Review: American Head Charge/(hed)p.e./Soil/Wolfborne/Frankfurt/16.10.2014

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Da ist sie nun also, die Chance auf die ich über zehn Jahre gewartet habe: Die Industrialmetalboys American Head Charge live sehen! Dazu noch mit meiner einstigen New Metal-Lieblingscombo (hed)p.e. im Vorprogramm und den in der Metalcommunity zumindest damals schwer gefeierten Soil als Headliner. Für zynische Menschen drei mal Schnee von vorgestern. Musik für Hängengebliebene. Genau unser Ding also!

Das Derdanielistcool.de – Team ist exckusiv vorgeladen und stürzt sich in eine bunt gemischte Menge aus potentiellen Dunkin‘ Donuts – Kunden, Juggalos, Dreadlocks und patchübersähten Kutten. Lokalisiert in Frankfurts‘ schöner neuer Location Zoom. Direkt in der Innestadt, dürfte der Laden wohl einigen noch unter dem Namen Sinkkasten bekannt sein. Reibungsloser Ablauf, Spitzensound und nette Leute sprechen für die Räumlichkeiten! Dazu dem Abendprogramm angepasste Mucke  aus der Konserve von A Perfect Circle, Black Light Burns und Marilyn Manson. Kann natürlich auch der Tourtechniker ausgewählt haben…

Wolfborne

Den Beginn machen nicht wie angekündigt 8 Foot Sativa, sondern Wolfborne aus Vancouver/Kanada. Und wenn ich Kanada höre, muss ich unwillkürlich immer gleich an Nickelback denken. Bezeichnend dann natürlich, wenn die Kapelle doch tatsächlich wie die Band des nasenoperierten Ehemanns von Avril Lavigne auf Drop D. klingt. Grenzwertige Songs wie Sex Sells oder Disturbed-ähnliche Stakkato-08/15-Alternative-Metal-Stücke tun dazu ihr übriges. Immerhin tight und sauber im Spiel, wirken Drummer und Gitarrist bei der Performance bisweilen mächtig gelangweilt. Kann dann lediglich Headcharge-Drummer Chris Emmery begeistern, der beschwipst und allein auf weiter Flur vor der Bühne taumelt und sein bestes gibt um die bisher etwa 50 – 60 Nasen zu animieren. Mit mäßigem Erfolg. Irgendwie arg plump und brav das Ganze. Grober Mist, wenn man mich fragt…

Beautiful people of Frankfurt: (hed)p.e. comes in peace!

Ich hatte mir ja nach meiner letzten (hed)p.e.-Show vor etwa 3 Jahren in Berlin geschworen, dieser stetigen, von der Band selbst vollzogenen Mythosschändung, nie wieder beizuwohnen. Geschweige denn durch Geld zu unterstützen. Wenn die Kapelle allerdings als Support auf dem Billing steht, sieht die Sache natürlich anders aus und ich nehm das gerne nochmal mit. „No one can judge me now!“ heisst es heute im Opener. Ich versuch mich dran!

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(hed)p.e. mit Lieblingsspielzeug

Als die Band um M.C.U.D. – welcher sich zu Beginn selbstsicher und urban im Camouflagelook samt bandana-vermummten Gesicht präsentiert – ihr Set mit dem live ganzokayen No Turning Back vom aktuellen Output Evolution beginnt, bemerke ich sogar, wie ich widererwarten Bock auf die Show bekomme. Die kurz aufgekeimte Euphorie ist allerdings schon beim nächsten Song wieder passé, als die erste, brandneue und unsagbar miese „Punknummer“ den ersten Pogo anzettelt… In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der Track Whitehouse vom 2010er Truth Rising, welcher die Klassikerriege aus Killing Time, Bartender und Blackout kurz unterbricht. Besagte Nostalgierunde animiert zwar sofort zum mitgröhlen und lässt ordentlich Extremitäten im Publikum zucken, zeigt aber gerade auch das größte Problem auf. Nämlich, dass die Hunntington-Beach-Boys – nunmehr auch um den offenbar pausierenden DJ Product vermindert – immermehr zur Selbstparodie verkommen und mehr oder weniger nur noch eine Coverband ihrer selbst sind.

Was ihre Liveshows irgendwie trotzdem zum Entertainment macht, sind die vollmundigen Ansagen von Großmaul und Chefposer Jared, welche einen stets zum Schmunzeln bringen und ein Gefühl von Willkommensein vermitteln. Auch heute Abend. Knüpft er doch gerade zum Frankfurtpublikum eine familiäre Bande:

Thank you beautiful brothers and sisters of Frankfurt. 
You look fuckin' beautiful tonight! My sons' grandmother 
was born in Frankfurt. So it's like we're related. I hope 
you're happy! We're so happy to be here. We just put out 
a record on Pavement Records, that's the Soil - recordlabel. 
It's some heavy fuckin' shit, it's so good. 
We sold out of 'em. Get it on itunes! Play some heavy shit!

Sagt’s und lässt One More Body, das vom Publikum geforderte und durch Roadie „Goose“ gebackupte C.B.C., Renegade, Peer Pressure und das marilynmansonodermeinetweigenaucheurythmicsabgekupferte Raise Hell über die mittlerweile gut angewachsene Zuschauerzahl regnen, welche sich allesamt zu amüsieren scheinen. Ich bin ja jedesmal erstaunt, wieviele Leute mit den neueren Sachen der Band vertraut sind und schäme mich natürlich auch zeitgleich ein bisschen, dass ich jeden Song mitsingen kann…

We brought Bob Marley to town with us!
Don't be mad heavy metal people! It's okay. American Head Charge 
and Soil will be here with some Heavy Metal all night. Right now we're 
going to play some fuckin' Reggae!!!

Shit. Die Raggaversion von The Meadow macht tatsächlich Bock und wirkt so mit dem abschließenden Hold On wie aus einem Guss.

Unterm Strich kommt der Mix aus Nostalgie, Fremdscham und köstlichen Ansagen sehr unterhaltsam und macht das 45 minütige Set sehr, sehr kurzweilig! Band und Publikum hatten sichtlich Spaß und als Supportact könnte ich mir deutlich schlechteres vorstellen. Das (hed)p.e. ihren Zenit aber schon seit Jahren überschritten haben, können sie auch heute nicht kaschieren. Im Endeffekt also alles wie erwartet…

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AHC – Crowd

„Beautiful“ brothers and sisters of Frankfurt…

American Head Charge
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Karma / American Head Charge

Von American Head Charge allerdings hab ich mir da schon etwas mehr erwartet. Wie sehr ich allerdings bedient werden würde, hätte ich niemals erwartet. HO-LY-SHIT! Um es gleich vorweg zu nehmen: Was die neuformierte Band aus Minneapolis an diesem Abend auf die kleine Clubbühne zimmert, zieht einem glatt die Schuhe aus! Eine der besten Shows die ich seit langem gesehen habe! Absolut tight, drückend und überraschend unpeinlich. Dazu noch die auf ganzer Linie überzeugende Stimme von Cameron Haecock. Ich habs ja schonmal gesagt: One of the best there is in this business…

Krass wie problemlos der mittlerweile krass abgemagerte und wortkarge Typ zwischen derbem Metalgeshoute und flächigen Harmonien hin- und her switcht. Blickfang außerdem: Gitarrist Karma, der seit The Feeding zur festen Instanz gehört und schon während des Bühnenaufbaus den Badboy mimt indem er bitterböse Blicke, ordinäre Gesten und verbale Beleidigungen gen Publikum schickt. Auch wenn sich das jetzt albern und panne anhören mag: Das war schon sehr überzeugend und angsteinflößend. Hab ich in der Form höchstens noch bei MSI-Gitarrist Steve Righ? erlebt…

Dreckig-gefährlich natürlich auch die Musik, die fast wie auf Platte aus den Boxen drückt und von Beginn an frenetisch abgefeiert wird. Bereits der Einstieg mit All wrapped up vom Debutalbum killt nur noch! Über den fetten Brei aus drückend lärmendem Metalriffing kreischen und schmatzten die Samples und Störgeräusche von Keyboarder Justin Fouler. (neben den Vocals für mich ja schon immer das Highlight dieser Band). Umso erfreuter war ich natürlich, als mir das nette Kerlchen anschließend verklickerte, dass die Truppe es gerade, zumindest für die Aufnahmen zum neuen Album, in Erwägung zieht, den 2002 geschassten Soundmaniac Aaron Zilch wieder ins Boot zu holen!!

Bekanntes Material gab es überraschend wenig. Neben Dirty und natürlich Just so you know, kam lediglich noch das grandiose Writhe (Opener der aktuellen EP) zum Zug. Die restlichen 3 Songs waren brandneu, größtenteils sehr, sehr heavy und hätten in dieser Form auch problemlos auf The War of Art zu finden sein können. Auch wenn es ruhig noch ein paar Hits mehr hätten sein dürfen, ist das ebenfalls um die 40 Minuten lange Set absolut perfekt und fährt alles andere an diesem Abend sowas von an die Wand! Damn, freu ich mich jetzt auf die kommende Platte! Mit American Head Charge ist tatsächlich noch zu rechnen!!

Soil

Wenn nun allerdings We will rock you den Auftritt von Soil ankündigt, verlässt einen die Lust ja schon ein wenig. Die Band allerdings gibt von Beginn an mächtig Gas und versteht es alle Wacken– und G.O.N.D. – Shirtträger, sowie sämtliche Kuttenrocker von der ersten Sekunde an zu begeistern. Von Halo vielleicht mal abgesehen, den ich mir unter Umständen in einem unbeobachteten Moment klammheimlich reinfahren würde, hat mich die Chicagoer-Formation nie packen können. Bevor man auf diesen sicherlich eher zum Schluss angesiedelten Hit wartet, spielt man dann doch lieber Fanboy und nutzt die Zeit für gemütliche Schnacks und Shakehands mit den Mitgliedern der vorangegangenen Bands und lässt den Abend mit einer schönen, anschließenden Fahrzeug- Licht- und Rauschmittelkontrolle der Frankfurter Polizei ausklingen. 0.00 Promille… Facettenreicher Abend mit vielen zufriedenen Gesichtern!

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Hangin‘ out with A.H.C. and (hed)p.e.

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Time for some (hed)charge!

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Morgen Abend wird wunderbar untrue in Frankfurt abgemetaled! Wie bereits berichtet, zieht die muntere Karawane aus American Head Charge, (hed)p.e., Soil und 8 Foot Sativa durch die Lande um so zu tun, als wäre die Entwicklung der Gitarrenmusik etwa 2003 stehengeblieben.

Derdanielistcool.de hat das große Glück im Doppelpack Bericht erstatten zu dürfen! Ein großes Dankeschön schonmal an dieser Stelle! Vom frühen Schaffen der beiden Erstgenannten bin ich ja bekannterweise immernoch großer Fan (siehe hier oder da). Dementsprechend hocherfreut und gespannt bin ich natürlich auf den morgigen Abend! Stellt sich lediglich noch die Frage in welchen Fummel man sich schmeissen soll…

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Du, als werter und mir teurer Leser hast natürlich Mitentscheidungsrecht. Check dafür den abartig guten Voting Poll!!!

Review: (hed)p.e. – Broke (2000)

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Cuz everybody talking about that new sound crazy but it’s still hip hop to meTrue that! Ein großes Problem war glaube ich immer, dass man die Band vor allem aus dem Metal- und nicht aus dem Rapblickwinkel betrachtet hat. Auch auf dem zweiten und zeitgleich erfolgreichstem Output der Band überwiegen die Hip Hop Elemente. Würde Busta Rhymes mit Gitarren arbeiten, könnte das Endergebnis wohl wie Broke klingen (auch wenn die traurige Wirklichkeit dieser Vorstellung da bekanntermaßen anders ausfällt…).  Im Vergleich zum Debut hat man im Sound arg ausgemistet und den Fokus auf die Vocals gelegt. Gemäßigter und präziser sind die Songs. Songs? Genau, auf Broke gibt es richtige Songs. Hits. Mit klar definierten Strukturen, catchy Refrains und dem wahrscheinlich knackigsten Gitarrensound der Jahrtausendwende!

Vom Opener Killing Time über Feel God (feat. Serj Tankian von SOAD, sowie Morgan Lander von Kittie) bis hin zur kleinen Erfolgsingle Bartender, herrscht auf der ersten Albumseite erstmal nonstop Partystimmung, die dann in der unverschämt guten Biggy-Hommage Crazy Legs gipfelt!

 (hed) p.e. oh can’t you see? Sometimes your shit just hypnotize me

Hypnotisch gut wird es dann tatsächlich beim elektronisch, experimentellen Pac Bell, ehe dann doch noch ein wenig Füllmaterial durchsuppt. Jesus (of Nazareth) beispielsweise wirkt durch theatralische Kornanleihen gerade auf textlicher Basis etwas albern. Live trotzdem dope! Zum Abschluss kommt dann noch das wunderschön poppige Stück The Meadow beinahe ein wenig Peppers-like daher. Klasse Abgang einer starken Platte, die MTV eigentlich hätte lieben müssen und Limp Bizkit und Konsorten auch aus heutiger Sicht locker in den Schatten stellt.

Leider die letzte Großtat dieser Band, die in der Phase des Nachfolgealbums Blackout (2003) zuerst Richtung Mainstream schielte, danach von Jive gedropped wurde und daraufhin allmählich in ihre Bestandteile zerfallen sollte.

Der traurige Rest von hed, bestehend aus Jahred, Mawk und DJ Product ist noch bis heute mit leichtem Revolving-Door-Lineup aktiv. Die Alben Only in Amerika (2004) und Back to Base X (2006) können zumindest partiell überzeugen, wenn man die Sache mit Humor nimmt und sich nicht zu arg an den hirnrissigen Texten stört. Heute ist von den früheren Glanztaten allerdings wenig bis nichts übrig geblieben. Wenn sie nicht gerade Bob Marley covern, gleicht das was die Jungs jetzt treiben oft eher einer schlechten Bad Brains meets Suicidal Tendencies – Parodie und macht einen in großer Regelmäßigkeit einfach nur noch fassungslos. Live dennoch auf absurde, unerklärliche Art und Weise irgendwie unterhaltsam… muss an den Ansagen liegen…

Was die anderen ehemaligen Mitglieder heute so treiben? Gitarrist Westyle war danach lange live bei Korn, mehr oder weniger hinter dem Vorhang aktiv und betreibt neuerdings ein Programm Namens Rock Solid Recovery, bei dem es darum geht Junkies mit Hilfe von Musik von der Sucht zu befreien.

Chizad, ebenfalls Gitarre, war später bei Human Lab und Duress tätig. Heute spielt er noch vereinzelt Acoustic-Shows. Sowohl mit Partner bei The Pharmacy Keys, als auch solo. Genannte Solosongs kann man sich btw. hier umsonst downloaden.

Drummer B.C. blieb meines Wissens nach dem Split musikalisch inaktiv und fährt nun viel Quad mit seinen Söhnen…

Die neue Platte Evolution ist btw. seit einigen Tagen auf dem Markt (diesmal auch Minus DJ Product…) und klingt so.

Bartender

Killing Time



The Meadow

Interview 2001 mit Chizad + Mawk

Albumstream

Wer Broke nicht nur streamen, sondern gleich in physikalischer Form sein Eigen nennen möchte, wird auf amazon schon für wenige Cent fündig… Lohnt sich hier übrigens richtig, da sich auf der Scheibe noch ein Promovideo über die Entstehung der Platte und der Bonustrack Bad Dream befindet. Allem Anschein nach auch auf Vinyl zu haben… aber mir leider noch nie untergekommen… Außerdem auch immer die Augen nach der Meadow-Single offen halten. Mit 2 leckeren Liveversionen von Firsty und Bartender!

Released: 22.08.2000 via Jive

Review: (hed)p.e. – Self titled (1997)

Artwork by DJ Product

Das ganze Guitar meets Rap – Ding ist ja immernoch ein heikles Thema, läuft man bei dessen Gutheißung doch stets Gefahr lauthals ausgelacht zu werden – sofern man nicht gerade über die erste RATM oder den Judgment Night Soundtrack philosophiert. Crossover oder gar New Metal gilt im Volksmund als fürchterlich und das kann man dank solcher Genies wie den H-Blockxx, Infectious Grooves oder den unsäglichen Body Count auch wirklich niemandem übel nehmen.

 

Auch (hed)p.e. aus Hunntington Beach setzen – seit nunmehr schon über 10 Jahren – allem Anschein nach auch wirklich alles daran, damit dieser Ist-Zustand unverändert bleibt, wie solch aktuelle Beispiele zweifellos belegen. Schade eigentlich, denn es gab mal Zeiten, da war die Truppe bei Jive gesignt, stand p.e. noch für planetary evolution, nannte man den eigenen Musikstil noch G-Punk und warf man mit dem 97er Debut die vielleicht bestmögliche Variante aus Hip Hop und Rock auf den Markt (um diesen Titel ringt es meiner Meinung nach allenfalls noch mit dem Nachfolger Broke).

Kaum ein artverwandter Act vermochte es dabei vor allem den Hip Hop-Part derart gut zu verkörpern, wie es die Orginalbesetzung um M.C.U.D. seinerzeit tat. Dem konnte man damals – im Gegensatz zu Kollegen wie Freddy D – die MC-Nummer durchaus noch abnehmen. Dazu eine arschtighte, punktgenaue Rhythmusgruppe, ein perfekt aufeinander abgestimmtes Gitarrenduo, rougher DJ sowie Texte über UFOs, Marihuanakiffjoints und Bitches. Selten hörte man Menschen schöner gemeinsam musizieren!

Lieblingstrack und Herzstück der Platte bleibt für mich der Headnoder Darky  – mit spacigen Whammys und einer der dirtiest Basslines ever! Back in the days btw. auch live der Übershit! Damn, check out the colors man:

Ähnlich schmoove Ken 2012:

Weitere Knaller sind nicht schwer ausfindig zu machen, denn bis auf die letzten zwei bis drei Stücke überzeugt die Platte sonst auf ganzer Linie. Serpent Boy und das punkige Firsty dürfen sich desweiteren hervorhebungswürdig schimpfen lassen.

Mir bleibt nichts weiteres zu sagen, als das ich mich scheiße cool fühle wenn ich dieser Wahnsinnscheibe lausche. Ist und bleibt der Shit und somit dringende Empfehlung! Learn it! Love it! Um abschließend erneut Darky zu zitieren:

If I drop the bomb pick it up…

 

Ground

Interview

Albumstream

Schon ab einem Cent auf Amazon zu haben. Bei Mehrbedarf unbedingt die dem Debut vorrausgegange Demoscheibe Church of Realities auschecken! Wer es vermag, mir davon eine Hardcopy zu beschaffen, möge auf ewig gebenedeit unter den Frauen sein!

Released: 12.08.1997 via Jive

2 bis 3 Wochen nix erwarten!

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Der Daniel ist erstmal für 2 Wochen on the road. Also nicht wundern wenn sich hier nix tut. Zu bald kommenden Stories über Kobolde, Fährmeister, Marktfrauen und der weiteren, angekündigten Auseinandersetzung mit den New Metal – Perlen von (hed)p.e. und Powerman 5000, darf man danach außerdem mit Geschichten über wilde Hengste und Flamingos rechnen!

Apropos Flamingos… da würd ich doch glatt mal das finale Lebenszeichen meiner alten Kapelle Jaked off Shorts and loaded Heads in die Runde werfen! Schließlich stand das Edeltier Pate für unsere letzte EP Flamingo Room. Und zwar nicht zu knapp:

Btw.: Wem die Jaked off – Mucke getaugt hat, darf sich gern bei mir ein Gratis Exemplar ordern (sersn@derdanielistcool.de) und sich vorraussichtlich ab Ende diesen Jahres auf ähnliches freuen!

Bis Baldrian!

Tonite I’m gonna party like it’s nineteen ninety-nine!

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Selten hatte Prince mehr Recht, denn in Bälde geben sich gleich 4 Bands aus der zweiten Riege des New Metal die Ehre sich live auf hiesigen Bühnen zu zeigen um den vergessenen Flair der Jahrtausendwende zu versprühen: American Head Charge (kurz AHC), Crazy Town (kurz CXT), Powerman 5000 (kurz PM5K)  und (hed)p.e. (kurz hed). Und bis auf letztere ist das bei jeder der Combos mal locker 10 Jahre her…

Doch damit nicht genug der Gemeinsamkeiten, denn sie alle haben ihren Zenit weit überschritten, denken nicht ans aufhören und machen stattdessen mittlerweile halbgare Sachen. Die einen mehr, die andern weniger… Böse Zungen mögen ja behaupten das wäre bei genannter Spezies auch schon immer  der Fall gewesen… In diesem Punkt bin ich natürlich absolut anderer Meinung und werde deshalb den genannten Künstlern demnächst ordentlich Tribut zollen! CXT gabs ja neulich schon…

Auffällig auch das keine der Bands auch nur ansatzweise in Originalbesetzung spielt. Bringen es AHC zumindest noch auf 4 Gründungsmitglieder (von ehemals 7) sind es bei hed nur noch 2 (von ehemals 6) und bei den anderen beiden jeweils nur noch die Frontmänner mit komplett neuen Besetzungen. Stellt sich also auch die Frage inwiefern es sich unter solchen Umständen dann nicht eher um Coverbands handelt…

Mir ist es den Spaß natürlich trotzdem wert und ich gedenke mir die ein oder andere Show reinzufahren (natürlich inklusive ausführlicher Berichterstattung). Nach der letzten hed – Show hab ich mir zwar geschworen diese Band nicht mehr weiter zu unterstützen, aber wenn sie schonmal mit AHC (die glaub ich tatsächlich noch ganz sehenswert sind) zusammen auf Tour kommen, nehm ich mir das Trauerspiel doch gerne nochmal mit! Ja, richtig verstanden: American Head Charge und (hed)p.e. kann man sich an einem Abend zusammen rein fahren! PM5K und CXT zumindest geimsam auf einem Festival! Hier alle relevanten Dates im Detail angereichert mit Clips aus ihren besten MTV Tagen (natürlich keineswegs mehr repräsentativ…):

American Head Charge + (hed)p.e. (+ Soil + 8 Foot Sativa)

09.10. Bochum / Matrix
10.10. Mannheim / Alte Seilerei
15.10. Augsburg / Kantine
16.10. Frankfurt / Zoom

American Head Charge – All wrapped up



(hed)p.e. – Killing Time

Tickets liegen bei 20 – 25 Öcken im VVK. Günstig für 4 Amibands!

Crazy Town

08.06 Nürburg / Rock am Ring
09.06 Nürnberg / Rock im Park
10.06 Hamburg / Knust

Crazy Town – Toxic

Tagestickets für die Festivals sind natürlich immernoch bei beeindruckenden 89,50 €.
Tickets für die Knust-Show sind da mit 26,90 € schon erschwinglicher!

Powerman 5000

Ebenfalls zu Gast bei Rock im Park und Rock am Ring. Genauere Spieltage oder sonstige Dates in der Gegend scheinen nicht bekannt zu sein… Schade eigentlich..

UPDATE: Die Jungs sind als Support von Rob Zombie am 11.06 im Skaters Palace zu sehen!

Powerman 5000 – Nobodys Real

Na dann ran an die Buletten! Ich lach mir schonmal freudig ins Fäustchen während ich meine New Metal-Shirts frisch bügel und meine CD-Booklets schonmal für Signaturen sortiere! Falls wer Interesse hat mich wohin zu begleiten… hook me up! Sonst bleibt vorerst nix zu sagen ausser das PM5K und AHC gerade Crowdfundingkampagnen am laufen haben um neuen Mist zu veröffentlichen! Einmal Hier und Einmal Hier! Sieht nicht sonderlich gut aus…

AchjaeinHinweisnoch: Wer die Nu Metal Mütze nicht vollbekommt geht mal wieder Limp Bizkit anschauen. Zusammen mit der Stimme aus der Gosse am Hockenheimring… Ich bin immernoch sprachlos…

Review: Vanilla Ice – Hard to Swallow (1998)

Artwork by Jana Leon

Ende 1998: Vanilla Ice, einst erfolgreiche Pop/Rap – Sensation, erscheint nach vierjähriger Pause und Sinneskrise mit einem großmäuligem Crossoveralbum auf der Bildfläche zurück. Die Sensation: Das Album wurde von keinem geringeren als Ross Robinson produziert, dem Mann, der auch heute noch als der große New Metal – Guru gehandelt wird und maßgeblich am Erfolg der Aushängeschilder Korn, Limp Bizkit, Deftones oder auch Slipknot beteiligt war.

Und alle rieben sich verwundert den Kopf, warum gerade Robinson es für nötig hielt, sich diese vermeintliche Blamage freiwillig anzutun. Die Antwort war eigentlich ganz einfach, wie er anno 2000 dem Metal Hammer zu Protokoll gab:

Hast du jemals bereut, mit Vanilla Ice auf dessen letztem Album 
HARD TO SWALLOW gearbeitet zu haben?
Nein - das war reine Absicht! Fieldy, der Bassist von Korn, sagte, 
dass ich es nicht tun sollte. Er meinte, dass ich blöd wäre, wenn ich 
zusagte - da war alles klar! Das ist meine Art Punkrock... Ich wollte
es als letztes Rap Metal-Album produzieren, die CD sollte der Sarg - 
nagel des Adidas-Rock sein, rein nach der Devise: Wenn Vanilla Ice 
das macht, ist es automatisch uncool. HARDTO SWALLOW war eine 
offensichtliche Provokation. 
Vanilla Ice war von der Idee begeistert... 
                                             (Quelle:Metal-Hammer.de)

Ganz ehrlich? MEGA Aktion! Und apropos Metal Hammer… ich hab da gleich mal zwei Hard to Swallow – Perlen aus meinem Archiv gekramt: Zum einen ein unterhaltsames Interview und zum anderen einen kurzen Zeriss der Platte. Beides verfasst von der ehemaligen Mitarbeiterin Claudia Nitsche.

Für mich als New Metal – Fanboy war die Platte angesichts aller relevanten Gegebenheiten natürlich Pflichtkauf, zumal sich da mit Jimmy Pop Ali von der Bloodhound Gang, Casey Chaos von Amen, Sonny Mayo von Snot / (hed)p.e / Sevendust…, Shannon Larkin von Godsmack… oder Scott Borland von Big Dumb Face auch eine illustere Gästeschar um V-ice versammelte…

Bereut hab ich den Kauf eigentlich nie, da die Platte in seiner Gesamtheit mit allem drum und dran so schön absurd ist. Musikalisch sollte man hier allerdings bei aller Euphorie auch nicht viel erwarten, denn das ist tatsächlich ganz plump zusammengeklauter Mist und das Schlimmste: Absolut langweilig. Die Einstiegsnummer Living macht eigentlich noch einigermaßen Laune und startet auch gleich mit herrlich beschränktem Text:

Here it is, a dope hit, Iceman comin' with a dope hit
Cause a few suckers need their throats slit
Jealous cause I went multi platinum
Now I'm gonna blast you in the head
Till you're dead with my magnum
Danach wartet man eigentlich auch nur noch darauf Ice Ice Baby im New Metal – Gewand serviert zu bekommen und glaubt diesen Punkt auch direkt mit dem Ende von Fuck Me abgehakt zu haben. Dem ist aber keineswegs so, denn der Maestro lässt es sich natürlich nicht nehmen, seine Referenznummer gleich doppelt zu zitieren. Voila:
Too Cold

 

Tatsächlich passiert dann außer dem platten Horny Song eigentlich nichts erwähnenswertes mehr, da auch die lange Featureliste beim besten Willen nichts reisst. Bei allem Hohn & Spott muss man aber auch sagen, dass Hard to Swallow auch niemandem wirklich weh tut. Zumindest ist das Album immer mal wieder eine Ankedote wert um sich in trashigen Diskussionsrunden mal eben lässig in den Mittelpunkt zu spielen! Danke, Vanilla Ice!

 

Anspieltips: Living, Too Cold

Tracklist:
01. Living
02. Scars
03. Ecstacy
04. Fuck Me
05. Valley of Tears
06. Zig Zag Stories
07. Too Cold
08. Prozac
09. S.N.A.F.U.
10. A.D.D.
11. Stompin‘ through the Bayou
12. The Horny Song
13. Freestyle

 

Wer sich das Teil komplett reinfahren will, bei Amazon zum Spottpreis, nachdem er sich von der Kundenrezension „Das ist Hardcore!“  überzeugt hat oder streamt auf Youtube. Ich lege den Kauf dabei sehr ans Herz, denn es macht einfach Spaß das Ding zu besitzen!
Released: 20. Oktober 1998

 

Der Failure ist cool (XXXisql025)

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as found on www.facebook.com/failureband

Der Reunion-Wahn geht weiter! Die heutigen Kanditaten: Failure!
Ich bin ja generell kein großer Freund von solchen aufgewärmten Geschichten und stehe dem Großteil der Reunions weiterhin mit gemischten Gefühlen gegenüber (Rage Against the Machine, At the Drive In, Refused…), lass mich jedoch auch jederzeit eines besseren belehren (Faith No More, Der Wolf)!

Allerdings sieht die gängige Reunionvariante leider so aus: Satte Ex-Rockstars zerstören ihren eigenen Heldenstatus, indem sie fernab von früheren Leistungen und Erfolgen agieren. Man fragt sich dann zun Recht was das soll, da in 95% der Fälle eh schon alles gesagt und der eigentliche Schlußstrich nicht selten mehr als gut gewählt wurde.

Wenn es allerdings um Failure (die Band um Keanu Reeves-Look-a-Like Ken Andrews und einstige Brötchengeber des heute sehr gefragten Troy van Leeuwen) geht, muss man die Sache von einem völlig anderen Blickwinkel aus betrachten! Die Band erlangte ihren Kultstatus nämlich erst nach dem Split 1997 und konnte somit nie die Früchte ihres Erfolges ernten. Failure blieben der ewige Geheimtip, dessen Kultstatus vor allem durch die Bewunderung zahlreicher Musikerkollegen wie A Perfect Circle, Finch oder Melissa auf der Maur über die Jahre nach der Trennung kontinuierlich wuchs und nun eben im Comeback gipfelt!

Fest geplant ist erstmal nur ein Konzert am 13.02.2014 in Los Angeles. Zukünftige Aktivitäten sind allerdings laut diesem aktuellen Interview mit der Spin durchaus zu erwarten!

Ex – (hed)p.e. – Gitarrist Chizad freut sich jedenfalls und geht zur Show:

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Und ich tu es glaub ich auch, also mich freuen, mein ich. Jedenfalls bin ich gespannt was da kommt und habe das Gefühl, dass die Band das würdevoll über die Bühne bringen wird.

Warum genau man Failure nun kennen und lieben sollte, liest man am besten in den Reviews zu ihren beiden essentiellen Platten Magnified und Fantastic Planet! (Das Debut Comfort lass ich mal aussen vor…)

 

"They're gonna have fun now - don't fight it"