Review: Ahzumjot & Lance Butters – Die Welle [EP] (2016)

artwork by 27*BUCKS

Gegen den Strom! Passend zur anstehenden Tour haben sich Ahzumjot und Lance Butters nun auch releasetechnisch vereint, um der Szene gemeinsam den Mittelfinger entgegenzustrecken. An Identität und Kreativität fehle es dieser nämlich momentan gewaltig, so sind sich zumindest die Protagonisten einig. Mag man diese Annahme auch nur bedingt teilen bleibt unbestreitbar, dass die beiden Nichtschwimmer mit ihrer Kollabo-EP ordentlich Welle machen.

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‚Was soll ich denn machen? Lass mich den Scheiß einfach hassen!‘ – Und gehatet wird so ziemlich alles was Deutschrap zu bieten hat. Von Der alten Garde über Biter jeglicher Art  bis hin zu Deluxe Boxen und aktuellen Tritt-Trap-Fahrern. Mag thematisch sicherlich etwas einseitig sein, ist aber deshalb nicht gleich weniger unterhaltsam. Wenn Name Dropping auch weitestgehend ausgespart wurde… Dabei könnte zumindest Ahzumjot durchaus Namen nennen, würde es nicht den Rahmen sprengen, wie er selbst auf Respekt befürchtet.

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as found on landstreicher-konzerte.de

Überhaupt Ahzumjot: Weiß der zwar auch am Mic zu überzeugen, sind es vor allem seine reduzierten und düster vertrackten Beatlandschaften, die sein Zutun zur absoluten Bereicherung werden lassen. Passt unglaublich gut zum bewährten Bubblegum-Selfish-Style seines Partners, dessen Fuck-Off-Attitude auf ihn abgefärbt zu haben scheint. Die daraus resultierende Konsequenz ist ein etwa halbstündiger Ignoranz-Schlagabtausch.

Viel länger hätte die Selbstbeweihräucherung der Kritik womöglich auch nicht standgehalten. Das knackige EP-Format ist somit bestens gewählt und mit Respekt, Ok Krass Schade und dem alles überschattenden Titeltrack sind außerdem genügend Bretter am Start, die einen Die Welle surfen lassen wollen und den Kritikpunkt der lyrischen Eindimensionalität schnell vergessen lassen. Zumal das komplette Teil ja sowieso for free zu haben ist!! Wozu also lange rumnörgeln? Ladensedis!

Tracklist:

01 Many Men Von 50
02 Respekt
03 Killes
04 Ok Krass Schade
05 Open Mic
06 Die Welle

Free-Download-Release: 03.10.2016

Der Pop 2000 ist cool (XXXisql008)

As found on Dokujunkies.org

Als ich neulich mal wieder die Jan Delay Neuinterpretation von Nenas „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“ im Shuffle hatte, fiel mir das famose Pop 2000 – Projekt mal wieder ins Gedächtnis, in dessen Rahmen auch erwähnte Single erschien.

Pop 2000: Dass war neben einer CD-Sammlung, vor allem eine 12 teilige Dokureihe die 1999 vom ARD produziert und ausgestrahlt wurde. Die jeweils ca. 40 min langen Folgen beschäftigen sich mit der popkulturellen Entwicklung in Deutschland von den 50ern bis hin zur Jahrtausendwende. Beeindruckende Zeitaufnahmen aus Konzerten, Interviews oder alte Werbeclips vermitteln, was die jeweiligen Generationen geprägt hat.

Zu Wort kommt so ziemlich alles, was in der deutschen Medienlandschaft Rang und Namen hat: Smudo, Dendemann, Blixa Bargeld, Nina Hagen oder The Notorious Krumbiegel, sind nur einige Namen die hier ihren Senf dazugeben dürfen.

In diese Doku ist merkbar viel Liebe gesteckt worden, alleine die Materialsichtung muss Monate gedauert haben! Pop 2000 hat mich damals schon begeistert und entertaint mich auch gerade wieder aufs Übelste!
Wer bei der nächsten Partey z.B. mit fundiertem Wissen über die NDW prahlen will, kommt an dieser kurzweiligen und preisgekrönten Geschichtsstunde wohl kaum vorbei!

Lange Rede, kurzer Sinn: Der ganze Shit ist glücklicherweise auf Youtube geupt und bereit gedigt zu werden! Voila:

Pop 2000 – Folge 1: Halbstark

Angefixt? Kann ich gut verstehen! Bin selbst im Moment des Schreibens bei Folge 6 und meine Musikwunschliste, als auch mein Wissen sind schon enorm angewachsen! Ich glaube ich hab für einen kurzen Moment sogar Krautrock verstanden!

Must watch! Ehrlich! Ich hab mir das garantiert auch nicht zum letzten Mal angesehen!