Review: Zerre – Split Tape w/ Crucial Point (2014)

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Yeah, weiter mit regionalem und der Band mit dem schönsten Namen! Vehältnismässig lange hat es gedauert und hier ist es nun: Das Zerre – Split Tape mit den Berlinern Crucial Point! Leider ohne Tape und ohne Crucial Point… doch immer der Reihe nach:

Seit erster Vorankündigung des Releases sind nämlich genauer betrachtet gerade mal 5 Monate ins Land gezogen.

 

Nicht wirklich lange also… allerdings ist man von den Herren Brille, Nancy Boy, Schwarzer Krauser, Sonic & Lucky Jack ein derart flottes Arbeitstempo gewöhnt, dass einem die vermeintlich kurze Zeit schon wie eine halbe Ewigkeit vorkommt. Bandgründung, Europa Mini Tour, EP, heisses Merch… Schlag auf Schlag rollte die Zerremaschinerie schon binnen weniger Monate munter drauf los, so dass einem genannte Verzögerung natürlich sofort auffällt.
Bei Ergründung der Schuldfrage, nach der bisher ausbleibenden Veröffentlichung im Tapeformat, muss der Finger dann fairnesshalber wohl auch in Richtung Berlin zeigen, wo einem gerade labeltechnisch  etwas die Hände gebunden sind. Also auch nicht wirklich auf Crucial Points Konto zu verbuchen das Ganze… Sei es wie es sei, hat Zerror seinen Part nun eben kurzerhand schonmal selbst via Bandcamp zum kostenlosen Saugen ins Netz gestellt.

Ob sich das Warten gelohnt hat? Yau! Denn im Vergleich zum ersten Streich wurde hier nochmal einiges an Rotz zugelegt, was vor allem am Gesang spürbar ist, der nun näher an die vorzügliche Livedarbietung der Combo kommt. Mein persönlicher Geschmack verlangt  bei solcher Mucke zwar eigentlich nach einem eher schrillerem, kreischigerem Stimmorgan, aber hier kann ich mich ausnahmsweise mit dem punkigen Shouten gut anfreunden, da die nötige Roughness auf jeden Fall mitgebracht wird.

Zu Beginn schrieb man sich im Hause Zerre auf die Fahne, Pissed Hardcore zu spielen. Das kann man gerne so unterschreiben und ist im zweiten Song J.Parsons auch deutlich spürbar, doch ist da mittlerweile auch eine ordentliche Prise Trash Metal zu vernehmen! Oder erklär mir mal einer wie man das Einstiegsriff von Romero sonst kategorisieren soll:

Kann man machen! Steht den Boys auch ausgezeichnet und solche Einflüsse tragen auch sicher  Mitschuld an der neuerlichen Kursänderung Somekind of Hardcore.

Als Somekind of Monster kann man hingegen die Hasstirade bezeichnen, welche in der abschließenden 95’er Kriegssäge vom Stapel gelassen wird. Witzigerweise klingt das Drumintro original wie eine Upspeed – Version von Marilyn Mansons‘ Love Song, ist dabei aber tatsächlich mit einer anderen dürren, oberkörperfreien Selbstverstümmelungsikone verbandelt: Iggy Pop. So ist Warsaw 1995 zu gut zwei Dritteln die Vertonung eines Interviewauszugs, welches der Godfather of Punk einst mit dem Plazm Magazine führte:

Düsteres Ding! Gefällt!
Hightlight bleibt dennoch der Opener . Könnte zu Beginn auch ein Malm – Song sein, kriegt aber mit einsetzen des Rhythmus‘ gleich wieder die Kurve Richtung Hardcore. Bass klingt schön knarzig, Schlagzeug peitscht gut voran und bei der Textzeile  I stand alone with this heavy weight, denke ich an diesen Hund:

Was bleibt zu sagen? Runde 10 Minuten und dope produziert!
Downloaden! Die Augen nach dem Tape offen halten! Die Band UNBEDINGT auf einer der kommenden Shows reinfahren!
Und ruhig auch mal abchecken, was die einzelnen Mitglieder sonst noch so treiben: Open Head, Dearest, All that’s left, Rick Tick Evil, The Sonic Rodeo

Anspieltip:

Tracklist:

1. Apes of Nikkō
2. J.Parsons
3. Romero
4. Warsaw 1995

 Released: 12.02.2014 via Bandcamp

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