Review: Malm – Kollaps (2018)

artwork: Hummelgrafik

Nach 20 Jahren(!)  stören uns Malm aus Würzburg noch immer gerne und kotzen uns deshalb konsequenterweise auch 2018 wieder brachial und knallhart die Alltagshölle vor die Füße. Hinsichtlich der Intensität legt der Vierer dabei unermüdlich mit jedem weiteren Release nochmal eine Schippe drauf und steht nun scheinbar endgültig vorm Kollaps. Der Titel ist durchaus ernst zu nehmen. Schonungsloser klangen Malm nie. Zumindest nicht auf Tonträger…

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Dieser Zusatz ist wichtig, denn wer Malm schon einmal live erlebt hat weiß, dass die Band auf der Bühne eine absolute Macht ist. Besser noch als auf den vergangenen Veröffentlichungen, gelingt es den (je nach Medium elf oder zwölf) neuen Stücken die grobschlächtige, rohe Energie einer Malm-Show einzufangen. Die Produktion aus der Tonmeisterei ist jedenfalls der absolute Killer und geht, um es mit den Worten von Tanz auf dem Vulkan zu sagen, immer wieder auf die Fresse.

Obgleich im Songwriting vielleicht nicht mehr ganz so sperrig wie der Vorgänger Hüllenlos (2013), wird dem Hörer auch bei den neuen Stücken einiges abverlangt. Das fängt schon beim gnadenlosen Schreigesang und den brutal ehrlichen Texten an und endet noch lange nicht in den verschachtelten Taktexperimenten. Kollaps ist ein störrischer Bastard, dessen Starrsinn allerdings mit Kalkül daherkommt. Wie sonst sollte man die dagegenstemmende, blockierende Verweigerungshaltung eines Stückes wie Treibsand glaubhaft transportieren? Höre mit Schmerzen… das wussten schon die Neubauten, von denen es btw. eine Veröffentlichung gleichen Namens gibt. Oder: Ich schreie (mit euch) um nicht zu resignieren, wie Malm es in Erwachsen formulieren.

Verschnaufpausen gibt es nur wenige und catchy moments sucht man eh vergebens. Songs wie Ins Nirwana oder Captain sind da noch am zugänglichsten. Und das will schon was heißen…

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Mir persönlich haben Malm in ihren stumpfen und eingängigen Momenten schon immer am Besten gefallen. Die findet man hier z.B. beim schleppenden LLL, dem spleenigen Stopp! oder dem abschließenden, bitterbösen Wolf. Geht an die Nieren! Du atmest schwer, du atmest tief und bist am Ende ähnlich zerstört wie der geschundene (und von Oliver Hummel eindrucksvoll in Szene gesetzte) Flugkörper, der das Cover ziert (wer das Wrack mal in echt bestaunen möchte schaut sich hier um). Und das ist auch gut so. Schließlich erwartet man von Malm ja nichts weniger als den vertonten, ungeschönten Exzess.

Unterm Strich ist auch Kollaps wieder schwer verdauliche Kost, die ein paar Durchläufe benötigt. Ob es sich um die beste Malm-Scheibe handelt, darf jeder selbst entscheiden, die in sich stimmigste ist sie aber zweifelsohne und beweist, dass sich die Band in zwanzig Jahren treu geblieben ist, sich nie angebiedert und nie verbogen hat. Kann man stur nennen… ich nenne es groß!

Die Aufnahmen zu Kollaps gingen übrigens noch mit Ex-Mitglied Boris Billic (u.a. Omega Massif, Blacksmoker) am Bass im Frühjahr 2017 über die Bühne und erscheinen diesmal auch auf Vinyl. Außerdem will die Band die „fast komplett live im Studio eingespielt(e)“ Scheibe als „klare Ansage gegen alle Nazis und gegen jegliche Freiheitsentziehung“ verstanden wissen. Holst du dir! 

Anspieltipps: LLL, Treibsand, Captain, Stopp!

Kollaps im Stream:

Kollaps erscheint am 19.10 über Jackalope Music auf Vinyl, CD und auch bei Spotify & Co.. Alles schon jetzt vorbestellbar. CD kommt btw. mit Bonustrack… Wer die Möglichkeit hat, schaut ansonsten am 20.10. direkt im Immerhin/Würzburg vorbei, zieht sich die Malm-Jubiläums-Show rein und schnappt sich direkt vor Ort ein Exemplar:

VÖ: 19.10.2018 via Jackalope Music

Kommentare

2 Antworten zu „Review: Malm – Kollaps (2018)“

  1. […] Malm – Kollaps // Ihre bisher brachialste Platte, was schon was heißen will!  […]

  2. […] sind geil (geil, geile Männer) und dieser Konzertabend ist Guile. Mit MALM, OAT, PAULINCHEN BRENNT & HANS GRUBER steht am 08.03.2019 in Bad Neustadt a.d. Saale […]

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