Review: ZERRE – Different Lines (2017)

artwork by Julia Witas

Da hat sich jemand was getraut! Die im Hardcore verwurzelten ZERRE aus Würzburg wagen mit Different Lines den Blick über den Tellerrand. Vom Gemüt her eh schon immer erfrischend fern von elitärem Szene-Gehabe, schlägt sich die offene Natur des Fünfers nun auch in der Musik nieder. Dürfte sicher nicht zuletzt am erneuerten Line-Up liegen, mit dem nun zum ersten Mal ausgiebig komponiert wurde. Das Ergebnis spricht für sich und bedeutet vor allem eins: Mehr Metal! Es gibt sogar Gitarrensolos!

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Paulinchen Brennt-EP ist raus!

PAULINCHEN_BRENNT_COVERAb heute gibt es die Debut – EP Viele Werden Satt von Paulinchen Brennt wahlweise kostenlos über bandcamp oder für schlappe 7€ als Digipak im eigenwilligen 0unter0-Design zu haben.

Fünf urangetränkt lärmende Geschichten über Hexerei, planetares Bewusstsein und Besessenheit. Musikalisch vertrackt bis anstrengend zwischen Noise, Screamo, Post-rock & Experimental!

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Passend zum Release gibt es die Band auch live zu sehen. Auf Minitour, zusammen mit Zerre und White Hand Gibbon durch Holland und Köln! Nur falls du in der Gegend sein solltest…

Viele Werden Satt im Stream:

Köstliche Gegenveranstaltungen zum Wochenende!

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Befindet man sich am kommenden Freitag in der Würzburger Gegend und hat Lust dem Stonerrock zu fröhnen, so begebe man sich doch bitte pünktlich ins Immerhin! Dort spielen Black Wizard aus Vancouver, Hornss aus San Francisco sowie Cannahann als locals. I’ll be there for sure!! Hier geht’s zum leckeren FB – Event!

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Befindet man sich am kommenden Freitag allerdings eher in der Schweinfurter Gegend und hat Lust dem Hardcore zu fröhnen, so begebe man sich doch bitte pünktlich in den Stattbahnhof! Dort nämlich steigt die Zerre – Releaseparty mit Always Wanted War aus Cuxhaven, Kapytaen aus Bad Kissingen sowie Hans Dieter X aus Darmstadt. Ich durfte die befeierte Scheibe bereits vorab hören. Fazit: rockt! Der derdanielistcoolverfasste Pressetext zum Abend hat es sogar in ein regionales Blättchen geschafft – wenn auch in abgespeckter Form:

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Voller Text und alle sonstigen Infos ebenfalls auf FB.

Somit wisst ihr Bescheid! Wählet weise! Zuhause rumsitzen ist dann ja wohl jedenfalls nicht!

Haard Open Air 2014!

Artwork by BlackleafDesigns

Am kommenden Samstag lockt das Haard Open Air bereits zum fünften mal nach… öhm… Haard! Dabei u.a. WILD ZOMBIE BLAST GUIDE (mit Ex – Elision – Sänger Mosh), den Freunden von THOREAU,  den derdanielistcoolbekannten Bands BAIT und ZERRE, sowie CANNAHANN (erstmals live)!

7 Euro für 10 Bands! Superdope! Ich geh hin, steh auf der Bühne und mosh! Ungefähr so:

Review: Zerre – Split Tape w/ Crucial Point (2014)

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Yeah, weiter mit regionalem und der Band mit dem schönsten Namen! Vehältnismässig lange hat es gedauert und hier ist es nun: Das Zerre – Split Tape mit den Berlinern Crucial Point! Leider ohne Tape und ohne Crucial Point… doch immer der Reihe nach:

Seit erster Vorankündigung des Releases sind nämlich genauer betrachtet gerade mal 5 Monate ins Land gezogen.

 

Nicht wirklich lange also… allerdings ist man von den Herren Brille, Nancy Boy, Schwarzer Krauser, Sonic & Lucky Jack ein derart flottes Arbeitstempo gewöhnt, dass einem die vermeintlich kurze Zeit schon wie eine halbe Ewigkeit vorkommt. Bandgründung, Europa Mini Tour, EP, heisses Merch… Schlag auf Schlag rollte die Zerremaschinerie schon binnen weniger Monate munter drauf los, so dass einem genannte Verzögerung natürlich sofort auffällt.
Bei Ergründung der Schuldfrage, nach der bisher ausbleibenden Veröffentlichung im Tapeformat, muss der Finger dann fairnesshalber wohl auch in Richtung Berlin zeigen, wo einem gerade labeltechnisch  etwas die Hände gebunden sind. Also auch nicht wirklich auf Crucial Points Konto zu verbuchen das Ganze… Sei es wie es sei, hat Zerror seinen Part nun eben kurzerhand schonmal selbst via Bandcamp zum kostenlosen Saugen ins Netz gestellt.

Ob sich das Warten gelohnt hat? Yau! Denn im Vergleich zum ersten Streich wurde hier nochmal einiges an Rotz zugelegt, was vor allem am Gesang spürbar ist, der nun näher an die vorzügliche Livedarbietung der Combo kommt. Mein persönlicher Geschmack verlangt  bei solcher Mucke zwar eigentlich nach einem eher schrillerem, kreischigerem Stimmorgan, aber hier kann ich mich ausnahmsweise mit dem punkigen Shouten gut anfreunden, da die nötige Roughness auf jeden Fall mitgebracht wird.

Zu Beginn schrieb man sich im Hause Zerre auf die Fahne, Pissed Hardcore zu spielen. Das kann man gerne so unterschreiben und ist im zweiten Song J.Parsons auch deutlich spürbar, doch ist da mittlerweile auch eine ordentliche Prise Trash Metal zu vernehmen! Oder erklär mir mal einer wie man das Einstiegsriff von Romero sonst kategorisieren soll:

Kann man machen! Steht den Boys auch ausgezeichnet und solche Einflüsse tragen auch sicher  Mitschuld an der neuerlichen Kursänderung Somekind of Hardcore.

Als Somekind of Monster kann man hingegen die Hasstirade bezeichnen, welche in der abschließenden 95’er Kriegssäge vom Stapel gelassen wird. Witzigerweise klingt das Drumintro original wie eine Upspeed – Version von Marilyn Mansons‘ Love Song, ist dabei aber tatsächlich mit einer anderen dürren, oberkörperfreien Selbstverstümmelungsikone verbandelt: Iggy Pop. So ist Warsaw 1995 zu gut zwei Dritteln die Vertonung eines Interviewauszugs, welches der Godfather of Punk einst mit dem Plazm Magazine führte:

Düsteres Ding! Gefällt!
Hightlight bleibt dennoch der Opener . Könnte zu Beginn auch ein Malm – Song sein, kriegt aber mit einsetzen des Rhythmus‘ gleich wieder die Kurve Richtung Hardcore. Bass klingt schön knarzig, Schlagzeug peitscht gut voran und bei der Textzeile  I stand alone with this heavy weight, denke ich an diesen Hund:

Was bleibt zu sagen? Runde 10 Minuten und dope produziert!
Downloaden! Die Augen nach dem Tape offen halten! Die Band UNBEDINGT auf einer der kommenden Shows reinfahren!
Und ruhig auch mal abchecken, was die einzelnen Mitglieder sonst noch so treiben: Open Head, Dearest, All that’s left, Rick Tick Evil, The Sonic Rodeo

Anspieltip:

Tracklist:

1. Apes of Nikkō
2. J.Parsons
3. Romero
4. Warsaw 1995

 Released: 12.02.2014 via Bandcamp

Review: 52 Hertz – Nov. Demo 2013 (2014)

a0496798865_10All cats are beautiful! Davon können nicht nur die HC-Buben von Zerre, sondern auch ihre Würzburger Kollegen von 52 Hertz ein Liedchen singen. Genauer genommen sind es sogar zwei, die sie da auf ihrem aktuellen Demotape zum Besten geben.

Im Trio wird hier aufregende Gitarrenmusik fabriziert, soweit geht man mit dem nirvanaeskem Coverartwork konform, doch klingt das Endergebnis dann eher nach Washington D.C., denn nach Seattle.

Ähnlich dem Seattle-Grunge aber, ist auch der mit der amerikanischen Hauptstadt assoziierte Post/Emo/Rock/Core, mittlerweile ein wenig aus der Mode gekommen. Ein bedauernswerter Umstand, der irgendwie aber gerade dafür sorgt, dass dieses Tape unglaublich fresh daher kommt, denn sowas hört man einfach nicht mehr allzu oft. Da fühlt man sich glatt nochmal um gut 12 Jahre zurückgeworfen, als man zum ersten Mal über At the Drive-In stolperte und selbige Entdeckung, bei dutzenden Bands, auch Hierzulande, zu einer regelrechten Postrock – Flut führte, die die Bühnen sämtlicher Kultur- und Jugenzentren dominieren sollte.

Bitte nicht falsch verstehen: Weder ist mir entgangen, dass dieser Style nie wirklich weg war, noch möchte ich 52 Hertz als Retter eines etwas angestaubten Genres anpreisen. Fakt aber ist, dass hier ein wahnsinnig frisches Lüftchen weht, welches zumindest mir mal wieder zeigt, warum solche Musik begeistert, wenn sie richtig gemacht ist. Einmal den Hit Curr antesten und verstehen, was ich meine:

Auch auf textlicher Ebene, wirkt die schlichte Gegenüberstellung von Neuanfang in der Ferne und Familienhalt in der Heimat, äusserst sympathisch und gibt so den frickeligen Gitarrenläufen noch die nötige Portion Emotionalität mit auf die Reise. Ob es auch im zweiten Titel I’d rather hang out with a Stone than going back there, tatsächlich die Heimat ist, welche die verhasste Örtlichkeit darstellt, an die man dennoch gebunden ist, bleibt reine Spekulation meinerseits. Fraglos jedoch, dass auch dieses Stück  in musikalischer Hinsicht einiges kann:

In the club - drinking beer, to drown our never ending boredom.
Pointless - like the village life we live.

Da war er dann doch, der Slacker-Gedanke der Generation X…

Von Langeweile und Faulheit, zeugt allerdings weder das beachtliche Liveengagement der Band, noch die als erfolgreich zu verbuchende Labelsuche, die im Falle dieser Veröffentlichung gleich 9 Interessenten zu Tage förderte, derer tatkräftigen Unterstützung es zu verdanken ist, dass die erste 200er – Auflage bereits so gut wie vergriffen ist.

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Glücklicherweise steht das Teil (in digitaler Form) weiterhin zum kostenlosen Download auf Bandcamp bereit, werden meines Wissens nach noch ein paar Tapes nachgelegt, sowie gerade an einem neuen Dreher geschraubt.

Diese netten Kerle bitte unbedingt im Auge behalten und live sehen, so lange man noch die Gelegenheit dazu hat: cause cats don’t live as long as desired…

Curr (live)

Tracklist:

1. Curr
2. I’d rather hang out with a stone than going back there!

Released 03.01.2014 via: Flood Floorshows / Tief in Marcellos Schuld / Monday Morning / Shivery.MMXII. / Don’t Shoot The Messenger / Nowhere Youth / Featherlight /Upwind / Rebuild