Review: Lessoner – Exzenter (2021)

artwork: mimikry

Kurzes, dumpf-gefiltertes, Drum-Intro und schon liegt man im struppigen Elefantengras aus ansprechenden Gitarrenriffs, melodisch-rauen Vocals und grau-getönten, deutschen Texten, die vor Metaphern schier überquellen. Punkrock, HC– und Emo-Anleihen dominieren auch die nunmehr dritte reguläre Veröffentlichung von Lessoner. Warum die den Namen Exzenter trägt, lässt Raum für Interpretationen.
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Wenn die Sonne im Tunnelblick verschwimmt, Pfeile in der Brust stecken oder die Rippen aus dem Brustkorb brechen, deute ich den Titel einfach mal als Synonym für den (Gesellschafts-)Druck, der sich, zwischen Zweifel und Hoffnung pendelnd, thematisch durch die ganze Platte zieht. Ergo ist Exzenter eine sehr nachdenkliche Scheibe, die v.a. trüben Tagen als passende Untermalung dienen dürfte.

Das hat oft was von Heisskalt und gefällt mir am besten in der Kombi mit den Stop&Go-Rhythmen von Kapsel oder wenn die Stimmung so richtig schwerfällig wird wie im abschließenden la sirima la fronte. An wen mich die cleanen Vocals immer wieder erinnern, behalte ich aber trotzdem besser für mich…
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Szene-Freunde sind mit dieser schnörkellos produzierten Platte (@Babylon Studios) jedenfalls ebenso gut bedient wie die, die sich gerne mal wieder einen Hauch von AZ in die eigenen vier Wände transportieren möchten.

Anspieltipp: Elefantengras

  

Exzenter im Stream:

Exzenter ist auch physisch zu haben. Und zwar wahlweise als blau-transparente (via Seven Oaks Records) oder als rot-transparente Vinylscheibe (via Save The Scene Records). Gepresst wurden je 150 Stück. Meine hübsche rote 12inch liegt in einer matten Hülle (Inside-Out-Druck) und kommt mit aufklappbarem Text-Inlay und Downloadcode. Runde Sache für sehr faire 12€! 

VÖ: 09.04.21 via Seven Oaks Records / Save The Scene Records

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