Review: The King Of Cons – Sacrifice (2020)

artwork: Felix Pöttinger/Christoph Philadelphia

Schon im Januar haben The King Of Cons ihre neue LP Sacrifice veröffentlicht, die nun endlich auch den Weg auf meinen Schreibtisch gefunden hat. Wer bisher noch nichts von dem aufstrebenden Duo aus München gehört hat, dürfte die Musik von  Franko van Lankeren und Lennart Stolpmann (beide Ex-Talking Pets) beim Anblick des Album-Covers (⇠⇠⇠) vermutlich eher in der EmoTrap– oder HipsterGarage-Ecke verorten und damit schwer daneben liegen. Tatsächlich regiert hier nämlich der Pop. Weiterlesen

Review: Great Good Fine OK – 2M2H [EP] (2015)

Great-Good-Fine-Ok-2M2H-2015-1200x1200 Kein halbes Jahr ist es her, da hat die australische Synthiepopmotte Great Good Fine OK die vier Eier ihrer EP Body Diamond tief in meinen Gehörgängen verscharrt.

Nun ist der Nachwuchs geschlüpft: 2M2H (Too much too handle) heißt das neue Werk! Erneut im vier Song starken EP-Format und erneut bis zum bersten gefüllt mit catchysmoothem Summerfeeling!

 

Das beweist schon der Opener und Titeltrack, der kommenden Sommer in keiner halbwegs vernünftigen Playlist fehlen sollte. Indiedancefloorsmasher mit klasse Hook und der liebgewonnenen, verträumten Säuselstimme von Jon Sandler! Da halt ich es doch gleich mit den Eröffnungsworten: „I think I’m gonna melt away!“

Weiter geht es über das mit funky Gitarren und daumendicken Basssynhties bespickte Without You zum nächsten Highlight: Für Carried Away zitiert man, bei gedrosseltem Tempo, 70s Pop à la Bee Gees und auch die Silhouette eines funky Discojackson glitzert vorm geistigen Auge:

Wessen körpereigenes Pyrheliometer der Globalstrahlungsattacke von 2M2H bisher standgehalten hat, könnte selbiges, spätestens mit Something to Believe In, starker Gefährdung ausgesetzt sehen. Die Geschwindigkeit wird nochmal um gute 10BPM runtergeschraubt und man schmatzt sich zusammen mit St.Lucia genüsslich durch die Troposphäre. Sind die New Yorker mir eigentlich grundsätzlich doch nen Zacken zu schmalzig, funktioniert das hier im Feature ganz ausgezeichnet! Die tiefe Stimme von Jean Philip Grobler gibt tatsächlich ein gelungenes Pendant zu den eher hoch angesiedelten Great Good Fine OK – Vocals. Da kann man denn auch mal getrost über das fürchterliche Saxophonoutro hinwegsehen!

Yeah! Mit dem zweiten Release wurde konsequent und stark nachgelegt und das feine Gespür für sexy Songwriting ein weiteres Mal unter Beweis gestellt! Bleibt definitiv auch weiterhin auf dem Schirm und ich hoffe schwer, dass man dem EP-Konzept die Treue hält, da es genau die richtige Mengendosierung für den Sunshinekick zwischendurch bietet und somit einer etwaigen Übersättigung des Konsumenten gekonnt aus dem Wege geht!

Anspieltips: Too much too handle, Carried Away

2M2H im Stream:

2M2H ist digital über Itunes zu haben!

Released: 16.03.2015

Review: Great Good Fine OK – Body Diamond [EP] (2014)

Great Good Fine OK sind eine relativ frische und vor allem freshe Band aus Brooklyn/Australia.

Was der Herkunftsort in Kombi mit dem Cover der Erstveröffentlichung Body Diamond bereits vermuten lässt, bewahrheitet sich prompt, gönnt man der EP mal einen Durchlauf. Schmissiger Electro-Indie-Dream-Pop, wie man ihn nun schon seit Jahren aus allen möglichen Lagern um die Ohren geballert bekommt.

Demnach hat sich jedenfalls bei mir mittlerweile eine leichte Übersättigung der Formel Synthie meets Falsettgesang eingestellt. Und wenn sich mittlerweile Bands wie Tokio Hotel – zugegebenermaßen recht gelungen – bereits dieses Erfolgsrezept aneignen, lässt sich über die Relevanz softer Dancefloorschmeichler sicherlich streiten.

Dann aber kommt dieses Duo mit einem solch starken Release um die Ecke und belehrt Schwarzseher mal eben eines besseren.

Nicht zwingend neu oder innovativ, aber alles richtig gut gemacht. Die Arrangements wirken sehr durchdacht, bleiben spannend und lassen immer genug Raum für die natürlich klar im Vordergrund stehenen Vocals. Der Opener You’re the one for me und vor allem By my Side sind richtig krasse Ohrwürmer. Letzterer mit funky Bässen, 80s Bläsersätzen und einer unverschämt catchy Hook, die meinen Gehörgang schon seit Wochen liebkost:

Die beiden anderen Titel haben bei mir etwas mehr Zeit gebraucht, da sie einem nicht sofort ins Gesicht springen. Dabei stehen sie den erstgenannten Titeln in Sachen Ehrlichkeit und Herzblut in nichts nach. Witzigerweise wird gerade der Vorabtrack Not Going Home, den ich nach wie vor als den schwächsten der 4 Songs empfinde, in anderen Sphären gerne mal als DER Hit gehandelt. Wie Geschmäcker eben so sind…

Ob mich das auf Albumlänge packen würde, weiß ich beim besten Willen nicht… Als EP aber begeistern mich die Stücke nachhaltig und ich gehe sogar so weit zu sagen, dass Great Good Fine OK das Beste ist, was ich seit langem aus der Richtung hören durfte! Wollen wir mal hoffen, dass die Worte „I’ve given you everything“ aus dem abschließenden Say it all nicht allzu wörtlich zu nehmen sind. Dope!

 Body Diamond im Stream:

Released 07.10.2014 via Neon Gold Records

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