Review: The Dues – Ghosts Of The Past (2019)

artwork: Pablo Jucker

Retrorock die Achthundertdrei-undfünfzigste… Ich persönlich bin da ja längst übersättigt. Nichts-destotrotz will der Reigen an neuen Bands, die sich an Althergebrachtem versuchen, nicht abreißen. Nun also The Dues aus Winterthur. Die veröffentlichen bereits seit 2016 Tonträger und treten nun  mit ihrer dritten Scheibe Ghosts Of The Past  an um „das „Roll“ zurück in den „Rock’n’Roll““ zu bringen, wie es der Pressetext so schön formuliert. Der nennt die Band btw gleich noch in einem Atemzug mit Jimi Hendrix oder Cream.

An Namen von dem Kaliber kann man sich natürlich nur verheben, auch wenn The Due ihre Sache gar nicht mal so übel machen, wie es einen das eher dürftige Artwork von Sänger/Gitarrist Pablo Jucker vermuten lässt. Leider geht es dann aber auch nicht ganz so spritzig zu, wie einem der besagte Pressetext weiß machen möchte: „Was die drei Jungs aus Winterthur spielen, das ist nicht einfach stumpfer Gitarren-Rock, sondern groovt, schwebt, steppt aus der Reihe und rein ins R’n’R-Paradies. Ein Power-Trio, wie es im Buche steht eben.“

Und genau da muss ich leider widersprechen. Handwerklich mag das alles einwandfrei und geschickt arrangiert sein, aber wo genau die Band aus der Reihe steppen will, erschließt sich mir nicht so ganz. Stattdessen wird vornehmlich Altbekanntes zitiert und wenig Eigenständiges präsentiert. So muss man sich bei Ghosts Of The Past erst mal bis Song Nummer sechs (Elements Of Doubt) vorkämpfen, ehe die Platte aus dem Knick kommt. Dann macht das Ganze im Verbund mit den ebenfalls gelungenen Stücken Somewhere und La Realidad sogar kurzweilig Spaß. Die gepressten Vocals im abschließenden Ley Lines aber sind dann für meinen Geschmack auch wieder etwas drüber.

Sicher, The Dues kommen sympathisch rüber und auch an der trockenen 70s-Produktion kann man kaum mäkeln. Mir persönlich ist das aber alles etwas zu brav und uninspiriert und lässt mich daher ziemlich kalt. Szene-Freunde sollten ggf. trotzdem ein Ohr riskieren und wer weiß: Vielleicht muss man die Band auch live mit Kutte und Dosenbier gesehen haben um Fan zu sein…

Anspieltipp: Elements Of Doubt

Trackliste:

01 Ghosts Of The Past
02 Something For My Mind
03 Sails Of Misery
04 Under The Sea
05 Love
06 Elements Of Doubt
07 Somewhere
08 La Realidad
09 Ley Lines

Ghosts Of The Past ist ab dem 25.10.2019 über Sixteentimes Music als LP, CD oder digital erhältlich. Wer die Band live sehen möchte hat aktuell vielerorts die Möglichkeit das zu tun:

VÖ: 25.10.2019 via Sixteentimes Music / Czar Of Crickets

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