Review: Entropy – Liminal (2020)

Mit dem EntropySigning hat CrazySane mal wieder Geschmack bewiesen und mit deren Debüt Liminal für August schon ein echtes Highlight in der Hinterhand, das Fans von Bands wie Failure, Jawbox, Sunny Day Real Estate oder der frühen Foo Fighters mehr als glücklich machen wird. Alternative Rock mit Emo– und Shoegaze Anleihen der unpeinlichen Sorte also, der einen irgendwie vollkommen überrascht. Am meisten wohl die Band selbst.

Die nämlich, setzt sich aus vier gestandenen Herrschaften zusammen deren Kopf und Songwriter Hans Frese (früher in Hardcore-Bands wie Hillside oder The Now Denial aktiv) das Musikerdasein eigentlich schon vor gut zehn Jahren zu Gunsten von Familie & Job hinter sich gelassen hatte nur um sich dann erst kürzlich doch wieder in seinem Schlafzimmer an Songs tüfftelnd wiederzufinden.

Photo: Patrick Runte

Mit Philipp Heidemann (früher ebenfalls bei The Now Denial), Jens Sawatzki (auch bei Der Draht aktiv), Benjamin Koevener (= außerdem Exchampion) ist schnell die passende Besetzung gefunden und schon zimmert man in den RAMA-Studios unter der Obhut von Jens Siefert ein absolutes Brett, das nun den Namen Liminal trägt und eine dermaßen unfassbare Wand aus abertausend geschichteten Gitarren und Vocals fährt, das einem vor Begeisterung fast die Kinnlade runterklappt.

Wie es die Band dabei schafft einen mit der mehr oder weniger gleichen Formel und ohne nennenswert bemerkbare Dynamik-Spielchen schon über die ersten drei Killer-Stücke (Terminal (adj), The Enemy Doesn’t Sleep, Northern Lite) bei Laune zu halten ohne einen zu langweilen ist mir wirklich ein Rätsel.

Und das Beste: Der Spaß ist hier noch lange nicht vorbei! Das poppige Age Of Anxiety, das getragene February 20, 1974, das treibende Emo-Geschoß Stuttering Day, das dissonante General System Theory, das an den Schriftsteller Karl Ove Knausgard angelegte Knausgardian, der dringliche 90s-Schmiss von Balancing The Edges oder der fulminant schleppende Abschluß mit A Dying Animal: Einfach ALLES holt einen durch die Bank emotional ab. Klare 10 out of 10, wenn es hier ein Benotungssystem gäbe…

Wenn das nicht durch die Decke geht, weiß ich auch nicht…

Anspieltipp: Northern Line 

Liminal im Stream:

Liminal wird auf allen gängigen Streamingplattformen ab dem 21. August verfügbar sein und darüber hinaus schon jetzt als CD oder aber auf Vinyl (150 black / 150 clear/yellow-Mix) vorbestellt werden. 

VÖ: 21.08.2020 via CrazySane Records / Broken Silence

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.