Review: Marilyn Manson – The Pale Emperor (2015)

Marilyn-Manson-The-Pale-Emperor-620x620Seit heute steht das neue Marilyn Manson Album The Pale Emperor in den Läden. Mit gerade mal zwei Jahren zum Vorgänger Born Villian eine verhältnissmäßig kurze Wartezeit. Dabei ist das Erscheinen der Platte für einen eingefleischten Fan, wie ich es zumindest einmal war, verheerend. Ab jetzt nämlich fällt es schwer, etwaige Zuneigung, sei es auch nur die vergangener Tage, öffentlich kundzutun.

 

Nun nämlich ist der Mephistopheles of Los Angeles, zumindest für mich, ebensolange schlimm wie gut. Hab ich eben schlimm gesagt? Belanglos bis lächerlich trifft es wohl besser… Zehn fette Jahre (vom Debut Portrait of an American Family bis zur MTV – Hitschleuder The Golden Age of Grotesque) stehen nun zehn mauen gegenüber. Ein andauernder Zustand, angefangen beim unsäglichen Eat Me, Drink Me.

Das einschlägige Musikportale wie Kerrang!, Metal Hammer, Blabbermouth der Rolling Stone, ja sogar Metalsucks von Mansons „best album in years“ sprechen und zum Teil sogar Parallelen zum Meilenstein Antichrist Superstar sehen wollen, empfinde ich als große Frechheit.

Klar, die wollen ja auch nur Geld verdienen und zugegeben: Bei Produktion und Cover (inc. lässiger Doppelkinnkaschierung) hat man sich etwas mehr Mühe gegeben als auf den beiden Vorgängerplatten. Aber ergibt das ergo gleich ein besseres Album? Das dargebotene monotonbesoffene und uninspirierte Geleiher aus sich bis zum erbrechen wiederholenden, dümmlichen Textphrasen (laut Manson soll das wohl Blues sein) ist mehr als unerträglich und erstickt auch jeden noch so gut gemeinten musikalischen Ansatz mit Leichtigkeit im Keim. Dabei bemüht sich die Instrumentierung zumindest um ein homogenes, wenn auch unspektakuläres Gesamtbild.

Für dieses zeigt sich vor allem Neuzugang und Sunnyboy Tyler Bates verantwortlich. Laidback, southernlike und staubig heißt die neue Devise. Gerne mal garniert mit dicken Knarzbässen. Das dürfte nicht von ungefähr an Rob Zombie erinnern, welcher Manson bezeichnenderweise auf der gemeinsamen Tour jede Nacht an die Wand spielte.

Gute Songs? Anspieltips? Fehlanzeige… Der Opener ist zusammen mit den beiden Vorabtracks Cupid Carries A Gun und Third Day of a Sevenday Binge noch am bekömmlichsten. Dabei sind genannte Titel natürlich selbstredend schon beeindruckend fürchterlicher Käse…

…zumal sich mit Twiggy Ramirez der einstige Hauptsongwriter der Band unlängst wieder an Board befindet. Traurig: Das Duo Manson/Ramirez, welches für die absolut großartigen Popsongs von Mechanical Animals verantwortlich gewesen sein soll, ist allem Anschein nach tatsächlich zu nichts besserem mehr fähig als diesem, hier vorliegenden Armutszeugnis.

Auch nach mehrmaligem Anspielversuch bleibt The Pale Emperor un-schönhörbar und unschön hörbar. Leider ist das einst schillernde Gesamtkunstwerk Marilyn Manson zu einem Schatten seiner eigenen, nunmehr schon Selbstparodie verkommen und taugt derzeit bestenfalls noch als Witzvorlage. Einer von Ex-Keyboarder Madonna Wayne Gacy gern genutzten wohlgemerkt. Der dürfte an der neuen Platte wieder seine helle Freude haben… Kenner sollten unbedingt mal dessen Facebookfreundschaft anfordern… sehr unterhaltsam!

Wer noch nach Beweisen für die Qualitäten des neuen Outputs sucht, findet sie spätestens in den hitverdächtig grottigen Musikvideos… Das kann einfach nicht deren scheiß Ernst sein…

Deep Six

Cupid Carries A Gun

 Albumstream:

Hier noch ein Appetizer für alle, die den Pale Emporer (kein Schreibfehler: EMPORER!) in desaströser Deluxeversion ihr Eigen nennen wollen:

Ich bin dann mal raus…

Released: 20.01.2015 via Hell etc. / Cooking Vinyl / Loma Vista Recordings

Gidget Gein wäre heute 45…!

As found on marilynmansonantichrist.blogspot.com

…wenn er denn noch leben würde. For those of you who don’t know: Gidget (bürgerlich Brad Stewart) war zweiter, aber wohl wichtigster Bassist bei Marilyn Manson. Hat man doch seinerzeit dessen Style und Image (laut eigener Aussage ein Mix aus Divine und Sid Vicious) komplett auf die Band übertragen. Das erste Album hat er noch mit eingespielt. Als es um dessen Promotion ging, war er allerdings schon durch die Tür. Rausgekickt. Wegen derre Drogen.

Danach war er weiterhin als Musiker mit der Punkband Dali Gaggers und als Künstler tätig. Einsehbar auf seiner immernoch aktiven Homepage.

 

 

Leider weilt der Gute seit 2008 nicht mehr unter uns. Im Alter von 39 war er schon durch die Tür. Rausgekickt. Wegen derre Drogen.

Da ich den Kerl nach wie vor ziemlich schätze und ihn für einen coolen Hund halte, wollte ich ihm hier, zum heutigen, edelen Anlass auf jeden Fall mal einen kleinen Tribut auf diesen Seiten zollen. Am besten anhand ein paar schöner Videos. Diese sind dabei ziemlich rar gesät. In den folgenden 3 Manson – Dokus aber, die sich vor allem auf die spannenden, anfänglichen Spooky Kids – Tage konzentrieren, ist er gut vertreten und kommt ausführlich zu Wort:

Ob er wohl zu Lebzeiten zu verhindern gewusst hätte, dass sich sein ehemaliger Mitstreiter Daisy Berkowitz recht bald in die Nesseln setzt!?

The Manson Family Album im Stream!

Artwork by Mr. Manson & Robin Perine

Das Marilyn Manson Debut Portrait of an American Family feiert dieser Tage sein 20 – jähriges Jubiläum und ist deshalb gerade wieder in aller Munde. Die User des Revolver Magazines wählten es sogar auf Platz 1 der wichtigsten Alben des Jahrgangs 1994. Eigentlich unnötig zu sagen, dass ich da der absolut gleichen Auffassung bin, zählen die 90er Frühwerke der Band doch für mich zu meinen absoluten Favourites!

 

Wer sich schonmal ein wenig mit der Entstehungsgeschichte dieser Platte auseinandergesetzt hat, der weiß das die Aufnahmen ursprünglich in den Criteria Studios in Miami stattfanden und unter dem Namen The Manson Family Album als erster Release angedacht waren. Erst danach ging es mit dem ehemaligen Mentor und Labelboss Trent Reznor nach Los Angeles (unter anderem ins legendäre Haus in dem Sharon Tate den Tod durch die Charles Manson Family fand) um die bisherigen Aufnahmen aufzupolieren und teilweise neu zu arrangieren, da sich Teile der Band mit dem Erstergebnis nicht zufrieden zeigten. Erst dann wurde das auf Band gebannt was die Welt heute als Portrait of an American Family kennt.

Nun die kleine Sensation: Das Gründungsmitglied Daisy Berkowitz hat dem Anlass entsprechend erwähnte Erstaufnahmen ausgekramt und über Soundcloud der breiten Öffentlichkeit im Stream zur Verfügung gestellt (den bisher unveröffentlichten Song Filth inc.). Auf jeden Fall hörenswert:

Nicht das erste Mal das der einstige Gitarrist, der den Rausschmiss aus der Combo nie so richtig verkraftet zu haben scheint, in den Archiven wühlt. So durften sich Fans erst vor kurzem über die raren Demos zum Millionenseller Antichrist Superstar freuen, deren Veröffentlichung ebenfalls auf sein Konto geht. Meist mit dem Zusatz er empfinde die Grundversionen als besser. Mag man ihm in Punkto Authentizität zwar recht geben, ist das ansonsten natürlich weitestgehend Quatsch. Gerade bei Portrait… hat sich die Überarbeitung absolut gelohnt!

Dennoch ein Leckerli, zeigt man sich am Entwicklungsprozess der Songs interessiert. Tut man das, verüben natürlich auch die Portrait-Demos einen gewissen Reiz! Wer die wohl online gestellt haben mag? Runden wir die schöne Nostalgierunde doch mit den Musikvideos zum Album ab:

Get your Gunn

Lunchbox

Dopehat

And always give credits to the legend of the great Gidget Gein! Ohne den wäre da wohl sowieso nie was gegangen…