Review: ZERRE – Different Lines (2017)

artwork by Julia Witas

Da hat sich jemand was getraut! Die im Hardcore verwurzelten ZERRE aus Würzburg wagen mit Different Lines den Blick über den Tellerrand. Vom Gemüt her eh schon immer erfrischend fern von elitärem Szene-Gehabe, schlägt sich die offene Natur des Fünfers nun auch in der Musik nieder. Dürfte sicher nicht zuletzt am erneuerten Line-Up liegen, mit dem nun zum ersten Mal ausgiebig komponiert wurde. Das Ergebnis spricht für sich und bedeutet vor allem eins: Mehr Metal! Es gibt sogar Gitarrensolos!

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Review: Der kosmische Penis # 91

12417904_1207025262659464_410521288002105551_nDas Schweinfurter Fanzine ‚Der kosmische Penis‘ genießt nicht nur regionalen Kultstatus, sondern gehört mit nunmehr 91 Ausgaben zweifelsohne zu den Dienstältesten seiner Gattung. Seit 1987 schon widmet sich das Zwei-Mann gesteuerte DIY-Blatt mit Leiden-schaft dem Punkrock, der Popkultur, verschiedenen Reiseberichten oder aber auch  schräg-kruden Regional-ereignissen. Ohne Werbung. Ohne Internetpräsenz. Ohne Firlefanz. Oldschool, wenn man so möchte.

Wohl habe ich das Magazin schon seit gefühlten tausend Jahren auf dem Schirm und auch hin und wieder mal auf lokalen Konzertabenden überflogen. So wirklich aufmerksam zu Gemüte geführt habe ich es mir peinlicherweise aber noch nie. Ausschlaggebenden Impuls es nun doch einmal zu tun, gab sicherlich die Review-Sektion zu aktuellen Releases aus der hiesigen Szene, als da wären: Die kommende Bait-Scheibe, die Demos von Seattle Jay und den Cold Kids oder die Protz-Produktion von The New Black. Und natürlich die Besprechung zur aktuellen Cannahann-Platte:

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Was sich ansonsten unter der mit Grillz verzierten Fresse von Otto Rehhagel tummelt? Allerhand spannendes! Ausführliche Interviews mit dem Plattenlabel Sell Your Soul Records, Boysetsfire, Anthrax oder der Modelinie NekoNeko. Außerdem: Ein Bericht über die Volkacher Weinverköstigung Wine for Punx, welcher ich nebenbei bemerkt auch schon beiwohnen durfte und auch sehr empfehlen kann, Konzertberichte, Reviews aus der Ersten Liga (unter anderem zur gelobten Nevermen-Platte, deren Veröffentlichung ich nun noch mehr entgegenfiebere), ein Abgesang zur Schließung des Café zum schönen René und die Mythosaufdeckung des an mir vollkommen vorbeigegangenen fränkischen Mount Rushmore-Spektakels, nebst unzähligen, Insider-bespickten und festen Rubriken.

Vielerlei ansprechendes also, wie ich finde! #91 hat mir jedenfalls erst kürzlich eine dröge Zugfahrt versüßt und auch sonst bestens unterhalten! Und das bei gerade mal 2,60€ für 82 Seiten samt Mini-Poster!

Der kosmische Penis erscheint in regelmäßigen Abständen als 250-Exemplar-starke Auflage und ist in Schweinfurt (Stattbahnhof, Collibri), Würzburg (Cairo, Immerhin, Café zum schönen René, H2O) Zeil am Main (Mambo Bar) und Bamberg (Musicland) zu haben.

Ansonsten lohnt bei Abo-Interesse sicherlich auch der direkte E-mail-Kontakt!

Review: Sovereign – Deceptum (2015)

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It’s hard to feel alive, barely breathing in the stench of human plague…

Die volle Misanthropie-Breitseite ist auf Sovereigns pechschwarzem Release Deceptum natürlich nicht nur textlich sondern auch im düster-schmutzigen Klangbild allgegen-wertig.

Feel the grim inside!

 

Das im norditalienischen Trient beheimatete Trio schleudert schon in den ersten Takten von Wolves mit fiesestem Blackened Hardcore um sich. Angereichert durch Versatzstücke aus Sludge, Crust und Black Metal. Soweit mein Szeneverständnis. Grau in grau, schwarz in schwarz und die Stimme keift über polterndes, technisch makelloses Riff- und Blastbeatgeballer, das nebst spärlich gesäten, dissonanten Ruhepolen umso bedrohlicher daher kommt.

Das gegebene Grundrezept  dieser schwefelgetränkten Walpurgisnachtbowle wird über den gesamten Verlauf der sechs-Track-starken Scheibe weitestgehend beibehalten und erreicht seinen Höhepunkt im eingangs zitierten Colourless, welches sogar dramaturgisch korrekt in bester Freytag-Manier auf der Platte platziert wurde:

Wer Bands wie Celeste, Hexis, UNRU oder The Secret wohlwollend auf dem Schirm hat oder sich gerne den Geruch von versengter Haut vor die geistige Nase führt, darf sich Deceptum bedenkenlos reinfahren.

Auf mich persönlich wirkt das vorliegende Produkt wie auch das Genre an sich, trotz beeindruckender Energie und ansprechender Ästhetik, auf Dauer dann aber doch etwas zu trostlos und eintönig. Mag der Farbton Schwarz auch noch so schön sein!

Sovereign sind im Übrigen bald zusammen mit Bait auf Tour zu bestaunen! Holt man sich!

Anspieltips: Colourless, Lament

Deceptum im Stream:

Deceptum ist zum fairen Preis auf CD sowie in Bälde auch auf 180 Gramm schwerem Vinyl in clear oder tiefem Schwarz über Sell Your Soul Records oder als Tape über Breathe Plastic Records zu haben.

Released: 15.06.2015 via Sell Your Soul Records / Breathe Plastic Records

CANNAHANN-LP ist raus!

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Artwork by Cany Cartoon / Boozy Bags

Sheesh… auf diesen Seiten geht es derweil immernoch sehr schleppend voran… Action rund um die erste CANNAHANN-LP ist sicherlich einer von vielen Gründen.

Die ist mittlerweile auf Vinyl über Sell Your Soul Records zu haben, komplett auf bandcamp streambar und natürlich jedem straighten Rock-Puristen ans Herz zu legen!

 

 

Die perfekte und selbstverständlich völlig uneigennütze Zeit-Überbrückung, ehe sich dann Ende Dezember hier mal wieder mehr tun dürfte!

CANNAHANN – NN: