Two Hours with Matt Pinfield!

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Wer die goldene MTV-Ära zu schätzen weiß, sollte ihn auf jeden Fall kennen: Matt Pinfield, fleischgewordene Musikenzyklopädie und neben Kennedy der wahrscheinlich bekannteste Charakterkopf-VJ der 90er. Zumindest was den amerikanischen Markt angeht.

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Wayne Static enters the Shadow Zone!

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Als wir mit zarten 16 Jahren das erste Mal mit Livemusik in Berührung kamen war das meist verbunden mit Beatabenden. Darunter versteht man zumindest im fränkischen Raum, dass eine Coverband (sagen wir mal Justice) auf der Bühne einer x-beliebigen Dorffesthalle steht und Mitgröhlhits unter das von Asbach-Cola benebelte Volk sprüht.

Damit die Nu-Metal-Burschenschaft auch ein wenig Freude hatte, gab es dann immer eine kleine Runde aus System of a Down, Slipknot und vor allem Push it, die erste Single einer damals aufstrebenden Band namens Static X.

Mastermind und Aushängeschild dieser Combo, Wayne Static, ist laut einschlägigen Websiten wie blabbermouth.com kürzlich im Alter von 48 Jahren verstorben. Man munkelt was vo derre Drochen…

Für mich waren Static X  mit ihrem Evil-Disco-Industrial Gebräu immer sowas wie die Ministry des New Metal und haben zumindest 3 gute Alben auf den Markt geworfen. Vor allem Wisconsin Death Trip (1999) und Machine (2001) sind für mich Evergreens, die ich immer mal wieder gerne auskrame… Auch wenn das spätere Schaffenswerk des Lämmermann-look-a-likes mir nichts mehr abgewinnen konnte und in meinem Kopf eher unter „peinlich“ verbucht ist, stimmt mich sein Ableben doch ein wenig traurig… hat mich seine Musik und Performance doch schon auch ein Stück weit geprägt. Die geplante Tour aus Wayne Static, Powerman 5000 und American Head Charge ist damit dann wohl auch dahin…

Ich kann meinen Hut nicht tief genug ziehen!

Hier sein Vermächtnis in Videoform, sowie die ersten drei Static X – Alben. Keep Disco evil!

Wayne Static Videography:

Wisconsin Death Trip (1999):

Machine (2001):

Shadow Zone (2003):

24h Halloween Marathon!

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Der Deiwel persönlich moderiert das Halloweenspektakel an und hat sich optisch allem Anschein nach am Outfit dieser jungen Herrschaften orientiert.

Halloween steht vor der Tür. Eine Zeit, welche mir immer große Freude bereitet. Nicht, dass ich jetzt groß um die Häuser zieh oder verkleidet auf irgendwelchen Parties auftauche, aber bei herbstlichen Temperaturen und familienfreundlichem Billogrusel, pack ich mich schon ganz gerne mal vor die Kiste und mim die légère Couchpotatoe.

Da das Fernsehprogramm der letzten Jahre meinen hohen Ansprüchen aber schon lange nicht mehr gerecht wird, hab ich mal Youtube durchforstet und so manchen Filmklassiker entdecken können. Gepaart mit Halloween-Specials von einschlägigen Sitcoms der 90er, Cartoonevergreens und Musikvideos entstand so die absolut angsteinflößende, erschreckend schaurige Halloween-Playlist von www.derdanielistcool.de: Ein 24 Stunden satter Marathon, der sich gewaschen hat. Klar, es ist Feiertag, aber da sich die wenigsten (meine Bescheidenheit leider eingeschlossen) soviel Zeit freischauffeln können, gibts weiter unten zum Rosinen picken auch nochmal alles feinsäuberlich und separat gelistet.

Für die Anmoderation dieses Höllenspektakels konnte ich btw. sogar den Fürsten der Finsternis höchstpersönlich gewinnen! Klar, die Ansprache des Belzebubs mag für zarte Gemüter hart zu ertragen sein und zu Fremdschamgalore hoch zehn führen. Und ja: auch ich bin davor nicht gefeit und neige dazu mich angewiedert wegzudrehen. Muss aber wohl so sein: An Halloween hat sich nunmal einfach jeder ordentlich vor allem möglichen zu gruseln. Auch vor sich selbst… Enjoy!

01. Anmoderation – Der Teufel kündigt mit den Worten von Rammstein den irren Lauf an!
02. This is Halloween – Fantastischer Opener aus Tim Burtons‘ Nightmare before Christmas!
03. When Hallowenn was forever – Die Real Ghost Busters bekämpfen Etarnel Halloween!
04. Boo to you too – Pooh Bear im Bienenkostüm und ein tausend Tode sterbendes Piglet!
05. Hocus Pocus – Hexengrusel von Walt Disney in Spielfilmlänge. Sarah Jessica Parker!
06. Thunderkiss ’65 – White Zombie live und VJ Kennedy als Traubenrebe!
07. A Halloween Story – Sabrina, the teenage witch tanzt zeitgleich auf zwei Parties!
08. Halloween – Die 70er Crew steigt in eine verlassene Schule!
09. The Monster Squad – Jugengruppe aus Monsterfans bekämpft Dracula und Konsorten!
10. Oogie Boogie’s Song – Nightmare die zweite. Schmissige Jazznummer!
11. Halloween is Grinch Night – Dr. Seuss‘ bekannter Griesgram im halbstündigen Cartoon!
12. The Haunted Mask – Langzeitepisode aus R.L. Stines aberwitzen Goosebumps – Reihe!
13. The Omen – Kultklassiker um den Schakalenbastard Damien!
14. Michael Jackson’s Ghost – Minimusical das es durchaus mit Thriller aufnehmen kann!
15. First Family of Fright – Klasse Doku über die Munsters!
16. The Crow – Brandon Lees‘ Vermächtnis. Devils Night! Leider nur mit deutscher Synchro!
17. Dead in Hollywood – Murderdollsode an gefallene Gruselgrößen. Hooray for Horrorwood!
18. Halloween Partyfood – Aus einem Kilo Schweinemet modeliert Foodstylist einen Fuß!
19. Trick or Treat – Roseanne verkleidet sich als Trucker und dated ihre Schwester!
20. Carrie – Gilt als eine der besten Stephen King Verfilmungen!
21. Dig up her Bones – Misfits = unumgänglich. Danzig kommt mir trotzdem nicht ins Haus!
22. Frankenweenie – Burton macht Hund zu Frankensteins‘ Monster. Mit Wendy und Bastian!
23. Trick or Treat – Donald Duck vs. Tick, Trick, Track und Hexe!
24. Voll de Deiwel! – Kurzfilm vom Blogger deines Vertrauens. Kult!
25. The Langoliers – Gilt als schlechtere King Verfilmunge. Zu unrecht! 3 Std. Spannung!
26. Halloween – Cosbys‘ zweitjüngster fällt ein Tablett aus der Hand. Creepy!
27. Vincent – Stopmotion Kurzfilm von Tim Burton. Gesprochen von Vincent Price!
28. Plan 9 from outerspace – Ed Woods‘ bekanntester. Für viele der worst movie ever!
29. Nightmare on my street – Will Smith rapt über das Freddy Krueger Theme. Unfassbar!
30. Muppet Show Halloween Special – Mit Gaststar Vincent Price!
31. Teen Wolf – Michael J. Fox mutiert zum Werfolf!
32. The Tale of the twisted Claw – Episode aus der Serie Are you afraid of the dark?
33. The Devil in I – Da ist es wohl passiert… ich mag die neue Slipknot!
34. Halloween 4 – Mein Lieblingsteil. Weil: Da läuft einer mit Maske rum und meuchelt!
35. Pet Sematary – Selten gelangweiltere Ramones gesehen. Trotzdem catchy tune!
36. Haunting of Taylor House – Die Frau des Heimwerkerkings im Möhrenanzug!
37. House on Haunted Hill – I know I’ll always get my thrill in that house on Haunted Hill!
38. Monster Mash – Certainly no Halloween without Bobby Pickett

Review: American Head Charge – The War of Art (2001)

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Artwork by t42design and Dean Karr

 

Pleasingly – Falling apart – Pleasingly – Oblivious – Schönste Harmonien umschmeicheln mein Ohr und lassen die mentale Sonne aufgehen während ich halb betäubt im Stuhl liege und enorm unangenehmen Druck in meinem Unterkiefer verspühre. Schmerz kann man das nicht direkt nennen aber die Gewissheit dass da gerade ein Zahn in seine Einzelteile zerlegt wird bereitet doch Unbehagen!

 

Beschriebenes Szenario dürfte sich etwa 2003 abgespielt haben als mir in einer morgendlichen Prozedur 2 Weisheitszähne entnommen wurden. Musik konnte man sich dazu selbst mitbringen und dem geschundenen Kopf per Funkkopfhörer zuführen. Meine Waffe: The War of Art, das beeindruckende Major-Debüt der aus Minneapolis stammenden Industrial/Metal Band American Head Charge, die man aufgrund von Optik und Umfeld auch gerne mal in die New Metal – Ecke steckt. Eine damals noch 7 – köpfige Truppe die in den Glanzzeiten von Slipknot und System of a Down gerne mal als the next big thing gehyped wurde und mit unglaublichem Glück sowie Pech gesegnet waren. Glück, da man nach nur wenigen Monaten Bandgeschichte und gerade mal einem Demorelease schon mit Megaproducer Rick Rubin in der sagenumwobenen Houdini Mansion am ersten Album bastelte – Plattendeal für dessen Label inklusive. Pech, da man mit dem Releasedate vom 21.August 2001 gerade mal 3 Wochen Abstand zum 11.September 2001 hatte und nicht gerade mit offenen Armen empfangen wurde wenn man sich in Militäroptik und Panzer auf dem Cover präsentierte und zudem Amerika im Bandnamen und Krieg im Plattentitel trug… Trotz ausgiebiger Touren (u.a. Ozzfest) und pushen von Kollegen wie Joey Jordison  ging da nicht mehr viel.

Und das ist absolut Schade, denn The War of Art zählt in punkto aggresiver Musik zu den absoluten Glanzstunden der Jahrtausendwende und eignet sich nicht nur hervorragend zum Zähneziehen! Etwas Zeit muss man sicher mitbringen, denn das Album ist mit seinen 16 Titeln und einer Länge von beinahe 70 Minuten zu Beginn ein zäher Bastard. Viele der Songs zünden erst nach mehrmaligen Hören, da absolute Informationsflut und enorme Detailverliebtheit herrscht. Dies geht nicht zuletzt auf die beiden Elektroniktüftler Aaron Zilch und Justin Fouler zurück. Vieles, was die beiden mit  Keys & Samples betreiben fällt erst bei genauem hinhören auf und lässt immer wieder Neues entdecken. Könnte den Ein oder Anderen aber sicherlich auch etwas überfordern… Audio Terrorism nannte Zilch das seinerzeit…

Es gibt aber auch durchaus Songs die auf Anhieb gut funktionieren. A Violent Reaction ist beispielsweise perfekt als Opener gewählt und fährt bereits alle Trademarks auf:

Sofort schießen einem da Größen wie Ministry, Marilyn Manson oder Faith no More in den Kopf – ohne deren Musik einfach billig zu kopieren wohlgemerkt. Letzterer Einfluss kommt neben den Keyboardteppichen vor allem durch das beeindruckende Stimmorgan von Fronter Martin Cock zu tragen, der meiner Meinung nach zu den unterschätztesten Sängern im Metalbereich zählt und in den raren cleanen Passagen tatsächlich an Patton erinnert.

Eine davon findet man im Song Self, dessen Eingans zitierte Stelle zu den Höhepunkten zählt:

Das darauffolgende und zurecht als Single ausgekoppelte Stück Just so you know verfällt der Freude an der Melodie sogar beinahe komplett. Auch heute noch ihr bekanntester Song:

Ansonsten bleibt es eher rough und stampfendes Mid-tempo dominiert die Platte – Vom Prügler Americunt evolving into useless psychic garbage mal abgesehen…Als weitere Highlights würde ich zudem noch Shutdown, Fall oder das ebenfalls ausgekoppelte All wrapped up nennen. Für mich DIE Großtat der Platte:

Zusammenfassend zählt The War of Art für mich zu einem der unterschätztesten Alben ever und sei Jedem ans Herz gelegt, der mit bisher erwähnten Künstlern auch nur ansatzweise etwas anfangen kann! New Metal der bis auf diverse optische Patzer – die Präsenz eines Chad Hanks beispielsweise – mit erschreckend wenig Peinlichkeiten daherkam… Schade das die Hälfte der Band nach Vollendung der Platte auf der Strecke blieb… And all it was was something beautiful…

Anspieltips: A Violent Reaction, Just So You Know, All Wrapped Up

All wrapped up

Just so you know

Tracklist:

01. A Violent Reaction
02. Pushing The Envelope
03. Song For The Suspect
04. Never Get Caught
05. Self
06. Just So You Know
07. Seamless
08. Effigy 23
09. Americunt Evolving Into Useless Psychic Garbage
10. Shutdown
11. We Believe
12. Breathe In Bleed Out
13. Fall
14. Reach And Touch
15. All Wrapped Up
16. Nothing Gets Nothing

—-

The War of Art ist gebraucht für lachhafte 0,01 € über amazon zu bekommen und steht außerdem auch auf Spotify. Wer von der Platte nicht genug bekommt checkt das noch in Eigenregie erstelle Demo-Album Trepanation ab um einige der Songs nochmal aus einem anderen Blickwinkel zu erfahren oder hält die Augen nach der Just so you know – Maxi offen. Die gibts nämlich mit der famosen B-Seite Real Life!

Released: 21.08.2001 via American Recordings

Review: Vanilla Ice – Hard to Swallow (1998)

Artwork by Jana Leon

Ende 1998: Vanilla Ice, einst erfolgreiche Pop/Rap – Sensation, erscheint nach vierjähriger Pause und Sinneskrise mit einem großmäuligem Crossoveralbum auf der Bildfläche zurück. Die Sensation: Das Album wurde von keinem geringeren als Ross Robinson produziert, dem Mann, der auch heute noch als der große New Metal – Guru gehandelt wird und maßgeblich am Erfolg der Aushängeschilder Korn, Limp Bizkit, Deftones oder auch Slipknot beteiligt war.

Und alle rieben sich verwundert den Kopf, warum gerade Robinson es für nötig hielt, sich diese vermeintliche Blamage freiwillig anzutun. Die Antwort war eigentlich ganz einfach, wie er anno 2000 dem Metal Hammer zu Protokoll gab:

Hast du jemals bereut, mit Vanilla Ice auf dessen letztem Album 
HARD TO SWALLOW gearbeitet zu haben?
Nein - das war reine Absicht! Fieldy, der Bassist von Korn, sagte, 
dass ich es nicht tun sollte. Er meinte, dass ich blöd wäre, wenn ich 
zusagte - da war alles klar! Das ist meine Art Punkrock... Ich wollte
es als letztes Rap Metal-Album produzieren, die CD sollte der Sarg - 
nagel des Adidas-Rock sein, rein nach der Devise: Wenn Vanilla Ice 
das macht, ist es automatisch uncool. HARDTO SWALLOW war eine 
offensichtliche Provokation. 
Vanilla Ice war von der Idee begeistert... 
                                             (Quelle:Metal-Hammer.de)

Ganz ehrlich? MEGA Aktion! Und apropos Metal Hammer… ich hab da gleich mal zwei Hard to Swallow – Perlen aus meinem Archiv gekramt: Zum einen ein unterhaltsames Interview und zum anderen einen kurzen Zeriss der Platte. Beides verfasst von der ehemaligen Mitarbeiterin Claudia Nitsche.

Für mich als New Metal – Fanboy war die Platte angesichts aller relevanten Gegebenheiten natürlich Pflichtkauf, zumal sich da mit Jimmy Pop Ali von der Bloodhound Gang, Casey Chaos von Amen, Sonny Mayo von Snot / (hed)p.e / Sevendust…, Shannon Larkin von Godsmack… oder Scott Borland von Big Dumb Face auch eine illustere Gästeschar um V-ice versammelte…

Bereut hab ich den Kauf eigentlich nie, da die Platte in seiner Gesamtheit mit allem drum und dran so schön absurd ist. Musikalisch sollte man hier allerdings bei aller Euphorie auch nicht viel erwarten, denn das ist tatsächlich ganz plump zusammengeklauter Mist und das Schlimmste: Absolut langweilig. Die Einstiegsnummer Living macht eigentlich noch einigermaßen Laune und startet auch gleich mit herrlich beschränktem Text:

Here it is, a dope hit, Iceman comin' with a dope hit
Cause a few suckers need their throats slit
Jealous cause I went multi platinum
Now I'm gonna blast you in the head
Till you're dead with my magnum
Danach wartet man eigentlich auch nur noch darauf Ice Ice Baby im New Metal – Gewand serviert zu bekommen und glaubt diesen Punkt auch direkt mit dem Ende von Fuck Me abgehakt zu haben. Dem ist aber keineswegs so, denn der Maestro lässt es sich natürlich nicht nehmen, seine Referenznummer gleich doppelt zu zitieren. Voila:
Too Cold

 

Tatsächlich passiert dann außer dem platten Horny Song eigentlich nichts erwähnenswertes mehr, da auch die lange Featureliste beim besten Willen nichts reisst. Bei allem Hohn & Spott muss man aber auch sagen, dass Hard to Swallow auch niemandem wirklich weh tut. Zumindest ist das Album immer mal wieder eine Ankedote wert um sich in trashigen Diskussionsrunden mal eben lässig in den Mittelpunkt zu spielen! Danke, Vanilla Ice!

 

Anspieltips: Living, Too Cold

Tracklist:
01. Living
02. Scars
03. Ecstacy
04. Fuck Me
05. Valley of Tears
06. Zig Zag Stories
07. Too Cold
08. Prozac
09. S.N.A.F.U.
10. A.D.D.
11. Stompin‘ through the Bayou
12. The Horny Song
13. Freestyle

 

Wer sich das Teil komplett reinfahren will, bei Amazon zum Spottpreis, nachdem er sich von der Kundenrezension „Das ist Hardcore!“  überzeugt hat oder streamt auf Youtube. Ich lege den Kauf dabei sehr ans Herz, denn es macht einfach Spaß das Ding zu besitzen!
Released: 20. Oktober 1998

 

Der Female Masking ist cool (XXXisql035)

Gifs as found on www.knowyourmeme.com

Widmen wir uns doch heute einmal einem etwas heiklerem Thema. Heikel nicht wegen der Sache an sich, sondern einfach wegen dem fragwürdigen Standpunkt, den man hier als Berichterstatter zwangsläufig einzunehmen droht. Dabei möchte ich aber gleich mal unmissverständlich darauf hinweisen, dass das bashen von irgendwelchen Randgruppen hier keineswegs Intention ist. Vielmehr finde ich dieses Thema schlichtweg krass interessant, da es mal wieder zeigt, welch unterschiedliches Schönheitsempfinden wir Menschen doch so an den Tag legen.

Beim Female Masking, das vorwiegend, aber nicht ausschließlich, von Männern praktiziert wird, scheint es nicht zwingend um den Geschlechtertausch zu gehen, sondern eher darum, mit Hilfe von Maske, Perrücke und Silikonkörperteilen eine lebende Puppe zu mimen. Dabei scheint es keine Seltenheit zu sein, dass sich die Anhängerschaft dieses Fetischs‘ stumm der Kamera zuwendet und das imaginäre Gegenüber schlichtweg durchdringend anstarrt, während das zweite Gesicht zurecht gezupft wird.

Klingt für den Aussenstehenden wohl wie eine Schelle auf die Nackenhaare… Und auch ich selbst empfinde so manche dieser Präsentationen zugegebenermaßen als ultra – creepy:

Thanks, now I’m scared for life… Aber jedem das seine und wie gesagt: Irgendwie fasziniert diese Szene ja auch, zumal da mitunter auch ganz putzige Typen unter der künstlichen Haut stecken:

Ins Rollen gebracht wurde dieser Kult wohl vor allem durch die Firma Maskon, über deren Homepage man seit 1996 sowohl all das nötige Zubehör ganz easy ordern kann, als auch über diverse Links unproblematisch Zugang zur Szene erhält.

Passt jedenfalls bestens in die Faschingszeit dieses Thema und ist doch sicherlich DIE Gelegenheit sich bei Bedarf mal easy da ranzutasten! Die nötige Portion Kleingeld sollte man bei Interesse allerdings schon mitbringen, denn die guten Teile können mitunter locker um die 500 Dollar löhnen. Einige Schnäppchen ab 80 Euro rum gibts aber auch bei Ebay zu ergattern.

Visuelle Hasstiraden an dieses ulkige Volk sind selbstredend zu unterlassen! Wobei Maskenträger sich ihrer Selbst bekanntlich sehr bewußt sind und auch grundsätzlich auf Vorurteile Anderer scheißen, um einmal mehr Siggi Smallz zu zitieren:

Ich setz die Maske auf und schock die Welt - 
Ich geb n Fick ob's euch gefällt

Als kleines Schmankerl hier noch eine kleine Mask – related – Playlist! Enjoy:

Der Clip von Sean Yseults‘ neuer Band ist cool (xxxisql026)

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White Zombie anno 1995 (as found on hennemusic.com)

Die Bassistin Sean Yseult war mit Sicherheit nie der tragende Grund, warum man White Zombie gut finden sollte, stellte aber bis zum Split 1997, als einzig verbliebenes Gründungsmitglied neben Aushängeschild Rob Zombie, eine feste Konstante im Lineup dar.

Und auch wenn sie ihr Haupt gerne Mal mit Knochen oder Teufelshörnchen schmückte, sowie einen absolut schrecklichen Geschmack an den Tag legte, wenn es um die Optik ihrer Bässe ging (Axt Form, Sean, Axt Form!), hat die Gute eigentlich nie wirklich gestört. Eher hatte man bei ihr immer den Eindruck, es trotz diverser Ausrutscher, mit der recht stilsicheren Rockerbraut von neben an zu tun zu haben. Irgendwie sympatisch.

Dieser Eindruck ist nun definitiv dahin. Denn auch wenn ihr Ex Rob mit seinem Tourkumpanen Marilyn Manson beim Thema The Shining ähnlich daneben griff, ist das, was die moshende Sargbasslady nun zusammen mit ihrer neuen Kapelle Star & Dagger verbrochen hat, beim besten Willen nicht mehr (er)tragbar:

Star & Dagger – In my Blood

Mir fehlen einfach die Worte! Stanley Kubrick hätte den Mädels die Ohren lang gezogen! Die Musik darf ja jeder Bekloppte da draussen für gut befinden, aber das Visuelle macht einen nur noch fassungslos! Man sollte meinen es gäbe rechtliche Schritte, um die Schändigung eines derartigen Meisterwerks zu verhindern.

Wer macht nur sowas? Die Antwort lautet: Art Haynie! Der muss wohl auch nen Cameo in seinem Werk haben, aber fragt bitte nicht wo. Ich habe nämlich nicht vor, mir dieses Ungetüm von einem Musikvideo ein zweites Mal anzutun! Die Highlights sind auch derart breit gefächert, dass man kaum auf Details eingehen kann. Wobei, die Hose der Sängerin Von Hesseling eigentlich ganz klarer Favourit sein sollte! Ganz grauselig!

Den Leuten scheint es offenbar trotzdem zu gefallen:

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Bleibt nur zu hoffen, dass der Wunsch dieses Users nicht wahrgenommen wird:

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Wer diesen Crap tatsächlich weiterverfolgen mag, kann sich hier zur aktuellen Platte informieren.

Was mich allerdings schon die ganze Zeit wundert ist, dass noch kein anderer Künstler auf die Idee gekommen ist, die Bildgewalt von The Shining in ein Musikvideo zu packen…

 Slipknot – Spit it Out

Wo wir gerade eh schon bei The Shining sind. Die noch recht aktuelle Doku Room 237 steht derzeit auf Youtube und versucht anhand abstrusester Nerdfachsimpeleien zu erklären, warum man es bei  dem Klassiker mit dem wahrscheinlich besten Film aller Zeiten zu tun hat! Definitiv unterhaltsam und tatsächlich an manchen Stellen sehr aufschlussreich:

Room 237

Wollen wir abschließend mal nicht so sein und zeigen die olle Sean Yseult noch einmal in Bestform. Der White Zombie – Clip zu More Human than Human vom 95er Astro Creep 2000 – Songs of Love, Destruction and Other Synthetic Delusions of the Electric Head tut sein bestes um das Bild wieder gerade zu rücken:

White Zombie – More Human than Human

That’s more like it!

So, mal wieder mit The Shining, Oldschool- Slipknot und White Zombie beschäftigt. Ich würde mich fast dazu bewegt fühlen mich bei Sean zu bedanken, wenn ich meine Zeit nicht sowieso jeden zweiten Tag mit diesen Themen verschwenden würde…