Review: American Head Charge – The Feeding (2005)

61A9K02NWYLAuch wenn Head Charge – Mastermind Chad Hanks The Feeding Qualitätsmäßig weit hinter dem Majordebut The War of Art wissen will, würde ich dem nur bedingt zustimmen. Klar, auf dem hier besprochenem Werk geht es weniger experimentell, weniger verkopft und weniger chaotisch zu. Aber muss das auch gleich schlechter bedeuten?

 

 

Mitnichten mein Herr, denn The Feeding ist einfach eine brutal direkte und vor allem kompakte Platte, die schon beim erstmaligen Hören zündet und damit eine ganz andere Facette der Band beleuchtet. Man merkt natürlich den von einer zur nächsten Scheibe entstandenen Lineup – Change. So ist vor allem auffällig, dass mit dem Weggang von Soundtüfftler Aaron Zilch der Elektronikanteil enorm runtergefahren wurde und sich oftmals nur noch auf Synthieflächen beschränkt. Ergo entsteht ein wesentlich aufgeräumteres Bild. Apropos Lineup – Wechsel: Der damalige Neuzugang Bryan Ottoson (mittlerweile an dere Drogen gestorben) muss überhaupt die treibende Kraft dieser Platte gewesen sein, die ohne sein Zutun vielleicht nie zu Stande gekommen wäre, da sich andere Mitglieder der Truppe seinerzeit mit schwerwiegenden Problemen konfrontiert sahen (wegen dere Drogen).

Aber seis drum, die Platte ist jeglichem Abraten von Entdecker und Förderer Rick Rubin zum Trotze passiert und großartig geworden! Auf Wunsch der Band verliess man die Fittiche des einstigen Mentors aufgrund dessen mangelnder Begeisterung für das neue Material, was aber wohl sehr freundschaftlich vonstatten ging. (Ein mutiger Schritt btw… würden sich doch so manche Musiker die Finger nach einer Zusammenarbeit mit Rubin lecken…) So entstand The Feeding unter der Obhut von Gregory Fidelman, der auch schon an The War of Art im Studio mittüfftelte. Entstanden ist dabei ein Werk dass auf jeden Fall mit seinem Vorgänger mithalten kann!

Wie schon zuvor lebt The Feeding dabei vor allem wieder von Sänger Martin Cock (ohne Gag… einer der Besten seiner Zunft… unglaublich unterschätzt), dessen breites Stimmspektrum die zwar drückenden, aber oftmals auch etwas stumpfen Riffgebilde stets zu kleinen Hits mutieren lässt. Und an denen mangelt es dem Album in keinster Weise! Ausfälle gibt es keine, besonders vorheben sollte man allerdings den Opener Loyalty, den Fan-Favourite Dirty und auf jeden Fall die Songperle Ridicule, bei der ich sogar beinahe so weit gehen und sie zum besten AHC-Stück überhaupt küren würde. Auch der abschließende Track To be Me sollte hier definitiv Erwähnung finden! Ein sehr melodisches Stück mit beklemmend schönem Text. Erinnert mal wieder positiv an Faith No More!
Mit etwa 45 Minuten ein rundes Ding welches mir besonders im Auto immer tierisch Bock macht. Dringende Empfehlung wenn man vor Begriffen wie Industrial oder gar New Metal nicht zurückschreckt! Leider stehen die Songs weder auf Spotify, noch sind die derzeit auf Youtube hochgeladenen Einzeltracks in Deutschland nicht abrufbar. Interessanterweise befürwortet die Band aber die Piraterie von The Feeding, da es da ordentlich Zoff mit dem damaligen Label DRT Entertainment gegeben haben muss. Somit kann man das komplette Album hier ja ausnahmsweise auch mal ganz ohne schlechtes Gewissen posten:

Anspieltips: Ridicule, Loyalty, Dirty, Leave me alone, To be me

Loyalty

Tracklist:

01. Loyalty
02. Pledge Allegiance
03. Dirty
04. Ridicule
05. Take what I’ve taken
06. Leave me alone
07. Walk away
08. Erratic
09. Fiend
10. Cowards
11. To be me

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Wer The Feeding als Hardcopy sein Eigen nennen möchte muss ein klein wenig tiefer in den Geldbeutel greifen als bei vielen anderen der hier vorgestellten Platten. Für nen Zehner inc. Versand wird man aber auch schnell auf Amazon fündig! Jedenfalls rar, da damals nicht sehr lange im Umlauf. Dabei unbedingt die Augen nach der europäischen Version mit dem Bonustrack Downstream offen halten! Lohnt sich!

Released 15.02.2005 via DRT Entertainment

Ein Gedanke zu „Review: American Head Charge – The Feeding (2005)

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