Review: Zement – Rohstoff (2021)

Is this mine, is this yours? – Zement starten ihr drittes reguläres Album mit einem ausufernden Sprachsamplemantra, das sich einige Durchläufe gönnt. Soweit so Zement. Denn: Klangliche Repetition ist bei diesem Duo wie man weiß Programm. Ergo wird auch auf Rohstoff wiederholt und geschichtet was das Zeug hält. Dennoch: Meditativer und zwingender als hier klangen die Würzburger noch nie. Und: Auch in Sachen Produktion wurde an Qualität zugelegt.

Das fantastische Klangbild wurde zusammen mit Hersbrooklyn Recordings erarbeitet und lässt den Bandsound überraschend warm aus den Boxen wabern. Und wabern tut hier eh wieder mal so einiges über die gewohnt präzisen Drumbeats: Vornehmlich Synthies, die mal verspielt vor sich hinblubbern, mal Streicher mimen (Ecke 54) und vor allen Dingen immer wieder fernöstlich anmutende Flächen einschleifen. Außerdem gibt es auch diesmal wieder Gitarrenzitate und undefinierbare Effektspielereien. Gleich zweimal schleicht sich sogar ein Saxophon ein (Kleiner 3, Zunder).

Unterm Strich bietet Rohstoff etwas weniger Autobahn und etwas mehr Batik. Im Grunde aber machen Zement da weiter wo sie eigentlich nie aufgehört haben und bleiben im Fluß. Die Klasse der aktuellen Scheibe hat im Übrigen das Berliner Label CrazySane angebeamt, wo sich die Band neben Acts wie Yagow oder AUA in allerbester Gesellschaft befindet. Psych- und Kraut-Heads sollten spätestens nach diesem Dreher d’accord gehen mit den Worten, die einen auch aus dem Album entlassen: The truth is concrete.

Anspieltipp: Soil

Rohstoff im Stream:

 

Rohstoff erscheint am 09.07.21 über CrazySane auf allen gängigen Streaming-Diensten und kann schon jetzt auf CD oder in verschiedenen limitierten LP-Varianten (solid black, electric-blue, transparent-orange) vorbestellt werden.

VÖ: 09.07.21 via CrazySane Records

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