Review: 20 Liter Yoghurt – L’art D’oublier (2017)

20 Liter Yoghurt aus dem sächsischen Grimma sind leider Gottes mit einem Bandnamen gesegnet, der durchaus eine Hemmschwelle heraufbeschwören kann, die erst einmal überwunden werden will, möchte man sich mit dem musikalischen Schaffen der fünf Jungspunde auseinandersetzen. Mag aber der Name auch noch so sehr nach Deutschpunk – Schrammel – Schülerband riechen: die sich dahinter verbergende Musik kann sich wahrlich hören lassen und versprüht eher den Duft von Teen Spirit.

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Neue Single von Ghost Hours!

Der Kalifornier Ron Fountenberrry, seines Zeichens erfolgreicher Komponist (u.a. für Apple, Sony, Mc Donalds, Twitter…), gönnt sich unter dem Pseudonym Ghost Hours eine Auszeit von seiner musikalischen Haupttätigkeit und serviert mit Head eine entspannt charmante R&B-Nummer, die zum prasselnden Xylophon-Regen und düster gepitchter Stimme zwischen Elektro, Pop und Indie pendelt. Weiterlesen

Review: Hiding – Goofy [EP] (2016)

What the hell is Goofy? Hinsichtlich der bekannten Disneyfigur (f.k.a. Dippy Dawg), wurde diese Frage schon ausführlichst in Stephen Kings Stand By Me diskutiert, ohne jedoch ein zufriedenstellendes Ergebnis zu Tage zu fördern. Will man jedoch klären was es mit Goofy, der ersten EP des frischen Berliner Projekts Hiding auf sich hat, ist die Frage weitaus schneller beantwortet: Acoustic Emo der beruhigenden Sorte! Oder auch soundtrack to your escapism, wie das Duo seine Musik selbst beschreibt.

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Review: Cold Kids – Das Wollen Wir [EP] (2016)

hallo… sehen wir uns endlich einmal wieder – Dabei ist es noch gar nicht so lange her, da haben die Cold Kids ihr erstes Demo-Tape über TrainWreck veröffentlicht und auf Anhieb verzückt. War man beim ersten Höreindruck noch verleitet, die Musik der Bamberger als  ‚Deutschsprachiger-Schrammel-Punk-meets-Kirmes-Synthies‘ zu umschreiben, brachte es der N.D.W.-Vergleich bei genauerer Betrachtung deutlich besser auf den Punkt. Auf der aktuellen 7inch gilt das mehr denn je. Das finden wir nicht nur gut, nein: Das Wollen Wir! Weiterlesen

Review: Ahzumjot & Lance Butters – Die Welle [EP] (2016)

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Gegen den Strom! Passend zur anstehenden Tour haben sich Ahzumjot und Lance Butters nun auch releasetechnisch vereint, um der Szene gemeinsam den Mittelfinger entgegenzustrecken. An Identität und Kreativität fehle es dieser nämlich momentan gewaltig, so sind sich zumindest die Protagonisten einig. Mag man diese Annahme auch nur bedingt teilen bleibt unbestreitbar, dass die beiden Nichtschwimmer mit ihrer Kollabo-EP ordentlich Welle machen.

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‚Was soll ich denn machen? Lass mich den Scheiß einfach hassen!‘ – Und gehatet wird so ziemlich alles was Deutschrap zu bieten hat. Von Der alten Garde über Biter jeglicher Art  bis hin zu Deluxe Boxen und aktuellen Tritt-Trap-Fahrern. Mag thematisch sicherlich etwas einseitig sein, ist aber deshalb nicht gleich weniger unterhaltsam. Wenn Name Dropping auch weitestgehend ausgespart wurde… Dabei könnte zumindest Ahzumjot durchaus Namen nennen, würde es nicht den Rahmen sprengen, wie er selbst auf Respekt befürchtet.

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Überhaupt Ahzumjot: Weiß der zwar auch am Mic zu überzeugen, sind es vor allem seine reduzierten und düster vertrackten Beatlandschaften, die sein Zutun zur absoluten Bereicherung werden lassen. Passt unglaublich gut zum bewährten Bubblegum-Selfish-Style seines Partners, dessen Fuck-Off-Attitude auf ihn abgefärbt zu haben scheint. Die daraus resultierende Konsequenz ist ein etwa halbstündiger Ignoranz-Schlagabtausch.

Viel länger hätte die Selbstbeweihräucherung der Kritik womöglich auch nicht standgehalten. Das knackige EP-Format ist somit bestens gewählt und mit Respekt, Ok Krass Schade und dem alles überschattenden Titeltrack sind außerdem genügend Bretter am Start, die einen Die Welle surfen lassen wollen und den Kritikpunkt der lyrischen Eindimensionalität schnell vergessen lassen. Zumal das komplette Teil ja sowieso for free zu haben ist!! Wozu also lange rumnörgeln? Ladensedis!

Tracklist:

01 Many Men Von 50
02 Respekt
03 Killes
04 Ok Krass Schade
05 Open Mic
06 Die Welle

Free-Download-Release: 03.10.2016

4 Player Co-Op!

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Was hab ich Incubus geliebt… Was feier ich vor allem den cleveren Crossover deren erster Full-Length S.C.I.E.N.C.E. von ’99 noch heute ab… Was aber ist, zumindest aus meiner bescheidenen Sicht, bei den Jungs schon lange die Luft raus…

Richtig Schade! Und einer dieser Gründe mag sicherlich auch im Weggang von Gründungsmitglied und Original-Basser Alex Katunich aka Dirk Lance anno 2003 zu suchen sein, welcher zusammen mit Immernoch – Drummer Jose Pasillas II das unschlagbar funky versierte Rückrat der Band bildete.

Dass besagte Rhythmus-Sektion nach der gemeinsamen Zeit bei Incubus nochmals zusammenfand hab ich erst kürzlich bemerkt, als ich mich mal über den Verbleib des mittlerweile ansonsten musikalisch eher untätigen Katunich schlau machen wollte.

Schon fast drei Jahre ist diese Zusammenkunft nun her. Unterstützt wurde das Duo dabei spannenderweise nicht nur von Jurrasic 5DJ Nu Mark sondern außerdem von Slimkid3, meinem Lieblings – Pharcyde – MC.

Da kommt schon beim Namedropping dieses One – Song – Projekts 90s – Feeling auf, welches konsequenterweise komplettiert wird durch: Videospielthematik! Klar! Der Song Picture Perfect Fantasy wurde inspiriert vom gliederwerfenden Rayman (du weißt schon, dieser Plok! – Rip Off) und auch gleich für dessen Promo produziert und verwendet.

Und ab das Ding:

An eine Vinyl-Version des Songs zu kommen, kann man sich bei Limitiertheit auf läppische 100 Stck. wohl aus dem Kopf schlagen. Digital bekommt man den Track allerdings noch immer kostentlos über Ubisoft, die außerdem auch ein kleines Behind the Scenes zum Stück online haben!

Unterm Strich ganz nice! Würd ich ja gerne mehr von hören… allerdings ohne Saxophon! In diesem Zusammenhang auf das entspannte Kollabo-album von DJ Nu Mark und Slimkid3 zu verweisen ist außerdem nicht unsinnig!

Review: Murs & 9th Wonder – Brighter Daze (2016)

a2590301713_16„It’s Murs and 9th Wonder and we back to fuck it up again!“ Als besonderes Neujahrs-Goody steht das brandneue Kollabo-Mixtape des Rappers Murs und Producer / Rapper 9th Wonder wahlweise gratis auf bandcamp bereit. Der erste Durchlauf der mittlerweise schon sechsten Zusammenarbeit (seit Murs 3:16 – The 9th Edition von 2004) weiß mit gewohnt entspanntem Flair und lockerem Flow über soulige Old School – Beats zu überzeugen.

Gerade die zweite Hälfte der zwölf Songs auf Brighter Daze macht mächtig Bock!         If this should end erzählt nebenher von der anhaltenden Liebe zur N64-Konsole und deren Kassenschlager Starfox und Mariokart, Walk like a god besticht mit lässigem Feature von Rapsody und Propaganda und Otha Fish adaptiert gekonnt den gleichnamigen Pharcyde-Song! Well played! Große Featureliste auch auf No Shots! Spätestens wenn zum Songende hin bekannt wird, dass die Gang um Mac Miller, Vinny Radio und Choo Jackson den Ersatz-Pan Rufio benötigt fühl ich mich abgeholt!

Zum Ende lauscht man in Murs SuperStar gerne noch der Retrospektive des Protagonisten und freut sich, dass 2016 schon jetzt einen ansprechenden Release abgeworfen hat! Weiterhin empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang im Übrigen auch das aktuelle Murs-Album Have a nice life! Solche Releases tragen zweifelsohne zu gewünscht schönem Leben bei!

Anspieltips: No Shots, If this should end, Otha Fish

Brighter Daze im Stream:

Brighter Daze kostenlos downloaden!

Released: 01.01.2016 via bandcamp

 

Review: La Petite Mort / Little Death – Dear Reader.. [EP] (2015)

a4020750811_10La Petite Mort / Little Death, die schrägen Post-Core-Newcomer mit dem Verwirrung stiftenden Doppelnamen, haben mich vor wenigen Wochen über den Liveweg in Darmstadt komplett an die Wand gefahren! Ohne Vorwarnung!

Ein wütendes Screamo-Attentat im klassischen Trio-Lineup. Entfesselt und dreckig runtergerotzt als wäre 1998.

 

Die ersten Aufnahmen liegen nun vor und werden der Erwartungshaltung mehr als gerecht, toppen sie womöglich sogar. Dear Reader.. atmet auf Tracks wie dem Vorzeigestück The Door Is Unlocked (But It’s Burning Inside) oder dem knappen Cave den Spirit früher Escapado oder (klar) Refused. Paper is Patient hingegen erinnert sogar an etwas poppigere Yage. Superkreativ, launisch und mit blutjunger Wut im Bauch! Sturm und Drang! Vorwärts! Dazu sehr fit an den Instrumenten und an der Stimme. Sieben testosterongeladene Songs nebst Intro in angenehm dosierten 21 Minuten. Freunden des Dischord-Katalogs sehr ans Herz zu legen!

Brett!

All Eyes on Rodgau! Hoffe auf baldiges Wiedersehen!

Anspieltips: The Door Is Unlocked (But It’s Burning Inside), Paper is Patient, Fogged Windows

Albumstream:

Dear Reader.. ist über bandcamp wahlweise kostenlos zu haben!

10.07.2015 via bandcamp

Review: Michael Christmas – Is this Art? (2014)

is-this-art-artworkEin dopes Teil hat der junge Bostoner Michael Christmas da kürzlich mit seinem ersten Mixtape ins Netz gefeuert! Und das ganze auch noch gratis!

Humorvoll galant dropt Mickey lässige Bars über sehr relaxte Oldschool-Beats, für welche sich gleich eine ganze Schar verschiedenster Jungproduzenten verantwortlich zeigen.

 

Thematisch gibt der Newcomer vor allem Anekdoten aus dem eigenen Leben zum Besten. Da hätten wir beispielsweise Identitätskrisen, gescheiterte Essensbestellungen, Masturbation, Social Media – Galore, Geld und Mädels. Das der Protagonist gerade mal 19 ist, dürfte nun sicher keinen mehr sonderlich überraschen. Vielleicht aber der Fakt, dass es zu keiner Sekunde peinlich, sondern immer sehr charmant, witzig und unaufgesetzt rüberkommt!?

Punktabzug gibt es bei mir lediglich für das hässliche Cover, welches ich kaum ertrage sowie für die Hip Hop – Krankheit namens Überlänge. 12 Songs hätten es sicher auch getan! Wenn auch nicht sonderlich neu oder innovativ, catcht dieses Mixtape trotzdem ungemein! Dürfte zu Recht seine Freunde finden!

Dringend auch die unterhaltsamen Videos checken!

Favs: Daily, Taco Truck, Y’all Trippin‘

FREE ONLINE RELEASE via audiomack

Neue Peppers – Gratis – Live – EP!

rhcp2013ep_01Wer sich mal wieder gefragt hat was die Chili Peppers so treiben und sich daraufhin auf deren aktueller Homepage mal etwas umgeschaut hat, wird festgestellt haben, dass die Organic Anti Beat Box Band gerade total ausrastet und so ziemlich jede Show mitschneidet und als Download vertickt. Gegen Geld natürlich, aber die Qualität scheint auch dementsprechend zu passen wodurch man das schon rechtfertigen kann.
Jedenfalls gab es unter der Veröffentlichungsflut bereits 2011 auch eine 5 Track – Live -EP die man sich kostenlos gegen die Emailadresse saugen konnte. Nun hat man ganz frisch nachgelegt und war ein weiteres mal gutmütig: Wieder live. Wieder im EP-Format. Wieder 5 Songs. Diesmal gepickt aus dem Zeitraum 2012 – 2013. Und die Songauswahl ist gar famos:

01.Breaking the girl
02.Wet Sand
03.Snow
04.Power of Equality
05.Strip my mind

Keine meiner Urlaubsplaylists kommt ohne auch nur einen dieser Songs aus! Auch wenn mich die letzte Platte und die dazugehörigen 7inches jetzt alle nicht so gekickt haben, finde ich die Band seit dem Einstieg von Josh Klinghoffer zumindest live wieder richtig gut. Auch die zusätlich eingesetzten Livemusiker an Percussion- und Tasteninstrumenten machen die Geschichte rund! Bin mal gespannt auf die nächste Platte, könnte gut werden! Nur bitte kein Bruno Mars Feature…

Live EP hier umsonst runterladen!