Review: Kora Winter – Welk [EP] (2017)

artwork by Hakan H.

Kürzlich schon wurde hier auf das neue Video von Kora Winter aufmerksam gemacht. Nun liegt die zugehörige EP der Berliner vor, die dem energetischen Vorboten nicht nur zwei Geschwisterchen nebst einer Neuinterpretation von Alexandras Es War Einmal Ein Fischer zur Seite stellt sondern ihm auch in Sachen Niveau, Vielseitigkeit und Kreativität in nichts nachsteht. Bluten, Stiche, Narben: Welk kratzt auf!

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Review: Conny Ochs – Future Fables (2016)

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www.mainstreamrecords.de

Wer nicht weiß, wie sehr mir die Musik von Conny Ochs am Herzen liegt, dürfte diesen Blog nie aufmerksam verfolgt haben. Und ehe ich am Ende noch selbst vergesse, warum das eigentlich so ist, weht mir Hole den imaginieren Küstenwind um die Nasenspitze. Salzig, staubig und ungefiltert. Ein Hauch vertonter Freiheit. Der erholsame Track ist Opener des mittlerweile schon dritten Soloalbums, das einmal mehr durch Authentizität und Intensität glänzt. Es trägt den Titel Future Fables und erscheint Ende Februar!

Sicherlich zu nicht geringem Teil  der blühenden Zusammenarbeit mit Lehrmeister Wino geschuldet, ist der Folk mittlerweile zugunsten flimmernder Southern-Rock-Ästhetik auf einigen Stücken etwas in den Hintergrund geraten. Diesen Spirit atmet beispielsweise das Dreiergespann aus Piece Of Heaven, Killer und Spin. Ehe man aber Angst bekommt, Ochs wäre die so geliebte Melancholie ganz abhanden gekommen, malt er im Finale des letztgenannten Stücks als Neo-Schamane zu entspanntem Mantrachor wieder Mandalas auf die geistige Iris und lässt mit Wake Up und vor allem Empire zwei der schönsten Stücke im Zentrum strahlen: Raw Love Songs! Die großen Gefühle! Das steht dem ewig Reisenden meiner Meinung nach noch immer am besten:

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Strange Alchemy bringt das zum Ende hin sogar noch besser zum Ausdruck. Niagara Fälle, die im Herzen toben! Mein persönliches Highlight der Platte!

Wie schon auf den letzten Releases, gesellen sich auch auf der aktuellen Platte diverse Instrumente wie Klavier, Bass, Drums oder Mundharmonika zu Akustikgitarre und Ausnahme-Stimme. Zudem auch des Öfteren E-Gitarren-Einschübe, teilweise gesponsert vom Baby Universal– und Zombie Joe-Weggefährten Hannes Scheffler. Immer stilvoll und songdienlich eingesetzt. Nie überladen.

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Photos von: Christian Thiele

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Überraschen tut einen Future Fables allenfalls durch den musikalischen Optimismus solch federleichter Country-Songs wie No Easy Way Out, Fools oder Golden Future. Ansonsten reiht sich die Platte perfekt in den Katalog des gebürtigen Hallensers ein und es gilt: Wer den vor drei Jahren erschienenen Vorgänger Black Happy oder die beiden Kollabo-Alben mit Wino mochte, findet auch an Future Fables Gefallen. Keine Frage!

Allen, denen die Musik von Conny Ochs bisher noch nicht untergekommen ist, könnte die Platte in ihrer willkommenen Kompaktheit von gerade mal 33:38 Minuten außerdem als perfekter Einstieg in den Klangkosmos eines immernoch wahnsinnig unterschätzten Künstlers dienen! Gebt dieser leidenschaftlichen, kraftvollen Scheibe mal eine Chance! Ihr werdet es nicht bereuen! Make some room for the feeling!

Anspieltipps:  Strange Alchemy, Empire, Wake Up

Tracklist:
01. Hole
02. Piece Of Heaven
03. Killer
04. Spin
05. Wake Up
06. Empire
07. Golden Future
08. Slide
09. No Easy Way
10. Fools
11. Strange Alchemy
12. Make Some Room

Future Fables ist ab dem 26.02.2016 über Exile On Mainstream zu haben. Der schlaue Käufer ordert natürlich die Vinyl-Version zu fairen 16€ im Pre-Order und nimmt sie schon einige Tage früher in Empfang! Außerdem HOT: ochsworks.com, die neue Seite für die Grafikarbeiten des Künstlers!

Released: 26.02.2016 via Exile On Mainstream

Conny Ochs spricht über seine Discographie (Voll Cool Ey! – 01)

Voll Cool Ey! – Episode 01 beschäftigt sich ausschließlich und sehr intensiv mit dem Schaffenswerk des Musikers Conny Ochs.

Vielen bekannt als Solokünstler, für seine Kollaboration mit Wino (Saint Vitus), aber auch als Frontmann bei z.B. Baby Universal oder den seligen Zombie Joe, kann der gebürtige Hallenser mittlerweile schon auf beinahe zwei Dekaden Musikerdasein zurückblicken.

Wir konnten ihn nach seinem Konzert im Rosenkeller/Jena für ein intimes wie aufschlussreiches Gespräch gewinnen, in dessen Verlauf wir seine umfangreiche Discographie gemeinsam Revue haben passieren lassen.

Enjoy the ride!

Review: Conny Ochs/Jena/19.11.2014

1622211_797454246941915_2022672832016599225_nIch bin ja per se kein großer Singer/Songwriter Fan. Mir persönlich erscheint diese Tradition oftmals etwas steif und aufgesetzt, zumindest hierzulande. Anders Conny Ochs, der eher den Hobo-Gedanken von Freiheit und Authentizität verkörpert, weshalb seine Shows für mich immer etwas ganz besonderes sind. Besonders genug um fünf weitere Menschen ins 3 Std. entfernte Jena zu entführen. Sieht man die Plattenbauskyline der Ostmetropole, meint man es jedesmal mit Deutschlands womöglich hässlichstem Ort zu tun zu haben. Tatsächlich aber ist die Stadt im Bergkessel eigentlich ganz schnuckelig. Auch die heutige Konzertlocation Rosenkeller, weiß mit  verwinkeltem Gewölbekellercharme zu über- und Stimmung zu erzeugen. Schade nur, dass so wenige Menschen an diesem verregneten Herbstmittwoch den Fuß vor die Wohnungstür geschafft haben. Gerade mal rund 15 (?) Menschen tummeln sich im bestuhlten Gemäuer, um dem South of Mainstream Troubadour-Package beizuwohnen. Neben Ochs nämlich, stehen mit Kristian Harting und Friedemann zwei weitere Exile on Mainstream-Acts auf der Speisekarte. Macht der Singer/Songwriter-Riege also drei.

 

Den Anfang macht dann überraschenderweise auch der – vom Flyer her – eher als Headliner vermutete Conny Ochs himself. Der nimmt die geringe Zuschauerzahl gelassen und nutzt die Umstände als Anlass für ein sehr intimes Set, gespickt mit der ein oder anderen raren Perle seines Kataloges.

Bewaffnet mit Akkustikklampfe, Bassdrum, Schellenkranz und einer der bestkonrolliertesten und beeindruckendsten Stimmen Deutschlands, ziehen die Raw Love Songs, des in Jeanskluft gehüllten Hallensers, von Beginn an in ihren Bann.

IMG_0369 KopieBereits der Opener Lead Out vom aktuellen Album Black Happy wird mit einer derart brutalen Ehrlichkeit vorgetragen, dass sich Gänsehaut schwer vermeiden lässt. Das schwere Don’t know her name vom Solo-Debut wirbelt Staub auf, Star von der brandneuen 7-inch Single durchstrahlt den Nebel bittersweet. Suiciety heisst das Aushängeschild der genannten Neuveröffentlichung und der zugehörige Titeltrack folgt auf dem Fuße:

„Vielleicht kennen ein paar Leute von euch das auch. Ich hab ein paar Freunde schon verloren, die sich entschieden haben hier in dieser Welt nicht mehr weiterzumachen. Deshalb möchte ich das nächste Lied nicht nur den Leuten widmen, die nicht mehr hier sind, sondern auch denen die noch hier sind. Und an diese Leute denken.“ Ich hätt‘ halt fast geweint bei diesem grandiosen, sehr positivem Stück.

Waiting for the monster! Allerdings! Doch auf welches Monster man wartete, hätte ich selbst nicht mehr für möglich gehalten… Eine kleine Sensation: Ochs packt tatsächlich einen Song seiner einstigen Kapelle Zombie Joe aus! Wohin Woher aus dem 2005er Schlachthaus, Baby!. Unfassbar, denn seit dem Split dieser – mir sehr teuren – Band, hat er das Material bislang nicht wieder angefasst. Voila:

Conny Ochs – Wohin Woher – live:

 

Was danach noch kommen soll? Das ultradeepe Susanna, ebenfalls Teil des allerjüngsten Outputs zum Beispiel. Die E-Gitarre kommt zum Einsatz! Dirty! Sleazy! Bluesy! Schwermütig und rough! Ein Wahnsinnsstück mit mehr Rock n‘ Roll – Esprit als manche Bandformation! Die PJ Harvey Nummer „To bring you my love“ anzuhängen macht absolut Sinn und Vultures by the Vines aus der Kollabo-Platte mit Wino hält die Nase in den Wind. „Den Song möchte ich heute besonders an Wino rausschicken“man hat es mitbekommen und kann sich denken warum… Mit Bassdrum als Puls und Zeilen wie „Don’t let it get you down“ oder „Big mouth gets ready to swallow“ sieht man den Song plötzlich an einem ganz anderen Ort und die schier unbändige Dringlichkeit der Worte fließen ungefiltert ins Herz. Hat mich umgehauen!

„Wenn ich mit meinen Freunden von Rügen unterwegs bin, freue ich mich immer, dass wir ein kleines bisschen Meeresbrise auf die Bühne bekommen.“ Der befreundete Musiker Janko nimmt für die nächsten beiden Songs Platz an Cajon und Ziehharmonika.

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Burn Burn Burn und Grassy Grass Grass (aus der Z-Joe and the Dustbowlers-Phase) machen im Bundle nicht nur aufgrund der optischen Wortsilbigkeit Freude, sondern vor allem weil es absolute Hits sind, die mit der Untermalung des Kollegen stimmig hervorgehoben werden. Es folgt das abschließende False Profits vom noch bestehenden Band-Projekt The Baby Universal. Tatsächlich mein Lieblingsstück deren jüngster Platte Slow Shelter.

Starke Setlist! Starke Performance! Starker Abend! Und das haben auch alle im Raum gefühlt!

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Die nachfolgenden Acts verpasse ich leider. Allerdings aus gutem Grund! Ein ganz besonderes Interview mit dem Protagonisten des heutigen Abends wartete nämlich hinter den Kulissen auf uns. Das Ergebnis dieses ausgiebigen Chats‘ darf man spätestens bald an dieser Stelle in Form eines großen Videospecials erwarten!

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Conny Ochs – Setlist

01. Lead out
02. Don’t know her name
03. Star
04. Suiciety
05. Waiting for the monster
06. Wohin woher (Zombie Joe)
07. Susanna
08. To bring you my love (PJ Harvey)
09. Vultures by the Vines (Wino & Conny Ochs)
10. Burn Burn Burn
11. Grassy Grass Grass (Z-Joe and the Dustbowlers)
12. False Profits (The Baby Universal)

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Alle Fotos exklusiv für www.derdanielistcool.de und mit freundlicher Genehmigung des mightyfinen Photographen Awanes!