Review: Seattle Jay – Sweet (2020)

artwork: Sonja Köhler

SweetSeattle Jay aus Würzburg legen mit zehn neuen Titeln nach und tun weiterhin so als wären die 90er niemals zu Ende gegangen. Im Gesamtbild etwas gemäßigter als auf dem Vorgänger Out Of Whack, macht das Quartett nicht nur im Klangbild, sondern auch in den einfach gehaltenen Texten, dem Artwork und dem ersten Musikvideo keinen Hehl aus seiner musikalischen und ästhetischen Sozialisation.

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Das schreit natürlich erst mal nach dem bisher bewährten Neo-Grunge und dem bösen Begriff Alternative Rock, erinnert tatsächlich aber ganz oft viel mehr an stilistisch verwandte Mainstream-Acts der favorisierten Dekade. Bands wie Manic Street Preachers, New Radicals, Cornershop, Supergrass, Travis oder Alanis Morissette fallen einem da ebenso als Referenz ein wie (Achtung) die Kelly Family – was auf diesen Seiten sicher nicht als Diss zu verstehen ist, sondern ganz klar für den Pop-Appeal von Seattle Jay spricht.

Mag der grundsätzliche Vibe von Sweet damit auch schnell ausgemacht sein, ist die Platte trotzdem stets auf Abwechslung und Überraschungsmomente bedacht. So wird das Indierock-Fundament immer wieder mit Synthies aufgelockert ohne der markanten Stimme den Raum zu nehmen. Generell gibt es einiges zu entdecken: Singer- /Songwriter (Sing The Blues), aus der Zeit gefallene Samples und House Of The Rising Sun-Harmonien (MonkeyDonkey), liebliche Scats (All The Carrots), spanische Zeilen (Morir Es Una Mierda), Bläsersounds (Almost Grown Up) oder eine Neuauflage des bereits bekannten Stücks Shave Your Legs. Unterm Strich eine entspannte Zeitreise bzw. kurzum: Sweet!

Produziert wurde übrigens in Eigenregie von Christian Stapff (Drums/Backings), der auch das Video zum Vorzeigestück Animal Farm gezimmert hat:

Anspieltipps: Animal Farm, Morir Es Una Mierda

Trackliste:

1. Sing The Blues
2. MonkeyDonkey
3. Animal Farm
4. All The Carrots
5. Slow Down
6. Queens Of The Night
7. Morir Es Una Mierda
8. Almost Grown Up
9. Shave Your Legs
10. The Worst Is The Best

Sweet erscheint am 18.01. und ist dann mindestens als 4-Panel-Digipak-CD, sicherlich aber auch digital erhältlich. Die Releaseparty dazu steigt am gleichen Tag im Cairo/Würzburg. Unterstützt wird die Band an diesem Abend von The Good Hex (ehem. Exit Option).

VÖ: 18.01.2020

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