Review: Static-X – Wisconsin Death Trip (1999)

Wer Static-X lediglich auf die Frisur ihres mittlerweile verstorbenen Masterminds und Aushängeschilds Wayne Static reduziert, tut dem Quartett aus L.A. großes Unrecht. Tatsächlich war nämlich der Bart des Frontmanns schon immer viel beeindruckender – glücklicher-weise kann aber zumindest auch das musikalische Frühwerk der Band punkten, was wohl keine Scheibe besser unter Beweis stellen dürfte als ihr Platin-Debüt Wisconsin Death Trip, das heute stolze 20 Jahre alt wird.

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Wayne Static enters the Shadow Zone!

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Als wir mit zarten 16 Jahren das erste Mal mit Livemusik in Berührung kamen war das meist verbunden mit Beatabenden. Darunter versteht man zumindest im fränkischen Raum, dass eine Coverband (sagen wir mal Justice) auf der Bühne einer x-beliebigen Dorffesthalle steht und Mitgröhlhits unter das von Asbach-Cola benebelte Volk sprüht.

Damit die Nu-Metal-Burschenschaft auch ein wenig Freude hatte, gab es dann immer eine kleine Runde aus System of a Down, Slipknot und vor allem Push it, die erste Single einer damals aufstrebenden Band namens Static X.

Mastermind und Aushängeschild dieser Combo, Wayne Static, ist laut einschlägigen Websiten wie blabbermouth.com kürzlich im Alter von 48 Jahren verstorben. Man munkelt was vo derre Drochen…

Für mich waren Static X  mit ihrem Evil-Disco-Industrial Gebräu immer sowas wie die Ministry des New Metal und haben zumindest 3 gute Alben auf den Markt geworfen. Vor allem Wisconsin Death Trip (1999) und Machine (2001) sind für mich Evergreens, die ich immer mal wieder gerne auskrame… Auch wenn das spätere Schaffenswerk des Lämmermann-look-a-likes mir nichts mehr abgewinnen konnte und in meinem Kopf eher unter „peinlich“ verbucht ist, stimmt mich sein Ableben doch ein wenig traurig… hat mich seine Musik und Performance doch schon auch ein Stück weit geprägt. Die geplante Tour aus Wayne Static, Powerman 5000 und American Head Charge ist damit dann wohl auch dahin…

Ich kann meinen Hut nicht tief genug ziehen!

Hier sein Vermächtnis in Videoform, sowie die ersten drei Static X – Alben. Keep Disco evil!

Wayne Static Videography:

Wisconsin Death Trip (1999):

Machine (2001):

Shadow Zone (2003):

Review: Powerman 5000 – Tonight the Stars Revolt! (1999)

2667427712_d46ea10685_z„Abgespaceter Sci-Fi-Metal der ab und zu in Richtung Marilyn Manson schielt und White Zombie locker an die Wand rockt!“ – So (meine ich mich entsinnen zu können) der Tenor einer Kurzbeschreibung zum PM5K – Album Tonight the Stars Revolt! im Mailorderkatalog EMP, etwa um die Jahrtausendwende herum.

Welch vortreffliche Beschreibung, bei der vor allem letzterer Vergleich nicht von ungefähr kommt… Aber immer schön der Reihe nach!

Your future has arrived…Are you ready yo go? Bereits im Intro An Eye is upon you kommt die albumübergreifende Sci-Fi Thematik deutlich zum Vorschein und lädt ein zum bunten MTVcomicopera-industrialmetal mit catchy Gitarrenriffs. Mainstreamtauglicher Metal mit Comictexten? Der Rob Zombie Vergleich ist ebenso unausweichlich wie berechtigt, ist PM5K-Sänger und Mastermind Spider 1 doch dessen jüngerer Bruder. Doch damit nicht genug Verschwandtschaftsaction : Auch der damalige Neuzugang Mike Tempesta teilt sich nicht aus reinem Zufall den Nachnamen mit dem jahrelangen Zombie-Stammdrummer John Tempesta. Dem Mann an der zweiten Gitarre ist der Metal-Einschlag dieses, zumindest in den Staaten, wahnsinnig erfolgreichen Albums zu verdanken. Somit bricht es sowohl komerziell als auch stilistisch mit den eher von groovy Crossover und Sprechgesang dominierten Vorgängern A Private Little War (1993), True Force (1994), The Blood Splat Rating System (1995), sowie dem Majordebut Mega!! Kung Fu Radio (1997).

Von solch alten Kamellen wollten Powerman (übrigens benannt nach diesem chicen Comic) anno 1999 scheinbar nichts mehr wissen. Stumpf, tight und maschinell auf den Punkt hiess seinerzeit die neue Devise! Das macht bereits der Einstieg mit Supernova goes Pop mehr als deutlich klar. Macht mir jedesmal sofort Bock auf mehr. Ein Verlangen, welches mit dem weiteren Verlauf der Platte glücklicherweise problemlos gestillt werden kann! Wer jemals Tony Hawk’s Pro Skater 2 gezockt hat, dürfte mit dem nachfolgenden, bekanntesten Stück der Band „When Worlds Collide“ bestens vertraut sein. Hit!!

Das eher schleppende, sehr maschinelle „Nobodys Real“, ebenfalls als Single ausgekoppelt könnte man wiederum von Schwarzeneggers‘ finest End of Days unterbewusst aufgeschnappt haben. Überhit!

Man könnte die Liste so weiterführen, denn bis auf das etwas maue Automatic und die unnötige Coverversion Let the Goodtimes Roll (allerdings: DJ Lethal! im Feature) überzeugt das Album sonst auf ganzer Länge. Beim neunten Track „Operate, Annihilate“ dürfte es sich dabei wohl um meinen absoluten Favouriten handeln:

Alter. Wie oft ich den Song damals im Schulbus über meinen Discman (!) gepumpt hab und mich derbe cool gefühlt hab… ähnlich cool wie in dem Moment, als die artverwandte Band Static X beim 2003er Rock im Park dabei war die Bühne zu entern und selbiger Song über die Boxen schallte. Selbstredend wähnte ich mich in der Position des Kenners und dachte der Einzige zu sein, dem das Stück bekannt ist. Pre-Internet-Ära und so… Da konnte man sowas noch ernsthaft glauben… Those where the days…

Weiterhin interessant: Blast Off to Nowhere (Rob Zombie im Feature, der selten kreischiger klang als auf diesem Stück – Fahrt ab auf die Brüder!) und die aus dem Rahmen fallende, wunderschöne Schlußnummer „Watch the Sky for me“:

Stargast auf diesem Track: Ginger Fish, ein gutes Jahrzehnt DER Drummer bei Marilyn Manson und mittlerweile bei (surprise) Rob Zombie. Ungewöhnlicherweise bei diesem Song nicht an den Drums, sondern am Piano. Wie es dazu kam, kann man in diesem schönen Interview nachhören. Das der Song eine Adaption von Vangelis‘ One more kiss dear ist wusste ich selbst bis eben auch noch nicht.

Fazit: Wer mit den Teenage Mutant Ninja Turtles, Captain Planet und Marshall Bravestarr aufgewachsen ist, ein Faible für Roboter und Science Fiction – Thematik hat, auf Naruto-optik klarkommt und bei Industrial-Metal der Marke White Zombie, Marilyn Manson oder Rammstein nicht gleich das kalte Kotzen bekommt, dürfte hier sehr, sehr glücklich werden. Der Rest darf getrost weiterskippen oder sich wahlweise ins Fäustchen lachen. Ich steh jedenfalls auf das hier abgelieferte Gesamtpaket aus Musik, Thematik und Optik. Dass sich die heute immernoch aktive „Band“ – lediglich Spider ist übriggeblieben – ihrer öffentlichen Wahrnehmung durchaus bewusst ist, kann man in diesem charmanten Interview nachlesen!

Desweiteren empfehlenswert: Die Tracks Ultra Mega! , Get on get off! , das kurz vor Release eingestampfte und als Nachfolger angedachte Anyone for Doomsday? (2001), sowie sämtliche, oben aufgeführten Vorgänger. Vom nachfolgenden Rest ist leider größtenteils eher abzuraten…

Released: 20.07.1999 via Dreamworks

2 bis 3 Wochen nix erwarten!

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Der Daniel ist erstmal für 2 Wochen on the road. Also nicht wundern wenn sich hier nix tut. Zu bald kommenden Stories über Kobolde, Fährmeister, Marktfrauen und der weiteren, angekündigten Auseinandersetzung mit den New Metal – Perlen von (hed)p.e. und Powerman 5000, darf man danach außerdem mit Geschichten über wilde Hengste und Flamingos rechnen!

Apropos Flamingos… da würd ich doch glatt mal das finale Lebenszeichen meiner alten Kapelle Jaked off Shorts and loaded Heads in die Runde werfen! Schließlich stand das Edeltier Pate für unsere letzte EP Flamingo Room. Und zwar nicht zu knapp:

Btw.: Wem die Jaked off – Mucke getaugt hat, darf sich gern bei mir ein Gratis Exemplar ordern (sersn@derdanielistcool.de) und sich vorraussichtlich ab Ende diesen Jahres auf ähnliches freuen!

Bis Baldrian!

Tonite I’m gonna party like it’s nineteen ninety-nine!

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Selten hatte Prince mehr Recht, denn in Bälde geben sich gleich 4 Bands aus der zweiten Riege des New Metal die Ehre sich live auf hiesigen Bühnen zu zeigen um den vergessenen Flair der Jahrtausendwende zu versprühen: American Head Charge (kurz AHC), Crazy Town (kurz CXT), Powerman 5000 (kurz PM5K)  und (hed)p.e. (kurz hed). Und bis auf letztere ist das bei jeder der Combos mal locker 10 Jahre her…

Doch damit nicht genug der Gemeinsamkeiten, denn sie alle haben ihren Zenit weit überschritten, denken nicht ans aufhören und machen stattdessen mittlerweile halbgare Sachen. Die einen mehr, die andern weniger… Böse Zungen mögen ja behaupten das wäre bei genannter Spezies auch schon immer  der Fall gewesen… In diesem Punkt bin ich natürlich absolut anderer Meinung und werde deshalb den genannten Künstlern demnächst ordentlich Tribut zollen! CXT gabs ja neulich schon…

Auffällig auch das keine der Bands auch nur ansatzweise in Originalbesetzung spielt. Bringen es AHC zumindest noch auf 4 Gründungsmitglieder (von ehemals 7) sind es bei hed nur noch 2 (von ehemals 6) und bei den anderen beiden jeweils nur noch die Frontmänner mit komplett neuen Besetzungen. Stellt sich also auch die Frage inwiefern es sich unter solchen Umständen dann nicht eher um Coverbands handelt…

Mir ist es den Spaß natürlich trotzdem wert und ich gedenke mir die ein oder andere Show reinzufahren (natürlich inklusive ausführlicher Berichterstattung). Nach der letzten hed – Show hab ich mir zwar geschworen diese Band nicht mehr weiter zu unterstützen, aber wenn sie schonmal mit AHC (die glaub ich tatsächlich noch ganz sehenswert sind) zusammen auf Tour kommen, nehm ich mir das Trauerspiel doch gerne nochmal mit! Ja, richtig verstanden: American Head Charge und (hed)p.e. kann man sich an einem Abend zusammen rein fahren! PM5K und CXT zumindest geimsam auf einem Festival! Hier alle relevanten Dates im Detail angereichert mit Clips aus ihren besten MTV Tagen (natürlich keineswegs mehr repräsentativ…):

American Head Charge + (hed)p.e. (+ Soil + 8 Foot Sativa)

09.10. Bochum / Matrix
10.10. Mannheim / Alte Seilerei
15.10. Augsburg / Kantine
16.10. Frankfurt / Zoom

American Head Charge – All wrapped up



(hed)p.e. – Killing Time

Tickets liegen bei 20 – 25 Öcken im VVK. Günstig für 4 Amibands!

Crazy Town

08.06 Nürburg / Rock am Ring
09.06 Nürnberg / Rock im Park
10.06 Hamburg / Knust

Crazy Town – Toxic

Tagestickets für die Festivals sind natürlich immernoch bei beeindruckenden 89,50 €.
Tickets für die Knust-Show sind da mit 26,90 € schon erschwinglicher!

Powerman 5000

Ebenfalls zu Gast bei Rock im Park und Rock am Ring. Genauere Spieltage oder sonstige Dates in der Gegend scheinen nicht bekannt zu sein… Schade eigentlich..

UPDATE: Die Jungs sind als Support von Rob Zombie am 11.06 im Skaters Palace zu sehen!

Powerman 5000 – Nobodys Real

Na dann ran an die Buletten! Ich lach mir schonmal freudig ins Fäustchen während ich meine New Metal-Shirts frisch bügel und meine CD-Booklets schonmal für Signaturen sortiere! Falls wer Interesse hat mich wohin zu begleiten… hook me up! Sonst bleibt vorerst nix zu sagen ausser das PM5K und AHC gerade Crowdfundingkampagnen am laufen haben um neuen Mist zu veröffentlichen! Einmal Hier und Einmal Hier! Sieht nicht sonderlich gut aus…

AchjaeinHinweisnoch: Wer die Nu Metal Mütze nicht vollbekommt geht mal wieder Limp Bizkit anschauen. Zusammen mit der Stimme aus der Gosse am Hockenheimring… Ich bin immernoch sprachlos…

Der Chocolate starfish and the hotdog flavored water – Releaseparty ist cool (xxxisql037)

Artwork by Wes Borland

Thank u Lord! Da ist es! Was hab ich schon danach gesucht… Ein bereits verloren geglaubtes Relikt aus alten Tagen ist endlich aufgetaucht:

Der legendäre MTV-Bericht zur Releaseparty von Chocolate starfish and the hotdog flavored water aus dem Jahre 2000. Wahrscheinlich DER kommerzielle Höhe- und Wendepunkt des New Metal und deshalb natürlich nirgendwo besser abzuhalten als in der Playboy Mansion. Und alle waren sie da: Deftones, Methods of Mayhem, Rob Zombie & Spider 1 von Powerman 5000, Korn, Backstreet Boys, Incubus, Michael Kelso und Steven Hyde von der 70s Show, Wes Borland im Fantômas-Shirt… und und und… es ist fast wie im Traum!

Dazu gibt es Limp Bizkits Top MTV – Momente im Schnelldurchlauf und Fred Durst Galore im Überfluss:

This is not a test - This is reality !!!

Chocolate starfish and the hotdog flavored water ist natürlich auf Spotify abruf- oder auf dem Flohmarkt deines Vertrauens auffindbar: