Review: 20 Liter Yoghurt – L’art D’oublier (2017)

20 Liter Yoghurt aus dem sächsischen Grimma sind leider Gottes mit einem Bandnamen gesegnet, der durchaus eine Hemmschwelle heraufbeschwören kann, die erst einmal überwunden werden will, möchte man sich mit dem musikalischen Schaffen der fünf Jungspunde auseinandersetzen. Mag aber der Name auch noch so sehr nach Deutschpunk – Schrammel – Schülerband riechen: die sich dahinter verbergende Musik kann sich wahrlich hören lassen und versprüht eher den Duft von Teen Spirit.

Namen sind eben manchmal doch nur Schall und Rauch! 20LY spielen eine entfesselt jugendliche Mische aus Hardcore- und Punkelementen mit treibendem Schlagzeug, knarzigem Bass und gedreadlocktem Gitarristen, der sich zudem auch noch brav die Nägel lackiert. Sollte das alleine eigentlich schon jeden vernünftigen Menschen glücklich stimmen, erinnert der Sänger in seinen raren Cleanvocal-Parts obendrein sogar noch ein wenig an Glassjaw! Gerade Ghost empfinde ich als sehr gelungene Nummer um die Ausrichtung der sieben Tracks ihres Zweitwerks L’art doublier zu repräsentieren.

Dem, was die Band in den Leipziger Heartware Studios gezimmert hat und selbst als ‚Heartcore‘ bezeichnet, merkt man Lust, Leidenschaft und Liebe zur Sache zweifelsohne an. Heart aber herzlich, quasi… und das ist ja schonmal mehr als die halbe Miete! Hat auf jeden Fall Drive und ist eine ganz klare Empfehlung für Szene-Freunde. Vor allem live! Personal spring from every pore.

Anspieltipps: Ghost, Sins

L’art doublier im Stream:

L’art d’oublier gibt es über bandcamp als Silberling für 8 Euro oder als Download zum pay-what-you-wanten.

VÖ: 05.03.2017 via bandcamp

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.