Two Hours with Matt Pinfield!

logo_2hours

Wer die goldene MTV-Ära zu schätzen weiß, sollte ihn auf jeden Fall kennen: Matt Pinfield, fleischgewordene Musikenzyklopädie und neben Kennedy der wahrscheinlich bekannteste Charakterkopf-VJ der 90er. Zumindest was den amerikanischen Markt angeht.

Weiterlesen

Hour Of Goon!

avatars-000201697965-gti85d-t500x500

https://www.instagram.com/hour_of_goon/

Neben Samy Deluxe hat eine weitere meiner Jugendlieben das Medium Podcast für sich entdeckt!

Jeordie White, sicherlich weitläufig bekannter als Twiggy Ramirez, Hauptkomponist der Hochphase von Marilyn Manson, linke Hirnhälfte von Goon Moon und ehemaliges Mitglied von A Perfect Circle, Nine Inch Nails und Amboog-A-Lard, betätigt sich nun schon seit geraumer Zeit als Co-Host an einem Star Wars- Podcast.

 

Dank mangelndem Interesse an der im Fokus stehenden Weltraum-Saga leider nicht so wirklich mein Fall. Nun aber gibt es ein weitaus spannenderes Podcast-Projekt des sympathischen Herren zu entdecken. In Hour of Goon spricht er nun an der Seite seines Freundes und Weggefährten Fred Sablan (u.a. ehemaliger Mitverantwortlicher der Marilyn Manson-Tiefphase, Livemusiker bei Goon Moon und zusammen mit Wes Borland aktives Mitglied bei Queen Kwong) über Levis-Jeans, Brunner, Linner, Billy Zane, Lost und Star Wars. Begleitend dazu gibt es störende Hintergrundgeräusche, Rückwärtssamplegelumpe, Mindgefucke sowie die Weltpremiere eines Songs namens Billy Zane.

Das zumindest in der ersten Episode, die primär als Kickstart verstanden werden will. Zukünftig allerdings, ist durchaus auch mit Gästen (Chriss Goss wird bereits als potentieller Gast angedeutet), Konzepten und Themensendungen (zum Beispiel über Filme, Musik, Comics, Spielzeug) zu rechnen! Könnte ziemlich cool werden die Geschichte!

Boah! Voll Cool Hey! HEY!

avatars-000201697965-gti85d-t500x500

https://www.instagram.com/hour_of_goon/

Review: Coal Chamber – Rivals (2015)

Coal_Chamber_Rivals_0213 Jahre ist es her, da warfen Coal Chamber genervt das Handtuch. Persönliche Differenzen, vor allem zwischen Gitarrist Meegs und Sänger Dez Fafara, machten seinerzeit den Split unumgänglich. Drogen und der abflachende New Metal-Hype taten ihr Übriges. Von jenem mitbegründeten Sound distanzierte sich Dez anschließend mit Devildriver bewusst, während der Rest der Band mit erfolglosen neuen Projekten wie Glass Piñata oder Machine Gun Orchestra in die Röhre schauen durfte.

Und nun? New Metal it is again! Oder meinetwegen auch Spooky Core, wie Fans der ersten Stunde die Musik des L.A.-Vierers einst betitelten. Das alte Kriegsbeil innerhalb der Band wurde begraben und seit der Reunion Show von vor vier Jahren auf dem Soundwave-Festival strahlen sich zumindest drei Augenpaare aus dem originalen Line-Up wieder freudig an. Bassistin Rayna, die damals nach der dritten Platte Dark Days die Segel strich um sich Kind, Kegel und Christus zu widmen, ist bei der Reinkarnation nicht am Start. Wohl aber ihre Nachfolgerin Nadja Peulen. Soweit zum Personal.

Und die Musik auf Rivals? Ist eigentlich exakt wie die auf seinem direkten Vorgänger: Druckvoll, böse, düster, monströs und… mächtig einfallslos bis uninspiriert. Aber das war im Grunde genommen ja auch schon beim Debut der Fall. Was da allerdings anders war und Coal Chamber reichlich zu Gute kam, war zum einen die absolute Unverbrauchtheit ihres reduzierten und rohen Sounds, den seinerzeit sonst eigentlich nur KoЯn in ähnlicher Art und Weise lieferten und zum anderen die schrille Optik à la Marilyn Manson. Mag letzteres zu Beginn der New Metal-Ära noch relativ unausgelutscht gewesen sein, beweist ein Blick in die aufgedunsenen und verbrauchten Gesichter der Musiker, dass damit heutzutage kaum noch ein Blumentopf zu gewinnen sein dürfte. Lässt man derartige und altersgeschuldete Oberflächlichkeiten mal links liegen und konzentriert sich auf das Wesentliche, kommt trotzdem zum gleichen Schluss: Der Originalitätsfaktor ist dahin und längst überstrapaziert.

Das ist eigentlich richtig Schade, hatten Coal Chamber 1999 unter den Fittichen von Josh Abraham mit dem elektronisch angehauchten und etwas melodischeren Chamber Music doch mal ein richtig starkes Album abgeliefert. Eine Messerspitze von dessen Experimentierfreudigkeit hätte sicher auch Rivals nicht geschadet. Mag es in Sachen Soundästhetik zwar rocken wie der Teufel und auch stimmlich beeindrucken, bleibt das Songwriting weitestgehend auf der Strecke – zu transparent, austauschbar, stumpf und plump eben. Darüber kann weder der durchaus gelungene Vorbote I.O.U. Nothing, noch das Al Jourgensen-Feature in Suffer in Silence hinwegtäuschen. Ein Jammer, denn Rivals ist wirklich kein schlechtes Album. Leider aber ein belangloses. Doch wie schon gesagt: Das ist bei dieser Band ja nichts neues… Fans des Vorgängers dürften demnach mit Rivals ebenso glücklich werden, wie solche von Groove-betontem Metal der Marke Soulfly oder Ektomorf. Hätte ich jetzt nicht gebraucht. Kann man aber machen. Derartige Videos jedoch nicht:

I.O.U. Nothing

Suffer in Silence (feat. Al Jourgensen)

Anspieltipps: I.O.U. Nothing, Another Nail The Coffin, Rivals

Rivals im Stream:

Rivals gibt es beim Label beispielsweise auf goldenem Vinyl!

Released: 22.05.2015 via Napalm Records

Review: The Legendary Tigerman – Do Come Home [EP] (2015)

Style: "color"2004 machte uns Marilyn Manson den Dave Gahan. Jetzt macht uns Dave Gahan den Marilyn Manson.

Das zumindest könnte man beim Anblick der Jean Baptiste Mondino – Photographie glatt meinen. Diese stellt nicht nur die schmückende Front der hier vorliegenden EP Do Come Home dar, sondern zierte auch schon das Album Femina aus dem Jahre 2009.

 

Natürlich handelt es sich bei keiner der genannten Veröffentlichungen um Werke aus dem Hause Depeche Mode. Vielmehr gehören sie zum nicht gerade dünnen Katalog des in Mosambik geborenen und in Portugal aufgewachsenen Multiinstrumentalisten Paulo Furtado, der bereits seit 2002 unter dem Pseudonym The Legendary Tigerman den Rock’n’Roll als Ein-Mann-Kapelle auf Tonträger und Bühnen zaubert.

Zugegebenermaßen kannte ich bis vor wenigen Minuten weder Interpreten noch genannten Photographen… Dennoch nehme ich mir einfach mal raus, die Zusammenarbeit der Beiden als ’nicht beliebig‘ zu betiteln. Schenkt man den vier Tracks nämlich Gehör und scrollt dazu durch die Galerie des Linsenmagiers, wird man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen können. Nahezu alle Gesichter, die man auf Anhieb mit der Musik des ‚Tigermans‘ assoziiert, tauchen auf: Beck, Waits, Tarantino, Lynch… sogar die schmutzigen Jeans einer Madonna in der Filmsection möchte man ‚Do Come Home‘ andichten.

Rechtfertigende Belege für die Vergleichsflut dürfte man alleine schon im samtweichen Folkopener zur Genüge finden. Dem gleichzeitig als Titeltrack fungierenden Stück wirft der Infotext mit Chris Isaak sogar gleich noch den nächsten großen Namen hinterher. Bluesy Vocals und luftige Gitarre zu spärlichem Beat „and [you] just drive along that lost highway.

„I’m just a wild beast with a broken heart!“ Und da sich Herzschmerz durch dramatische Streicherteppiche immernoch am besten intensivieren lässt, steht der bewährte Trick auch der Flüsternummer Wild Beast ausgezeichnet und geht unter die Haut! Ähnlich wie die Tagespflege einer Lena Meyer Landrut. Die tänzelt schon seit geraumer Zeit durch die aktuelle L’oreal-Werbekampagne zur Tigermannummer Light me up twice, welche im Gegensatz zur Reklame sexy unpeinlich kommt und mit weiblichen Gastvocals von Cláudia Efe zu Jack White-infiziertem Bluesriffing überzeugt.

Und weil das schöne Geschlecht als stimmlicher Konterpart so herrlich funktioniert, findet die Formel zum Schluß erneut Anwendung und wird durch prominenten Einsatz sogar noch gepimpt: Der Name Maria De Medeiros dürfte dabei nicht wenigen Pulp Fiction-Fans ein Begriff sein. Das es sich bei besagter Kooperation um die zigste Neuauflage von These Boots Are Made for Walkin‘ handelt, die zudem auch schon Teil der eingangs erwähnten 2009er Platte war, stört überraschend wenig. Vielmehr drückt man dem Evergreen den eigenen Stempel auf und liefert noch gleich den Beweis mit, dass manche Songs selbst eine Jessica Simpson-Schändung locker wegstecken und weiterhin funktionieren können.

Vier Hits für die nächtliche Straße also. Gefühlvoll bis verrucht und irgendwie mystisch angehaucht. Diese EP überspringt die Eingewöhnungsphase und funktioniert direkt und sofort! Ab April ist das neue Album ‚True‘ auch über deutsche Kanäle verfügbar. Die Plattenfirma will ‚Do Come Home‘ als dessen Vorboten wissen.

Ich bin gespannt!

‚Do Come Home‘ im Stream:

‚Do Come Home‘ hier im exklusiven und limitierten CD oder aber im Mp3- Format ordern!

Released: 27.03.2015 via India Records / Rough Trade

Review: Marilyn Manson – The Pale Emperor (2015)

Marilyn-Manson-The-Pale-Emperor-620x620Seit heute steht das neue Marilyn Manson Album The Pale Emperor in den Läden. Mit gerade mal zwei Jahren zum Vorgänger Born Villian eine verhältnissmäßig kurze Wartezeit. Dabei ist das Erscheinen der Platte für einen eingefleischten Fan, wie ich es zumindest einmal war, verheerend. Ab jetzt nämlich fällt es schwer, etwaige Zuneigung, sei es auch nur die vergangener Tage, öffentlich kundzutun.

 

Nun nämlich ist der Mephistopheles of Los Angeles, zumindest für mich, ebensolange schlimm wie gut. Hab ich eben schlimm gesagt? Belanglos bis lächerlich trifft es wohl besser… Zehn fette Jahre (vom Debut Portrait of an American Family bis zur MTV – Hitschleuder The Golden Age of Grotesque) stehen nun zehn mauen gegenüber. Ein andauernder Zustand, angefangen beim unsäglichen Eat Me, Drink Me.

Das einschlägige Musikportale wie Kerrang!, Metal Hammer, Blabbermouth der Rolling Stone, ja sogar Metalsucks von Mansons „best album in years“ sprechen und zum Teil sogar Parallelen zum Meilenstein Antichrist Superstar sehen wollen, empfinde ich als große Frechheit.

Klar, die wollen ja auch nur Geld verdienen und zugegeben: Bei Produktion und Cover (inc. lässiger Doppelkinnkaschierung) hat man sich etwas mehr Mühe gegeben als auf den beiden Vorgängerplatten. Aber ergibt das ergo gleich ein besseres Album? Das dargebotene monotonbesoffene und uninspirierte Geleiher aus sich bis zum erbrechen wiederholenden, dümmlichen Textphrasen (laut Manson soll das wohl Blues sein) ist mehr als unerträglich und erstickt auch jeden noch so gut gemeinten musikalischen Ansatz mit Leichtigkeit im Keim. Dabei bemüht sich die Instrumentierung zumindest um ein homogenes, wenn auch unspektakuläres Gesamtbild.

Für dieses zeigt sich vor allem Neuzugang und Sunnyboy Tyler Bates verantwortlich. Laidback, southernlike und staubig heißt die neue Devise. Gerne mal garniert mit dicken Knarzbässen. Das dürfte nicht von ungefähr an Rob Zombie erinnern, welcher Manson bezeichnenderweise auf der gemeinsamen Tour jede Nacht an die Wand spielte.

Gute Songs? Anspieltips? Fehlanzeige… Der Opener ist zusammen mit den beiden Vorabtracks Cupid Carries A Gun und Third Day of a Sevenday Binge noch am bekömmlichsten. Dabei sind genannte Titel natürlich selbstredend schon beeindruckend fürchterlicher Käse…

…zumal sich mit Twiggy Ramirez der einstige Hauptsongwriter der Band unlängst wieder an Board befindet. Traurig: Das Duo Manson/Ramirez, welches für die absolut großartigen Popsongs von Mechanical Animals verantwortlich gewesen sein soll, ist allem Anschein nach tatsächlich zu nichts besserem mehr fähig als diesem, hier vorliegenden Armutszeugnis.

Auch nach mehrmaligem Anspielversuch bleibt The Pale Emperor un-schönhörbar und unschön hörbar. Leider ist das einst schillernde Gesamtkunstwerk Marilyn Manson zu einem Schatten seiner eigenen, nunmehr schon Selbstparodie verkommen und taugt derzeit bestenfalls noch als Witzvorlage. Einer von Ex-Keyboarder Madonna Wayne Gacy gern genutzten wohlgemerkt. Der dürfte an der neuen Platte wieder seine helle Freude haben… Kenner sollten unbedingt mal dessen Facebookfreundschaft anfordern… sehr unterhaltsam!

Wer noch nach Beweisen für die Qualitäten des neuen Outputs sucht, findet sie spätestens in den hitverdächtig grottigen Musikvideos… Das kann einfach nicht deren scheiß Ernst sein…

Deep Six

Cupid Carries A Gun

 Albumstream:

Hier noch ein Appetizer für alle, die den Pale Emporer (kein Schreibfehler: EMPORER!) in desaströser Deluxeversion ihr Eigen nennen wollen:

Ich bin dann mal raus…

Released: 20.01.2015 via Hell etc. / Cooking Vinyl / Loma Vista Recordings

Review: American Head Charge/(hed)p.e./Soil/Wolfborne/Frankfurt/16.10.2014

hedch07

Da ist sie nun also, die Chance auf die ich über zehn Jahre gewartet habe: Die Industrialmetalboys American Head Charge live sehen! Dazu noch mit meiner einstigen New Metal-Lieblingscombo (hed)p.e. im Vorprogramm und den in der Metalcommunity zumindest damals schwer gefeierten Soil als Headliner. Für zynische Menschen drei mal Schnee von vorgestern. Musik für Hängengebliebene. Genau unser Ding also!

Das Derdanielistcool.de – Team ist exckusiv vorgeladen und stürzt sich in eine bunt gemischte Menge aus potentiellen Dunkin‘ Donuts – Kunden, Juggalos, Dreadlocks und patchübersähten Kutten. Lokalisiert in Frankfurts‘ schöner neuer Location Zoom. Direkt in der Innestadt, dürfte der Laden wohl einigen noch unter dem Namen Sinkkasten bekannt sein. Reibungsloser Ablauf, Spitzensound und nette Leute sprechen für die Räumlichkeiten! Dazu dem Abendprogramm angepasste Mucke  aus der Konserve von A Perfect Circle, Black Light Burns und Marilyn Manson. Kann natürlich auch der Tourtechniker ausgewählt haben…

Wolfborne

Den Beginn machen nicht wie angekündigt 8 Foot Sativa, sondern Wolfborne aus Vancouver/Kanada. Und wenn ich Kanada höre, muss ich unwillkürlich immer gleich an Nickelback denken. Bezeichnend dann natürlich, wenn die Kapelle doch tatsächlich wie die Band des nasenoperierten Ehemanns von Avril Lavigne auf Drop D. klingt. Grenzwertige Songs wie Sex Sells oder Disturbed-ähnliche Stakkato-08/15-Alternative-Metal-Stücke tun dazu ihr übriges. Immerhin tight und sauber im Spiel, wirken Drummer und Gitarrist bei der Performance bisweilen mächtig gelangweilt. Kann dann lediglich Headcharge-Drummer Chris Emmery begeistern, der beschwipst und allein auf weiter Flur vor der Bühne taumelt und sein bestes gibt um die bisher etwa 50 – 60 Nasen zu animieren. Mit mäßigem Erfolg. Irgendwie arg plump und brav das Ganze. Grober Mist, wenn man mich fragt…

Beautiful people of Frankfurt: (hed)p.e. comes in peace!

Ich hatte mir ja nach meiner letzten (hed)p.e.-Show vor etwa 3 Jahren in Berlin geschworen, dieser stetigen, von der Band selbst vollzogenen Mythosschändung, nie wieder beizuwohnen. Geschweige denn durch Geld zu unterstützen. Wenn die Kapelle allerdings als Support auf dem Billing steht, sieht die Sache natürlich anders aus und ich nehm das gerne nochmal mit. „No one can judge me now!“ heisst es heute im Opener. Ich versuch mich dran!

hedch03

(hed)p.e. mit Lieblingsspielzeug

Als die Band um M.C.U.D. – welcher sich zu Beginn selbstsicher und urban im Camouflagelook samt bandana-vermummten Gesicht präsentiert – ihr Set mit dem live ganzokayen No Turning Back vom aktuellen Output Evolution beginnt, bemerke ich sogar, wie ich widererwarten Bock auf die Show bekomme. Die kurz aufgekeimte Euphorie ist allerdings schon beim nächsten Song wieder passé, als die erste, brandneue und unsagbar miese „Punknummer“ den ersten Pogo anzettelt… In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der Track Whitehouse vom 2010er Truth Rising, welcher die Klassikerriege aus Killing Time, Bartender und Blackout kurz unterbricht. Besagte Nostalgierunde animiert zwar sofort zum mitgröhlen und lässt ordentlich Extremitäten im Publikum zucken, zeigt aber gerade auch das größte Problem auf. Nämlich, dass die Hunntington-Beach-Boys – nunmehr auch um den offenbar pausierenden DJ Product vermindert – immermehr zur Selbstparodie verkommen und mehr oder weniger nur noch eine Coverband ihrer selbst sind.

Was ihre Liveshows irgendwie trotzdem zum Entertainment macht, sind die vollmundigen Ansagen von Großmaul und Chefposer Jared, welche einen stets zum Schmunzeln bringen und ein Gefühl von Willkommensein vermitteln. Auch heute Abend. Knüpft er doch gerade zum Frankfurtpublikum eine familiäre Bande:

Thank you beautiful brothers and sisters of Frankfurt. 
You look fuckin' beautiful tonight! My sons' grandmother 
was born in Frankfurt. So it's like we're related. I hope 
you're happy! We're so happy to be here. We just put out 
a record on Pavement Records, that's the Soil - recordlabel. 
It's some heavy fuckin' shit, it's so good. 
We sold out of 'em. Get it on itunes! Play some heavy shit!

Sagt’s und lässt One More Body, das vom Publikum geforderte und durch Roadie „Goose“ gebackupte C.B.C., Renegade, Peer Pressure und das marilynmansonodermeinetweigenaucheurythmicsabgekupferte Raise Hell über die mittlerweile gut angewachsene Zuschauerzahl regnen, welche sich allesamt zu amüsieren scheinen. Ich bin ja jedesmal erstaunt, wieviele Leute mit den neueren Sachen der Band vertraut sind und schäme mich natürlich auch zeitgleich ein bisschen, dass ich jeden Song mitsingen kann…

We brought Bob Marley to town with us!
Don't be mad heavy metal people! It's okay. American Head Charge 
and Soil will be here with some Heavy Metal all night. Right now we're 
going to play some fuckin' Reggae!!!

Shit. Die Raggaversion von The Meadow macht tatsächlich Bock und wirkt so mit dem abschließenden Hold On wie aus einem Guss.

Unterm Strich kommt der Mix aus Nostalgie, Fremdscham und köstlichen Ansagen sehr unterhaltsam und macht das 45 minütige Set sehr, sehr kurzweilig! Band und Publikum hatten sichtlich Spaß und als Supportact könnte ich mir deutlich schlechteres vorstellen. Das (hed)p.e. ihren Zenit aber schon seit Jahren überschritten haben, können sie auch heute nicht kaschieren. Im Endeffekt also alles wie erwartet…

hedch05

AHC – Crowd

„Beautiful“ brothers and sisters of Frankfurt…

American Head Charge
hedch06

Karma / American Head Charge

Von American Head Charge allerdings hab ich mir da schon etwas mehr erwartet. Wie sehr ich allerdings bedient werden würde, hätte ich niemals erwartet. HO-LY-SHIT! Um es gleich vorweg zu nehmen: Was die neuformierte Band aus Minneapolis an diesem Abend auf die kleine Clubbühne zimmert, zieht einem glatt die Schuhe aus! Eine der besten Shows die ich seit langem gesehen habe! Absolut tight, drückend und überraschend unpeinlich. Dazu noch die auf ganzer Linie überzeugende Stimme von Cameron Haecock. Ich habs ja schonmal gesagt: One of the best there is in this business…

Krass wie problemlos der mittlerweile krass abgemagerte und wortkarge Typ zwischen derbem Metalgeshoute und flächigen Harmonien hin- und her switcht. Blickfang außerdem: Gitarrist Karma, der seit The Feeding zur festen Instanz gehört und schon während des Bühnenaufbaus den Badboy mimt indem er bitterböse Blicke, ordinäre Gesten und verbale Beleidigungen gen Publikum schickt. Auch wenn sich das jetzt albern und panne anhören mag: Das war schon sehr überzeugend und angsteinflößend. Hab ich in der Form höchstens noch bei MSI-Gitarrist Steve Righ? erlebt…

Dreckig-gefährlich natürlich auch die Musik, die fast wie auf Platte aus den Boxen drückt und von Beginn an frenetisch abgefeiert wird. Bereits der Einstieg mit All wrapped up vom Debutalbum killt nur noch! Über den fetten Brei aus drückend lärmendem Metalriffing kreischen und schmatzten die Samples und Störgeräusche von Keyboarder Justin Fouler. (neben den Vocals für mich ja schon immer das Highlight dieser Band). Umso erfreuter war ich natürlich, als mir das nette Kerlchen anschließend verklickerte, dass die Truppe es gerade, zumindest für die Aufnahmen zum neuen Album, in Erwägung zieht, den 2002 geschassten Soundmaniac Aaron Zilch wieder ins Boot zu holen!!

Bekanntes Material gab es überraschend wenig. Neben Dirty und natürlich Just so you know, kam lediglich noch das grandiose Writhe (Opener der aktuellen EP) zum Zug. Die restlichen 3 Songs waren brandneu, größtenteils sehr, sehr heavy und hätten in dieser Form auch problemlos auf The War of Art zu finden sein können. Auch wenn es ruhig noch ein paar Hits mehr hätten sein dürfen, ist das ebenfalls um die 40 Minuten lange Set absolut perfekt und fährt alles andere an diesem Abend sowas von an die Wand! Damn, freu ich mich jetzt auf die kommende Platte! Mit American Head Charge ist tatsächlich noch zu rechnen!!

Soil

Wenn nun allerdings We will rock you den Auftritt von Soil ankündigt, verlässt einen die Lust ja schon ein wenig. Die Band allerdings gibt von Beginn an mächtig Gas und versteht es alle Wacken– und G.O.N.D. – Shirtträger, sowie sämtliche Kuttenrocker von der ersten Sekunde an zu begeistern. Von Halo vielleicht mal abgesehen, den ich mir unter Umständen in einem unbeobachteten Moment klammheimlich reinfahren würde, hat mich die Chicagoer-Formation nie packen können. Bevor man auf diesen sicherlich eher zum Schluss angesiedelten Hit wartet, spielt man dann doch lieber Fanboy und nutzt die Zeit für gemütliche Schnacks und Shakehands mit den Mitgliedern der vorangegangenen Bands und lässt den Abend mit einer schönen, anschließenden Fahrzeug- Licht- und Rauschmittelkontrolle der Frankfurter Polizei ausklingen. 0.00 Promille… Facettenreicher Abend mit vielen zufriedenen Gesichtern!

hedch10

Hangin‘ out with A.H.C. and (hed)p.e.

hedch01hedch02hedch09

Review: Powerman 5000 – Tonight the Stars Revolt! (1999)

2667427712_d46ea10685_z„Abgespaceter Sci-Fi-Metal der ab und zu in Richtung Marilyn Manson schielt und White Zombie locker an die Wand rockt!“ – So (meine ich mich entsinnen zu können) der Tenor einer Kurzbeschreibung zum PM5K – Album Tonight the Stars Revolt! im Mailorderkatalog EMP, etwa um die Jahrtausendwende herum.

Welch vortreffliche Beschreibung, bei der vor allem letzterer Vergleich nicht von ungefähr kommt… Aber immer schön der Reihe nach!

Your future has arrived…Are you ready yo go? Bereits im Intro An Eye is upon you kommt die albumübergreifende Sci-Fi Thematik deutlich zum Vorschein und lädt ein zum bunten MTVcomicopera-industrialmetal mit catchy Gitarrenriffs. Mainstreamtauglicher Metal mit Comictexten? Der Rob Zombie Vergleich ist ebenso unausweichlich wie berechtigt, ist PM5K-Sänger und Mastermind Spider 1 doch dessen jüngerer Bruder. Doch damit nicht genug Verschwandtschaftsaction : Auch der damalige Neuzugang Mike Tempesta teilt sich nicht aus reinem Zufall den Nachnamen mit dem jahrelangen Zombie-Stammdrummer John Tempesta. Dem Mann an der zweiten Gitarre ist der Metal-Einschlag dieses, zumindest in den Staaten, wahnsinnig erfolgreichen Albums zu verdanken. Somit bricht es sowohl komerziell als auch stilistisch mit den eher von groovy Crossover und Sprechgesang dominierten Vorgängern A Private Little War (1993), True Force (1994), The Blood Splat Rating System (1995), sowie dem Majordebut Mega!! Kung Fu Radio (1997).

Von solch alten Kamellen wollten Powerman (übrigens benannt nach diesem chicen Comic) anno 1999 scheinbar nichts mehr wissen. Stumpf, tight und maschinell auf den Punkt hiess seinerzeit die neue Devise! Das macht bereits der Einstieg mit Supernova goes Pop mehr als deutlich klar. Macht mir jedesmal sofort Bock auf mehr. Ein Verlangen, welches mit dem weiteren Verlauf der Platte glücklicherweise problemlos gestillt werden kann! Wer jemals Tony Hawk’s Pro Skater 2 gezockt hat, dürfte mit dem nachfolgenden, bekanntesten Stück der Band „When Worlds Collide“ bestens vertraut sein. Hit!!

Das eher schleppende, sehr maschinelle „Nobodys Real“, ebenfalls als Single ausgekoppelt könnte man wiederum von Schwarzeneggers‘ finest End of Days unterbewusst aufgeschnappt haben. Überhit!

Man könnte die Liste so weiterführen, denn bis auf das etwas maue Automatic und die unnötige Coverversion Let the Goodtimes Roll (allerdings: DJ Lethal! im Feature) überzeugt das Album sonst auf ganzer Länge. Beim neunten Track „Operate, Annihilate“ dürfte es sich dabei wohl um meinen absoluten Favouriten handeln:

Alter. Wie oft ich den Song damals im Schulbus über meinen Discman (!) gepumpt hab und mich derbe cool gefühlt hab… ähnlich cool wie in dem Moment, als die artverwandte Band Static X beim 2003er Rock im Park dabei war die Bühne zu entern und selbiger Song über die Boxen schallte. Selbstredend wähnte ich mich in der Position des Kenners und dachte der Einzige zu sein, dem das Stück bekannt ist. Pre-Internet-Ära und so… Da konnte man sowas noch ernsthaft glauben… Those where the days…

Weiterhin interessant: Blast Off to Nowhere (Rob Zombie im Feature, der selten kreischiger klang als auf diesem Stück – Fahrt ab auf die Brüder!) und die aus dem Rahmen fallende, wunderschöne Schlußnummer „Watch the Sky for me“:

Stargast auf diesem Track: Ginger Fish, ein gutes Jahrzehnt DER Drummer bei Marilyn Manson und mittlerweile bei (surprise) Rob Zombie. Ungewöhnlicherweise bei diesem Song nicht an den Drums, sondern am Piano. Wie es dazu kam, kann man in diesem schönen Interview nachhören. Das der Song eine Adaption von Vangelis‘ One more kiss dear ist wusste ich selbst bis eben auch noch nicht.

Fazit: Wer mit den Teenage Mutant Ninja Turtles, Captain Planet und Marshall Bravestarr aufgewachsen ist, ein Faible für Roboter und Science Fiction – Thematik hat, auf Naruto-optik klarkommt und bei Industrial-Metal der Marke White Zombie, Marilyn Manson oder Rammstein nicht gleich das kalte Kotzen bekommt, dürfte hier sehr, sehr glücklich werden. Der Rest darf getrost weiterskippen oder sich wahlweise ins Fäustchen lachen. Ich steh jedenfalls auf das hier abgelieferte Gesamtpaket aus Musik, Thematik und Optik. Dass sich die heute immernoch aktive „Band“ – lediglich Spider ist übriggeblieben – ihrer öffentlichen Wahrnehmung durchaus bewusst ist, kann man in diesem charmanten Interview nachlesen!

Desweiteren empfehlenswert: Die Tracks Ultra Mega! , Get on get off! , das kurz vor Release eingestampfte und als Nachfolger angedachte Anyone for Doomsday? (2001), sowie sämtliche, oben aufgeführten Vorgänger. Vom nachfolgenden Rest ist leider größtenteils eher abzuraten…

Released: 20.07.1999 via Dreamworks

Gidget Gein wäre heute 45…!

As found on marilynmansonantichrist.blogspot.com

…wenn er denn noch leben würde. For those of you who don’t know: Gidget (bürgerlich Brad Stewart) war zweiter, aber wohl wichtigster Bassist bei Marilyn Manson. Hat man doch seinerzeit dessen Style und Image (laut eigener Aussage ein Mix aus Divine und Sid Vicious) komplett auf die Band übertragen. Das erste Album hat er noch mit eingespielt. Als es um dessen Promotion ging, war er allerdings schon durch die Tür. Rausgekickt. Wegen derre Drogen.

Danach war er weiterhin als Musiker mit der Punkband Dali Gaggers und als Künstler tätig. Einsehbar auf seiner immernoch aktiven Homepage.

 

 

Leider weilt der Gute seit 2008 nicht mehr unter uns. Im Alter von 39 war er schon durch die Tür. Rausgekickt. Wegen derre Drogen.

Da ich den Kerl nach wie vor ziemlich schätze und ihn für einen coolen Hund halte, wollte ich ihm hier, zum heutigen, edelen Anlass auf jeden Fall mal einen kleinen Tribut auf diesen Seiten zollen. Am besten anhand ein paar schöner Videos. Diese sind dabei ziemlich rar gesät. In den folgenden 3 Manson – Dokus aber, die sich vor allem auf die spannenden, anfänglichen Spooky Kids – Tage konzentrieren, ist er gut vertreten und kommt ausführlich zu Wort:

Ob er wohl zu Lebzeiten zu verhindern gewusst hätte, dass sich sein ehemaliger Mitstreiter Daisy Berkowitz recht bald in die Nesseln setzt!?

Review: Beck – Mellow Gold (1994)

mellowbanner

Nicht nur Marilyn Manson feiert dieses Jahr sein 20-jähriges in Sachen Majordebut! Und auch wenn Mellow Gold sein Jubiläum schon im März hinter sich gebracht hat, lasse ich es mir dennoch nicht nehmen diesem Meisterwerk nocheinmal nachträglich zu huldigen. Odelay hin oder her, für mich bleibt Mellow Gold DIE Beck-Referenz-Platte.

Als ich mir die Scheibe mit etwa 14 Jahren zulegte war ich da allerdings noch anderer Meinung. Klar, ich kannte Loser und erwartete ein lockeres Alternativealbum mit Grunge-Attitüde. Doch was ich tatsächlich serviert bekam konnte ich in meinem zarten Alter weder begreifen noch gutheissen. Soul Suckin‘ Jerk fand ich beispielsweise besonders schlimm. Irgendwas hat mich aber trotzdem immer wieder dazu bewegt das sanfte Gold in den CD-Player zu schieben – und sei es nur dem Fakt geschuldet das ich mir mit meinem damaligen Taschengeld nicht besonders oft neue Alben zulegen konnte. Ergo beschäftigte ich mich im Pre-Internetzeitalter auch länger mit neuerstandener Musik. Und das ist in diesem Falle eigentlich auch unabdingbar, denn Mellow Gold wächst mit jedem Durchlauf – auch heute noch. Und wer weiß, wie viele Umdrehungen ich der Scheibe heute gönnen würde?

Mellow Gold ist ein mutiger, zusammengeflickter Bastard aus gefälligen Folksongs (Pay no Mind, Nitemare Hippy Girl), Mantras (Black Hole, Steal my Body Home), Noiseattacken (Mutherfucker, Sweet Sunshine) und allerlei musikalischer Frechheiten – angereichert mit Lyrics die auf ewig ihresgleichen suchen. Der damit einhergehende, kommerzielle Erfolg ist bis heute eigentlich kaum begreifbar. Gerechtfertigt aber definitiv! For sure unter meinen Top 15 ever!

Da es sich weder bei diesem Release, noch bei Beck im Allgemeinen um einen besonderen Geheimtip handelt, hätte ich normalerweise von einer Rezension abgesehen, wäre ich da nicht kürzlich erst über die halbstündige Superdoku 10 Years of Mellow Gold gestolpert, die anhand von Interviews mit alten Weggefährten die Story rund um den Release nochmal kompakt aufbereitet und die sicher noch nicht alle auf dem Radar hatten. Unter anderem werden auch die superben Musikvideos näher beleuchtet, die ich nachfolgend gleich mal dazugepackt habe. Beim Beercan-Video unbedingt Buzz Osbourne auf dem Traktor catchen! Enjoy:

10 Years of Mellow Gold

Loser

Pay no mind (Snoozer)



Beercan



Fuckin‘ With My Head (Mountain Dew Rock)



Mellow Gold im Stream:

Bei Mehrbedarf unbedingt auch die zugehörigen Singles checken! Gibt es tolle Songs wie MTV makes me wanna smoke crack oder Got no Mind drauf zu entdecken!

Der Peppers Fan ist cool (XXXisql044)

As found on www.mtvjapan.com

Kennt wer noch das Format Fanatic von MTV? Das war eine Show in denen ausgewählten Fans die Chance zu Teil wurde ihre Idole zu treffen. Nun bin ich ja selbst Fanboy und um keine Möglichkeit verlegen mal mit geschätzten Musikern zu plauschen. Dementsprechend kam beim verfolgen der Sendung ganz gerne mal Neid in meinem heranwachsenden Ich auf. Nachdem ich mir jetzt aber mal wieder via Youtube ein paar Folgen reingezogen hab, sieht die Sache schon wieder ein wenig anders aus… Wie sich da manch einer öffentlich lächerlich gemacht hat ist fast nicht mit anzusehen und wer weiß ob ich mich mit 16 nicht ähnlich affig benommen hätte… Mit Abstand am schlimmsten: Der Kerl der auf die Peppers trifft. Jesus Christ! Was ein schlimmer, aufdringlicher Typ! Fremdscham Galore! Sonnentatoo(!!!) inklusive! Muss man gesehen haben:

Fürchterlich! Da braucht sich dann auch echt keiner mehr zu wundern das Frusciante wieder das Weite gesucht hat…