Review: Deadsy – Commencement (2002)

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Artwork by Josh Gabbard

Dieses Album spricht mich optisch so unglaublich an. Dieses Album klingt so unglaublich gut. Dieses Album fängt so unglaublich stark an. Warum ist Commencement am Stück dann trotzdem so unglaublich langweilig?

Ich kann es mir kaum erklären. Die ersten beiden Songs Key to Gramercy Park und Winners sind krasse Hits. Absolut catchy und schwer aus dem Kopf zu bekommen. Brand New Love  und Mansion Love sind dann zumindest noch nett. Doch danach?

Nunja, es ist nicht unbedingt so, dass der Rest der Platte dann zwingend mies ist, aber das er nicht zwingend gut steht für mich ausser Frage. Zu langatmig und damit auch langweilig gestalten sich die noch verbleibenden 50(!) Minuten. Die Geschwindigkeit des ersten Tracks wird mit keinem der Stücke mehr erreicht und man schnarcht bei einem Tempo vor sich hin, das sogar weit unter Mid liegt.

Da nützt es leider auch nichts, dass als Gastmusiker mit Jay Gordon, Troy Van Leuween oder Jonathan Davis einige von mir geschätzte Persönlichkeiten am Start sind. Im Gegenteil: Geradezu nervige Stücke wie She likes Big Words oder Cruella sind zum Teil durch genannte Prominenz mitverschuldet worden. Die obligatorische 80er Jahre Coverversion im modernen Milleniumsgewand darf dann natürlich auch nicht fehlen. Allerdings geht mir Tom Sawyer schon im Original von Rush auf den Senkel und weder Deadsy noch Mindless Self Indulgence vermochten es meine Meinung daran zu ändern.

Musikalisch tropft das ganze Commencement – Klangbild nur so vor daumendicken Synthies,futuristischen Z-tars, knarzenden Bässen und hat einen unüberhörbaren 80s-touch. Klanglich in eine fette Josh Abraham/Jay Baumgardner-Produktion eingebettet, kann mich der Sound voll und ganz überzeugen. Wären doch nur die Songs besser….

Bei Kritikern und auch bei der Zielgruppe blieb Commencement eher unbeachtet und fuhr dann auch eher schlechte Kritiken ein. Leider kann ich mich da nur anschliessen. Warum ich dann überhaupt über diese Platte schreibe? Weil ich sie so gern lieben würde. Weil ich sie so gern in den Händen halte. Weil The Key to Grammercy Park ein Über-Hit ist. Weil diese Band an sich soviel Potential hatte. Weil vielleicht andere das in der Platte erkennen, was sie seinerzeit zum Lieblingsalbum eines gewissen Fred Durst machte.

 

The Key to Gramercy Park

Brand New Love



Tracklist:

  1. The Key to Gramercy Park
  2. Winners
  3. Brand New Love
  4. Mansion World
  5. Lake Waramaug
  6. The Elements
  7. Flowing Glower
  8. Future Years
  9. She Likes Big Words
  10. Cruella
  11. Seagulls (The Macroprosopus)
  12. Le Cirque En Rose (Obsolescence)
  13. Tom Sawyer
  14. Commencement

Commencement kann man komplett auf Spotify streamen oder für 0,77 € an Amazon sein Eigen nennen. Gibt da wohl auch verschiedene Coverversionen bei der die Farben des Gartenteichs variieren. Mein Exemplar ist dunkelblau, hab ich aber auch schon in weiß, hellblau oder rot gesehen.Tracks sind aber meines Wissens nach überall gleich. Catch em all! Oder so…

Released: 14. Mai 2002 via Elementree/Dreamworks

Ein Gedanke zu „Review: Deadsy – Commencement (2002)

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