Geballte Ladung!


Yau… Es ist zeitlich echt brutal schwer geworden diesen Blog hier auch nur im Ansatz regelmäßig zu pflegen. Vor allem in so veröffentlichungsstarken Monaten wie den letzten, in denen man kaum hinterherkommen konnte sich die ganzen guten Sachen reinzuziehen, geschweige denn diese zu verschriftlichen und festzuhalten.

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Halten wir uns also nicht unnötig mit den VÖs auf, an denen sowieso niemand vorbeikommen konnte wie z.B. dem ABBA-Comeback (braucht man das?) oder der neuen Turnstile-Platte (welche zu Recht des Todes abgehottet wird), sondern konzentrieren wir uns im Schnelldurchlauf auf die kleineren und größeren Geheimtipps aus den unterschiedlichsten Nischen.
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Review: Slow Corpse – Bite Your Tongue (2021)

Slow Corpse aus Ashland/Oregon wurde hier schon zum Jahresende hin mehrfach der Hof gemacht. Die Lead-Single Wasted ist aber auch einfach zu gut. Mittlerweile ist die zugehörige Platte Bite Your Tongue draußen und verfestigt den Eindruck, dass es sich bei Mitchell Winters und Brenton Clarke um zwei sehr talentierte Kerlchen mit einem guten Gespür für Catchy Moments und Ästhetik handelt – wenn man das dürftige Artwork der Platte mal außen vor lässt… Weiterlesen

Geile neue Songs & Videos!

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Review: TLC – FanMail (1999)

Heute vor 20 Jahren erschien mit FanMail das dritte Album von TLC, das sich u.a. mit sechsfach Platin und drei Grammys rühmen darf, leider aber durch den tragischen Tod von Gründungs-mitglied Lisa „Left Eye“ Lopes auch der letzte echte Output des Trios aus Atlanta bleiben sollte. Der ist zwar nicht durchweg die R’n’B-Granate, die man sich vielleicht erhofft und leidet zudem  auch ein wenig an der überholten, teils kitschigen Pop-Produktion. Aber: Die Hits sind noch immer unverkennbar.

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Review: Amy Shark – Love Monster (2018)

photography & design by Steve Wyper

In ihrer Heimat Australien ist Amy Shark gerade schwer am durchstarten. Das weiß ich, weil ich den vergangenen Sommer dort verbringen durfte und einem die 32-jährige dort permanent aus dem Radio entgegenschallt. Sender wie Triple J spielen ihre Singles Adore, I Said Hi und All Loved Up  derzeit pausenlos rauf und runter. Stilistisch handelt es sich dabei um recht gefälligen, ziemlich ungefährlichen und bis-weilen sehr glatten Pop fürs Formatradio. Weiterlesen

Neue Single von Saux!

Es gibt neues Ohrfutter vom niederländischen Produzent Saux, der sich mit seinen letzten drei Singles neben seiner Tätigkeit im DJ-Feld auch einen Namen als Singer/Songwriter gemacht hat. Gemäß dem Less Is More – Prinzip windet sich das neue Gerät For I Know reduziert aber sehr atmosphärisch in 80er R’n’B, Discosounds, Vintage Synthies und Popcorn-Gitarren. On top gibt es den gelungenen Oktaven-Gesang des 23-jährigen Protagonisten, welcher neben Frankie Knuckles auch Pop-Giganten wie Prince und Stevie Wonder als Inspiration für seinen Signature-Sound heranzieht. Glaubt man ihm!!

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Starker Track von James Chatburn!

Nach Ghost Hours bleibt es neo-soulig auf diesen Seiten. Der Australier James Chatburn besticht mit einer Stimme, die untenrum ein kräftiges Aroma versprüht und auch obenrum noch Spaß macht (ähnlich wie Pamela Anderson eigentlich…). Weiterlesen

Bombentrack von Noah Slee!

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Mit Rampant Wild Free hat der in Berlin lebende Neuseeländer Noah Slee kurz vor Jahreswechsel ein soulig schmooves R’n’B-Gelöt aus seiner to your inner hippie & cos you fly as fuck-EP als Video gedroppt, das mit zeitgemäßer Produktion von Ben Esser  vor allem auf tonaler Ebene überzeugt:

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Review: Curse – Uns (2014)!

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as found on curse.de

Im Interview mit Uptowns Finest hat er es selbst gesagt: Als Curse hat Michael Kurth auf seinen Alben immer eine etwas andere Facette von sich gezeigt. Somit gibt es nicht nur einen Curse. Und jeder, der Fan seiner Musik ist, hat so seinen Lieblingscurse. Meiner ist der von Von Innen Nach Aussen. Der von Feuerwasser und der von der 99′ Essenz EP. Der von Freiheit war mir zuletzt fremd geworden. Für den von The Achtung Achtung hab ich mich sogar fremdgeschämt. Dann kam nichts mehr. Und dann kam Uns!

Gestärkt zurückgekehrt vom selbst verordneten Karriere-Aus und mit erkennbarer musikalischer wie künstlerischer Vision präsentierte sich 2014 wiedermal ein neuer Curse. Diesem aber warf man Schlimmes vor. Marteria und vor allen Dingen Casper würde er kopieren. Und zurück im Game sei er eh nur, weil es wieder Geld zu holen gäbe. Und überhaupt: Dieser Hipster-Bart…

Der riecht übrigens nach Zimt, wie der Track November ganz beiläufig verrät. Ganz zu schweigen davon, dass er dem Mindener ganz ausgezeichnet steht. Die beiden erwähnten Rapper dürften indes eher eine große Portion ihres Könnens bei Curse abgeschaut haben und wenn es tatsächlich ums Geld gegangen wäre, hätte man keine Platte wie Uns gemacht. Die nämlich ist mutig und alles andere als ein kalkuliertes Nummer-Sicher-Produkt. Lästereien aber sollten einen Curse sowieso nicht sonderlich jucken. Beweisen muss er sich niemandem mehr. Nicht nach der Pionierarbeit, die er für deutschsprachigen Rap geleistet hat. Der von Kool Savas verbal verliehene King Of Rap – Titel ist indiskutabel.

Ebenso, dass die Platte durchaus modern ist. Mit minimalistischen Beats à la Get Well Soon, die mit noch minimalistischerer Spoken Word Poetry garniert werden, passt sie tatsächlich gut in die heutige Rap-Landschaft. Statt Flow-Gewitter und Geflexe steht also der Raum im Fokus, den Musik und Stimme sich gegenseitig lassen. „Der Trick ist das Essenz in ein paar Tropfen passt“ heißt es da so schön.

Die Brücke zu Früher schlägt neben dem Videoclip zu Wir Brauchen Nur Uns lediglich ein neu aufgelegtes Fibilude.

Ob es einen Oldschool-Curse-Fan, wie ich einer bin stört, dass einer der krassesten deutschen MCs seine Skills nicht voll zur Geltung bringt? Nein, da die Qualität stimmt, die Authentizität gegeben ist und die Texte gewohnt eindringlich und vieldeutig sind. Was Curse mit seinen Producern Beatgees und Claud geschaffen hat ist respektabel. Soweit gäbe es nichts zu bemängeln was mich sonderlich stören würde.

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as found on curse.de

Was es dann aber (ähnlich wie bei der Nico Suave Platte) leider doch tut, sind die anstrengenden Feature-Gäste. Klar, Curse ist bekanntlicherweise der Meinung, dass Rap Soulmusik ist. Die Beweggründe soulpoppige Hooks einzusetzen, bedürfen also keiner weiteren Erklärung. Leider macht diese Erkenntnis sie für meine Ohren nicht weniger schrecklich. Dieses Problem findet sich allerdings hier und da auf jeder seiner Platten. So gut die ansonsten auch sein mögen. Statt Xavier Naidoo, Patrice oder Gentleman, nerven heute eben Tua, Elif und leider auch die an sich talentierte Fibi Ameleya. Natürlich ist das meine sehr subjektive Meinung. Es soll ja schließlich auch Leute geben, die seinerzeit das Silbermond-Feature gefeiert haben…

Streicht man also die mit Gastbeiträgen versehenen Tracks, bleiben Uns aber immernoch eine handvoll äußerst gelungene Songs. Da wäre z.B. das Einstiegs-Brett Tattooine, in dem sich der Protagonist textlich zum Wüstenplanet macht und den zwei Sonnen in seinem Leben Tribut zollt. Star-Wars-Fans an die Front. Upbeat mit Bläsern wie der auf Herz Zurück kann sogar mal Spaß machen und die rührende Auseinandersetzung mit dem Tod eines engen Freundes in Kristallklarer Februar/Für P. sowie das Piano-Stück Menschen gehen unter die Haut und machen alles daruntergelegene warm. Absoluter Favourit aber bleibt die Reinkarnationstherapie Millionen Mal Schon:

Unterm Strich also nicht die große Comeback-Platte als Rapper, die sich viele vielleicht erhofft hatten. Das Comeback als Künstler aber darf mit Abstrichen trotzdem als gelungen bezeichnet werden. Wenn es auch nicht an meine persönlichen Favs herankommt, kann es mit dem sehr beliebten Innere Sicherheit z.B. easy mithalten. Und was den Oldschool-Flavour angeht: Wer weiß, was die kürzlich absolvierte Feuerwasser-Jubiläums-Tour so angerichtet hat. Bin gespannt was gerade so auf der  (Herd-)Platte köcheln mag und zukünftig aufgetischt wird!

Anspieltipps: Tatooine, Millionen Mal Schon, Herz Zurück, Kristallklarer Februar/Für P.

Uns im Stream:

Neben der obligatorischen Limited Box natürlich auch als erschwingliche Standard Version zu haben. Aber auch in anderen Versionen.

Released: 31.10.2014 via Indie Neue Welt

Caution: Die Besprechung dieser Platte ist Teil der coolen Superwoche zum Thema ‚Deutschrap-Comeback‘!