Review: Smokey Brights – I Love You But Damn (2020)

artwork: Jake Hanson, Travis Trautt

Zum nunmehr dritten mal schon schnürt das um das Frontehepaar Devlin konzipierte Quartett Smokey Brights aus Seattle seinen nicht gerade zeit-genössischen Fleetwood Mac-Rock-Mix zu einem Studioalbum zusammen. Mehr noch als die Vorgänger lässt I Love You But Damn immer wieder Americana-Anleihen vom Stapel und schielt nicht nur einmal Richtung Stadion, wodurch man sich prompt und unweigerlich auf Papas Autorücksitz wähnt.
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2019 Яückblick!

Wie schon im letzten Jahr komm ich auch dieses Jahr nicht umhin ein kleines Resümee zu ziehen – 2019 war einfach in jeglicher Hinsicht zu krass. Wie krass, wurde mir tatsächlich erst so richtig bewusst als ich die vergangenen Tage noch mal so durch meinen Kalender geblättert und das vergangene Jahr Revue hab passieren lassen. UnfassbaЯ was da los war… Angefangen bei 52Hertz, Cannahann, Paulinchen Brennt & Maffai über (sehr viele) Ups und (leider auch ein paar) Downs im privaten Bereich/Umfeld bis hin zu dem was so (an Mist) in der Weltgeschichte passiert ist: 2019 war unfassbaЯ. Hier eine kleine Auswahl an Sachen, an die ich mich gerne zurückerinnere – nach sechs Jahren Bloggerei (eieieieiei eiei ei) in sechs Punkten pro Kategorie und in loser Reihenfolge gelistet. Ab geht’s: Weiterlesen

Review: Van Hazy – Good Catch [EP] (2016)

a3401431293_16Ob es Quallen in der Regnitz gibt? Dem muss wohl so sein, denn Van Hazy aus Bamberg ist allem Anschein nach vor kurzem  eine bei Klein Venedig in den Kescher gegangen. Good Catch? Davon darf ausgegangen werden, fungiert das Nesseltier doch immerhin als Gallionsfigur der nunmehr schon dritten EP des Dreiers. In die Nesseln setzen wollte man sich trotzdem nicht.

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Review: Suns of Thyme – Fortune, Shelter, Love and Cure (2013)

Artwork by Lionel Williams

Haben mich Suns of Thyme auf dem diesjährigen Void Fest live zwar sofort für sich gewinnen können, hat es auf der Platte Fortune, Shelter, Love and Cure etwas länger gedauert. Zuerst lediglich als lässig gefällige Nebenbeimucke empfunden, wurde mir die wahre Größe dieses Releases erst nach mehreren Hördurchgängen bewusst. Die 10 Tracks verlangen nach dem richtigen Moment um ihren vollen Glanz versprühen zu können.

 

 

In meinem Falle taten sie das nach einem kurzen, aber gewaltigen Sommergewitter. Die Musik der Berliner sollte sich als das adäquate, vertonbildlichte Gegenstück für einen Spaziergang durch nasses, dampfendes Weidegras erweisen. Schritttempo. Schwer und traurig. Leicht verschroben. Glitzernde, weite Flächen. Der Natur beim Erholen im Sonnenbad zusehen und eine Prise Herbst in der Luft. Dem Gasgemisch der Erdatmosphäre bleibt erstaunlich viel Raum, was bei dem eigentlich mit halligen Effektpedals, Backgroundchören, Sitarsounds, Schellenkranzorgien und flächigen Synthies regelrecht zugeballerten Psychedlic/Krautrock/Shoegaze – Gebräu schon bemerkenswert erscheint. Die richtigen Stellen verdichtet, klare Strukturen und wie unverschämt gut klingen denn bitte diese dumpfwarmhölzernen Bässe?

Pink Floyd, The Doors, Velvet Underground. Seattle und Woodstock. Die Paten zum Retrohippiesound mit tollen Songs wie The way oder The years we got are not enough, scheinen schnell ausgemacht. Denkste, denn nach Blue Phoenix Tree beginnt der spannende, große Ausstieg aus der Platte!

Bei den ersten Tönen von Cataclysm 2084 meint man plötzlich einem anderen Interpreten zu lauschen. Trip Hop! DJ Shadow! Underworld! NIN und Tool! Vielleicht sogar Moby oder Fatboy Slim!? Ich hör so unglaublich viel in diesem Stück! Der Blick, über die üblichen Verdächtigen hinaus, in etwas fremdere Gefilde tut dem Album wahnsinnig gut! Mein absoluter Favourit:

Dicht gefolgt allerdings von der sechsminütigen Mantrakanone Asato Maa. Tibetische Gebetsmühle mit heavy Gitarrenchorus! Derbe gut:

Die Drums bleiben anschließend im Keller wenn die Lebensgeister zu Akustikgitarren in die Nebelschwaden tiefblauer Gewässer gehaucht werden. Earth, Over. Und meiner mittlerweile recht esoterischen Wortwahl nach zu urteilen, wurde mir das Arkanprinzip von Fortune, Shelter, Love and Cure wohl soeben zuteil. Richtig gut!

Dringende Kaufempfehlung gilt natürlich allen Genrefans, sowie im Speziellen auch naturverbundenen Menschen, die auf der Suche nach einem Soundtrack für intensive Draussenmomente sind. Auf Vinyl z.B. schon für läppische 15 Euro zu haben!            Go for it und der Musik etwas Zeit gönnen. Außerdem unbedingt bei Gelegenheit live anschauen!

Blue Phoenix Tree

Fortune, Shelter, Love and Cure im Stream:

Released 15.11.2013 via Motor & Electric Magic