Two Hours with Matt Pinfield!

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Wer die goldene MTV-Ära zu schätzen weiß, sollte ihn auf jeden Fall kennen: Matt Pinfield, fleischgewordene Musikenzyklopädie und neben Kennedy der wahrscheinlich bekannteste Charakterkopf-VJ der 90er. Zumindest was den amerikanischen Markt angeht.

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Review: Coal Chamber – Rivals (2015)

Coal_Chamber_Rivals_0213 Jahre ist es her, da warfen Coal Chamber genervt das Handtuch. Persönliche Differenzen, vor allem zwischen Gitarrist Meegs und Sänger Dez Fafara, machten seinerzeit den Split unumgänglich. Drogen und der abflachende New Metal-Hype taten ihr Übriges. Von jenem mitbegründeten Sound distanzierte sich Dez anschließend mit Devildriver bewusst, während der Rest der Band mit erfolglosen neuen Projekten wie Glass Piñata oder Machine Gun Orchestra in die Röhre schauen durfte.

Und nun? New Metal it is again! Oder meinetwegen auch Spooky Core, wie Fans der ersten Stunde die Musik des L.A.-Vierers einst betitelten. Das alte Kriegsbeil innerhalb der Band wurde begraben und seit der Reunion Show von vor vier Jahren auf dem Soundwave-Festival strahlen sich zumindest drei Augenpaare aus dem originalen Line-Up wieder freudig an. Bassistin Rayna, die damals nach der dritten Platte Dark Days die Segel strich um sich Kind, Kegel und Christus zu widmen, ist bei der Reinkarnation nicht am Start. Wohl aber ihre Nachfolgerin Nadja Peulen. Soweit zum Personal.

Und die Musik auf Rivals? Ist eigentlich exakt wie die auf seinem direkten Vorgänger: Druckvoll, böse, düster, monströs und… mächtig einfallslos bis uninspiriert. Aber das war im Grunde genommen ja auch schon beim Debut der Fall. Was da allerdings anders war und Coal Chamber reichlich zu Gute kam, war zum einen die absolute Unverbrauchtheit ihres reduzierten und rohen Sounds, den seinerzeit sonst eigentlich nur KoЯn in ähnlicher Art und Weise lieferten und zum anderen die schrille Optik à la Marilyn Manson. Mag letzteres zu Beginn der New Metal-Ära noch relativ unausgelutscht gewesen sein, beweist ein Blick in die aufgedunsenen und verbrauchten Gesichter der Musiker, dass damit heutzutage kaum noch ein Blumentopf zu gewinnen sein dürfte. Lässt man derartige und altersgeschuldete Oberflächlichkeiten mal links liegen und konzentriert sich auf das Wesentliche, kommt trotzdem zum gleichen Schluss: Der Originalitätsfaktor ist dahin und längst überstrapaziert.

Das ist eigentlich richtig Schade, hatten Coal Chamber 1999 unter den Fittichen von Josh Abraham mit dem elektronisch angehauchten und etwas melodischeren Chamber Music doch mal ein richtig starkes Album abgeliefert. Eine Messerspitze von dessen Experimentierfreudigkeit hätte sicher auch Rivals nicht geschadet. Mag es in Sachen Soundästhetik zwar rocken wie der Teufel und auch stimmlich beeindrucken, bleibt das Songwriting weitestgehend auf der Strecke – zu transparent, austauschbar, stumpf und plump eben. Darüber kann weder der durchaus gelungene Vorbote I.O.U. Nothing, noch das Al Jourgensen-Feature in Suffer in Silence hinwegtäuschen. Ein Jammer, denn Rivals ist wirklich kein schlechtes Album. Leider aber ein belangloses. Doch wie schon gesagt: Das ist bei dieser Band ja nichts neues… Fans des Vorgängers dürften demnach mit Rivals ebenso glücklich werden, wie solche von Groove-betontem Metal der Marke Soulfly oder Ektomorf. Hätte ich jetzt nicht gebraucht. Kann man aber machen. Derartige Videos jedoch nicht:

I.O.U. Nothing

Suffer in Silence (feat. Al Jourgensen)

Anspieltipps: I.O.U. Nothing, Another Nail The Coffin, Rivals

Rivals im Stream:

Rivals gibt es beim Label beispielsweise auf goldenem Vinyl!

Released: 22.05.2015 via Napalm Records

Review: (hed)p.e. – Broke (2000)

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Cuz everybody talking about that new sound crazy but it’s still hip hop to meTrue that! Ein großes Problem war glaube ich immer, dass man die Band vor allem aus dem Metal- und nicht aus dem Rapblickwinkel betrachtet hat. Auch auf dem zweiten und zeitgleich erfolgreichstem Output der Band überwiegen die Hip Hop Elemente. Würde Busta Rhymes mit Gitarren arbeiten, könnte das Endergebnis wohl wie Broke klingen (auch wenn die traurige Wirklichkeit dieser Vorstellung da bekanntermaßen anders ausfällt…).  Im Vergleich zum Debut hat man im Sound arg ausgemistet und den Fokus auf die Vocals gelegt. Gemäßigter und präziser sind die Songs. Songs? Genau, auf Broke gibt es richtige Songs. Hits. Mit klar definierten Strukturen, catchy Refrains und dem wahrscheinlich knackigsten Gitarrensound der Jahrtausendwende!

Vom Opener Killing Time über Feel God (feat. Serj Tankian von SOAD, sowie Morgan Lander von Kittie) bis hin zur kleinen Erfolgsingle Bartender, herrscht auf der ersten Albumseite erstmal nonstop Partystimmung, die dann in der unverschämt guten Biggy-Hommage Crazy Legs gipfelt!

 (hed) p.e. oh can’t you see? Sometimes your shit just hypnotize me

Hypnotisch gut wird es dann tatsächlich beim elektronisch, experimentellen Pac Bell, ehe dann doch noch ein wenig Füllmaterial durchsuppt. Jesus (of Nazareth) beispielsweise wirkt durch theatralische Kornanleihen gerade auf textlicher Basis etwas albern. Live trotzdem dope! Zum Abschluss kommt dann noch das wunderschön poppige Stück The Meadow beinahe ein wenig Peppers-like daher. Klasse Abgang einer starken Platte, die MTV eigentlich hätte lieben müssen und Limp Bizkit und Konsorten auch aus heutiger Sicht locker in den Schatten stellt.

Leider die letzte Großtat dieser Band, die in der Phase des Nachfolgealbums Blackout (2003) zuerst Richtung Mainstream schielte, danach von Jive gedropped wurde und daraufhin allmählich in ihre Bestandteile zerfallen sollte.

Der traurige Rest von hed, bestehend aus Jahred, Mawk und DJ Product ist noch bis heute mit leichtem Revolving-Door-Lineup aktiv. Die Alben Only in Amerika (2004) und Back to Base X (2006) können zumindest partiell überzeugen, wenn man die Sache mit Humor nimmt und sich nicht zu arg an den hirnrissigen Texten stört. Heute ist von den früheren Glanztaten allerdings wenig bis nichts übrig geblieben. Wenn sie nicht gerade Bob Marley covern, gleicht das was die Jungs jetzt treiben oft eher einer schlechten Bad Brains meets Suicidal Tendencies – Parodie und macht einen in großer Regelmäßigkeit einfach nur noch fassungslos. Live dennoch auf absurde, unerklärliche Art und Weise irgendwie unterhaltsam… muss an den Ansagen liegen…

Was die anderen ehemaligen Mitglieder heute so treiben? Gitarrist Westyle war danach lange live bei Korn, mehr oder weniger hinter dem Vorhang aktiv und betreibt neuerdings ein Programm Namens Rock Solid Recovery, bei dem es darum geht Junkies mit Hilfe von Musik von der Sucht zu befreien.

Chizad, ebenfalls Gitarre, war später bei Human Lab und Duress tätig. Heute spielt er noch vereinzelt Acoustic-Shows. Sowohl mit Partner bei The Pharmacy Keys, als auch solo. Genannte Solosongs kann man sich btw. hier umsonst downloaden.

Drummer B.C. blieb meines Wissens nach dem Split musikalisch inaktiv und fährt nun viel Quad mit seinen Söhnen…

Die neue Platte Evolution ist btw. seit einigen Tagen auf dem Markt (diesmal auch Minus DJ Product…) und klingt so.

Bartender

Killing Time



The Meadow

Interview 2001 mit Chizad + Mawk

Albumstream

Wer Broke nicht nur streamen, sondern gleich in physikalischer Form sein Eigen nennen möchte, wird auf amazon schon für wenige Cent fündig… Lohnt sich hier übrigens richtig, da sich auf der Scheibe noch ein Promovideo über die Entstehung der Platte und der Bonustrack Bad Dream befindet. Allem Anschein nach auch auf Vinyl zu haben… aber mir leider noch nie untergekommen… Außerdem auch immer die Augen nach der Meadow-Single offen halten. Mit 2 leckeren Liveversionen von Firsty und Bartender!

Released: 22.08.2000 via Jive

Review: Vanilla Ice – Hard to Swallow (1998)

Artwork by Jana Leon

Ende 1998: Vanilla Ice, einst erfolgreiche Pop/Rap – Sensation, erscheint nach vierjähriger Pause und Sinneskrise mit einem großmäuligem Crossoveralbum auf der Bildfläche zurück. Die Sensation: Das Album wurde von keinem geringeren als Ross Robinson produziert, dem Mann, der auch heute noch als der große New Metal – Guru gehandelt wird und maßgeblich am Erfolg der Aushängeschilder Korn, Limp Bizkit, Deftones oder auch Slipknot beteiligt war.

Und alle rieben sich verwundert den Kopf, warum gerade Robinson es für nötig hielt, sich diese vermeintliche Blamage freiwillig anzutun. Die Antwort war eigentlich ganz einfach, wie er anno 2000 dem Metal Hammer zu Protokoll gab:

Hast du jemals bereut, mit Vanilla Ice auf dessen letztem Album 
HARD TO SWALLOW gearbeitet zu haben?
Nein - das war reine Absicht! Fieldy, der Bassist von Korn, sagte, 
dass ich es nicht tun sollte. Er meinte, dass ich blöd wäre, wenn ich 
zusagte - da war alles klar! Das ist meine Art Punkrock... Ich wollte
es als letztes Rap Metal-Album produzieren, die CD sollte der Sarg - 
nagel des Adidas-Rock sein, rein nach der Devise: Wenn Vanilla Ice 
das macht, ist es automatisch uncool. HARDTO SWALLOW war eine 
offensichtliche Provokation. 
Vanilla Ice war von der Idee begeistert... 
                                             (Quelle:Metal-Hammer.de)

Ganz ehrlich? MEGA Aktion! Und apropos Metal Hammer… ich hab da gleich mal zwei Hard to Swallow – Perlen aus meinem Archiv gekramt: Zum einen ein unterhaltsames Interview und zum anderen einen kurzen Zeriss der Platte. Beides verfasst von der ehemaligen Mitarbeiterin Claudia Nitsche.

Für mich als New Metal – Fanboy war die Platte angesichts aller relevanten Gegebenheiten natürlich Pflichtkauf, zumal sich da mit Jimmy Pop Ali von der Bloodhound Gang, Casey Chaos von Amen, Sonny Mayo von Snot / (hed)p.e / Sevendust…, Shannon Larkin von Godsmack… oder Scott Borland von Big Dumb Face auch eine illustere Gästeschar um V-ice versammelte…

Bereut hab ich den Kauf eigentlich nie, da die Platte in seiner Gesamtheit mit allem drum und dran so schön absurd ist. Musikalisch sollte man hier allerdings bei aller Euphorie auch nicht viel erwarten, denn das ist tatsächlich ganz plump zusammengeklauter Mist und das Schlimmste: Absolut langweilig. Die Einstiegsnummer Living macht eigentlich noch einigermaßen Laune und startet auch gleich mit herrlich beschränktem Text:

Here it is, a dope hit, Iceman comin' with a dope hit
Cause a few suckers need their throats slit
Jealous cause I went multi platinum
Now I'm gonna blast you in the head
Till you're dead with my magnum
Danach wartet man eigentlich auch nur noch darauf Ice Ice Baby im New Metal – Gewand serviert zu bekommen und glaubt diesen Punkt auch direkt mit dem Ende von Fuck Me abgehakt zu haben. Dem ist aber keineswegs so, denn der Maestro lässt es sich natürlich nicht nehmen, seine Referenznummer gleich doppelt zu zitieren. Voila:
Too Cold

 

Tatsächlich passiert dann außer dem platten Horny Song eigentlich nichts erwähnenswertes mehr, da auch die lange Featureliste beim besten Willen nichts reisst. Bei allem Hohn & Spott muss man aber auch sagen, dass Hard to Swallow auch niemandem wirklich weh tut. Zumindest ist das Album immer mal wieder eine Ankedote wert um sich in trashigen Diskussionsrunden mal eben lässig in den Mittelpunkt zu spielen! Danke, Vanilla Ice!

 

Anspieltips: Living, Too Cold

Tracklist:
01. Living
02. Scars
03. Ecstacy
04. Fuck Me
05. Valley of Tears
06. Zig Zag Stories
07. Too Cold
08. Prozac
09. S.N.A.F.U.
10. A.D.D.
11. Stompin‘ through the Bayou
12. The Horny Song
13. Freestyle

 

Wer sich das Teil komplett reinfahren will, bei Amazon zum Spottpreis, nachdem er sich von der Kundenrezension „Das ist Hardcore!“  überzeugt hat oder streamt auf Youtube. Ich lege den Kauf dabei sehr ans Herz, denn es macht einfach Spaß das Ding zu besitzen!
Released: 20. Oktober 1998

 

Review: Videodrone (1999)

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Artwork by Neil Kellerhouse/Steve Gerdes

Einer der hörenswerteren Exoten, den es im Zuge des New-Metal-Singning-Wahnsinns nach oben spülte hört auf den Namen Videodrone.

Doch abgesehen vom Umfeld, in welchem sich die Jungs bewegten, haben sie mit genanntem Style eigentlich wenig  am Hut. Mit Metal schon gleich gar nichts. Gitarren sind zwar vorhanden, doch dank massivem Effekteinsatz meist kaum mehr  als solche zu erkennen.

Überhaupt spielen hier nicht die, sondern die Elektronik von Rohan Cowden die tragende Hauptrolle. Man wird regelrecht von Samples, Keyboards und elektronischen Drumbeats zugebombt. Dadurch wird die Platte bei den ersten Durchläufen zwar etwas sperrig, aber gibt auf lange Sicht immer wieder neue Details preis, die es zu entdecken gilt.

Kann ich mir zwar gut vorstellen, dass das mit der Elektronik live sicher nicht allzu gut funktioniert haben dürfte, tut es das auf Platte jedenfalls absolut! Obwohl irgendwie schon glamourös, finde ich, dass Videodrone auch einen gewissen Gangsta-touch besitzt (kaum verwunderlich, bedenkt man, dass Rock n‘ Roll Gangster und Graphik-Genius Fieldy hier die Regler bediente). Dass Bild von dunklen U-Bahn-Schächten führt sich mir jedenfalls ebenso vor Augen wie das Ambiente einer öffentlichen Toilette, wie man sie aus Sabrina von den Neubauten her kennt. (Hängt natürlich auch mit den Bandfotos im Booklet zusammen…)
Die Gästeliste der Platte kann sich dabei für damalige Verhältnisse durchaus als hochkarätig schimpfen lassen. So stösst man schon innerhalb der ersten Sekunden auf das bekannte Stimmorgan von Korn-Sänger Jonathan Davis. (Sehr gewagter Einstieg für eine unbekannte Newcomerband…) Doch damit nicht genug, bei Human Piñata geben sich mit DJ Lethal und Fred Durst gleich 2/5tel von Limp Bizkit die Ehre.
Ein bisschen mehr Hip Hop gibt es dann mit Pig in a Blanket, welcher die Psycho Realm – Crew featured.

Hervorzuheben wären dann auf jeden Fall noch die hitverdächtige Songperle Faceplant,

Alone with 20 Bucks mit einer der sexiesten Basslines ever

oder L.S.D. (Lucifer’s Stained Dress) mit einer der dümmsten Textzeilen ever:

„So wake up take me in
I’m not Marilyn Manson
I’m just a guy who’s got it in for you.“

Das schmoove Closer to Coma, das hibbelige The Devil’s Sweepstakes – Videodrone kann besonders zu Beginn punkten! Da stört es auch nicht weiter, dass die letzten 2 bis 3 Songs nicht mehr so recht funktionieren wollen.

Fazit: Ich liebe diese Platte abgöttisch, würde sie aber nur bedingt weiterempfehlen da sie schon den Willen erfordert sich darauf einzulassen und somit etwas Zeit benötigt um zu zünden. Auch das näselnde Gequäke von Sänger Ty Elam ist sicher nicht jedermanns Sache (wobei das bei  Bands wie Smashing Pumpkins oder Placebo ja auch kaum jemanden zu stören scheint). Wer offen für Neues ist, sollte hier dringend mal ein Ohr riskieren. Ungehört! Ach ja, once again: Nicht von der Optik abschrecken lassen!

 

Ty Jonathan Down



Tracklist:

  1. Ty Jonathan Down
  2. Closer to Coma
  3. Alone with 20 bucks
  4. The Devil’s Sweepstakes
  5. Faceplant
  6. Human Piñata
  7. Pig in a Blanket
  8. L.S.D. (Lucifer’s Stained Dress)
  9. Ant in the Dope
  10. Power Tools for Girls
  11. Jesus (Lord of the Apes)
  12. C.O.B.

Videodrone kann man kostenlos und komplett auf Spotify streamen oder sich für einen Cent hinterherwerfen lassen.

 

Der Korn Merchandise ist cool (XXXisql010)

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Artwork taken from the DJ Death Tour Shirt as found on korn.shop.bravadousa.com/

 

Fieldy is also the mastermind behind each and every piece of Korn merchandise „All the merchandise you see, that’s all me“. He states. „I think everybody could do it. I think everybody’s just lazy. So I end up being the one that does it all. I come up with a bunch of designs, show them to the band. They either approve or disapprove“. (Quelle)

 

 

1.DJ Death Tour T-Shirt
http://static.musictoday.com/store/bands/1604/product_large/BGCTKN64.JPG

                            As found on http://korn.shop.bravadousa.com/

2. Bringing the Bass - Flagge
http://cdn.acfrg.com/i/300_400_fit___png/ACfrG/productpics_fullsize/2/238635.jpg

                                                   As found on emp.de

3.Heavy Petting - Girlie T-Shirt
http://static.musictoday.com/store/bands/1604/product_large/BGCTKN76.JPG

                             As found on http://korn.shop.bravadousa.com/

4. Zombie Slam - Kapuzenpulli
http://asset.bravado.de/assets/asset_300x300/P5023209471315_4.jpg

                                      As found on http://korn.bravado.de

 5. Kornbiker T-Shirt
http://vespiran.de/img/KORNBIKER1.jpg

                                                       As found on ebay.de

Ja, der Mann hat Geschmack…. Hammerdope die Designs!

Hoffentlich kommt dieses Motiv auch bald zum Einsatz:

http://www.schule-und-familie.de/assets/images/Malen/Halloween/halloween_totenkopf+ratte.jpg

                             As found on http://www.schule-und-familie.de

Ich würds kaufen…

Review: Orgy – Candyass (1998)

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Artwork by Steve Gerdes

Auch auf die Gefahr hin mich weit aus dem Fenster zu lehnen und den Spott einiger Leute auf mich zu ziehen: Candyass ist eines der besten Alben die je produziert wurden.

Als ich damals Blue Monday, die Adaption des New Order Klassikers in einer Special – Cover – Sendung bei MTV Sushi sah, war ich sofort hin und weg. Ich kann mich auch noch erinnern mir das Album im Nov. 2000 zeitgleich mit Marilyn Mansons Holywood zugelegt zu haben.

Somit hatte ich von Anfang an den direkten Vergleich zu der Band, mit der Orgy neben den Nine Inch Nails immer wieder verglichen werden sollten und kam schnell zu der Überzeugung, dass Orgy sich keinesfalls hinter diesen großen Namen verstecken brauchen, da sie ihr ganz eigenes Süppchen kochen.

Candyass, benannt nach einer L.A. Drag Queen kommt dann auch genau so düstersexy, wie es der Titel und das famose Artwork vermuten lassen. Hat der Einstieg Social Enemies noch Introcharakter, kriegt man mit Stitches schon gleich die erste Hitsingle um die Ohren gehauen. Dissention ist ein sperriger Bastard, der aber auch nötig ist, damit sich die etwas ruhigere Songperle Platinum voll entfalten kann:

„You can’t escape what makes you tragic you know“

How true that is… Hammertrack reiht sich hier an Hammertrack. Fetisha, Fiend, All the Same, man müsste die ganze Platte nennen um ihr gerecht zu werden. Ein Highlight, welches genannt werden muss ist dann definitiv Revival, mit Korn Sänger Jonathan Davis im Feature (live auch sehenswert btw.), bevor dann mit dem düsteren Dizzy auch schon kurzweilige 48 Minuten hinter uns liegen.

Diese Platte ist von vorne bis hinten durchgehend perfekt und lebt vor allem von den mehrstimmigen, unverkennbaren Vocals von Jay Gordon die meist im Mittelpunkt stehen. Klar hat man es bei Orgy im Grunde mit einer Gitarrenband zu tun, doch fällt die Musik dafür sehr elektronisch aus. Interessant ist allerdings, dass hier nur wenig Samples, Synthies und Programmings zum Einsatz kommen, denn große Teile der Elektronik wurden live eingespielt. Mit G-Synths und E-Drums versteht sich (der 80er Wave Touch kommt schließlich nicht von ungefähr). Laut Gitarrist Ryan Shuck sei das auch genau der Anspruch gewesen: Eine Rockband zu schaffen die elektronische Musik macht.

Mission geglückt kann man da nur sagen, denn Candyass fand in den Staaten beinahe 2 Millionen Abnehmer. Eine beachtliche Summe für ein düsteres Debutalbum, das auch nicht zwingend beim ersten Hördurchgang zündet. Ich selbst verbringe nun schon fast 13 Jahre mit diesem Album und kann (im Gegensatz zu den Videoclips) keine Abnutzungserscheinung ausmachen. Im Gegenteil scheint es sogar bei jedem weiteren Durchlauf zu wachsen:

„Now you seem to be so much better than before“

 

Blue Monday

Stitches

Tracklist: 

  1. Social Enemies
  2. Stitches
  3. Dissention
  4. Platinum
  5. Fetisha
  6. Fiend
  7. Blue Monday
  8. Gender
  9. All the Same
  10. Pantomime
  11. Revival
  12. Dizzy

Candyass kann man komplett auf Spotify streamen oder für 0,01€ gebraucht über amazon kaufen. Ja, richtig gelesen: 0,01 €. Es ist eine Schande…                             Fanatikern sei zu guter letzt auch noch die Alternative Dissention Version vom Scream 3 Soundtrack ans Herz gelegt!

Released: 18. August 1998 via Elementree/Reprise/Warner

 

Der Elementree ist cool (XXXisql009)

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As found on elementree.com – Courtsey of Elementree/Reprise

 

1998: Korn werfen ihren dritten Longplayer Follow the Leader auf den Markt und befinden sich auf dem Rockstarolymp. Spätestens jetzt ist man vom gefeierten Szenestar zum MTV-Darling mutiert. Und was macht man als solcher? Klar: Ein eigenes Label gründen natürlich! Schließlich weiss man ja am besten, was die Leute hören wollen und was sich gut verkauft. Was sich in der Theorie absolut schrecklich anhört, erwies sich in der Realität allerdings als durchaus reizvoll.

Ob absichtlich oder nicht: Das Korn Label Elementree präsentierte von 1998 bis 2006 Künstler, die sowohl musikalisch als auch optisch und thematisch eine ähnliche Kerbe beackerten (der eigentliche Grundgedanke hinter der Idee eines Labels…). Nun gut, bei einer mikrigen Anzahl von nur 3 Acts dürfte das allerdings ein nicht allzu schwieriges Unterfangen gewesen sein…

Fälschlicherweise werden die Elementreekünstler dank ihrer New Metal – Ziehväter oft in eben diesen Kontext gestopft, wo sie musikalisch aber eigentlich nicht wirklich hingehören. Zwar hat man auch bei Elementree tief in den Schminktopf gegriffen und mit K-razy Bühnenoutfits, Instrumenten und Frisuren herumexperimentiert, doch hatte das Ganze einen unübersehbaren Sci-Fi-Anstrich, der sich auch deutlich in der Musik der kalifornischen Bands niederschlug: Futuristische Texte treffen auf sehr synthie- und samplelastige Gitarrenmusik, die größtenteils wohl eher im Industrial/Glam Bereich anzusiedeln ist.

Nix groß am Hut also mit bebasecapten Midtwenties die ihre Teenageangst stolz auf der Brust tragen? Ganz so einfach ist es dann doch wieder nicht. Machen wir uns also gefasst auf ein Namedropping der üblichen Verdächtigen, wenn wir Orgy, Videodrone und Deadsy mal etwas näher beleuchten!

 

ORGY
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Photo by Joseph Cultice – Courtsey of Elementree/Reprise

Die ersten im Bunde sind zeitgleich auch die bekanntesten und erfolgreichsten aus dem Elementree-Stall. Das Debutalbum Candyass aus dem Jahre 1998 entpuppte sich  zumindest in den Staaten als Platin-seller. Neben der Tatsache sowohl die erste Band auf dem Korn-Label (inklusive Teilnahme an der ersten Family Values Tour) gewesen zu sein, wird dieser Umstand auch oft der bekannten Coverversion des New Order Klassiker Blue Monday zugeschoben. Ein zusätzliches Feature mit Jonathan Davis auf dem Track Revival und auch die stilistische Nähe zum fast zeitgleich erschienenen Mechanical Animals von Marilyn Manson machten dann den öffentlichen Eindruck der Nachahmerband ohne eigene Identität perfekt.

Obwohl man erst nach Fertigstellung des Debüts die Bühne erklomm, waren die Orgy-Mitglieder bei weitem keine unbeschriebenen Blätter mehr. So war Fronter Jay Gorden der Legende nach sowohl Bassist bei Deadsy, als auch Mitglied der New Metal Pos(t)er Boys Crazy Town und irgendwie auch mit den Sunnyboys von Lit verbandelt. Auch die erste Coal Chamber – Platte ging zu großen Teilen auf seine Kappe. Der Produzentensessel wurde jedoch zeitweise mit Engineer Amir Derakh geteilt, früherer Gitarrist der stylebewussten Rough Cutt und späterer Kollege bei Orgy am ähöm: G-Synth. Gitarrist Ryan Shuck, ehemaliges Bandmitglied von Davis‚ erster Kapelle Sex Art komplettierte dann alsbald den kreativen Kern von Orgy.

Zusammen mit Basser Paige Haley und Drummer Bobby Hewit warf man dann mit erwähntem Candyass und dem 2000er Zweitling Vapor Transmission zwei Full-Length Alben übers Korn-Label in die Welt, welche mich auch heute noch umblasen. Jeder Track hat seine Daseinsberechtigung und Füllmaterial sucht man vergeblich. ( Aber dazu mehr in den Reviews zu Candyass und Vapor Transmission).

Obwohl man ab 2000 eine komerziellere Richtung anpeilte, blieben die Verkaufszahlen dennoch hinter den Erwartungen zurück (für Gold sollte es dennoch reichen). Die erste Single Fiction (dreams in digital) schlug sich zwar recht ordentlich, doch zur zweiten Auskopplung gabs dann nicht mal mehr ein Musikvideo, geschweige denn große Promotion. Probleme mit dem Label wurden publik und Bobby verließ die Band, um die es dann erstmal still wurde.

2004 raufte man sich dann mitsamt Bobbster doch nochmal für Punk Statik Paranoia zusammen. Doch sowohl das selten hässliche Artwork, als auch die mikrigen 9 Tracks machten irgendwie den Eindruck, dass da nicht mehr so viel Bock vorhanden ist. In Deutschland kam das Teil schon gleich garnicht mehr in den Handel und das neue Label D1, betrieben von Jay Gordon und dessen Vater war noch schneller wieder in der Versenkung veschwunden als man schauen konnte. An und für sich ist das Album nicht mal übel, doch steht es in Sachen Klasse, Hitdichte und Wiedererkennungswert in keiner Relation zu den grandiosen Vorgängern.  Auch der versuchte Imagewechsel, nachzusehen im Clip zur Single Vague stand ihnen meiner Meinung nach nicht sonderlich gut zu Gesicht.

Kurz danach gab es noch die von Fans unterstützte DVD Trans Global Spectacle (die in meinem Kopf btw. als grauenhaft vermerkt ist) und eine erneute Sendepause die bis 2012 andauern sollte. Ryan und Amir vertrieben sich die Zeit einerseits mit ihrer neuen, noch heute aktiven Band Julien K, sowie dem Linkin Park Spin-off Dead by Sunrise von Chester Bennington. Als die Band bereits von sämtlichen Fans abgeschrieben war, begann 2010 eine köstliche öffentliche Schlammschlacht zwischen Ryan/Amir vs. Jay, als letzterer bekannt gab er wolle das Orgyding wieder vorantreiben, allerdings ohne seine alten Weggefährten. Nachzulesen in Facebookpostings der Herren Shuck, Derakh und Gordon. Sehr unterhaltsam das Ganze!

Das neue Orgy – Lineup hat gleich 2 ehemalige Deadsy – Mitglieder an Board, mit Grime of Century einen okayen Song samt fürchterlichem Video veröffentlicht, die erste US Tour bereits hinter sich und arbeitet momentan an einem neuen Release. Mal die Platte abwarten, aber ich glaub ich bin dann raus…

Das alte Zeug zähle ich aber immernoch zu meinen All-time-favourites! Checkt mal:

Stitches

 

VIDEODRONE
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Photo by Jeff Jones – Courtsey of Elementree/Reprise

Das zweite Elementree-Signing hört auf den Namen Videodrone und hatte schon vor seinem selbstbetitelten Debut eine beachtliche Geschichte vorzuweisen. So formierte sich der Kern der Band bereits 1988 unter dem Namen Cradle of Thorns und veröffentlichte neben dem durchaus hörbarem Gothic/Rock Release Remember it Day zwei fast unerträgliche Alben über Triple X (ein Label welches schon Jane’s Addiction oder Social Distortion Starthilfe gab). Die Platten Feed Us und Download This lassen zwar schon die Experimentierfreudigkeit erkennen, die Videodrone später mal so interessant machen sollte, doch geht die Produktion auf keine Kuhhaut, erkennt man kaum Songs in dem wirren Brei, ist die Stimme der ehemaligen Co-Sängerin Tamara Slayton jenseits von Gut und Böse, nerven die Interludes und Noisecollagen die jeden Anflug von Stimmung sofort im Keim ersticken. Aber davon kann sich gerne jeder selbst ein Bild machen.

Beheimatet im kalifornischen Bakersfield ist ihre Nähe zu Korn bzw. Davis‚ Vorgängerband Sexart damit auch schon geklärt. Die Kleinstadtrocker waren nämlich schon früh connected. Bezeichnend auch der Umstand, dass Johnny Boy ursprünglich zum C.O.T. / Videodrone Frontmann Ty Elam aufblickte:

„Ty was the one who first inspired me to sing. When I was in my first Band Sex Art, Ty would always come out and sing the Song ‚Sex Art‘ with me. I had no idea how to sing when I first joined that band. I just watched what he did.“ (J.Davis 1999 während des Videoshoots zu ‚Ty Jonathan down‚)

Witzig, wenn man bedenkt, dass man Videodrone später eher in die Korn-Nachahmer Schublade steckte. Als Korn dann ihr Label am Start hatten, war es dann natürlich Ehrensache ihre alten Homies zu unterstützen und das ging sogar über den Plattendeal hinazs. Als Produzent agierte nämlich kein geringerer als Kornbassist und Rock‘ n Roll Gangster Fieldy, der im Übrigen durch seine Cradle of Filth – Scherze den Anstoß zur Namensänderung gab. Doch auch damit noch nicht genug Starthilfe von Papa Korn: Brian „Head“ Welch gab bei  Power Tool for Girls noch eine Schippe seines Könnens hinzu und Davis bereicherte mit eben schon erwähntem Ty Jonathan Down sowohl den Opener als auch einzigen Videoclip der Band mit seiner Person (traurigerweise ist der Song auch gerade deshalb ihr bekanntester). Zudem wurde man  auf die ausgedehnte Rock is Dead Tour von Korn und Rob Zombie eingeladen und übernahm mit Jesus (Lord of the Apes) auch gleich noch einen Song der Korn-Vorgängerband L.A.P.D.

Bei soviel Unterstützung sollte man meinen, man sei glücklich mit seinem Label gewesen. War man zu Beginn wohl auch, doch wurde im Nachhinein eher Kritik am Label ausgeübt: So habe man den Fehler gemacht mit Faceplant die softeste Nummer als Single auszukoppeln, die Maxi-CD zum zwar bestehenden Videoclip Ty Jonathan Down nie veröffentlicht zu haben und auch nicht genug Geld bereit gestellt habe um genügend Shirts zu produzieren, geschweige denn überhaupt Promotion für das Album gemacht zu haben. Nachdem man dann 2000 von Reprise gekickt wurde, warf man dann  ziemlich schnell komplett das Handtuch.

2008 hatte dann auch Ty ein Jay Gordon – ähnliches Syndrom, als auch er seine alte Band unter dem Namen Cradle of Thorns wiederbelebte. Ebenfalls ohne auch nur einen seiner früheren Mitmusiker dabei zu haben versteht sich. Ausser einer völlig unbeachteten Online – Single namens All over again trug das Projekt bis heute keine weiteren Früchte und es ist wohl auch unwahrscheinlich, dass da noch etwas kommen wird.

Während Drummer Kris Kohls, als Drummer von Adema (witzigerweise bekannt dafür durch den Halbbruder von Jonathan Davis gefrontet zu werden und  das hässlichste EP-Cover der Welt verschuldet zu haben) weiterhin tourt, ist der Rest der Band nach diversen Projekten mittlerweile ganz von der Bildfläche verschwunden.

Und das ist sehr Schade. Denn der einzige Release von Videodrone ist und bleibt eines der besten und innovatisten Alben die je im New Metal Dunstkreis entstanden sind. Das Material ist zwar zu Beginn etwas zäh und sperrig, doch wenn die Songs sich einmal geöffnet haben, erschließt sich einem deren Brillianz. Doch mehr dazu im Review.

Ich würde jetzt nicht soweit gehen und Videodrone uneingeschränkt jedem empfehlen, denn das was die Jungs seinerzeit geschaffen haben ist schon Special-Interest-Kram und damit auch nicht jedermanns Sache. Allerdings liegt im Falle von Videodrone ein echter Geheimtip für Leute die nach Neuem und Ungehörtem suchen vor.

Dass Videodrone von der Öffentlichkeit als eines der schlimmsten New Metal Verbrechen ever angesehen werden, dürfte nicht zuletzt an der selten albernen Perfomance ihrers Videoclips liegen, in dem sie darüber hinaus eh nur die zweite Geige spielen nicht. Schafft man es aber sich da durchzubeissen und sich nicht abschrecken zu lassen, kann man ein wirklich tolles Album entdecken:

 

Ty Jonathan Down

 

DEADSY
Deadsy

Courtsey of Elementree/Reprise

Die dritten und letzten Elementree-Schützlinge sind bei mir so ein Zwischenfall. Zwar steh ich ultra auf diese ganze Bubblegumoptik die die Jungs seinerzeit abgezogen haben und finde auch die musikalische Grundausrichtung durchaus fresh. Doch leider mangelt es den Kollegen meiner Meinung nach einfach an Hits um mich auch auf Albumlänge zu überzeugen.

Hier und da gibt es sehr gute Tracks wie das absolut grandiose The Key to Gramercy Park (siehe auch Clip unten), Winners oder Time, die jedoch inmitten von drögem, uninspiriertem Songbrei allein auf weiter Flur stehen. Sound, Stimme und Image sind toll, doch an packendem Songwriting hapert es dann doch (siehe auch Commencement Review).

Die als Kunstprojekt angelegte Band um Phillips Exeter Blue I, (seines Zeichens Sohn von Pop-Ikone Cher), hatte bereits vor ihrem Majoreinstieg ein selbstbetiteltes Independent Debut vorzuweisen, das heutzutage allerdings nur noch schwer zu bekommen ist. Dreimal darf man nun raten welcher bekannte New Metal – Star sich auf Sleepy Hollow, dem letzten Titel der Scheibe die Ehre gab: Klar, der dicke Johnny natürlich! Dürfte bei dem einen oder anderen Kazaa-Jünger auch noch als Korn & Marilyn Manson – Blair Witch auf dem Rechner gammeln…

Wem übrigens der Name des Sängers Phillips Exeter Blue schon merkwürdig erscheint, dem seien doch auch noch andere Namen des Deadsy-Revolving-Door-Lineups ans Herz gelegt: Alec Püre, Dr. Nner, Creature, The Beast, oder Carlton Megalodon. Letzterer übrigens an der ähöm: Z-tar.

Mitlerweile liegt auch diese Band auf Eis. Weder das Indiedebüt, Commencement, der Nachfolger Phantasmagore von 2007, geschweige denn die Pushingversuche aus dem Hause Korn und Limp Bizkit vermochten es den Deadsyzug ins rollen zu bekommen. Vor allem Fred Durst prophezeite der Band damals eine große Zukunft und kürte Commencement anno 2002 zu seinem Lieblingsalbum. Der einzig ordentliche Clip mit Budget wurde dann auch vom Microphone Abuser-Himself auf die Beine gestellt, ist in Deutschland aber leider nur mit Hilfe des allseits beliebten Proxytricks geniessbar. Wer bei dem Song übrigens genau hinhört wird auch hier once again Jonathan Davis im Background erkennen können. Voila:

The Key to Gramercy Park

Yau, echt schade, dass da nichts mehr geht bei Elementree… Homepage ist down seit 2007 und ein wirkliches Statement zum Ableben gab es meines Wissens nach auch nicht, dürfte aber nicht zuletzt mit der stetig sinkenden Korn-Nachfrage zusammenhängen. Hätte mich schon stark interessiert wie die für Elementree angekündigten Releases von The Drama, Marz oder RBX sich im Katalog gemacht hätten…
Nachvollziehbar ist der Schlussstrich anhand der letztlich mageren Verkaufszahlen allerdings schon und vielleicht nach dem „Klasse statt Masse“– Prinzip sogar gerechtfertigt. Gerade deshalb nämlich verbleibt mir dieses Label wohl auch mit wonnigem Gefühl im Gedächtnis, auch wenn ich die geschminkten Buben in ihren PVC Anzügen schon etwas vermisse…

 

 

Der The Pharcyde ist cool (XXXisql007)

www.thereallisaleone.com

Photograph by Lisa Leone (1995) – www.thereallisaleone.com

„Und sie sagt es wär schön wenn du bei mir bleibst heut Nacht“.
Ja, nun geschlagene 17 Jahre später begreife ich, dass diese Fettes Brot-Textpassage aus Jein, die Adaption des Pharcyde-Hits She Said ist. The Pharcyde nicht zu kennen scheint allerdings keine Schande zu sein, ist die Glanzzeit dieser Gruppe nunmehr auch schon mindestens 18 Jahre her und ihre Popularität heutzutage kaum noch nennenswert. Vor einem knappen halben Jahr entdeckte ich die Band dank einer alten Visionsausgabe für mich. Was die 4 MCs Slimkid3, Fatlip, Imani und Bootie Brown auf ihren beiden Kultalben Bizarre Ride II the Pharcyde (1993) und Labcabincalifornia (1995) mithilfe ihrer wechselnden Produzenten J-Swift und Jay Dee abliefern geht auch heute noch gut ins Ohr:

Fresher L.A. Sunshine Hip Hop der gute Laune macht! Als Vergleich könnte vielleicht der Wu-Tang Clan in nett, oder Will Smith in credebil durchgehen.

Als bekanntestes Pharcyde-Stück ist wohl Passing me by vom ersten Output zu nennen:

Der Clip hat sicher nicht zuletzt durch seine Kopfüberszenen Kultstatus erlangt.Diese Experimentierfreudigkeit konnte mit dem Musikvideo zum Wahnsinnstrack Drop nicht nur beibehalten, sondern sogar noch übertrumpft werden. Lediglich 3 Cuts wurden der Legende nach benötigt um mit dem unverschämt guten Rückwartsclip Maßstäbe zu setzen:

Dem aufmerksamen New Metal – Kenner dürften The Pharcyde durch verschiedene Kollabos von Slimkid3 mit den guten alten Korn bereits bekannt sein. So ist der MC auf dem Song Cameltosis der Follow the Leader-Platte vertreten, im Got the Life-Video als Obdachloser zu bewundern und mit dem Song Sugar Coated auf einem der größten Fremdschämalben vertreten: Rock’n Roll Gangster, das wagemutige Hip Hop Album des Kornbassisten.

Wo wir gerade beim Fremdschämen sind! Geil auch, dass The Pharcyde seinerzeit den grandiosen Soundtrack zum ganz schlimmen Street-Fighter-Spielfilm abgeliefert haben. Nachzusehen im trashig geilen Videoclip zu Pandemonium:

Soweit so gut, doch wie ging es nach Labcabincalifornia eigentlich weiter? Zunächst kam es 1997 zum Split mit Gründungsmitglied Fatlip und anschließender Sendepause. Die 2000er EP Testing the Waters konnte ebenso wenig reissen, wie das zugehörige Album Plain Rap. Musikalisch eigentlich nicht zwingend schlechter als die beiden Klassiker, war es dann wohl doch die Pause, die als Grund für den ausbleibenden Erfolg genannt werden muss. Allerdings braucht man sich wohl auch nicht wundern, wenn man sich mit einem selten schäbigen Video wie Trust versucht in Szene zu setzen…

Nachdem Slimkid3 das sinkende Schiff im Anschluss ebenfalls verlies, gabs 2004 noch das saftlose Humboldt Beginnings mit dünnen Beats, die wohl modern klingen sollen, aber doch eher kitschig und ziemlich dünn rüberkommen sowie Raps die rhythmisch stark an Skills eingebüsst haben.

Auch wenn das letzte Album somit geschlagene 9 Jahre zurückliegt: Das Pharcyde – Duo  aus Imani und Bootie Brown ist live noch immer unterwegs.
Die Frage was denn nun eigentlich aus den anderen beiden MCs geworden ist führte mich dann zu einer pikanten und freudigen Erkenntnis:

Nach diversen Soloausflügen sind Fatlip und Slimkid3 ebenfalls wieder zusammen auf der Bühne um Pharcyde-Songs zu performen. Zusammen mit J-Swift ist man nun als Bizarre Ride II the Pharcyde  zum zweiten mal auf ausgedehnter Tour um eben jenen Klassiker live in seiner Gesamtheit zu präsentieren. Freudigerweise auch wieder hierzulande:

  • 22.06.13 Hannover
  • 24.06.13 Frankfurt
  • 25.06.13 Erlangen
  • 26.06.13 Heidelberg
  • 04.07.13 München
  • 05.07.13 Münster
  • 06.07.13 Rotterdam

Appetit dafür holt man sich am besten mit der Clip/Live/Interview-Sammlung Cydeways, die einen guten Überblick über das Gesamtschaffen der Band bietet:

2 Pharcydes also. Beinahe so witzig wie Queensryche1 und Queensryche2 oder die Frage ob die Cavalera Conspiracy mehr Sepultura als Sepultura ist. Man wird sehen wie sich das ganze weiterentwickelt. Gut wird man allem Anschein nach wohl nicht aufeinander zu sprechen sein… Ich jedenfalls freu mich, die meiner Meinung nach stärkere Hälfte bald live zu sehen!

Reviews zu Bizarre Ride und Labcabincalifornia sind bereits am Start!

offizielle Pharcyde-Webpräsenz