VIVA LA 2000!

Den Jahresbeginn nutzen relevante Internetportale ja gerne zum reminiscen und erinnern an vergangene Großereignisse. Nun mag es hier im Blog mit der Relevanz nicht weit her und ich auch etwas spät dran sein… kein Grund aber sich nicht trotzdem intensivst mit Kram von vorvorgestern auseinanderzusetzen.

Es folgt eine große Rückschau auf das musikalische Jahr 2000 – 54 Platten im alphabetischen Schnelldurchlauf – viele Klassiker, vorzüglicher Käse und sicher auch der ein oder andere Geheimtipp. Für Lesefaule gibt es am Ende zudem eine Spotify-Playlist und eine Youtube-Playlist zum querchecken. (Welche wichtigen Platten wurden vergessen? Let me knowich lern gern dazu).

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Review:The Pharcyde – Labcabincalifornia (1995)

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as found on silencenogood.net

Eines vorweg: Labcabincalifornia, die zweite und letzte PharcydeLP in Originalbesetzung, ist weder besser, schlechter, noch großartig anders als das Debüt.

Allgemein kann man wohl höchstens sagen, dass es hier nochmal ne ganze Spur gechillter zugeht. Tracks wie Bullshit oder Groupie Therapy sind dermaßen verträumt in hallige Klangwelten verpackt, dass man problemlos abschalten und relaxen kann.

 

Zugegeben: Der lyrische Kontext hat sich hier zwar leicht zugunsten ernsterer Themen geändert, dennoch versprüht auch dieses Werk absolute Lebensfreude! Labcabincalifornia hat genau das, was The Pharcyde so gut macht : Beats, Samples und ausgetüfftelte Lyrics greifen hier so perfekt ineinander, dass ein beeindruckendes Gesamtpaket entsteht, welches auch heute noch von Relevanz ist! Das bei der Produktion im Übrigen kein Geringerer als J-Dilla seine Finger im Spiel hatte, sollte hier natürlich auch nicht unerwähnt bleiben!

Als definitive Anspieltips sind die 3 Singleauskopplungen Drop, Runnin und She Said zu nennen, die für mich auch die absoluten Höhepunkte der LP darstellen. Letzteres Stück gibt es übrigens auch in einer starken Remixversion samt Amsterdamvideoclip zu bestaunen!

Bemängeln kann ich persönlich eigentlich wiedermal nur die Hip-Hop-typische Songfülle. Mit satten 19 Tracks in 75 min, ist das Ganze zumindest in der europäischen Version dann schon arg langatmig. Wie beim Erstlingswerk der Crew, hätte es somit auch hier  nicht geschadet, zumindest die öden Skits wegzulassen.

Wenn Labcabincalifornia seinem Vorgänger Bizarre Ride II in Sachen Verkaufszahlen auch hinterherhinken mag, steht es ihm in Sachen Qualität allerdings in nichts nach. Wer die erste Platte mag, der mag auch diese! Aufgrund der extrem guten Sommerhitsingles, würde ich Labcabincalifornia vielleicht sogar vorziehen!

Wer auf kalifornischen, entspannten Hip Hop der Marke A Tribe Called Quest oder De la Soul steht, sollte mit dieser Platte bestens beraten sein!

Um es mit den Worten der Band abzuschliessen:

„Let them entertain you

And Interphaze you, with the new sound

The sound is the „Cyde“ And the Phar is the „Cyde“

And no matter who you are, you know you can’t hyde!“

 

 

 Drop

Runnin

She Said

Tracklist:

  1. Bullshit
  2. Pharcyde
  3. Groupie Therapy
  4. Runnin
  5. She Said
  6. Splattitorium
  7. Somethin‘ That Means Somethin
  8. All Live
  9. Drop
  10. Hey You
  11. Y?
  12. It’s All Good!
  13. Moment in Time
  14. The Hustle
  15. Little D
  16. Devil Music
  17. The E.N.D.
  18. Emerald Butterfly
  19. Just Don’t Matter

Labcabincalifornia kann man komplett auf Spotify streamen, oder so um die 10 Öcken gebraucht finden, wobei mittlerweile schon recht rar. Hinterhergeworfen bekommt man das Teil jedenfalls (verdienterweise) nicht gerade. Die Reissue als farbige Doppel-LP auf Delicous Vinyl wäre selbst mit 20 $ noch absolut verlockend, wäre sie nicht schon ausverkauft…

                                                                            Released: 14. Nov 1995 via Delicious Vinyl