Review: Red Hot Chili Peppers – The Getaway (2016)

red-hot-chili-peppers-the-getaway-ltd

artwork by Kevin Peterson

Die Red Hot Chili Peppers begleiten mich nun schon beinahe zwei Drittel meines nicht mehr ganz so jungen Lebens. Ihr Meilenstein Blood Sugar Sex Magik weckte im zarten Alter von zwölf Jahren den Wunsch in mir das Bass-Spiel erlernen zu wollen, welchem ich dann in endlosen Kinderzimmer-Sessions vor allem mit Hilfe ihrer ersten vier Studio-Alben für die EMI nach- gekommen bin. Wenn man so will, begann meine musikalische Früherziehung also mit den frühen Peppers, den großen Crossover – Pionieren.

Die entfesselte Stil-Verknüpfungs-Neugier ihrer jungen Jahre ist, nach dem noch immer gewaltig unterschätzten One Hot Minute, allerdings mit der Zeit immer mehr zugunsten großflächig angelegtem Pop gewichen. Crossover gab es seit dem Kassenschlager Californication nur noch vereinzelt. Und wenn, dann hatten selten dämliche Titel wie Throw Away Your Television, Get On Top oder superpeinliche Session-Überbleibsel wie Fat Dance kaum noch Substanz und legten stets die Vermutung nahe, ihre Existenz beruhe einzig und allein darauf es den alten Fans rechtmachen zu wollen. Neben aufgeräumten und clever arangierten Mainstreamsongs wie Scar Tissue, This Velvet Glove oder Universally Speaking wollte das dann nur noch unnötiger, bemühter und umso deplatzierter wirken. Die Transformation von der Organic Anti Beat Box Band hin zu den Melancholy Mechanics, die sie heute sind,  ist an sich also gerechtfertigt.

Während mich By The Way von 2002 als Ganzes dann doch eher kalt lies, kam Stadium Arcadium 2006 als überraschend fantastisches Spätwerk um die Ecke. Satte 28 Songs. Kaum Ausfälle. Keine Selbstverständlichkeit!

red-hot-chili-peppers-2016-tour-dates-tickets-info-750x376

Red Hot Chili Peppers 2016 (as found on: warnermusic.de)

Als Frusciante anschließend ging hätte man es also gut sein lassen und mit einem großen Knall abtreten können. Das dröge I’m With You von 2011 nämlich wollte nicht so recht zünden und erweckte den Eindruck, die Band habe ihr Pulver verschossen. Aber hey: Der neue Gitarrist Josh Klinghoffer erwies sich als Wahnsinnstyp. Seinem zutun ist es geschuldet, dass die Live-Sets fortan wieder um Welten spannender, abwechslungsreicher und unterhaltsamer ausfallen als die der vorherigen Dekade. Mit Aeroplane fand z.B. erst kürzlich ein Song der Navarro-Phase den Weg zurück ins Set. Das wäre John Frusciante nicht in die Tüte gekommen. Und was den Rest der Band betrifft, so ist dieser Move weit außerhalb ihrer Comfort-Zone anzusiedeln. Noch viel weiter draussen: Die Entscheidung sich und sein Schaffen erstmals seit 1991 einem neuen Produzenten anzuvertrauen. Statt ihrem ehemaligen Mentor Rick Rubin saß nun bei der aktuellen Platte Danger Mouse an den Reglern. Es waren solche mutigen Schritte, die jeglichem Bruno-Mars-Eiertritt zum Trotze auf den zweiten Output mit Klinghoffer hoffen ließen (#Hofferhoffen).

absolut crazy dieser Flea

Das grandiose Cover-Artwork, die großartige Vorab-Single Dark Necessities (minus der plumpen Slap-Bass-Line aber plus nettem Videoclip), der sympathisch kleine Karaoke-viral-Hit (minus gruselig bis eklig aufdringlichem Flea aber plus allem anderen) oder die jüngst absolvierten Festival-Auftritte schürten die Vorfreude zuletzt dann doch überraschend hoch.

Und waren es nicht diese Faktoren, die einen positiv auf die neue Platte einstimmten, dann doch diverse Statements aus dem Band-Zirkel, Danger Mouse habe Anthony Kiedis stets dazu ermutigt vorhandene Texte, Pattern und Melodien immer wieder zu verwerfen, neue Ideen einzubringen. Er könne es schließlich besser.

That’s where he was wrong… Er kann es nicht besser. Und wenn doch, dann kann man sich vor den verworfenen, ersten Songskizzen wohl nur fürchten. Wie hat Fred Sablan erst kürzlich im nach wie vor empfehlenswerten Hour Of Goon – Podcast bemerkt: „The music is great. But I can’t stand Anthony Kiedis. […] He’s the weakest link of this band“.

Und das bringt das Dilemma leider vortrefflich auf den Punkt. Musikalisch gesehen wäre The Getaway vielleicht keine Großtat, aber sicherlich mehr als gut gemacht und an vielen Stellen schwer hitverdächtig. Sobald Kiedis aber mit seinem uninspirierten, einfallslosen, langweiligen, vorhersehbaren und tonal ewig gleichen Sing-Sang-Geseier loslegt wird jeder Anflug von Magie sofort im Keim erstickt. Von den plumpen Texten ganz zu schweigen, die bei Songtiteln wie Dreams Of A Samurai oder Go Robot aber im Grunde wohl vorprogrammiert sind… Der Finger ist somit schneller auf der Skip-Taste als einem lieb ist, was wirklich schade ist, da die Produktion einiges kann. Der neue Drum-Sound z.B. ist ein echter Sprung nach vorne. Außerdem kommt der vermehrte Einsatz von Tasten (auf Sick Love übrigens eingespielt von Sir Elton John himself) richtig gut und auch das Leaned-Back-Feeling, das lediglich durch den mir schleierhaften Tiefpunkt This Ticonderoga gestört wird, weiß ebenfalls zu gefallen.

Es ist zum Mäuse melken, dass es einer Band von dieser Größenordnung nach immerhin fünf Jahren Abstand zur letzten Platte nicht gelingen mag, mehr als einen vernünftigen Song an den Start zu bekommen. Sogar die B-Seiten der letzten Jahre waren weitaus stärker als der vorliegende Output. Das einem nach elf Alben mal die Ideen ausgehen ist natürlich mehr als nachvollziehbar. Bevor man allerdings derartig halbgaren Murks veröffentlicht, könnte man seinem Stuff alternativ auch einfach mehr Zeit zur Reife gönnen. Oder am besten gleich nen Ghostwriter für die Vocal-Parts anheuern. Wenn man sich eh schon im Mainstream-Pop bewegt sollte das dann ja auch nicht mehr weiter verwerflich sein…

Meinen Respekt für die Gruppe mindert die neue Platte zwar nicht wirklich und beweisen müssen sie sich selbstverständlich weder mir noch sonstirgendjemandem. Schade aber ist es allemal, dass The Getaway dank einem kreativ leergebluteten Frontman seinem Namen alle Ehre macht und tatsächlich über weite Strecken zum davonlaufen ist.

Goodbye Angels

Anspieltipp: Dark Necessities

The Getaway im Stream:

The Getaway kriegst du z.B. hier.

Released: 16.06.2016 via Warner Music

Review: American Head Charge – Tango Umbrella (2016)

as found on: http://www.blabbermouth.net

Die Shoot-EP und auch das Konzert von vor anderthalb Jahren in Frankfurt ließen keine Zweifel aufkommen: Die nächste American Head Charge wird ein Monster! Es folgten Tourabsagen, unklare Besetzungsverhältnisse innerhalb der Band, zahlreiche Verschiebungen der zum großen Teil von Fans mitfinanzierten LP und ein absolut abschreckendes Artwork. Aber fuck: Die ersten Songs Let All The World Believe und Drowning Under Everything überzeugten allemal!

.

Nun ist Tango Umbrella exklusiv und vorab über Loudwire im Stream abrufbar und bedient von vorne bis hinten! Vorausgehende Ankündigungen der Band, die aktuelle Platte würde wie ein Mix aus The War Of Art (2001) und The Feeding (2004) klingen, bewahrheiten sich tatsächlich. Ich weiß, es fällt wirklich schwer sich darauf einzulassen, wenn man mit dermaßen whackem Bildmaterial konfrontiert wird, aber American Head Charge k.i.l.l.e.n.. Auch 2016 noch:

Erwähnte Mischung aus den beiden Erstlingswerken geht zwei zu eins zugunsten des von Rick Rubin produzierten Debuts. Das lässt sich nicht nur im anspruchsvollen Songwriting erkennen, das im Gitarrenfeld vordergründig Industrial – Metal – Stumpfheit vorgaukelt, von Seiten der Rhythmus – Fraktion aber ansprechend vertrackt untermauert wird und ein ums andere mal mit dem catchy Mike-Patton-Sound-A-Like-Organ von Sänger Cameron Heacock überzeugen kann. I’ve said it before and I say it again: Einer der besten seiner Zunft! Checkt mal das abschließende When The Time Is Never Right oder das Piano – getragene A King Among Men! Der Kerl hat seine Stimme im Griff!

Auch der starke Militärbezug in Albumtitel und Artwork sowie in der mal wieder ihresgleichen suchenden Samplearbeit schlägt die Brücke zu den Anfängen der Band. Ob es sich dabei allerdings in unserem Terror – verseuchten Alltag um einen marketingtechnisch schlauen Schachzug handelt, wird die Zukunft zeigen. Gerade wenn man, wie im Falle von A.H.C. zur Zeit der 9/11 – Anschläge, hinsichtlich besagten Konzepts schon einmal mächtig deplatziert wirkte und daraus resultierend massive Rückgänge der Plattenverkäufe hinnehmen musste. Aber wie heißt es da so schön in der Vorzeigenummer Perfectionist: I don’t do it for approval! Gut so!!

Releases aus dem Metal-Sektor, denen ich entgegenfiebere sind selten geworden. Releases aus dem Metal-Sektor, die mich überzeugen können noch seltener. Releases ohne Ausfall meiner Meinung nach heutzutage genreübergreifend absolute Mangelware. Tango Umbrella ist die Alternative, aus einem Guß und ansprechend produziert! Kann also schon nach wenigen Durchläufen einiges und auf lange Sicht gesehen womöglich noch mehr! ALL KILLER NO FILLER! HOLT! MAN! SICH!

Anspieltipps: Perfectionist, I Will Have My Day, Let All The World Believe

Tango Umbrella im Stream auf Loudwire:

a0496798865_10dfdf

Die geballte Industrial-Metal-Breitseite Tango Umbrella verteilt sich bei einer Spielzeit von etwas über 50 Minuten auf elf Tracks und kann auf CD bereits bei Napalm Records vorbestellt werden!

Released: 25.03.2016 via Napalm Records

Review: American Head Charge – The Feeding (2005)

61A9K02NWYLAuch wenn Head Charge – Mastermind Chad Hanks The Feeding Qualitätsmäßig weit hinter dem Majordebut The War of Art wissen will, würde ich dem nur bedingt zustimmen. Klar, auf dem hier besprochenem Werk geht es weniger experimentell, weniger verkopft und weniger chaotisch zu. Aber muss das auch gleich schlechter bedeuten?

 

 

Mitnichten mein Herr, denn The Feeding ist einfach eine brutal direkte und vor allem kompakte Platte, die schon beim erstmaligen Hören zündet und damit eine ganz andere Facette der Band beleuchtet. Man merkt natürlich den von einer zur nächsten Scheibe entstandenen Lineup – Change. So ist vor allem auffällig, dass mit dem Weggang von Soundtüfftler Aaron Zilch der Elektronikanteil enorm runtergefahren wurde und sich oftmals nur noch auf Synthieflächen beschränkt. Ergo entsteht ein wesentlich aufgeräumteres Bild. Apropos Lineup – Wechsel: Der damalige Neuzugang Bryan Ottoson (mittlerweile an dere Drogen gestorben) muss überhaupt die treibende Kraft dieser Platte gewesen sein, die ohne sein Zutun vielleicht nie zu Stande gekommen wäre, da sich andere Mitglieder der Truppe seinerzeit mit schwerwiegenden Problemen konfrontiert sahen (wegen dere Drogen).

Aber seis drum, die Platte ist jeglichem Abraten von Entdecker und Förderer Rick Rubin zum Trotze passiert und großartig geworden! Auf Wunsch der Band verliess man die Fittiche des einstigen Mentors aufgrund dessen mangelnder Begeisterung für das neue Material, was aber wohl sehr freundschaftlich vonstatten ging. (Ein mutiger Schritt btw… würden sich doch so manche Musiker die Finger nach einer Zusammenarbeit mit Rubin lecken…) So entstand The Feeding unter der Obhut von Gregory Fidelman, der auch schon an The War of Art im Studio mittüfftelte. Entstanden ist dabei ein Werk dass auf jeden Fall mit seinem Vorgänger mithalten kann!

Wie schon zuvor lebt The Feeding dabei vor allem wieder von Sänger Martin Cock (ohne Gag… einer der Besten seiner Zunft… unglaublich unterschätzt), dessen breites Stimmspektrum die zwar drückenden, aber oftmals auch etwas stumpfen Riffgebilde stets zu kleinen Hits mutieren lässt. Und an denen mangelt es dem Album in keinster Weise! Ausfälle gibt es keine, besonders vorheben sollte man allerdings den Opener Loyalty, den Fan-Favourite Dirty und auf jeden Fall die Songperle Ridicule, bei der ich sogar beinahe so weit gehen und sie zum besten AHC-Stück überhaupt küren würde. Auch der abschließende Track To be Me sollte hier definitiv Erwähnung finden! Ein sehr melodisches Stück mit beklemmend schönem Text. Erinnert mal wieder positiv an Faith No More!
Mit etwa 45 Minuten ein rundes Ding welches mir besonders im Auto immer tierisch Bock macht. Dringende Empfehlung wenn man vor Begriffen wie Industrial oder gar New Metal nicht zurückschreckt! Leider stehen die Songs weder auf Spotify, noch sind die derzeit auf Youtube hochgeladenen Einzeltracks in Deutschland nicht abrufbar. Interessanterweise befürwortet die Band aber die Piraterie von The Feeding, da es da ordentlich Zoff mit dem damaligen Label DRT Entertainment gegeben haben muss. Somit kann man das komplette Album hier ja ausnahmsweise auch mal ganz ohne schlechtes Gewissen posten:

Anspieltips: Ridicule, Loyalty, Dirty, Leave me alone, To be me

Loyalty

Tracklist:

01. Loyalty
02. Pledge Allegiance
03. Dirty
04. Ridicule
05. Take what I’ve taken
06. Leave me alone
07. Walk away
08. Erratic
09. Fiend
10. Cowards
11. To be me

___

Wer The Feeding als Hardcopy sein Eigen nennen möchte muss ein klein wenig tiefer in den Geldbeutel greifen als bei vielen anderen der hier vorgestellten Platten. Für nen Zehner inc. Versand wird man aber auch schnell auf Amazon fündig! Jedenfalls rar, da damals nicht sehr lange im Umlauf. Dabei unbedingt die Augen nach der europäischen Version mit dem Bonustrack Downstream offen halten! Lohnt sich!

Released 15.02.2005 via DRT Entertainment

Review: American Head Charge – The War of Art (2001)

The+War+Of+Art++png

Artwork by t42design and Dean Karr

 

Pleasingly – Falling apart – Pleasingly – Oblivious – Schönste Harmonien umschmeicheln mein Ohr und lassen die mentale Sonne aufgehen während ich halb betäubt im Stuhl liege und enorm unangenehmen Druck in meinem Unterkiefer verspühre. Schmerz kann man das nicht direkt nennen aber die Gewissheit dass da gerade ein Zahn in seine Einzelteile zerlegt wird bereitet doch Unbehagen!

 

Beschriebenes Szenario dürfte sich etwa 2003 abgespielt haben als mir in einer morgendlichen Prozedur 2 Weisheitszähne entnommen wurden. Musik konnte man sich dazu selbst mitbringen und dem geschundenen Kopf per Funkkopfhörer zuführen. Meine Waffe: The War of Art, das beeindruckende Major-Debüt der aus Minneapolis stammenden Industrial/Metal Band American Head Charge, die man aufgrund von Optik und Umfeld auch gerne mal in die New Metal – Ecke steckt. Eine damals noch 7 – köpfige Truppe die in den Glanzzeiten von Slipknot und System of a Down gerne mal als the next big thing gehyped wurde und mit unglaublichem Glück sowie Pech gesegnet waren. Glück, da man nach nur wenigen Monaten Bandgeschichte und gerade mal einem Demorelease schon mit Megaproducer Rick Rubin in der sagenumwobenen Houdini Mansion am ersten Album bastelte – Plattendeal für dessen Label inklusive. Pech, da man mit dem Releasedate vom 21.August 2001 gerade mal 3 Wochen Abstand zum 11.September 2001 hatte und nicht gerade mit offenen Armen empfangen wurde wenn man sich in Militäroptik und Panzer auf dem Cover präsentierte und zudem Amerika im Bandnamen und Krieg im Plattentitel trug… Trotz ausgiebiger Touren (u.a. Ozzfest) und pushen von Kollegen wie Joey Jordison  ging da nicht mehr viel.

Und das ist absolut Schade, denn The War of Art zählt in punkto aggresiver Musik zu den absoluten Glanzstunden der Jahrtausendwende und eignet sich nicht nur hervorragend zum Zähneziehen! Etwas Zeit muss man sicher mitbringen, denn das Album ist mit seinen 16 Titeln und einer Länge von beinahe 70 Minuten zu Beginn ein zäher Bastard. Viele der Songs zünden erst nach mehrmaligen Hören, da absolute Informationsflut und enorme Detailverliebtheit herrscht. Dies geht nicht zuletzt auf die beiden Elektroniktüftler Aaron Zilch und Justin Fouler zurück. Vieles, was die beiden mit  Keys & Samples betreiben fällt erst bei genauem hinhören auf und lässt immer wieder Neues entdecken. Könnte den Ein oder Anderen aber sicherlich auch etwas überfordern… Audio Terrorism nannte Zilch das seinerzeit…

Es gibt aber auch durchaus Songs die auf Anhieb gut funktionieren. A Violent Reaction ist beispielsweise perfekt als Opener gewählt und fährt bereits alle Trademarks auf:

Sofort schießen einem da Größen wie Ministry, Marilyn Manson oder Faith no More in den Kopf – ohne deren Musik einfach billig zu kopieren wohlgemerkt. Letzterer Einfluss kommt neben den Keyboardteppichen vor allem durch das beeindruckende Stimmorgan von Fronter Martin Cock zu tragen, der meiner Meinung nach zu den unterschätztesten Sängern im Metalbereich zählt und in den raren cleanen Passagen tatsächlich an Patton erinnert.

Eine davon findet man im Song Self, dessen Eingans zitierte Stelle zu den Höhepunkten zählt:

Das darauffolgende und zurecht als Single ausgekoppelte Stück Just so you know verfällt der Freude an der Melodie sogar beinahe komplett. Auch heute noch ihr bekanntester Song:

Ansonsten bleibt es eher rough und stampfendes Mid-tempo dominiert die Platte – Vom Prügler Americunt evolving into useless psychic garbage mal abgesehen…Als weitere Highlights würde ich zudem noch Shutdown, Fall oder das ebenfalls ausgekoppelte All wrapped up nennen. Für mich DIE Großtat der Platte:

Zusammenfassend zählt The War of Art für mich zu einem der unterschätztesten Alben ever und sei Jedem ans Herz gelegt, der mit bisher erwähnten Künstlern auch nur ansatzweise etwas anfangen kann! New Metal der bis auf diverse optische Patzer – die Präsenz eines Chad Hanks beispielsweise – mit erschreckend wenig Peinlichkeiten daherkam… Schade das die Hälfte der Band nach Vollendung der Platte auf der Strecke blieb… And all it was was something beautiful…

Anspieltips: A Violent Reaction, Just So You Know, All Wrapped Up

All wrapped up

Just so you know

Tracklist:

01. A Violent Reaction
02. Pushing The Envelope
03. Song For The Suspect
04. Never Get Caught
05. Self
06. Just So You Know
07. Seamless
08. Effigy 23
09. Americunt Evolving Into Useless Psychic Garbage
10. Shutdown
11. We Believe
12. Breathe In Bleed Out
13. Fall
14. Reach And Touch
15. All Wrapped Up
16. Nothing Gets Nothing

—-

The War of Art ist gebraucht für lachhafte 0,01 € über amazon zu bekommen und steht außerdem auch auf Spotify. Wer von der Platte nicht genug bekommt checkt das noch in Eigenregie erstelle Demo-Album Trepanation ab um einige der Songs nochmal aus einem anderen Blickwinkel zu erfahren oder hält die Augen nach der Just so you know – Maxi offen. Die gibts nämlich mit der famosen B-Seite Real Life!

Released: 21.08.2001 via American Recordings

Der Funky Monks ist cool (XXXisql003)

artwork by Gus Van Zant as found on docsandsocks.blogspot.de

artwork by Gus Van Zant as found on docsandsocks.blogspot.de

Über DIE Chili Peppers – Platte Blood Sugar Sex Magik muss man wohl keine großen Worte mehr verlieren. Der Crossover Meilenstein schlechthin befindet sich dank der Hits Under the Bridge und Give it Away  zu Recht in sämtlichen Regalen und auf Festplatten von Musikliebhabern aus allen erdenklichen Sparten.

Blood+Sugar+Sex+Magik++PNG

Artwork by Gus Van Zant / Henky Penky

 

Das erste Album welches 1991 zusammen mit Produzentenlegende Rick Rubin in der sagenumwobenen Houdini Mansion in den Hollywood Hills entstand, hat bis heute nichts an seinem Glanz eingebüsst und lässt mich nach wie vor fasziniert zurück.
Eine große Mitschuld an dieser Faszination trägt für mich neben den unsterblichen Songs der Dokumentarfilm Funky Monks von Gavin Bowden (Fleas Schwager btw.), der damals zeitgleich mit BSSM auf den Markt kam und die Entstehung der Platte gekonnt festhält. In 60 Minuten wohnt man neben Interviews, Foto- und Recordingsessions,  sowie detailierten Einblicken ins Songwriting den Peppers z.B. beim rasieren bei oder erfährt von Frusciantes Groupiegeschichten und Masturbationsverhalten. Für Leute, die ihn nur als verschwurbelten Indie-König kennen sicher witzig.

Als ich mir das Teil vor ca. 13 Jahren als Jungspund über den EMP-Mailorder auf VHS geordert hatte, war ich zunächst schwer enttäuscht; hatte ich doch eigentlich einen Konzertmitschnitt erwartet und war auch von der Schwarz/Weiss Optik geschockt. Von meinen damals mangelhaften Englischkenntnissen mal ganz zu schweigen.

Was ich aber tatsächlich über den Bildschirm hab flimmern sehen, wurde mir erst etwas später bewusst: Nämlich nichts weniger als den Innbegriff einer perfekten Albumproduktion:
Ein paar Freunde kapseln sich nahezu komplett von der Aussenwelt ab und verschanzen sich in einem Wahnsinnshaus um tagtäglich Musik zu kreieren und zu leben (Sex&Drugs inbegriffen – Hippie Style).
Funky Monks zeigt Aufnahmebedingungen von denen wohl jeder Musiker träumt und bleibt eine äusserst sehenswerte Doku, die mich zusammen mit dem Album nachhaltig geprägt hat.

Yeah, wer dieses wichtige Zeitdokument der Rockgeschichte tatsächlich verpennt haben sollte, bekommt natürlich hier ganz easy die Möglichkeit das nachzuholen:

Funky Monks (Doku)

Nun ist mir natürlich klar, dass jeder Peppers-Noob Platte+Doku auf dem Schirm hat.
Wer jedoch wie ich süchtig ist nach dieser Epoche der Band, wird sich immer gewünscht haben, dass noch mehr von dem vorhandenem Videomaterial ans Tageslicht kommt.
So ne Art Extended-Version oder so…
Ist zwar bisher noch nicht passiert, aber es gibt eine sehr empfehlenswerte BSSM-Doku von VH1 aus der Ultimate Albums Reihe von 2002 über die ich kürzlich gestolpert bin und die der eigentliche Anlass dieses Artikels ist.
Hier gibt es einen ausführlichen Rückblick mit Interviews der Beteiligten, mit z.T. ungesehenen Aufnahmen aus der Mansion und vielen neuen Details & Hintergründen zur Entstehung. Macht auf jeden Fall Bock und ist sehr empfehlenswert. Die einzige Version davon auf YT leidet zwar unter miesem Sound (dennoch probs an den Uploader), aber Interessierte sollten dennoch einen Blick riskieren. Lohnt sich definitiv!

VH1 – Ultimate Albums: Blood Sugar Sex Magik (Doku)

Ihr seht, die Peppers hatten seinerzeit tatsächlich etwas magisches, mönchhaftes an sich. Mag vielleicht tatsächlich an dem Haus liegen, welches angeblich von Geistern heimgesucht wird und später z.B. Marilyn Manson, American Head Charge, Mars Volta (mit Flea am Bass btw.) als auch die Peppers anno 2006 zu Höchstleistungen verhalf.

Songs wie Breaking the Girl, Sir Psycho Sexy oder die ebenfalls aus der BBSM-Session entstammenden Songs Soul to Squeeze oder Sikamikanico haben auf mich immernoch einen immensen Wohlfühleffekt. Und alleine dafür werde ich diese Band immer lieben, jedem noch so schlimmen Cabron, jeder noch so schwachmatischer Hump De BumpKiedis Lyrik und jedem Flea-Skelett Anzug zum Trotz.

Abschließend noch das Musikvideo zu Suck My Kiss. Sicher bei weitem nicht der beste Song, aber der Clip zeigt nochmal viele schöne Moment aus der Albumproduktion:

Suck my kiss (Musikvideo)

Funky Monks kam über Warner Music Vision auf den Markt und gibt es mittlerweile natürlich auch auf DVD zu kaufen!