Review: Incubus – 8 (2017)

Artwork by Brantley Gutierrez

Momentan werde ich von allen Seiten der sozialen Netzwerke mit der Info versorgt, dass es eine neue Incubus-Platte gibt. Gerade Youtube ballert mich regelrecht zu damit. Aber kein Problem, schließlich schau ich mir gern banale Interviews mit gemachten Rockstars an. Gerade wenn es solche sind, deren Frühwerk ich zu schätzen weiß. Also mal schnell nen Blick riskiert und siehe da: Die Band, allen voran Sänger Brandon Boyd, wirkt sympathisch wie gewohnt und macht einem durchaus Bock mal in die LP reinzuhören!

as found on facebook.com/pg/incubus

Das habe ich übrigens zuletzt beim 2001er Album Morning View getan, welches mir dank seinem weichgespülten Mainstream-Alternative-Rock seinerzeit etwas den Spaß an der Band genommen hat. Für die neue, achte Platte hat man mit Skrillex und Dave Sardy große Namen an den Reglern drehen lassen und auch Chino Moreno soll sich irgendwo mit Gastpart auf der Platte versteckt haben. Bemerkt hab ich den zwar nicht wirklich, dafür aber sehr wohl, dass die Behauptung, es werde wieder mehr gerockt im Hause Incubus, definitiv zu bejaen ist. Leider führt das aber, jeglichem RATM-Geriffe zum Trotze, noch lange nicht zu guten Songs. Auch wenn einem der Opener No Fun entgegen seinem Titel tatsächlich kurze Freude bereiten mag. Trotz selten dämlichem Text wohlgemerkt.  Aber das konnte man ja auch damals schon beim Radiohit Love Hurts verkraften. Das Instrumental Make No Sound In The Digital Forest sowie der letzte Song Throw Out The Map stellen dann aber auch schon den Rest der Annehmbarkeit dar, alles andere ist an Belangweillosigkeit leider schwer zu toppen. Da will  einfach nichts so recht aus dem Knick kommen und vom einst so cleveren Songwriting isr kaum etwas übrig geblieben.  Damit geht die Band den gleichen traurigen Werdegang wie die Chili Peppers: Von der hibbeligen, energiegeladenen und innovativen Crossover-Combo über cleveren Pop bis hin zu seelen- wie ideenlosem Schrott von der Stange, den 2017 wirklich keiner mehr braucht. Mag er auch noch so aufgeblasen produziert sein. Echt schade, wo man es bei den Incubus-Mitgliedern doch an und für sich mit echt feinen Typen zu tun hat, über die man eigentlich garnichts schlechtes sagen möchte. Ich verspreche aber es wieder gut zu machen: Im September steht das 20-jährige Jubiläum von S.C.I.E.N.C.E. ins Haus, was man dann zu gegebener Zeit auf diesen Seiten auch zu feiern wissen wird! Wie ich hingegen 8 gegenüberstehe, sagt der Song Undefeated selbst am Besten: „Man, it breaks my heart a little bit that you’re like a sleepwalker. Half alive and hanging by a thread.“ Enjoy Incubus

Anspieltipps: No Fun, Make No Sound In The Digital Forest, Throw Out The Map

8 im Stream:

Wer sich das neue Gelöt kaufen mag, kann das hier tun, sollte sich aber in 8 nehmen…

Released: 21.04.2017 via Island Records

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