Der Daniel Ist Cruel!

Ich bin wahrlich kein Fan der dritten Jahreszeit. Es ist kalt, nass, dunkelt viel zu früh und man schaut dem geliebten Sommer beim sterben zu. Das einzige was mich am Herbst so wirklich aus der Reserve lockt ist wohl die Halloween-Zeit, bei der man sich gemütlich bei einer Tüte Monster Munch auf die Couch verkrümeln kann um sich vermehrt alte Horror-Flicks, B-Movies, Cartoons und absurde Sticom-Specials zu gönnen. Weiterlesen

Review: Land of La Bora – We go (2014)

Artwork by Wes Borland

Scott Borland: Ein Name der auf derdanielistcool.de nun schon des Öfteren gefallen ist. Doch selbst unaufmerksamen Besuchern dieser Seite sollte es bei dem Namen Borland schon im Hinterkopf klingeln. Genau: Scott ist der jüngere Bruder des mit Limp Bizkit zum Weltstar avancierten Wes Borland. An den ersten drei Bizkit Alben trägt der mittlerweile 35 jährige nicht unerheblichen Anteil. Viele der Keyboards und Samples gingen seinerzeit auf sein Konto.

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Auch konnte man ihn bereits auf der Bühne mit Bruder Borland bei Big Dumb Face und im Studio mit Vanilla Ice für dessen – erst kürzlich hier besprochenen Platte – Hard to Swallow sichten. Das geplante Projekt Eat the Day – erneut zusammen mit Wes – erblickte leider nie das Licht der Welt und so war es nun an die zehn Jahre still um den Mann. Jetzt allerdings hat der Gute eine fabelhafte EP seines neuen Babys Land of la Bora ins Netz gestellt, welche durch einen Post vom Big Brother über dessen Black Light Burns FB Profil die erste Aufmerksamkeit – auch meinerseits – nach sich zog:

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There you have it. Feiner Zug! Ansonsten hat der auf We go gebotene Sound wenig bis garnichts am Hut mit dem berühmten Familienmitglied und könnte nicht weiter weg sein vom Gitarrengeschrammel der bisher genannten Acts. Vielmehr dominieren bei Land of la Bora die durchweg programmierten Beats, zuckersüßen Synthieflächen und vereinzelt ist auch mal ein wenig Glockenspiel oder Akustikklampfe zu vernehmen. Darüber schwebt die angenehm unaufgeregte Stimme von Scott. Erinnert mich in The What If ein wenig an MGMT und könnte im abschliessenden Grem auch glatt als Soundtrack für ein Computerspiel durchgehen. Zwar nicht zwingend innovativ aber doch sehr gemütlich, sehr poppig und sehr empfehlenswert für frühe Sonntage. Gefällt!

Der Titeltrack allein sollte schon Appetit auf mehr machen:

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Anspieltip: We go

Tracklist:

1. We go
2. The What If
3. Carry The Sun
4. Grem

We Go ist im Stream und als kostenloser Download auf bandcamp zu finden.

Released: 03.05.2014 via bandcamp

Review: Vanilla Ice – Hard to Swallow (1998)

Artwork by Jana Leon

Ende 1998: Vanilla Ice, einst erfolgreiche Pop/Rap – Sensation, erscheint nach vierjähriger Pause und Sinneskrise mit einem großmäuligem Crossoveralbum auf der Bildfläche zurück. Die Sensation: Das Album wurde von keinem geringeren als Ross Robinson produziert, dem Mann, der auch heute noch als der große New Metal – Guru gehandelt wird und maßgeblich am Erfolg der Aushängeschilder Korn, Limp Bizkit, Deftones oder auch Slipknot beteiligt war.

Und alle rieben sich verwundert den Kopf, warum gerade Robinson es für nötig hielt, sich diese vermeintliche Blamage freiwillig anzutun. Die Antwort war eigentlich ganz einfach, wie er anno 2000 dem Metal Hammer zu Protokoll gab:

Hast du jemals bereut, mit Vanilla Ice auf dessen letztem Album 
HARD TO SWALLOW gearbeitet zu haben?
Nein - das war reine Absicht! Fieldy, der Bassist von Korn, sagte, 
dass ich es nicht tun sollte. Er meinte, dass ich blöd wäre, wenn ich 
zusagte - da war alles klar! Das ist meine Art Punkrock... Ich wollte
es als letztes Rap Metal-Album produzieren, die CD sollte der Sarg - 
nagel des Adidas-Rock sein, rein nach der Devise: Wenn Vanilla Ice 
das macht, ist es automatisch uncool. HARDTO SWALLOW war eine 
offensichtliche Provokation. 
Vanilla Ice war von der Idee begeistert... 
                                             (Quelle:Metal-Hammer.de)

Ganz ehrlich? MEGA Aktion! Und apropos Metal Hammer… ich hab da gleich mal zwei Hard to Swallow – Perlen aus meinem Archiv gekramt: Zum einen ein unterhaltsames Interview und zum anderen einen kurzen Zeriss der Platte. Beides verfasst von der ehemaligen Mitarbeiterin Claudia Nitsche.

Für mich als New Metal – Fanboy war die Platte angesichts aller relevanten Gegebenheiten natürlich Pflichtkauf, zumal sich da mit Jimmy Pop Ali von der Bloodhound Gang, Casey Chaos von Amen, Sonny Mayo von Snot / (hed)p.e / Sevendust…, Shannon Larkin von Godsmack… oder Scott Borland von Big Dumb Face auch eine illustere Gästeschar um V-ice versammelte…

Bereut hab ich den Kauf eigentlich nie, da die Platte in seiner Gesamtheit mit allem drum und dran so schön absurd ist. Musikalisch sollte man hier allerdings bei aller Euphorie auch nicht viel erwarten, denn das ist tatsächlich ganz plump zusammengeklauter Mist und das Schlimmste: Absolut langweilig. Die Einstiegsnummer Living macht eigentlich noch einigermaßen Laune und startet auch gleich mit herrlich beschränktem Text:

Here it is, a dope hit, Iceman comin' with a dope hit
Cause a few suckers need their throats slit
Jealous cause I went multi platinum
Now I'm gonna blast you in the head
Till you're dead with my magnum
Danach wartet man eigentlich auch nur noch darauf Ice Ice Baby im New Metal – Gewand serviert zu bekommen und glaubt diesen Punkt auch direkt mit dem Ende von Fuck Me abgehakt zu haben. Dem ist aber keineswegs so, denn der Maestro lässt es sich natürlich nicht nehmen, seine Referenznummer gleich doppelt zu zitieren. Voila:
Too Cold

 

Tatsächlich passiert dann außer dem platten Horny Song eigentlich nichts erwähnenswertes mehr, da auch die lange Featureliste beim besten Willen nichts reisst. Bei allem Hohn & Spott muss man aber auch sagen, dass Hard to Swallow auch niemandem wirklich weh tut. Zumindest ist das Album immer mal wieder eine Ankedote wert um sich in trashigen Diskussionsrunden mal eben lässig in den Mittelpunkt zu spielen! Danke, Vanilla Ice!

 

Anspieltips: Living, Too Cold

Tracklist:
01. Living
02. Scars
03. Ecstacy
04. Fuck Me
05. Valley of Tears
06. Zig Zag Stories
07. Too Cold
08. Prozac
09. S.N.A.F.U.
10. A.D.D.
11. Stompin‘ through the Bayou
12. The Horny Song
13. Freestyle

 

Wer sich das Teil komplett reinfahren will, bei Amazon zum Spottpreis, nachdem er sich von der Kundenrezension „Das ist Hardcore!“  überzeugt hat oder streamt auf Youtube. Ich lege den Kauf dabei sehr ans Herz, denn es macht einfach Spaß das Ding zu besitzen!
Released: 20. Oktober 1998