Der Daniel Ist Cruel!

Ich bin wahrlich kein Fan der dritten Jahreszeit. Es ist kalt, nass, dunkelt viel zu früh und man schaut dem geliebten Sommer beim sterben zu. Das einzige was mich am Herbst so wirklich aus der Reserve lockt ist wohl die Halloween-Zeit, bei der man sich gemütlich bei einer Tüte Monster Munch auf die Couch verkrümeln kann um sich vermehrt alte Horror-Flicks, B-Movies, Cartoons und absurde Sticom-Specials zu gönnen. Weiterlesen

Der Mr. T ist cool (XXXisql062)

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Der Daniel ist cool. Das weiß man ja nun mittlerweile. Aber wie es nun einmal so oft ist im Leben, findet man in jedem Lebensbereich, in jeder Tugend, jeder Eigenschaft früher oder später seinen Meister. Und in Sachen Coolness hört dieser Meister auf den klangvollen Namen Laurence Tureaud (beziehungsweise Mr. T). Dessen komplette Karriere basiert nämlich im Grunde genommen einzig und allein darauf cool zu sein.

Eine kleine Huldigung dieser amerikanischen Ikone erschien mir daher mehr als überfällig. Die größten Momente eines derartigen Selbstinszenierungs- und Marketingmeisters zu picken hingegen mehr als schwer. Denn was der Mann auch anfasst, egal ob Malbuch, Strickpulli oder Actionfigur: es ist qualitativ gesehen – äquivalent zu seinem üppigen Halsschmuck – nichts weniger als pures, glänzendes Gold!

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Eine Auswahl fernab von A-Team und Rocky habe ich trotzdem getroffen, die nun in meiner persönlichen Top 3 folgen soll.

#3 MR.T - CEREAL COMMERCIAL

Analog zur eigenen Cartoon-Serie, in welcher eine junge Truppe von Athleten an der Seite von Mr.T durch die Staaten reist und sich dabei so mancher Gefahr (z.B. Haifische) ausgesetzt sieht, selbige aber durch die Hilfe der wortwörtlichen Schlagfertigkeit ihres muskulösen Mentors immer wieder spielend bewältigen kann (z.B. durch Fresse polieren), eroberten 1984 knusprige Frühstücksflocken in T-Shape den US-Markt. Geworben wurde mit diesem Wahnsinns-Clip. It’s cool:

 #2 MR. T - TREAT YOUR MOTHER RIGHT

Es kann einem nur die Spucke wegbleiben, wenn Mr. T in allerbester MC Hammer – Manier den Streitschlichter in  camouflagefarbenen Hot Pants mimt und dabei bellend das Wort Mother Buchstabe für Buchstabe zerpflückt und erläutert. Eine Ode an die Mütter dieser Welt. So treat her right:

Btw.: Wer Mr. T so richtig auf die Palme bringen will, sollte seine Zeit nicht mit dem Beleidigen von Müttern verschwenden sondern am besten unverzüglich zu harten Drogen greifen. Sehr sehenswert in diesem Zusammenhang: die Parodie von Key & Peele, deren Outkast – Sketch man außerdem unbedingt gesehen haben muß!!

#1 FLAVORWAVE TURBO OVEN WITH MR. T

Trommelwirbel für die Nummer 1. Nichts überbietet meiner Meinung nach die Werbung die Mr. T für ein Küchengerät namens Flavorwave Turbo Oven auf die Menschheit losgelassen hat. Sounds too good to be true? That’s what we’re about to discover:

Die deutsche Synchro zur Über-Reklame kann im Übrigen auch einiges!

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Wer wissen will was Mr. T heutzutage so treibt checkt hier, dort und da.

Der Body Bags ist cool (XXXisql060)

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Halloween, The Thing, Escape From New York, Christine, The Fog… die Kassenschlager – Liste von John Carpenters ist schier endlos. Und das sogar berechtigt! Seine Special – Effect – getränkte Bildmalerei ist, nicht zuletzt durch die meist eigenhändig komponierten wie clever arrangierten Scores, einem jeden Kind der Achtziger fest im Bewusstsein verankert. Oftmals im Mittelpunkt seiner meist schaurigen Plots: Der Außenseiter. Egal ob alleine oder in der Gruppe. „Kino der Isolation“  habe ich da mal irgendwo als überordnenden Beschreibungsversuch seines Schaffenswerks gelesen, dem größtenteils ein mit einfachen Mitteln erzeugter Spannungsaufbau zugrunde liegt und seinen Filmen schon alleine deshalb das Prädikat ‚einmalig‘ verleiht. Manchmal aber, kommt man nicht umhin Teile seines Outputs als ‚einmalig schlecht‘ zu betiteln..

Und immer wenn sein Name fällt (jüngst geschehen im immernoch schwer zu empfehlenden Hour Of Goon – Podcast), denke ich zuallererst an einen Schinken der zweiteren Kategorie. Es handelt sich um das schräge B-Movie – Juwel Body Bags aus dem Jahr 1993, welches einst eines der Highlights meiner mittlerweile nutzlos gewordenen und verstaubten VHS-Sammlung war. Im Aufbau Stephen Kings Cat’s Eye nicht unähnlich, featured auch Body Bags drei Horror-Kurzgeschichten, die Carpenter als vermeintlicher Leichenbestatter auch gleich noch selbst unter Nutzung abgegriffenster Flachgags à la Tales From The Crypt anmoderiert.

Während das Segment The Gas Station mehr oder weniger gekonnt das bekannte Serial Killer – Thema (ausgerechnet in der Haddonfield – Area) behandelt, haben es die anderen beiden so richtig in sich! Eye erzählt die Geschichte eines Baseball – Profispielers, der die Hälfte seines Augenlichts verliert und durch eine Transplantation eines Ersatzexemplars sein blaues Wunder erleben muss. Das widerum reicht bei weitem nicht an das heran, was dem abgehalfterten Playboy in Hair blüht. Der unterzieht sich ebenfalls einer Transplantation. Um seinem fortschreitenden Haarausfall entgegenzuwirken. Haarausfall: Voll gruselig! Selten einen solchen Schund gesehen!

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Dennoch: Body Bags krame ich nicht nur wegen seiner Steilvorlage für schlechte Sprüche immer wieder gerne hervor. Auch das Staraufgebot hat einiges zu bieten. So sehen wir das 60er Jahre Model Twiggy an ihren Haaren gefesselt am Tischbein zappeln, Harry Und Die Hendersons – Mutti Molly Cheek beim kläglichen Versuch das Fahrzeug ihres Lovers zu tanken und selbst Horror – Kollege Wes Craven gibt sich in The Gas Station die gekonnt dargebotene Ehre. Dann noch Evil Dead – Schöpfer Sam Raimi als Leiche, Texas Chainsaw Masacre – Produzent Tobe Hooper als Arbeiter in der Leichenhalle, American Werewolf in London – Hauptdarsteller David Naughton als Retter in der Not und und und…

Ein echter Geheimtip für alle, die es sich an verregneten Tagen gerne mit billig-absurd-trashigem 90er – Taschenspielergrusel gemütlich machen. Sehr unterhaltsam!

Und ab das Ding:

Wer Bock hat, sich einen informativen Überblick über den John Carpenter – Katalog zu verschaffen, kann das zum Beispiel mit den folgenden Episoden des seligen Game One Plauschangriffs machen:

Ach ja, ich MUSS DIESES SHIRT HABEN! Bitte!

UND weil es so schön hierher passt: Always remember John Randel / Bisexual Cheerleading Drugatics!

Scabs, Guns and Peanut Butter!

The Frankenstein Drag Queens From Planet 13 – 2001(v.l.n.r. Ikky,It,Wednesday13,Scabs)

David Hughes ist am vergangenen Samstag, den 19.03.2016 im Alter von gerade mal 41 Jahren aus bisher ungeklärten Gründen im Schlaf verstorben.

David Wer?

Nun, Fans dürfte der Musiker dann doch eher als Scabs geläufig sein. Bekanntheit erreichte er unter diesem Pseudonym mit der North Carolina – Horror/Trash/Glam/Punk – Formation The Frankenstein Drag Queens From Planet 13, in deren Endstadium er als Schlagzeuger fungierte.

The Franken…was? Richtig, die kennen eigentlich auch nur Die Hard – Fans des I used to fuck people like you in Prison – Katalogs und Anhänger des vermeintlichen Slipknot – Nebenprojekts Murderdolls oder Wednesday 13. Letzterer frontet(e) die beiden letztgenannten Projekte wie auch die Frankenstein Drag Queens und hat nur warme Worte für seinen ehemaligen Mitstreiter übrig:

Wednesday

Auch October, Hughes‚ letzte Band, trauert und spendet alle Einnahmen, die über ihren Bandcamp-Auftritt eintrudeln zur Finanzierung der bevorstehenden Bestattung:

October

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David Hughes – 2001

Apropos Finanzierung der Bestattung: Eigens hierfür wurde eine GoFundMe-Seite eingerichtet, die bereits die Hälfte des benötigten Budgets erzielen konnte. Wer kann und mag packt mit an!

Mögen die beiden unten aufgeführten Frankenstein Drag Queens – Alben, an denen Hughes beteiligt gewesen ist, zwar nicht  zwingend die stärksten der Band – Diskographie sein, sind und bleiben sie mir dennoch geliebte wie unzählig konsumierte Classics, die mich schon lange begleiten, sicher auch geprägt haben und mit deren Songs ich starke Momente verbinde. Deshalb: Ein dickes SÄRS! und Viva Las Violence an David Hughes!

David wer? David DER:

The Frankestein Drag Queens From Planet 13 – We Have To Kill You (live)



The Frankenstein Drag Queens From Planet 13 – Viva Las Violence (2001)

Wednesday 13’s Frankenstein Drag Queens – 6 Years, 6 Feet Under The Influence (2004)