Liegengebliebenes im Schnelldurchlauf!

Wer den vorangegangenen Post gelesen hat, wird sicher eins und eins zusammenzählen und sich somit auch erklären können, warum die Fülle an Einträgen hier noch immer recht zähflüßig vonstattengeht. Deshalb hier mal ein paar Sachen aus jüngster Vergangenheit im Schnelldurchlauf, die ich für erwähnenswert halte:

Zikade veröffentlicht erstes Musikvideo!

Das ich die Sachen des Berliners Zikade sehr schätze, weiß der aufmerksame Leser natürlich schon. Wurde es doch hier und da schonmal erwähnt… Nun war der Knabe mit den schönen Zähnen kürzlich In Gent um dort unter der Regie des Jungfilmers Ellard Vasen eine Visualisierung für das gleichnamige Stück aus dem Debut Das Ende der Beschwerde in Angriff zu nehmen. Glitzer, Masken, eine Dame namens Helene Bracke, Zeitraffer und die schönste Grinse seit Kurt Cobain. It has its moments…

Panda People legen nach!

Kürzlich erst mit The usual place quasi aus dem Dornröschenschlaf erwacht, legen die Panda People nun mit American Queen gleich den nächsten Hit nach. Passend dazu gibt’s ein schmissiges Retrovideo. Den Track kann man übrigens umsonst downloaden!

Mínus endlich auf Spotify!

Der Mínus ist cool: So hieß der allererste Testartikel, den ich 2013 für diese Seiten geschrieben habe. Nun ist die Band endlich auch auf Spotify zu finden! Nun aber keine Ausreden mehr und ran an die Bullette! Meine besondere Empfehlung gilt dabei nach wie vor dem Album Halldór Laxness von 2003! Desweiteren findet man dort auch die mir bisher unbekannte, zum Album zugehörige Single Romantic Exorcism mit nicen Bonustracks! Außerdem steht nun auch die erste Demo aus den Hardcoretagen der Band auf Youtube! Von neuem Album weiterhin keine Spur…

Neues von Purity Ring!

Das ich deren Debut Shrines ganz arg mag, habe ich hier meines Wissens nach noch nie erwähnt, richtig!? Wird Zeit! Wie auch für ein neues Purity Ring Album. Das steht schon in den Startlöchern und wurde bereits mit dem famosen Vorabtrack Begin Again angekündigt! Nun wurde unlängst mit dem nicht minder grandiosen Push Pull nachgelegt, sowie eine Europatour angekündigt! Die neue Platte Another Eternity kommt am 3.März!

Blink 182 – Split!

as found on http://imstars.aufeminin.com

 

Nicht das mir Blink 182 jetzt arg am Herzen liegen oder ich sie noch als sonderlich relevant erachte… aber der ganz frische, erneute Spilt mit Gitarrist Tom DeLonge weiß es doch mich zu entertainen.

Hier ein frisches Ex-Kollegen-bashing via Rolling Stone mit den beiden verbliebenen Mitgliedern.

Review:Mínus – Halldór Laxness (2003)

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Artwork by Börkur Sigporsson

Eines Nachts 2004 erblickte ich zum ersten und letzten Mal den Videoclip zur Mínus – Single Angel in Disguise im von mir damals heissgeliebten Musikfernsehen. Vorher noch nie etwas von der Band gehört, war ich dennoch vom bunten Clip mit den schwitzenden Männern sofort angefixt und wurde gleich am nächsten Tag in der ortsansässigen Müllerfiliale fündig. Das Cover, welches mit großer Sicherheit aus der gleichen Session, wie eben erwähnter Clip stammen muss, bestach zwar nicht gerade durch Schönheit, gab mir aber dennoch Gewissheit die richtige CD in den Händen zu halten. Der angeheftete Sticker mit den großen Presse-Lobgesängen lies mich dann auch gleich die Geldbörse zücken. Eine Entscheidung die ich auch 9 Jahre später nicht bereue!

Meine Beziehung zu diesem Album hat sich seither nicht groß geändert. Sei es der Umstand, dass ich auch heute noch unfähig bin, den Albumtitel „Halldór Laxness“ (benannt nach diesem Herrn) auszusprechen, oder aber der Fakt, dass mich die Wucht dieser Songs immernoch umblässt.

Die ersten 4 Songs alleine sind schon Grund genug dieses Album zu lieben und übertumpfen sich gegenseitig so an Energie und Catchyness, dass es mir auch heute noch schwer fällt einen Favouriten zu wählen.
Die beiden folgenden Tracks Flophouse Nightmares und Here comes the night, können  da zwar nicht ganz mithalten, sorgen aber dafür das The long facenoch mehr strahlt, als es ohnehin schon tut. Hier wird es zum ersten mal melodiös und das steht der Truppe fabelhaft! Das Stück sollte eigentlich auf keiner abendlichen Sommerautofahrt fehlen und wurde später dann auch zu Recht als Single ausgekoppelt.

Lässt man „My name is cocaine“ mal eben links liegen, schlägt sich die Platte dann nochmal wacker mit drei überzeugenden Nummern, die wieder an das Niveau der Einstiegssongs anknüpfen können, bevor es mit Last leaf upon the treezu einem grandiosen Finale kommt. Mit der Gast-Schönheit Katiejane Garside am Mikro wird eine fieberhaft gespenstische Atmosphäre erzeugt die absolut aus dem Rahmen fällt, aber passender nicht sein könnte. Ist der Rest des Albums einer Wüstenfahrt gleichzusetzen, fängt dieses Stück die Stimmung der zugehörigen Nacht ein. Perfekter Abschluss!

Was Mínus hier abgeliefert haben ist genau das, was man hören möchte, wenn man von Rockmusik spricht. Als Vergleich fallen mir hier höchstens die Queens of the Stone Age ein, wobei mich das hier mehr packt und der Vergleich eher durch die Wüstenatmosphäre zustande kommt.
Die Instrumentierung findet genau die Balance zwischen Anspruch und Nachvollziehbarkeit und lässt der Stimme immer genug Raum zu Entfaltung.

Im Gegensatz zum Vorgänger dominiert hier klarer Gesang, der ab und an mit Effekten angereichert wird und nur selten in frühere Schrei-pattern zurückfällt. Wenn das jedoch geschieht, macht das schwer Eindruck und gibt dem Ganzen etwas unberechenbares!
Mit der gesanglichen Leistung steht und fällt für mich auch das Mínus-Konzept. Sind es bei „Halldór Laxness“ nämlich die ansprechenden Vocals die für den Pop-Appeal verantwortlich sind und dem Nachfolger The Great Northern Whalekill irgendwie abhanden kamen…

„Halldór Laxness“ hat mindestens 9 Songs am Start die ich Fans von Gitarrenmusik immer wieder empfehle! Dringend antesten!

Anspieltips: Romantic Exorcism, Angel in Disguise, The long face, Boys of winter, Who’s hobo

 

Angel in Disguise

Romantic Exorcism

The long face

Tracklist:

  1. Boys of Winter
  2. Who’s Hobo
  3. Romantic Exorcism
  4. Angel in Disguise
  5. Flophouse Nightmares
  6. Here comes the Night
  7. The long Face
  8. My Name is Cocaine
  9. The Ravers
  10. I go Vertigo
  11. Insomniac
  12. Last leaf upon the tree

Übrigens: Bevor das gute Stück am 2004 übers Major Sony bei uns auf den Markt kam, war es bereits am 2003 in der Heimat via Victory Records zu haben (immernoch btw)  und trug dieses Cover:

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Die Sony Version gibt es auf amazon zum lachhaften Preis! Zuschlagen!

 

 

                                          Released: 17.06.2003 via Victory Records / 19.04.2004 Sony

 

Review:Mínus – Jesus Christ Bobby (2001)

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Artwork by Börkur Sügporssona

Eine Band aus Island und ein Coverartwork das auch von Tool stammen könnte:
Man ist sich schon fast sicher, dass einen hier langatmiges Geplänkel erwartet.
Doch weit gefehlt! „Jesus Christ Bobby“ knallt einem schon mit dem Eröffnungsriff von Chimera so unverblühmt in die Fresse, dass einem der auf der Zunge liegende Porcupine Tree – Vergleich sofort im Halse stecken bleibt.

 

Wenn dann noch der Gesang mit der Textzeile „Searching for your position“ einsetzt, weiss man dass hier keine Kompromisse gemacht werden.

„These recordings are the offspring of manic lunatics who are lost in music but
still certain in their means to find necessary balance between modern rock & futuristic soundscapes“ prangt es auf der CD und erweist sich als absolut treffende Selbsterkenntnis.

Die Scheibe strotzt vor Aggressivität. Krasse Rhythmuswechsel, verzerrter Bass und fast durchgehend gekeifte Vocals kreieren pures Chaos von beeindruckender Intensität. Das haben 2001 noch nicht viele geschafft! Die Platte gilt in Kennerkreisen ihrer Zeit als weit voraus und wäre wohl einige Jahre später bei der großen „Math-Core-Explosion“ ein weitaus größerer Erfolg gewesen.

Einzelne Songs rauszupicken fällt schwer, da sich viele Songs doch stark ähneln. Und genau da liegt für mich auch das Problem. Ein paar weitere Songs wie die aus dem Rahmen fallende Akkustik-Ballade „Arctic Exhibition“ hätten meiner Meinung nach gut getan, da das durchgehende Geprügel auf Dauer schon ermüdet und mich dann auf Albumlänge nicht mehr fesselt (aber gut, dass ist mein Problem mit Hardcore im Allgemeinen).

Trotzdem: Häppchenweise greife ich gerne hin und wieder auf „Jesus Christ Bobby“ zurück wenn ich Bock auf Noise habe. Eine Perle für mich bleibt der Song Pulse, welcher mit seinem cleanen Gesang und Herzschmerz-Galore aber keinesfalls repräsentativ für das Album steht. Diese Ehre gebührt dann wohl doch Misdo.

Pulse

Misdo

Tracklist:

  1. Chimera
  2. Leisure
  3. Modern Haircutz
  4. Misdo
  5. Electra Complex
  6. Frat Rock
  7. Arctic Exhibition
  8. Liquid Courage
  9. Denver
  10. Peccadillo
  11. Pulse

 

Wer das Teil physikalisch besitzen will kann für $12.89 direkt beim Label Victory Records ordern oder aber bei amzon gebraucht für 0,75 € zuschlagen. Steht allerdings auch ziemlich alles schön durcheinander auf YT (die in Eigenregie veröffentlichte Platte „Hey, Johnny!“ übrigens auch). Auf Spotify sucht man Mínus jedenfalls vergeblich.

                                                                       Released: 10. Juli 2001 via Victory Records

Der Mínus ist cool (XXXisql001)

Photo by Brynjar Snær

Island, der Inselstaat mit beeindruckender Flora und Fauna ist nicht gerade für überbrodelnden Musikexport bekannt. Klar, arenenfüllende Acts wie Björk oder Sigur Rós sind durchaus erwähnenswert aber sonst dringt nicht viel nach aussen (mag wohl auch an der niedrigen Bevölkerung liegen).

Schade eigentlich. Denn die ebenfalls aus Island (genauer gesagt aus Reykjavik) stammenden Mínus finden international kaum Beachtung, oder zumindest nicht die, die ihnen eigentlichen zustehen sollte.

Natürlich bedient die mittlerweile zum Quartett geschrumpfte Combo eine ganz andere Zielgruppe und bewegt sich weit weg von der vertäumten-Indie-Mukke seiner oben erwähnten Kollegen, dass sie es aber nach 4 Alben und Supportshows für Größen wie Metallica, Muse, Foo Fighters oder den Queens of the Stone Age nur auf verhältnismäßig magere 2.635 FB-likes bringt ist mir rätselhaft.

Mínus bleibt somit definitiv ein Geheimtip!
Während die Band auf ihren ersten beiden chaotischen Noise-Eskapaden „Hey,Johnny!“ und Jesus Christ Bobby wohl eher Fans von Converge oder Dillinger Escape Plan begeistern dürften, ist es vor allem ihre 2003er Platte „Halldór Laxness“ die ich Leuten immer wieder ans Herz lege.
Weg vom Krach früherer Tage bewegen sich Mínus seither in rockigeren alternative Gefilden.
Alternative Rock, eine ekelhafte Etikette die meist nichts gutes verheißen lässt.
Nicht aber in diesem Falle, denn hier stimmt alles!
Das ist schweißtreibender, unverfälschter Rock ’n‘ Roll wie man ihn nur noch selten findet. Dargeboten mit jeder Menge Energie und vor allem catchy!
Ihre Hardcore Vergangenheit blitzt dabei immer wiedermal in den Vocals auf und gibt dem ganzen die nötige Prise Dreck!

Von der Presse 2003 zwar durchaus gefeiert, blieb der große Erfolg bisher aus. 
Das eher schwache „The Great Norhtern Whalekill“ vermochte 2008 auch nicht viel daran zu ändern. Trotz ähnlichem Energielevel kam es meiner Meinung nach bei weitem nicht an den Vorgänger heran und bleibt damit für mich damals wie heute belanglos.

Während Sänger „Krummi“ seine neue Elektroband Legend an den Start gebracht hat, war es ansonsten eher still um die Boys of Winter.
Nun wurde allerdings ein neues Album namens „KOL“ für 2013 angekündigt.
Ich freu mich drauf und hoffe die Band dann mal live bewundern zu können, denn das muss vom Hörensagen her ein echtes Erlebnis sein!
Livevideos von „Boys of Winter“ oder das steinalte „Kolkrabbinn“ von 1998 lassen keinen Zweifel daran!

Nun aber auf jeden Fall die Musik für sich sprechen lassen! Hier zwei Smasher von „Halldór Laxnesssamt feschen Musikvideos!

Angel in Disguise

The Long Face

Check auch meine Reviews zu Jesus Christ Bobby und natürlich Halldór Laxness.

                                                                                          offizielle  Mínus-Webpräsenz