Review: Zikade – Wortstörungsfindungen (2017)

Nennt ihn Parasit, er hört eh nicht richtig hin. Ansonsten hätte die Ein-Mann-Band Zikade sich auf Album Nummer vier wohl dem Mainstream geöffnet. Stattdessen fallen auch die Wortstörungsfindungen zu großen Teilen eigensinnig bis sperrig aus. Gut so! Etwas sanfter noch als auf dem Vorgänger platzieren sich die gewohnt eigenartig verschrobenen Texte inmitten von Reverb-umschleierten Gitarren und spärlicher Elektronik nebst allerhand Sample-Versatzstücken.

Weiterhin wird die Melancholie groß geschrieben und auch die Stadt als Metapher bleibt thematisch ebenso als Konstante erhalten wie die (Außen-)Wahrnehmung der eigenen Persönlichkeit. An sich nichts, was man nicht auch von anderen Interpreten permanent serviert bekommen würde jedoch mit dem feinen Unterschied, dass es hier nicht aufgesetzt wirkt sondern Tiefgang besitzt und eine Menge Ehrlichkeit in sich trägt ohne Biss und Ironie vermissen zu lassen.

Die der Zweisamkeit verfallene Prinzessin ist dahingehend schnell zum Liebling auserkoren. Die Art und Weise wie die Nummer ihre oppulenten bis plakativen Worthülsen über Twin-Peaks-Soundscapes und Western-Geigen stülpt, ist nicht weniger als wunderschön.


Fazit: Der hervorragende Albumtitel könnte passender nicht gewählt sein. Bist du der Poesie eines Blixa Bargelds also nicht gänzlich abgeneigt und blätterst am wolkenverhangenen Sonntagnachmittag gerne mal zu charmant dissonanter Laid-Back-Beschallung in Coffee-Table-Books, findest du in diesem Album womöglich Alles Was Du Willst. Darüberhinaus ist das Artwork fantastisch!

Anspieltipps: Prinzessin, Alles Was Du Willst, Parasit

Wortstörungsfindungen im Stream:

Wortstörungsfindungen kann man über Bandcamp digital erwerben und sollte das auch tun!

VÖ: 08.11.2017

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