Review: Incubus – 8 (2017)

Artwork by Brantley Gutierrez

Momentan werde ich von allen Seiten der sozialen Netzwerke mit der Info versorgt, dass es eine neue Incubus-Platte gibt. Gerade Youtube ballert mich regelrecht zu damit. Aber kein Problem, schließlich schau ich mir gern banale Interviews mit gemachten Rockstars an. Gerade wenn es solche sind, deren Frühwerk ich zu schätzen weiß. Also mal schnell nen Blick riskiert und siehe da: Die Band, allen voran Sänger Brandon Boyd, wirkt sympathisch wie gewohnt und macht einem durchaus Bock mal in die LP reinzuhören! Weiterlesen

Two Hours with Matt Pinfield!

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Wer die goldene MTV-Ära zu schätzen weiß, sollte ihn auf jeden Fall kennen: Matt Pinfield, fleischgewordene Musikenzyklopädie und neben Kennedy der wahrscheinlich bekannteste Charakterkopf-VJ der 90er. Zumindest was den amerikanischen Markt angeht.

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Review: Red Hot Chili Peppers – The Getaway (2016)

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artwork by Kevin Peterson

Die Red Hot Chili Peppers begleiten mich nun schon beinahe zwei Drittel meines nicht mehr ganz so jungen Lebens. Ihr Meilenstein Blood Sugar Sex Magik weckte im zarten Alter von zwölf Jahren den Wunsch in mir das Bass-Spiel erlernen zu wollen, welchem ich dann in endlosen Kinderzimmer-Sessions vor allem mit Hilfe ihrer ersten vier Studio-Alben für die EMI nach- gekommen bin. Wenn man so will, begann meine musikalische Früherziehung also mit den frühen Peppers, den großen Crossover – Pionieren.

Die entfesselte Stil-Verknüpfungs-Neugier ihrer jungen Jahre ist, nach dem noch immer gewaltig unterschätzten One Hot Minute, allerdings mit der Zeit immer mehr zugunsten großflächig angelegtem Pop gewichen. Crossover gab es seit dem Kassenschlager Californication nur noch vereinzelt. Und wenn, dann hatten selten dämliche Titel wie Throw Away Your Television, Get On Top oder superpeinliche Session-Überbleibsel wie Fat Dance kaum noch Substanz und legten stets die Vermutung nahe, ihre Existenz beruhe einzig und allein darauf es den alten Fans rechtmachen zu wollen. Neben aufgeräumten und clever arangierten Mainstreamsongs wie Scar Tissue, This Velvet Glove oder Universally Speaking wollte das dann nur noch unnötiger, bemühter und umso deplatzierter wirken. Die Transformation von der Organic Anti Beat Box Band hin zu den Melancholy Mechanics, die sie heute sind,  ist an sich also gerechtfertigt.

Während mich By The Way von 2002 als Ganzes dann doch eher kalt lies, kam Stadium Arcadium 2006 als überraschend fantastisches Spätwerk um die Ecke. Satte 28 Songs. Kaum Ausfälle. Keine Selbstverständlichkeit!

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Red Hot Chili Peppers 2016 (as found on: warnermusic.de)

Als Frusciante anschließend ging hätte man es also gut sein lassen und mit einem großen Knall abtreten können. Das dröge I’m With You von 2011 nämlich wollte nicht so recht zünden und erweckte den Eindruck, die Band habe ihr Pulver verschossen. Aber hey: Der neue Gitarrist Josh Klinghoffer erwies sich als Wahnsinnstyp. Seinem zutun ist es geschuldet, dass die Live-Sets fortan wieder um Welten spannender, abwechslungsreicher und unterhaltsamer ausfallen als die der vorherigen Dekade. Mit Aeroplane fand z.B. erst kürzlich ein Song der Navarro-Phase den Weg zurück ins Set. Das wäre John Frusciante nicht in die Tüte gekommen. Und was den Rest der Band betrifft, so ist dieser Move weit außerhalb ihrer Comfort-Zone anzusiedeln. Noch viel weiter draussen: Die Entscheidung sich und sein Schaffen erstmals seit 1991 einem neuen Produzenten anzuvertrauen. Statt ihrem ehemaligen Mentor Rick Rubin saß nun bei der aktuellen Platte Danger Mouse an den Reglern. Es waren solche mutigen Schritte, die jeglichem Bruno-Mars-Eiertritt zum Trotze auf den zweiten Output mit Klinghoffer hoffen ließen (#Hofferhoffen).

absolut crazy dieser Flea

Das grandiose Cover-Artwork, die großartige Vorab-Single Dark Necessities (minus der plumpen Slap-Bass-Line aber plus nettem Videoclip), der sympathisch kleine Karaoke-viral-Hit (minus gruselig bis eklig aufdringlichem Flea aber plus allem anderen) oder die jüngst absolvierten Festival-Auftritte schürten die Vorfreude zuletzt dann doch überraschend hoch.

Und waren es nicht diese Faktoren, die einen positiv auf die neue Platte einstimmten, dann doch diverse Statements aus dem Band-Zirkel, Danger Mouse habe Anthony Kiedis stets dazu ermutigt vorhandene Texte, Pattern und Melodien immer wieder zu verwerfen, neue Ideen einzubringen. Er könne es schließlich besser.

That’s where he was wrong… Er kann es nicht besser. Und wenn doch, dann kann man sich vor den verworfenen, ersten Songskizzen wohl nur fürchten. Wie hat Fred Sablan erst kürzlich im nach wie vor empfehlenswerten Hour Of Goon – Podcast bemerkt: „The music is great. But I can’t stand Anthony Kiedis. […] He’s the weakest link of this band“.

Und das bringt das Dilemma leider vortrefflich auf den Punkt. Musikalisch gesehen wäre The Getaway vielleicht keine Großtat, aber sicherlich mehr als gut gemacht und an vielen Stellen schwer hitverdächtig. Sobald Kiedis aber mit seinem uninspirierten, einfallslosen, langweiligen, vorhersehbaren und tonal ewig gleichen Sing-Sang-Geseier loslegt wird jeder Anflug von Magie sofort im Keim erstickt. Von den plumpen Texten ganz zu schweigen, die bei Songtiteln wie Dreams Of A Samurai oder Go Robot aber im Grunde wohl vorprogrammiert sind… Der Finger ist somit schneller auf der Skip-Taste als einem lieb ist, was wirklich schade ist, da die Produktion einiges kann. Der neue Drum-Sound z.B. ist ein echter Sprung nach vorne. Außerdem kommt der vermehrte Einsatz von Tasten (auf Sick Love übrigens eingespielt von Sir Elton John himself) richtig gut und auch das Leaned-Back-Feeling, das lediglich durch den mir schleierhaften Tiefpunkt This Ticonderoga gestört wird, weiß ebenfalls zu gefallen.

Es ist zum Mäuse melken, dass es einer Band von dieser Größenordnung nach immerhin fünf Jahren Abstand zur letzten Platte nicht gelingen mag, mehr als einen vernünftigen Song an den Start zu bekommen. Sogar die B-Seiten der letzten Jahre waren weitaus stärker als der vorliegende Output. Das einem nach elf Alben mal die Ideen ausgehen ist natürlich mehr als nachvollziehbar. Bevor man allerdings derartig halbgaren Murks veröffentlicht, könnte man seinem Stuff alternativ auch einfach mehr Zeit zur Reife gönnen. Oder am besten gleich nen Ghostwriter für die Vocal-Parts anheuern. Wenn man sich eh schon im Mainstream-Pop bewegt sollte das dann ja auch nicht mehr weiter verwerflich sein…

Meinen Respekt für die Gruppe mindert die neue Platte zwar nicht wirklich und beweisen müssen sie sich selbstverständlich weder mir noch sonstirgendjemandem. Schade aber ist es allemal, dass The Getaway dank einem kreativ leergebluteten Frontman seinem Namen alle Ehre macht und tatsächlich über weite Strecken zum davonlaufen ist.

Goodbye Angels

Anspieltipp: Dark Necessities

The Getaway im Stream:

The Getaway kriegst du z.B. hier.

Released: 16.06.2016 via Warner Music

Review: (hed)p.e. – Broke (2000)

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Cuz everybody talking about that new sound crazy but it’s still hip hop to meTrue that! Ein großes Problem war glaube ich immer, dass man die Band vor allem aus dem Metal- und nicht aus dem Rapblickwinkel betrachtet hat. Auch auf dem zweiten und zeitgleich erfolgreichstem Output der Band überwiegen die Hip Hop Elemente. Würde Busta Rhymes mit Gitarren arbeiten, könnte das Endergebnis wohl wie Broke klingen (auch wenn die traurige Wirklichkeit dieser Vorstellung da bekanntermaßen anders ausfällt…).  Im Vergleich zum Debut hat man im Sound arg ausgemistet und den Fokus auf die Vocals gelegt. Gemäßigter und präziser sind die Songs. Songs? Genau, auf Broke gibt es richtige Songs. Hits. Mit klar definierten Strukturen, catchy Refrains und dem wahrscheinlich knackigsten Gitarrensound der Jahrtausendwende!

Vom Opener Killing Time über Feel God (feat. Serj Tankian von SOAD, sowie Morgan Lander von Kittie) bis hin zur kleinen Erfolgsingle Bartender, herrscht auf der ersten Albumseite erstmal nonstop Partystimmung, die dann in der unverschämt guten Biggy-Hommage Crazy Legs gipfelt!

 (hed) p.e. oh can’t you see? Sometimes your shit just hypnotize me

Hypnotisch gut wird es dann tatsächlich beim elektronisch, experimentellen Pac Bell, ehe dann doch noch ein wenig Füllmaterial durchsuppt. Jesus (of Nazareth) beispielsweise wirkt durch theatralische Kornanleihen gerade auf textlicher Basis etwas albern. Live trotzdem dope! Zum Abschluss kommt dann noch das wunderschön poppige Stück The Meadow beinahe ein wenig Peppers-like daher. Klasse Abgang einer starken Platte, die MTV eigentlich hätte lieben müssen und Limp Bizkit und Konsorten auch aus heutiger Sicht locker in den Schatten stellt.

Leider die letzte Großtat dieser Band, die in der Phase des Nachfolgealbums Blackout (2003) zuerst Richtung Mainstream schielte, danach von Jive gedropped wurde und daraufhin allmählich in ihre Bestandteile zerfallen sollte.

Der traurige Rest von hed, bestehend aus Jahred, Mawk und DJ Product ist noch bis heute mit leichtem Revolving-Door-Lineup aktiv. Die Alben Only in Amerika (2004) und Back to Base X (2006) können zumindest partiell überzeugen, wenn man die Sache mit Humor nimmt und sich nicht zu arg an den hirnrissigen Texten stört. Heute ist von den früheren Glanztaten allerdings wenig bis nichts übrig geblieben. Wenn sie nicht gerade Bob Marley covern, gleicht das was die Jungs jetzt treiben oft eher einer schlechten Bad Brains meets Suicidal Tendencies – Parodie und macht einen in großer Regelmäßigkeit einfach nur noch fassungslos. Live dennoch auf absurde, unerklärliche Art und Weise irgendwie unterhaltsam… muss an den Ansagen liegen…

Was die anderen ehemaligen Mitglieder heute so treiben? Gitarrist Westyle war danach lange live bei Korn, mehr oder weniger hinter dem Vorhang aktiv und betreibt neuerdings ein Programm Namens Rock Solid Recovery, bei dem es darum geht Junkies mit Hilfe von Musik von der Sucht zu befreien.

Chizad, ebenfalls Gitarre, war später bei Human Lab und Duress tätig. Heute spielt er noch vereinzelt Acoustic-Shows. Sowohl mit Partner bei The Pharmacy Keys, als auch solo. Genannte Solosongs kann man sich btw. hier umsonst downloaden.

Drummer B.C. blieb meines Wissens nach dem Split musikalisch inaktiv und fährt nun viel Quad mit seinen Söhnen…

Die neue Platte Evolution ist btw. seit einigen Tagen auf dem Markt (diesmal auch Minus DJ Product…) und klingt so.

Bartender

Killing Time



The Meadow

Interview 2001 mit Chizad + Mawk

Albumstream

Wer Broke nicht nur streamen, sondern gleich in physikalischer Form sein Eigen nennen möchte, wird auf amazon schon für wenige Cent fündig… Lohnt sich hier übrigens richtig, da sich auf der Scheibe noch ein Promovideo über die Entstehung der Platte und der Bonustrack Bad Dream befindet. Allem Anschein nach auch auf Vinyl zu haben… aber mir leider noch nie untergekommen… Außerdem auch immer die Augen nach der Meadow-Single offen halten. Mit 2 leckeren Liveversionen von Firsty und Bartender!

Released: 22.08.2000 via Jive

Der Peppers Fan ist cool (XXXisql044)

As found on www.mtvjapan.com

Kennt wer noch das Format Fanatic von MTV? Das war eine Show in denen ausgewählten Fans die Chance zu Teil wurde ihre Idole zu treffen. Nun bin ich ja selbst Fanboy und um keine Möglichkeit verlegen mal mit geschätzten Musikern zu plauschen. Dementsprechend kam beim verfolgen der Sendung ganz gerne mal Neid in meinem heranwachsenden Ich auf. Nachdem ich mir jetzt aber mal wieder via Youtube ein paar Folgen reingezogen hab, sieht die Sache schon wieder ein wenig anders aus… Wie sich da manch einer öffentlich lächerlich gemacht hat ist fast nicht mit anzusehen und wer weiß ob ich mich mit 16 nicht ähnlich affig benommen hätte… Mit Abstand am schlimmsten: Der Kerl der auf die Peppers trifft. Jesus Christ! Was ein schlimmer, aufdringlicher Typ! Fremdscham Galore! Sonnentatoo(!!!) inklusive! Muss man gesehen haben:

Fürchterlich! Da braucht sich dann auch echt keiner mehr zu wundern das Frusciante wieder das Weite gesucht hat…

Neue Peppers – Gratis – Live – EP!

rhcp2013ep_01Wer sich mal wieder gefragt hat was die Chili Peppers so treiben und sich daraufhin auf deren aktueller Homepage mal etwas umgeschaut hat, wird festgestellt haben, dass die Organic Anti Beat Box Band gerade total ausrastet und so ziemlich jede Show mitschneidet und als Download vertickt. Gegen Geld natürlich, aber die Qualität scheint auch dementsprechend zu passen wodurch man das schon rechtfertigen kann.
Jedenfalls gab es unter der Veröffentlichungsflut bereits 2011 auch eine 5 Track – Live -EP die man sich kostenlos gegen die Emailadresse saugen konnte. Nun hat man ganz frisch nachgelegt und war ein weiteres mal gutmütig: Wieder live. Wieder im EP-Format. Wieder 5 Songs. Diesmal gepickt aus dem Zeitraum 2012 – 2013. Und die Songauswahl ist gar famos:

01.Breaking the girl
02.Wet Sand
03.Snow
04.Power of Equality
05.Strip my mind

Keine meiner Urlaubsplaylists kommt ohne auch nur einen dieser Songs aus! Auch wenn mich die letzte Platte und die dazugehörigen 7inches jetzt alle nicht so gekickt haben, finde ich die Band seit dem Einstieg von Josh Klinghoffer zumindest live wieder richtig gut. Auch die zusätlich eingesetzten Livemusiker an Percussion- und Tasteninstrumenten machen die Geschichte rund! Bin mal gespannt auf die nächste Platte, könnte gut werden! Nur bitte kein Bruno Mars Feature…

Live EP hier umsonst runterladen!

Review: Mandrax Queen – Assfunked (2014)

Artwork by Sebastian Rupp

Hit me Hard! Als ich diese Band neulich live als Support der Rockschweine von Brutus erleben durfte war ich ganz schön baff! 3 Jungs stapfen selbstsicher auf die Bühne (der Gitarrist dabei sexy as hell mit stylischer Cap) und bringen schon mit dem ersten Song das haarige Publikum zum swingen. Klar, sicher Profis und sicher Homies des Mainacts aus Oslo… denkste! Die Burschen kommen doch tatsächlich aus Bamberg(!) und machen gerade mal seit Anfang 2013 gemeinsame Sache!

Und Gott sei Dank durfte ich Mandrax Queen über den direkten Liveweg kennenlernen, denn beim Anblick des Covers mit Skapunk-anmutendem Gorilla, Buttplug und dem Titel Assfunked hätte ich sicher schon Vorurteile aufgebaut und ein laues Süppchen à la Blackeyed Blonde oder Mr. Ed Jumps the Gun erwartet (nicht falsch verstehen, ich möchte dem Künstler Sebastian Rupp hier in keinster Weise zu Nahe treten, technisch ist das natürlich einwandfrei!) wodurch ich der Band womöglich keine weitere Beachtung mehr geschenkt hätte… Und die hat die Bamberger Funkkanone definitiv verdient, denn was live beeindrucken konnte schlägt sich auch auf der vorliegenden EP nieder!

Was sie mit genannten 90er Stilverbrechern gemein haben ist natürlich der obligatorische Peppers – Einfluss (geht wohl auch kaum ohne, wenn man sich als Rockband Funk auf die Fahne schreibt), was sie ihnen vorraus haben ist die Gabe diesen Einfluss auch überzeugend zu adaptieren. So hat die Gitarre einen nicht zu leugnenden Frusciante– und somit auch Hendrix– Touch den es aber erstmal in derartiger Perfektion zu beherrschen gilt! Die Rhytmusgruppe beschränkt sich derweil oft auf das Nötigste und gibt sich dabei außerordentlich tight! That’s the way it should be! Das der Basser trotz erwähnter Tightness auch noch Zeit zum Singen findet sollte man hier auch nicht verschweigen! Mit seiner roughen, kratzigen Stimme die auch gerne mal für catchy „Whoohoos“ in die Höhen schnellt, wird dann spätestens hier mit der Peppers-Formel gebrochen und eher an alte Blues- und Rockhaudegen erinnert als an die mittlerweile nicht mehr für voll zu nehmenden Kiedis-Ergüße.

Die 5 dargebotenen Songs unterscheiden sich in ihrer Grundstruktur eigentlich kaum, was das Herauspicken eines repräsentativen Stückes etwas schwierig macht, der Kurzweiligkeit der Platte aber auch keinerlei Abbruch tut da das Energielevel stets beibehalten wird. Mal etwas rockiger, mal etwas funkiger: Das fabelhafte Faint Smile bietet beides in ausgewogener Form und muss dann jetzt einfach mal als Anspieltip herhalten:

Selten hört man junge Bands auf solchem Niveau. Auch bei der Produktion meint man es schon mit einer etablierten Combo zu tun zu haben! Sehr professionell!

Das Rad wird hier zwar ebensowenig neu erfunden wie es Deepes zu entdecken gibt, aber das ist bei dieser Band auch nicht von Nöten: Das hier ist ganz einfach Partymucke die sofort zündet! Mit einer ordentlichen Portion Seele! Musik die zum Tanzen einlädt und ein gutes Gefühl vermittelt! Und in diesen Punkten sind Mandrax Queen über alle Zweifel erhaben! Alles richtig gemacht! Ich bin beeindruckt!
Kalifornien liegt in Bamberg!

Anspieltip: Faint Smile

Uniform (von der ersten EP Golden Buzz)

Tracklist:

1. Assfunked
2. Faint Smile
3. State of Grace
4. Lighthouse Serenade
5. Hit me Hard

Wer Assfunked sein Eigen nennen möchte hoppst kurz auf Bandcamp und holt sich das Teil für 4 Euro digital oder aber besser noch für 6 Euro im schnörkelosem Digipak samt Linernotes! Diese (übrigens recht freundlichen) Gesellen bitte unbedingt live anschauen! Lohnt sich! Nicht nur wegen dem leckeren Gitarristen…

Review: Crazy Town – The Gift of Game (1999)

Crazytown-GiftofGame

Artwork by Bob Lee Hickson/Oxodyne

Als dieses Album damals mit Veröffentlichung des Überraschungshits Butterfly durch die Decke ging, hab ich mich immer damit gebrüstet, Crazy Town schon vorher auf dem Schirm gehabt zu haben. Daran hat sich auch bis Heute nichts geändert und ich fühl mich immernoch wahnsinnig cool, schon vorm Hype das Musikvideo zu Darkside beim heissgeliebten und oft erwähnten MTV Sushi – Format gesichtet, sowie diverse Artikel in der damals untruen 90er-Phase des Metal Hammers verschlungen zu haben.

The Gift of Game hatte auch ich natürlich nicht vor der Butterfly – Hysterie, allerdings schon bei erster Sichtung des zugehörigen Clips, als glühender Peppers – Anhänger, das sofortige Wissen, dass hier das geliebte Pretty Little Ditty – Instrumental vom 89er Mother’s Milk wiederverwertet wurde. Und dass die Peppers im New Metal – Feld als cool angesehen wurden, war mir zumindest damals in keinster Weise bewusst. Spätestens jetzt musste ich dieses Album haben und schnappte das bisher als Ladenhüter gehandelte Einzelexemplar, in der nächstgelegenen Müllerfiliale, einem schwer enttäuschtem Mädel direkt vor der Nase weg…. wo doch eigentlich gerade sie ab jetzt die neue Zielgruppe dieser Band werden sollte…

Denn mit einem Male war der, von meinem 15 jährigem Ich als hart rockender New Metal Act angesehene Haufen als Bravoband verschrien. Somit war es denn auch urplötzlich peinlich zuzugeben, dass man deren Album auch noch besitzt, geschweigedenn gut findet. Da half es auch nicht für Shifty Shellshock & Co. im Poll des Viva-Videotextes im Kampf um die Rockkrone zwischen Crazy Town und Limp Bizkit zu voten. Ja, ja…. those were the days….

Anyways, ich hab die Platte immer heimlich weiter gefeiert und geb das auch schon seit einigen Jahren wieder gerne zu! Schon allein die Top Produktion, die auf das Konto vom von mir geschätzten Josh Abraham und teilweise sogar unter zusätzlicher Mithilfe diverser Mitglieder der von mir noch viel mehr geschätzteren Orgy geht, macht es mir schwer meine Liebe zu diesem Album zu verheimlichen. Deren Sänger Jay Gordon ist denn auch gleich mit zwei großen Songs der Scheibe verbandelt. Zum einen als Gaststar im Video zum absolutem Brett Darkside

als auch als Gastsänger auf der wunderbar verträumten Black Cloud:

Ansonsten ist auf der (für New Metal typischen) Gästeliste beispielsweise noch KRS – One (B-Boy 2000) und dessen Reggea Kumpane Mad Lion (Hollywood Babylon) erwähnenswert. Damit sind die Hip Hop Roots ebenso gut abgedeckt wie auch mit dem Song Face the Music, welcher das altehrwürdige Brr Stick ‚em – Schema der Fat Boys aufgreift, dass man vor allem von den Beastie Boys, Method Man & Redman oder auch in zweierlei Limp Bizkit – Ausführung kennt. (Zum einen als eine Art Skit nach dem 97er Stuck als auch als Chorus des lächerlichen Head for the Barricade des Megaflops Results May Vary)

Als eine Art Schlüsseltrack darf man wohl Lollipop Porn ansehen, dass zum einen den Plattentitel beinhaltet als auch unmissverständlich auf das kotzehässliche Albumcover verweist. Dennoch: Sehr, sehr guter Track:

Die Hits Toxic, Butterfly und Revolving Door sind natürlich auch welche. Wobei man gerade bei letzterer Singleauskopplung im Clip gut beobachten konnte, wie die komplette Attitude sich mit dem Erfolg komplett in die falsche Richtung entwickelte und man die Band spätesten hier auch beim besten Willen nicht mehr ernst nehmen konnte.

Doch lässt man diesen ganzen Butterfly – Hype, der bei der Entstehung dieser Platte natürlich in keinster Weise abzusehen war, mal aussen vor, so bleibt The Gift of Game ein absoluter Meilenstein, wenn es um die Verschmelzung von Rock & Hip-Hop geht. Kommt man mit diesem Crossover Grundgedanken sowieso nicht klar, so darf man Crazy Town gern auch weiterhin verschmähen. Aber der qualitative Unterschied zu… meinetwegen den H-Blockx… sollte hoffentlich für jedermann erkenntlich sein.

 

Anspieltips: Darkside, Black Cloud, Lollipop Porn

 

Toxic

Darkside

Butterfly

Revolving Door

Tracklist:

01. Intro
02. Toxic
03. Think Fast (feat. Dirty Unit)
04. Darkside
05. Black Cloud (feat. Jay Gordon)
06. Butterfly
07. Only When I’m Drunk
08. Hollywood Babylon (feat. Mad Lion)
09. Face the Music
10. Lollipop Porn
11. Revolving Door
12. Players (Only love you when they’re playing)
13. B-Boy 2000 (feat. KRS-One)
14. Outro www.crazytown.com

 Released: 09.11.1999 via Columbia

Der The Gorburger Show ist cool (XXXisql006)

As found on http://thegorburgershow.tumblr.com/

As found on http://thegorburgershow.tumblr.com/

The Gorburger Show wirbt selbst damit „a delicious new music talk show“ zu sein und hat damit absolut Recht!

This just might be the best thing on television that isn’t on television“ schreibt ein Fan und hat damit vielleicht sogar noch mehr Recht!

Das Konzept dieser neuen Sendung ist schnell und einfach erklärt:
Ein menschenfressendes blaues Alien/Monster namens „Gorburger Lebowitz Hammerstein“ dringt gewaltsam in einen japanische Nachrichtensender ein, um dort fortan seine eigene Talkshow zu hosten.
Auch wenn das zu schön klingt um wahr zu sein, bekräftigt schon ein kurzer Blick in den Trailer den absoluten Wahrheitsgehalt des Plots:

Mit nunmehr bereits 19 Episoden, die sich allesamst so grob zwischen 5 und 10 Minuten bewegen gibt es seit September 2012 im Wochenrhythmus endlich wieder eine Musiktalkshow, die zumindest mich zu begeistern weiss!

Mit der Stimme von Comedian T.J. Miller interviewte Usher-Fan Gorburger bereits so illustre Gäste wie z.B. Eagles of Deathmetal, Flea, oder The Mars Volta und schreckte neben dem Verspeisen seiner Gäste ebenfalls nicht davor zurück, den Jungs von Health die beste NIN-Frage ever zu stellen oder die Wahnsinnsfrise von Cedric Bixler-Zavala zu betatschen!

Mithilfe verschiedener Sidekicks wie den Tokio Fever-Girls , „Takeshi“ oder seinem besten Freund „Robert“ , werden die Gespräche immer wieder durch Quizrunden wie die „Laser Round“, „Point to Point“  oder Aktionen wie “ Justify the name of your band“ unterbrochen. Unregelmäßig gibt es zudem zur Auflockerung auch sehenswerte Musikeinlagen diverser Indie-live-acts zu begutachten!

Zum antesten eignet sich beispielsweise Episode 4 mit 3OH!3, die Roberts‘ Tod live auf Sendung miterleben müssen:

Was Funny Or Die hier in Zusammenarbeit mit The Warner Sound kreiert haben, könnte durchaus als eine Art Waynes World mit Gwars Oderus Urungus als Host durchgehen (auch wenn der Musikgeschmack hier glücklicherweise deutlich besser ausfällt) und ist für mich nichts weniger als die beste Musiktalkshow seit dem Tod von Viva Zwei!

Die ersten beiden Seasons dieser kleinen Sensation gibt es hier!
Catch em while they’re hot!

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Btw: Neben der Show gibt es mittlerweile auch ein Gorburger Mag bei Amoeba Music in Hollywood abzugreifen. Diese Info verfolgt im Übrigen keinen anderes Zweck als anzumerken, dass meine Wenigkeit dieses Schloss von einem Plattenladen schon selbst betreten hat (www.derdanielistcool.de).