Two Hours with Matt Pinfield!

logo_2hours

Wer die goldene MTV-Ära zu schätzen weiß, sollte ihn auf jeden Fall kennen: Matt Pinfield, fleischgewordene Musikenzyklopädie und neben Kennedy der wahrscheinlich bekannteste Charakterkopf-VJ der 90er. Zumindest was den amerikanischen Markt angeht.

Weiterlesen

Review: Drop Nineteens – Delaware (1992)!

coverWährend Ende der 80er und Anfang der 90er das Shoegaze – Movement in England in seiner absoluten Blütezeit stand, gab es hier und da auch junge US – Bands die sich damit identifizieren konnten beim schrammeln dissonanter und verschwommener Gitarreriffs hauptsächlich ihre ausgelatschten Sneaker zu betrachten, während die Vocals schüchtern und verhalten durch den Raum hallen. Drop Nineteens aus Boston sind so ein Fall.

My Bloody Valentine sind somit als Referenz schonmal unumgänglich, zumal sich auch bei den Drop Nineteens eine Dame im Quintett befindet, die hier und da andächtig das Mikro umgarnt. Wenn die Bostoner auch mit weitaus weniger Pomp zu Werke gingen als das UK – Vorbild, stapeln sich die Gitarrenwände dennoch meterhoch wodurch man der Genre – typischen verträumten Stimmung mit Leichtigkeit nachkommt.

01aafc4c537c477d9bf3ad8761992aba

Fehlt es der ersten von zweien Full Length zwar an durchgehend überzeugendem Liedgut und sind mir die Ambient – Tracks Ease It Halen, Reberrymember und (Plus Fish Dream) nicht nur relativ unbegreiflich bis fast schon nervig, kommt Delaware dennoch mit schweren Hits um die Ecke, die den Besitz dieser Platte allemal erzwingen.

Wenn es schon nicht das spärliche My Aquarium, das matschig vergnügte Angel oder der eröffnende Titeltrack sind, die einen in Verzückung versetzen, dann doch mindestens der absolute Überhit Winona, dessen hypnotischer Pop – Appeal mich schon seit Wochen nicht mehr los lassen will:

Und dann ist da ja auch noch die Pumpkins – artige Ballade Baby Wonder’s Gone, deren melancholischem Flair man sich ebenfalls nur schwer entziehen kann. Und überhaupt: Smashing Pumpkins. Die sollten am Ende doch die Stars auf Caroline Records werden, wo auch Delaware veröffentlicht wurde. Überraschend! Waren es doch die Drop Nineteens, die Label und Kritiker als das ‚Next Big Thing‘ gehyped haben.

Zum wesentlich prägnanteren, wahrscheinlich sogar greifbareren, emotional aber leereren Nachfolger National Coma sollte es 1993 noch reichen ehe dann zwei Jahre später auch schon Schluß war. Das Gerücht um eine dritte Platte hält sich seit Jahren hartnäckig. Würde mich ja interessieren… bis dahin bleibt Delaware erste Wahl. Oder willst du mir erzählen, dass du bei Kick The Tragedy nichts empfindest? Na also…

Anspieltipps: Winona, Baby Wonder’s Gone, Kick The Tragedy

Delaware im Stream:

Auf den einschlägigen Portalen ist Delaware ziemlich begehrt, wodurch dann selbst für die CD-Reissue von 2009 mindestens satte 30 Euro veranschlagt werden. Da hält man besser die Augen in den Krabbelkisten der Flohmärkte offen um ein günstigeres Exemplar zu ergattern. Good luck!

Released: 05.06.1992 via Caroline Records

Caution: Die Besprechung dieser Platte ist Teil der coolen Superwoche zum Thema 90s Alternative!

Review: Fountains Of Wayne – Fountains Of Wayne (1996)!

Fountains_of_Wayne-Fountains_of_Wayne_(album_cover)

Photo by Nick Waplington

Sollten Fountains Of Wayne jemals so etwas wie den großen Durchbruch gehabt haben, so muss sich dieser 2003 mit dem Release von Stacy’s Mom und dem dazugehörigen Album Welcome Interstate Managers zugetragen haben. Wo besagte Platte ziemlich geleckt und etwas arg auf den Mainstream zurechtgeschnitten sein mag, quillt der Sound der Band aus New Jersey auf ihrem 96er Debüt um einiges schmissiger und überzeugender aus den Boxen.

.

Unter einem der schönsten Plattencover ever findet sich britisch angehauchter grungy Power – Pop im schnörkellosen LoFi – Produktionsmantel. Dazu ironisch verworrene Texte über nervige Nebenjobs und ätzende Biker – Boyfriends. You gotta love the 90s…

Mochte sich die Band später auch als Quartett präsentieren, wurde ihre erste Platte interessanterweise lediglich als Duo bestehend aus Sänger/Gitarrist Chris Collingwood und Bassist Adam Schlesinger (welcher darüberhinaus auch als Produzent dieser Veröffentlichung fungierte) aufgenommen.

Zwei Typen sollten also im Grunde genügen um eine Palette unbeschwerter 90s – Hymnen zusammenzuzimmern. Für Instant – Hits wie Sink To The Bottom oder den eröffnenden Radiation Vibe benötigt man keine Gebrauchsanleitung. Die funktionieren direkt und unmittelbar. Ebensogut wie das sanft geschwungene Sick Day, meinem persönlichen Favouriten:

Sanfter geht es nur noch auf dem abschließenden Everything’s Ruined, das mit diesem Dion And The Belmonts – Feeling spielt, welches man auch in She’s Got A Problem findet und in Sachen Soundtrack – Ästhetik wohl nur noch von den Beach Boys – Harmonien in Survival Car getoppt werden kann.

fOW-1996-2

as found on louderthanwar.com

Und wo wir gerade eh schon beim Thema Soundtracks sind: Ausgerechnet der aus Schlesingers Feder stammende Titel – Song zum Tom Hanks – Streifen That Thing You Do!, der unumwunden mit erwähntem Feeling kokettiert, fuhr doch 1997 glatt eine Grammy – Nominierung ein. Ein Erfolg, der Fountains Of Wayne bisher verwährt geblieben ist. Da konnten auch Touren mit den Lemonheads oder Smashing Pumpkins nichts deichseln.

Mit Mitgliedern der letzteren hatte Schlesinger mit Scratchie Records sogar mal ein eigenes Label am Start, welches auch unter anderem am Release der vorliegenden Platte beteiligt war, aus deren zwölf Songs sich ein halbes Dutzend getrost ‚Hit‘ schimpfen darf.

Anspieltipps: Sick Day, Sink To The Bottom, Radiation Vibe

Fountains Of Wayne im Stream:

Während man dem Debüt von Fountains Of Wayne auf Vinyl ab 20€ aufwärts z.B. hier hinterherjagen kann, bekommt man die CD – Version schonmal auf Ebay hinterhergeworfen. Empfehlenswert auch die sogenannte ‚Hörkassette‘ für schlappe 437,53€. Würde mich allerdings nicht wundern, wenn zum 20-jährigen Jubiläum im Oktober brandneue Special – Editions auf den Markt geworfen werden.

Released: 01.10.1996 via TAG Recordings, Scratchie Records, Atlantic Records

Caution: Die Besprechung dieser Platte ist Teil der coolen Superwoche zum Thema 90s Alternative!