Two Hours with Matt Pinfield!

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Wer die goldene MTV-Ära zu schätzen weiß, sollte ihn auf jeden Fall kennen: Matt Pinfield, fleischgewordene Musikenzyklopädie und neben Kennedy der wahrscheinlich bekannteste Charakterkopf-VJ der 90er. Zumindest was den amerikanischen Markt angeht.

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Review: Mansun – Attack Of The Grey Lantern (1997)!

coverZwar hab ich Mansun schon seit dem legendären Spawn – Soundtrack sowie frühestem MTV – Konsum irgendwie auf dem Schirm gehabt, mich aber bisher nie wirklich an eine ihrer Platten gewagt, was ich schon beim ersten Hören von Attack Of The Grey Lantern postwendend bereut habe. Leicht düster liebäugelt der oftmals um melancholische Streicherteppiche erweiterte Gitarrenpop der Truppe mit der New Romantics – Bewegung ohne lässige Post-Grunge – und Hard-Rock – Akzente auszusparen.

Und damit passen sie ganz gut zu den Bands die sich nach dem Ende der großen Brit-Pop – Welle am Rande des Mainstreams bewegten ohne sich selbigem komplett zu ergeben. Nennen wir an dieser Stelle doch einfach mal die Manic Street Preachers als Referenz um mal in Zeit und Ort auf der Insel zu verweilen. Davon abgesehen darf auch gerne die New Model Army als Vergleich herangezogen werden. Und manchmal, wenn Sänger Paul Draper besonders schön am nölen ist, springt einem auch der Billy Corgan der Adore – Ära durch die Hirnwindungen. Auch Beatlesque Momente sind vorhanden, wie z.B. der Pre-Chorus in Stripper Vicar beweist, ganz zu schweigen vom unüberhörbaren Einfluss von The Verve. Deren B-Seite A Man Called Sun inspirierte obendrein sogar den Bandnamen. Aber keine Sorge: Genügend Eigenständigkeit ist jeglichem namedropping  zum Tortze gewährleistet.

Mansun

Eine ganze Reihed Vorab – Singles sollte nichts nützen: Die UK – Combo war im Vorfeld der Platte nicht wirklich präsent, weshalb es schon fast untertrieben wäre lediglich von einer Überraschung zu sprechen, als das vorliegende Debüt 1997 tatsächlich aus dem Stand heraus auf Platz 1 chartete. Mansun wurden daraufhin zur gefeiertesten britischen Newcomer – Bands des jungen Jahres, gründeten gar ein eigenes Label und machten noch zwei weitere, relativ unbeachtete Alben, ehe sie sich während der Arbeit am vierten Longplayer 2003 trennten.

Artistisch irgendwo im Spannungsfeld zwischen Oasis, Babylon Zoo und den Sneaker Pimps angesiedelt, bleibt ihr erster Wurf auch zeitgleich der qualitativ beste. Zudem ist die Platte verhältnismäßig gut gealtert und macht demnach auch heute noch Spaß. Zumindest wenn einem der Sinn nach vernieseltem Gitarrenpop mit Elektronikspielereien steht. Neben dem zumindest auf Spotify beliebtestem Track Wide Open Space, Disgusting und dem gerade zum Ende hin lohnenden Naked Twister gilt es besonders Dark Mavis ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken:

Fazit: Wenn es draussen kalt ist mach ich’s mir mit meinem [Mansun] gemütlich *kicher* das ist das Größte!

Anspieltipps: Dark Mavis, Disgusting, Wide Open Space, Naked Twister

Attack Of The Grey Lantern im Stream:

Attack Of The Grey Lantern bekommt man auf CD schon zum fairen Preis von 8 Öcken. Außerdem interessant: Die Collectors Edition mit allen B-Seiten, Notizen von Paul Draper, Acoustic – Versionen und weiterem Pipapo!

Released: 08.02.1997 via Parlophone

Caution: Die Besprechung dieser Platte ist Teil der coolen Superwoche zum Thema 90s Alternative!

Review: Texas Is The Reason – Texas Is The Reason [EP] (1995)!

317ZPDB8H6LTexas Is The Reason sollten 1997 ausgerechnet zu dem Zeitpunkt in die Brüche gehen, als sie bereits vielerortens als next big thing gehandelt wurden und der MTV – Hype um Bands mit „Punk – Attitüde“ ihnen sicher gut in die Karten gespielt hätte. Kraftvoll und melodiös zwischen Emocore und Indierock angesiedelt, ist das New Yorker Quartett zusammen in einem Atemzug mit Bands wie Sunny Day Real Estate oder Mineral zu nennen, wenn es daran geht die Pioniere des Genres ausfindig zu machen.

Der Einfluss, den die Band auf ihre Generation hatte ist noch heute unüberhörbar, schenkt man dem relativ kleinen Katalog der Combo erstmal sein Gehör. Der wartet neben drei Splits mit artverwandten Acts (The Promise Ring, Samiam, Samuel) und der einzigen Full Length Do You Know Who You Are? mit der selbstbetitelten EP von 1995 auf. Und die ziehe ich der ebenfalls gelungen LP deshalb vor, da mich die EP in ihrer Kürze und Sprödheit einfach mehr packt und gegenüber dem  Album einfach noch etwas mehr auf den Punkt kommt.

Und eigentlich genügt sogar schon die Eröffnungsnummer If It’s Here When We Get Back It’s Ours um diese On-Pointness eindrucksvoll unter Beweis zu stellen. Der Titel ist nicht nur die stärkste Texas Is The Reason – Nummer, sondern gehört meiner Meinung nach mit zum Besten, dass das Genre überhaupt hervorgebracht hat! Das Stück sollte sich später übrigens auch auf dem Album wiederfinden. Jedoch unter dem Titel Back And To The Left:

Während man beim Opener wie auch beim folgenden Dressing Cold noch den Eindruck vermittelt bekommt, dass Texas Is The Reason auf ihrem Debüt gerade noch frisch dabei sind, sich ihrer Hardcore – Wurzeln zu entledigen, die sie sich in ihren vorherigen Projekten (Shelter, 108 , Ressurection) über die Jahre antrainiert hatten, liebäugelt das abschließende Antique schon eher mit der Indie-Rock – Ästhetik, für die die Band später bekannt werden sollte.

texas_in_Brighton_1995Nach dem Geschmack der Band allerdings etwas zu bekannt. Gerade erst hatte man beim Major Capitol Records unterschrieben, schon entschied man sich spontan, die Band zu Grabe zu tragen, nachdem 800 Kehlen beim Abschluß der Europatour in Bielefeld ausgerechnet das eben schon genannte  Antique lauthals mitgröhlten. 2006 sollte es die Band dann doch noch einmal für zwei Konzerte, 2012 gleich für 21 wieder auf die Bühne ziehen. Neues Material gab es dabei nicht zu hören.

Was bleibt sind die unsterblichen Songs einer der wohl essentiellsten Band der 90er, die gerade auf dem selbstbetitelten Debüt ohne großen technischen Schnick-Schnack und mit direkten Texten auftrumpft. Sänger/Gitarrist Garrett Klahn trägt sein Herz in Zeilen wie „It costs so much I know. But I guess I need to know what it would have felt like to be right” regelrecht auf der Zunge, ohne das das Gefühl aufkommt es wäre aufgesetzt. Und das passt sogar ganz gut. War es doch gerade das aufgesetzte New York-Hardcore-Geprolle solcher Bands wie Sick Of It All oder Madball von dem man sich seinerzeit deutlich distanzieren wollte. Pflicht!

Anspieltipp: If It’s Here When We Get Back It’s Ours

Texas Is The Reason im Stream:

Die CD-Version der ersten Texas Is The Reason – Veröffentlichung bekommt man auf amazon zwischen 12 und 20 Euro. Wer gleich alles auf einmal haben will, greift bei der Compilation Do You Know Who You Are?: The Complete Collection zu, die lediglich die Live – Aufnahmen der Samiam – Split ausspart und ansonsten alle Songs der Band enthält. Holt man sich zum Beispiel hier.

Released: 1995 via Revelation

Caution: Die Besprechung dieser Platte ist Teil der coolen Superwoche zum Thema 90s Alternative!

Review: Gisli – How About That? (2004)

gisli-how-about-thatDass das schmissige Debut des gebürtigen Isländers Gisli Kristjansson nicht mit Preisen und Lobhuldigungen überhäuft wurde, ist ähnlich unfassbar wie es die Catchyness von How About That? ist. 13 charmant verschrobene Indie-Song-Perlen, die durch Lo-Fi-Pop-Appeal, Detailverliebtheit und scheinbar unerschöpflichen Ideen-reichtum glänzen.

Fair enough: Versucht man, dem Grundimpuls letzterer Qualität auf die Schliche zu kommen, so darf Folk-Rap-König Beck Hansen als Referenz keinesfalls ungenannt bleiben. Vor allem die Pseudo-Big-Beat-Rap-Nummern Go Get Em Tiger, I Don’t Fight, TV=The Devil oder Can You Make Me Right? hätten auch ohne Weiteres aus dessen Odelay-Phase stammen können. Gisli deshalb jetzt schon als Copycat abstempeln? Könnte man machen…. Aber wenn schon, dann bitte als wild fauchende! Wie die auf dem Cover!

Doch selbst damit würde man der Platte A: wahnsinnig Unrecht tun und B: die Stärke der Songs ohnehin nicht entkräften! Lassen wir die Vergleiche deshalb doch einfach mal stecken und erfreuen uns am mitreißenden Sing-Along-Chorus des Openers, der UpBeat-Fuzziness der Slacker-Hymne Straight To Hell oder wiegen uns in der Melancholie der Akustikballaden End Of My Ropes und I’m Trying. Als wäre das nicht schon fast zu viel des Guten, gilt es obendrein auch noch zuckerwarmsüße Nummern wie  Mind Games, The Day It All Went Wrong oder Worries ins Herz zu schließen, die bei all ihrem Charme, spielend den perfekten Soundtrack für Filme der Marke Juno oder MTV-Films-Produktionen wie Save The Last Dance, Joe’s Apartment, mindestens aber Napoleon Dynamite hätten abgeben können.

Überhaupt MTV: Die hätten den Genre-Crossover auf How About That? eigentlich bedingungslos lieben müssen… Und wenn schon nicht den, dann doch bitte wenigstens die großartigen Texte um Starbucks, Low-Fat-Milk, Burger, Mariah Carey, P.Diddy, Prince, Gareth Gates, den Wu Tang Clan und öhm MTV. Hat bei den New Radicals seinerzeit schließlich auch gezogen. Muß man wohl nicht verstehen…

Jeglicher ungerechter Mainstream-Verschmähung zum Trotze, dürfte 90er-Enthusiasten das Herz bei How about that? deshalb nicht weniger hoch schlagen. Gleiches gilt für Fans erwähnter Filme, Beck-Anhänger oder Anticon-Sympathisanten. Ich jedenfalls bekenne mich in allen genannten Punkten mehr als schuldig und bin demnach schwerstens aus dem Häuschen! Mein derzeitiger Favorit aus dem Indie-Sektor, den ich leider erst viel zu spät für mich entdeckt habe! Jeder Song ein Treffer!  Go get em tiger!!!

 Anspieltipps: Go Get Em Tiger, I Don’t Fight, Worries, Mind Games, How about that?….

How About That? im Stream:

How about that? bekommt man derzeit für lächerliche Cent-Beträge auf Amazon hinterhergeworfen! Der etwas bodenständigere, weitaus weniger hibbelige und ebenso hörenswerte Nachfolger Build-Ups & Break-Downs hat es leider nie bis zur offiziellen Veröffentlichung geschafft. Wohl aber auf die Soundcloud-Page des Künstlers! Ein neues Album, des zuletzt vor allem als Produzent tätigen Protagonisten, ist zudem gerade in der Mache! So how about that? YEAH!

Released: 2004 via EMI

Der Peppers Fan ist cool (XXXisql044)

As found on www.mtvjapan.com

Kennt wer noch das Format Fanatic von MTV? Das war eine Show in denen ausgewählten Fans die Chance zu Teil wurde ihre Idole zu treffen. Nun bin ich ja selbst Fanboy und um keine Möglichkeit verlegen mal mit geschätzten Musikern zu plauschen. Dementsprechend kam beim verfolgen der Sendung ganz gerne mal Neid in meinem heranwachsenden Ich auf. Nachdem ich mir jetzt aber mal wieder via Youtube ein paar Folgen reingezogen hab, sieht die Sache schon wieder ein wenig anders aus… Wie sich da manch einer öffentlich lächerlich gemacht hat ist fast nicht mit anzusehen und wer weiß ob ich mich mit 16 nicht ähnlich affig benommen hätte… Mit Abstand am schlimmsten: Der Kerl der auf die Peppers trifft. Jesus Christ! Was ein schlimmer, aufdringlicher Typ! Fremdscham Galore! Sonnentatoo(!!!) inklusive! Muss man gesehen haben:

Fürchterlich! Da braucht sich dann auch echt keiner mehr zu wundern das Frusciante wieder das Weite gesucht hat…

Der Chocolate starfish and the hotdog flavored water – Releaseparty ist cool (xxxisql037)

Artwork by Wes Borland

Thank u Lord! Da ist es! Was hab ich schon danach gesucht… Ein bereits verloren geglaubtes Relikt aus alten Tagen ist endlich aufgetaucht:

Der legendäre MTV-Bericht zur Releaseparty von Chocolate starfish and the hotdog flavored water aus dem Jahre 2000. Wahrscheinlich DER kommerzielle Höhe- und Wendepunkt des New Metal und deshalb natürlich nirgendwo besser abzuhalten als in der Playboy Mansion. Und alle waren sie da: Deftones, Methods of Mayhem, Rob Zombie & Spider 1 von Powerman 5000, Korn, Backstreet Boys, Incubus, Michael Kelso und Steven Hyde von der 70s Show, Wes Borland im Fantômas-Shirt… und und und… es ist fast wie im Traum!

Dazu gibt es Limp Bizkits Top MTV – Momente im Schnelldurchlauf und Fred Durst Galore im Überfluss:

This is not a test - This is reality !!!

Chocolate starfish and the hotdog flavored water ist natürlich auf Spotify abruf- oder auf dem Flohmarkt deines Vertrauens auffindbar: