht mehr, aber deren Kinder und Enkelkinder tun es.“ Und Mütter: „Viele lassen die früher beliebten Gläschen mittlerweile im Regal links liegen und bereiten ihre Babynahrung wieder selbst zu. Die süßen und leicht bekömmlichen Pastinaken eignen sich beispielsweise perfekt dafür.“

Auch Isolde Tietze ist Mutter zweier Kinder. Sohn Sebastian entlädt kurz vor sieben den Traktor und frischt die Stände auf. Der 27-jährige Gärtnermeister hat im Familienbetrieb gelernt und garantiert den Fortbestand des Unternehmens. Das Gärtnern als Traumberuf wurde ihm wie auch schon den Eltern in die Wiege gelegt. Und schenkt man seiner Mutter Glauben, ist das auch Grundvoraussetzung: „In eine solche Arbeit wird man hineingeboren, sonst macht man das eigentlich nicht. Es ist eben auch ein Fulltime-Job, bei dem man immer präsent sein muss. Ich möchte nichts anderes machen. Das ist meine Leidenschaft, meine Berufung und mein Hobby. Und wenn das Herzblut dabei ist, dann macht einem auch mal ein bisschen mehr Arbeit nichts aus.“ Ihre Lebensfreude kommt bei der Kundschaft gut an. Lehrerin Dorothee Seidlmayer ist Stammkundin: „Was mir hier gefällt, ist, dass man sich kennt und mit Namen angesprochen wird.“ Die in rote Fahrradkluft gekleidete 55-Jährige wohnt um die Ecke. „Das empfinde ich ebenso als absoluten Luxus, wie auch die Möglichkeit, hier alles in der Form zu bekommen, wie es mir wichtig ist: Ohne lange Transportwege, frisch und unverpackt.“ Auf die Frage, ob sie denn bei Tietze wirklich alles bekomme, was das Herz begehrt, kichert sie. „Gut, am Anfang als ich noch etwas unbedarft beim Marktkauf war, hab ich schon mal verwundert gefragt, ob es denn keine Zuchini gibt. Da hat man mich aufgeklärt, dass manches Gemüse nur saisonbedingt zur Erntezeit im Sortiment ist. Eigentlich logisch, aber so etwas ist man durch Supermärkte gar nicht mehr gewohnt.“ Seit 20 Jahren hält sie dem Stand die Treue. „Ich komme gern hierher, da eine freundschaftliche Atmosphäre herrscht. Als ich mal krankheitsbedingt nicht selbst einkaufen konnte, hat das eine Freundin für mich erledigt. Meine Tasche, die sie bei sich trug, wurde sofort erkannt und ein Blumenstrauß samt Genesungswünschen mit nach Hause geschickt.“

Es dürfte nicht zuletzt solchen Gesten zu verdanken sein, dass sich die Kundschaft auch heute bei Nieselregen kaufbereit zeigt. „Sonnenschein ist natürlich das A und O. Gutes Wetter bedeutet gutes Geschäft. Nicht nur hier am Verkaufsstand, sondern auch in den Gewächshäusern und auf den Feldern.“ Diese liegen zum Großteil auf eigenem Ackerland, aber auch auf gepachteten Parzellen am Ellertshäuser See bei Stadtlauringen. „Der ergibt in Kombination mit dem fränkischen Boden einen Garanten für guten Ertrag.“ Ein Gut, das sich auch die anderen Händler zunutze machen, zu denen man ein freundschaftliches Verhältnis pflegt. „Die meisten hier kenne ich schon seit meiner Kindheit. Mit vielen der Bauern sind wir im Jungbauernverein, der von unseren Großeltern gegründet wurde. Zusammen richten wir das Erntedankfest aus oder teilen uns Geräte.“ Auch wenn in Schweinfurt von den ehemals 60 Markthändlern nur eine Handvoll übrig geblieben ist, ist man bei Tietze zuversichtlich: „Der Beruf wird nicht aussterben. Viele pflanzen wieder selbst und holen sich beispielsweise Kräuter bei uns.“

24h Halloween Marathon!

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Der Deiwel persönlich moderiert das Halloweenspektakel an und hat sich optisch allem Anschein nach am Outfit dieser jungen Herrschaften orientiert.

Halloween steht vor der Tür. Eine Zeit, welche mir immer große Freude bereitet. Nicht, dass ich jetzt groß um die Häuser zieh oder verkleidet auf irgendwelchen Parties auftauche, aber bei herbstlichen Temperaturen und familienfreundlichem Billogrusel, pack ich mich schon ganz gerne mal vor die Kiste und mim die légère Couchpotatoe.

Da das Fernsehprogramm der letzten Jahre meinen hohen Ansprüchen aber schon lange nicht mehr gerecht wird, hab ich mal Youtube durchforstet und so manchen Filmklassiker entdecken können. Gepaart mit Halloween-Specials von einschlägigen Sitcoms der 90er, Cartoonevergreens und Musikvideos entstand so die absolut angsteinflößende, erschreckend schaurige Halloween-Playlist von www.derdanielistcool.de: Ein 24 Stunden satter Marathon, der sich gewaschen hat. Klar, es ist Feiertag, aber da sich die wenigsten (meine Bescheidenheit leider eingeschlossen) soviel Zeit freischauffeln können, gibts weiter unten zum Rosinen picken auch nochmal alles feinsäuberlich und separat gelistet.

Für die Anmoderation dieses Höllenspektakels konnte ich btw. sogar den Fürsten der Finsternis höchstpersönlich gewinnen! Klar, die Ansprache des Belzebubs mag für zarte Gemüter hart zu ertragen sein und zu Fremdschamgalore hoch zehn führen. Und ja: auch ich bin davor nicht gefeit und neige dazu mich angewiedert wegzudrehen. Muss aber wohl so sein: An Halloween hat sich nunmal einfach jeder ordentlich vor allem möglichen zu gruseln. Auch vor sich selbst… Enjoy!

01. Anmoderation – Der Teufel kündigt mit den Worten von Rammstein den irren Lauf an!
02. This is Halloween – Fantastischer Opener aus Tim Burtons‘ Nightmare before Christmas!
03. When Hallowenn was forever – Die Real Ghost Busters bekämpfen Etarnel Halloween!
04. Boo to you too – Pooh Bear im Bienenkostüm und ein tausend Tode sterbendes Piglet!
05. Hocus Pocus – Hexengrusel von Walt Disney in Spielfilmlänge. Sarah Jessica Parker!
06. Thunderkiss ’65 – White Zombie live und VJ Kennedy als Traubenrebe!
07. A Halloween Story – Sabrina, the teenage witch tanzt zeitgleich auf zwei Parties!
08. Halloween – Die 70er Crew steigt in eine verlassene Schule!
09. The Monster Squad – Jugengruppe aus Monsterfans bekämpft Dracula und Konsorten!
10. Oogie Boogie’s Song – Nightmare die zweite. Schmissige Jazznummer!
11. Halloween is Grinch Night – Dr. Seuss‘ bekannter Griesgram im halbstündigen Cartoon!
12. The Haunted Mask – Langzeitepisode aus R.L. Stines aberwitzen Goosebumps – Reihe!
13. The Omen – Kultklassiker um den Schakalenbastard Damien!
14. Michael Jackson’s Ghost – Minimusical das es durchaus mit Thriller aufnehmen kann!
15. First Family of Fright – Klasse Doku über die Munsters!
16. The Crow – Brandon Lees‘ Vermächtnis. Devils Night! Leider nur mit deutscher Synchro!
17. Dead in Hollywood – Murderdollsode an gefallene Gruselgrößen. Hooray for Horrorwood!
18. Halloween Partyfood – Aus einem Kilo Schweinemet modeliert Foodstylist einen Fuß!
19. Trick or Treat – Roseanne verkleidet sich als Trucker und dated ihre Schwester!
20. Carrie – Gilt als eine der besten Stephen King Verfilmungen!
21. Dig up her Bones – Misfits = unumgänglich. Danzig kommt mir trotzdem nicht ins Haus!
22. Frankenweenie – Burton macht Hund zu Frankensteins‘ Monster. Mit Wendy und Bastian!
23. Trick or Treat – Donald Duck vs. Tick, Trick, Track und Hexe!
24. Voll de Deiwel! – Kurzfilm vom Blogger deines Vertrauens. Kult!
25. The Langoliers – Gilt als schlechtere King Verfilmunge. Zu unrecht! 3 Std. Spannung!
26. Halloween – Cosbys‘ zweitjüngster fällt ein Tablett aus der Hand. Creepy!
27. Vincent – Stopmotion Kurzfilm von Tim Burton. Gesprochen von Vincent Price!
28. Plan 9 from outerspace – Ed Woods‘ bekanntester. Für viele der worst movie ever!
29. Nightmare on my street – Will Smith rapt über das Freddy Krueger Theme. Unfassbar!
30. Muppet Show Halloween Special – Mit Gaststar Vincent Price!
31. Teen Wolf – Michael J. Fox mutiert zum Werfolf!
32. The Tale of the twisted Claw – Episode aus der Serie Are you afraid of the dark?
33. The Devil in I – Da ist es wohl passiert… ich mag die neue Slipknot!
34. Halloween 4 – Mein Lieblingsteil. Weil: Da läuft einer mit Maske rum und meuchelt!
35. Pet Sematary – Selten gelangweiltere Ramones gesehen. Trotzdem catchy tune!
36. Haunting of Taylor House – Die Frau des Heimwerkerkings im Möhrenanzug!
37. House on Haunted Hill – I know I’ll always get my thrill in that house on Haunted Hill!
38. Monster Mash – Certainly no Halloween without Bobby Pickett

Der malzig-würzige Geruch begeistert ihn – Ein Interview mit Bierbrauer Ulrich Martin (Ngf004)

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Mein Artikel – bezüglich eines Interviews mit dem Bierbrauer Ulrich Martin – war und ist in der F.A.Z. vom 08.09.2014 zu finden. Hier lesen!

Illustration von Zubinski

Ich wünsche dem netten Herren mit dem leckeren Bier weiterhin viel Erfolg!

Homepage Ulrich Martin

Der Verschwinden der gelben Froot Loops ist cool (XXXisql043)

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Wer kennt sie nicht – die beliebten Froot Loops des Großkonzerns Kellog’s? Als Kind geliebt und lange nicht mehr gegessen, hab ich mir kürzlich mal wieder eine Packung der bunten Cerialien gegönnt – in der Rip-off-Variante des Discounters meines Vertrauens versteht sich – und musste feststellen, dass die gelben Ringe aus dem fruchtigen Clan verstossen wurden. Was auf dem obigen Foto gelb anmuten mag ist tatsächlich grün. Witzigerweise erinnere ich mich sogar noch, wie damals ein kleines Medienspektal in den Werbeblöcken des Kinderprogramms gestartet wurde um die Farbe der Hoffnung in der Frühstücksschüssel willkommen zu heissen. Heute baden da – zumindest in der deutschen Variante – lediglich noch die Farben Lila, Grün und Orange matschig und aufgequollen in der Milch. Das ist natürlich nicht nur mir aufgefallen. Seit mindestens 5 Jahren schon beschwert sich die Kundschaft:

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Wirklich schlau bin ich aus keiner der Forendiskussionen geworden und hab daraufhin selbst eine Mail an Kellog’s gesendet. Hier die ungefilterte Antwort, welche leider gewohnt unspektakulär ausfällt:

"Aus produktionstechnischen Gründen haben wir bei KELLOGG’S FROOT 
LOOPS kleine Veränderungen vorgenommen. KELLOGG'S FROOT LOOPS 
hierzulande sind nicht mit künstlichen Farbstoffen hergestellt, 
sondern erhalten ihre Farbe von Auszügen aus Früchten und Pflanzen 
mit färbender Wirkung. Dadurch können dann allerdings nicht so 
intensive Farbtöne erzielt werden."

Naja, somit wäre wohl auch diese Frage geklärt. Einen Unterschied schmeckt man meiner Meinung nach sowieso nicht und gelb war sowieso nie mein Favourit im Schälchen. So whatever…

Btw. : Wer seine Froot Loops gerne maschinell nach verschiedenen Farben sortiert haben möchte, könnte evtl. in der M&M’s-sorting-machine sein Glück finden:

Der Lino-Lada ist cool (XXXisql017)

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Alter, jetzt wirds mal nur noch köstlich!

Milky-Way-Brotaufstrich anyone? Der meines Wissens nach erste aus der Brotaufstrich-Gattung des mittlerweile schon klassischen Schoko-/Milchcremeduos, weckte einst den unbändigen Wunsch in mir einmal ein Glas in meinen gierigen Händen zu halten, welches nur mit der weissen Milchcreme gefüllt ist. Es sollte gefühlte 20 Jahre dauern bis dieser Wunsch Realität wurde. Man bekommt die weisse Köstlichkeit mittlerweile problemlos bei fast allen Discountern.

Jahre später dann die Nougat Bits Frühstückscerealien. Auch nicht schlecht… doch wäre mir das Ganze mit heller Füllung beinahe noch lieber gewesen… Den schmackhaften und bekömmlichen Vanilla Bits war es zu verdanken, dass auch dieser Wunsch in Erfüllung gehen sollte.

Doch was ist mit dem legendären Kinder Happy Hippo Snack oder seinem geschmacklich stark ähnelndem Cousin Bueno? In diesem Falle kann ich aus zahlreichen Gesprächen bestätigen, dass ich nicht die einzige Person bin, welche die Cremefüllung dieser Köstlichkeiten pur und auch gern Löffelweise zu sich nehmen würde, gäbe es denn die Möglichkeit das zu tun… Und ja, man darf aufatmen: In Kroatien hat die Zukunft bereits begonnen:

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Lino-Lada. Ein Brotaufstrich der seinesgleichen sucht.

  • Nichtsahnend auf einem Urlaubstrip im Supermarkt gefunden
  • Im Glauben es mit einer regulären Milchcreme tun zu haben gekauft
  • Aufs Brot geschmiert und unter Freudentränen verspeist

Nach kurzem philosophieren und nachgrübeln über den Ursprung des doch recht vertrauten Geschmacks, sowie der bereits bekannten Lösung, löste der Verzehr bei einem Mitreisendem sogar Albträume aus. Die Angst, die Creme könnte bereits aufgebraucht sein, lies ihn schweißgebadet erwachen.

Da auch ich den Verlust der Lino-Lada Milchcreme fürchtete, hab ich mir gleich mal was zur Reserve mit nach Hause gebracht. Doch werden auch meine Töpfchen bald aufgebraucht sein…

Die große Kette an Lino-Produkten fordert den Import geradezu heraus. Sammelbestellung? Hook me up!

Kroatien… das Land wo Milch & Jesus fliesst…

Der Mr.Jim ist cool (XXXisql011)

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Bild wurde freundlicherweise von Hr. Gerold der Hosta Group zur Verfügung gestellt

Als ich meine Freitag Nachmittage als frohlockender Jüngling noch von Zeit zu Zeit in der katholischen jungen Gemeinde verbrachte um der neuesten Bravo Hits zu lauschen, misslungene Figuren aus Speckstein herzustellen oder mich für meine neuesten Ösenstiefel von Aldi Süd veralbern zu lassen, aß ich dabei gerne Snack-Riegel wie Snickers, Mars, Mr. Tom oder: Mr. Jim.

Mr. Jim? Da Fuag? Oh yeah, ladies and gentlemen: Kurz vor der Jahrtausendwende hatte der berühmt berüchtigte Erdnussriegel Mr. Tom einen süßen kleinen Bruder namens Jim. Die Blutsverwandtschaft machte sich neben dem unverkennbarem Design vor allem im massiven Einsatz von Erdnuss und Karamell bemerkbar. Doch kleine Brüder wären nicht  welche, wenn sie nicht fähig dazu wären die Charaktereigenschaften ihres Vorgängers derartig zu verfeinern, als das dabei am Ende ein völlig neuer, ja evtl. sogar besserer Typ  herauskommt.

Und im Falle von Jimmy war das absolut der Fall. Neben den von Tom bekannten Erdnüssen kamen noch kandierte Jahrmarktserdnüsse hinzu, um sich in einer Melange aus einer milchigen Caramelcreme zum fröhlichen Stelldichein zu treffen. Selbstredend  war Jim dabei stets in ein Gewand aus feinster Vollmilchschokolade gekleidet.

Nicht nur ich, sondern auch die Produktionsfirma Hosta „war (sich) sicher, dass (ihr) ehemaliger Snack-Riegel Mr. Jim geschmacklich ein absoluter Volltreffer war„.                 Auf Anfrage erhielt ich vom freundlichen Mitarbeiter Hr. Gerold neben dieser Auskunft und dem obigen Götzenbild des Riegels (meines Wissens nach das einzige Fotomaterial von Mr.Jim im Netz, deshalb einfach mal die Verpixelung in Kauf nehmen) auch noch einen Steckbrief zur Verfügung. Ich zitiere die Highlights:

    •  Produkt: Riegel aus Vollmilchschokolade gefüllt mit gerösteten Erdnüssen und lockerem Caramel
    • Differenzierende Produkteigenschaften: Einzigartige Kombination von Erdnüssen, Caramel und Schokolade
    • Positionierung/Markt: Life-Style-Riegel
    • Positionierung/Konsument: Mr.Jim ist der poppige Erdnußsnack mit einzigartiger Geschmackskomposition
    • Zielgruppe: Demographisch: Jugendliche 14-25   Psychologisch: selbstbewußte junge Leute die Spaß am Leben haben

Jesus! Kann man einen Riegel noch köstlicher anpreisen? Wohl kaum… Mr.Jim konnte sich allerdings nicht richtig durchsetzen und mußte somit nach kurzer Zeit wieder eingestellt werden. Und das ist einzig und allein deine Schuld. Du, der du einem kleinen Life-Style-Riegel namens Jim seinen Platz in der Welt durch deine kaltherzige Missachtung verwährt hast. Wann werden wir endlich aufhören uns so etwas anzutun?

Der Himbeerpudding ist cool (XXXisql004)

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Es war ein grauer Herbsttag im Jahr 2006, als mich während der Arbeit der Gedanke an eine leckere Köstlichkeit aus meiner Kindheit beschlich: Himbeerpudding!
Warmer, köstlicher Himbeerpudding! Gern mit kleinen Klümpchen! Oh yeah!

Also gleich nach Feierabend zu Aldi um das ein oder andere Tütchen zu ergattern, doch: Fehlanzeige.

Mit der Hoffnung, dass die Suche sicher nur aufgrund des mageren Discounter-Sortimentes missglückte, versuchte ich mein Glück eben in den Supermärkten der gehobeneren Mittelschicht, doch auch hier: Keine Chance.

Panik machte sich in mir breit. Ich begann damit Kollegen mein Leid zu klagen, dass der begehrte Pudding nirgends auffindbar ist. Die Aussage „Kein Problem, bei uns gibt’s den auf jeden Fall!“ erwies sich als Farce:

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Die Fruchtkaltschale Himbeere von der Firma Komet war sicherlich nett gemeint und die tollkühne Aufopferung meines Kollegen, der loszog um mir eine Freude zu machen einfach nur rührend, aber meine Gier nach dem korrekten Pudding fand damit kein Ende.

Gerüchte, es gäbe besagtes Desert in Tschechien oder bei einer Firma namens Vogeley entpuppten sich als Fehlinfo, das durchforsten diverser Back- und Kochforen als sinnlos. Vielmehr gewann ich die Erkenntniss, dass das rätselhafte Verschwinden  der Süßspeise  nicht nur mich sondern auch andere Menschen bis an den Rand der Verzweiflung trieb.

Umrankt von Gerüchten wie „da waren gesundheitsschädliche Substanzen drin und deshalb hat man ihn vom Markt genommen“ wurde mein Verlangen nur noch mehr geschürt. Geheimnisvolles erweckt schließlich die Neugier!

Wochen und Monate vergingen bis die Vermutung zur bitteren Tatsache wurde:
Es gibt keinen Himbeerpudding mehr zu kaufen!
Naja, manchmal muss man die  Dinge wohl einfach so hinnehmen wie sie sind……….. oder etwa nicht?
Bei einer Stippvisite in die Ortschaft Bierhütte (kein Scherz) im Bayrischen Wald geschah nämlich wenige Monate später das Unerwartete: Himbeer-Pudding! Dr. Oetker Himbeer Pudding!
Hinten im Regal eines alten Tante Emma Ladens stand doch tatsächlich die süße Kös:

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3 Päkchen zu je 37g, ohne Verfallsdatum, aber allem Anschein nach steinalt. 61 Cent hat der Spaß gekostet der meine Stimmung ins unermessliche steigen lies: Nur ich, ich allein war im Besitz des verloren geglaubten Zauberpulvers!

Wieder zu Hause angekommen wurde sogleich eines der magischen Päkchen entweiht. Noch eben durch meinen scharfen Geruchsinn auf Asbest, Milzbrand oder sonstige Chemikalien geprüft, wanderte das Ganze dann alsbald in den Rührtopf um dann in meinem Mund die erhoffte Geschmacksexplosion auszulösen:
Sehr lecker das Ding, aber tatsächlich lies sich ein künstlicher Chemiebeigeschmack nicht von der Hand weisen… kann natürlich auch nur Einbildung gewesen sein.

Kurze Zeit später kündigten mir enge Freunde ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk an : „Du wirst es lieben!“.
Obwohl die Überraschung durch fehlhandeln einer dritten Person dann eigentlich keine mehr war, freute ich mich dennoch über: 1000g Original Pudding Himbeergeschmack:

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Tatsächlich bietet Dr. Oetker nämlich durchaus noch Himbeerpudding an. Allerdings nur noch für sogenannte Großverbraucher wie zum Beispiel für Gaststätten oder Kantinen.

1 KG Himbeerpudding also! Yeah!

Doch wenn ich ehrlich bin, hab ich mir seit ich im Besitz dieses Monstrums bin ca. 2 mal einen solchen Pudding gemacht. Ganz schön erbärmliche Erkenntnis wenn ich darüber nachdenke welchen Aufwand ich seinerzeit getrieben habe um die verschollene Frucht zu kosten.Tja, manchmal ist eben die Versuchung das Verbotene zu tun größer als die Sache an sich.
Als ich nun vor einigen Tagen mal wieder über den Pudding nachgedacht habe, hab ich mich einfach mal direkt bei Dr. Oetker erkundigt warum das Zeug vom Markt kam:

„Im Einzelhandel haben wir diese Geschmacksrichtung 1998 vom Markt genommen, da dort die Nachfrage leider zu gering war.“

Soso…ich weiss ja nicht…. irgendwie hatte ich da doch auf etwas mystischeres gehofft. „Die Geschmacksrichtung wurde vom Markt genommen, da sie keinen Ehering trug hätte mir beispielsweise weitaus besser gefallen.
Der letzte Satz der Mail: „Mit freundlichen Grüßen aus Bielefeld“ lässt dann allerdings doch weiterhin Raum für Spekulationen und Verschwörungstheorien! Gott sei Dank!

  • Die 1000g Packung (die dem Pudding von damals geschmacklick übrigens in nichts nachsteht) von Dr.Oetker erfragt man HIER.